Arzt erklärt Patienten die Anwendung von Alprostadil

Alprostadil ist ein Wirkstoff, der auch unter normalen Bedingungen im menschlichen und tierischen Stoffwechsel vorkommt. Aufgrund seiner Wirkung auf die Blutgefäße wird Alprostadil als Medikament zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt.

Daneben wird Alprostadil auch zur Blutverdünnung verwendet. Es sind in der EU mehrere rezeptpflichtige Medikamente mit Alprostadil zur Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen.

Die Anwendung von Alprostadil-haltigen Medikamenten muss mit einem Arzt vor Ort geübt werden. Rezepte für Erektionsmittel in Tablettenform können die Ärzte von DrEd ausstellen.

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Was ist Alprostadil?

Alprostadil gehört zur Gruppe der sogenannten Prostaglandine und wird auch als Prostaglandin E1 (PGE1) bezeichnet. Prostagandine sind beispielsweise für Entzündungsreaktionen und das Schmerzempfinden zuständig. PGE1 kann die Blutgerinnung beeinflussen und zusätzlich gefäßerweiternd wirken.

Wie wirkt Alprostadil?

Alprostadil sorgt einerseits für eine Erweiterung der Blutgefäße im Penis und entspannt außerdem die Muskulatur der Schwellkörper. Durch beide Prozesse kann Blut leichter in die Schwellkörper einströmen, was wiederum zu einer stärkeren Erektion führt. Dieser Wirkmechanismus unterscheidet sich von dem der sogenannten PDE-5-Hemmer wie Viagra oder Cialis und kann deshalb auch bei Männern wirken, deren Erektionsstörungen durch Nervenschädigungen verursacht wird.

In welcher Form wird Alprostadil verwendet?

Alprostadil wird hauptsächlich als Injektionslösung beispielsweise unter den Handelsnamen Viridal, Caverject oder Vitaros und als Harnröhrenstäbchen unter dem Namen MUSE angeboten. Darüber hinaus gibt es auch noch Cremes mit Alprostadil.

Die Injektionslösung muss in der Regel daheim frisch angemischt werden und kann anschließend mit einer Spritze direkt in den Schwellkörper des Penis injiziert werden. Daher nennt sich diese Methode auch Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT).

Das Harnröhrenstäbchen wie MUSE hingegen wird mit Hilfe eines Plastik-Applikators direkt in der Harnröhre platziert und löst sich dort auf.

Kann man sich bei der Verabreichung von Alprostadil ernsthaft verletzen?

Da die Verabreichung von Alprostadil-Präparaten verhältnismäßig ungewöhnlich ist, besteht bei vielen Patienten anfangs die Angst, sich beispielsweise durch die Injektionen selbst zu verletzen. Tatsächlich müssen sowohl die Alprostadil-Injektion als auch die Anwendung eines Harnröhrenstäbchens zunächst unter ärztlicher Anleitung erlernt und eindosiert werden, bevor ein Rezept ausgestellt werden kann.

Während dieser Übungen sollten Patienten offen alle Unklarheiten mit ihrem Arzt besprechen. Auch wenn sowohl die Injektion als auch das Harnröhrenstäbchen für viele Männer anfangs eine große Hürde darstellen, können beide Darreichungsformen in den meisten Fällen schon nach kurzer Zeit problemlos selbst angewendet werden. Durch diese Schulung treten Verletzungen nur selten auf und beschränken sich in den meisten Fällen auf kleine, schnell verheilende Verletzungen wie zum Beispiel kleine Blutergüsse am Penis.

Die Angst, sich schwerwiegende oder irreversible Verletzungen durch die Anwendung von Alprostadil-Präparaten zuzuziehen, ist deshalb zwar nachvollziehbar, aber unbegründet. Dies gilt natürlich nur, wenn die ärztlichen Anweisungen und die Hinweise der Packungsbeilage eingehalten werden. Auch unter Einfluss von Alkohol oder Drogen ist die Verletzungsgefahr insbesondere bei Alprostadil-Spritzen deutlich erhöht.

Sind Alprostadil-Präparate auch für Männer geeignet, deren Feinmotorik beeinträchtigt ist?

Manche Patienten haben aufgrund von verminderter Feinmotorik, zum Beispiel durch Nerven- oder Muskelverletzungen an den Händen, Schwierigkeiten mit der Handhabung von Injektionsnadeln oder Harnröhren-Applikatoren. Auch bei vielen älteren Patienten kann die Anwendung dieser Präparate durch altersbedingte Sehschwäche oder zitternde Hände Probleme bereiten. In solchen Fällen gibt es die Möglichkeit, die Sexualpartnerin oder den Sexualpartner im Umgang mit dem entsprechenden Alprostadil-Medikament zu schulen. Diese Vorgehensweise bietet sich allerdings in der Regel nur bei festen Sexualpartnern an, da die Schulung anfangs Zeit benötigt und unter ärztlicher Anleitung erfolgen muss.

Wie zuverlässig ist die Wirkung von Alprostadil?

Durch Injektionen oder Harnröhrenstäbchen mit Alprostadil erreichten in mehreren klinischen Studien zwischen 62 Prozent und 93 Prozent der männlichen Testpersonen wieder eine ausreichend starke Erektion, um zufriedenstellenden Geschlechtsverkehr vollziehen zu können. Dabei waren Injektionen in der Regel wirksamer als Harnröhrenstäbchen, zeigten aber gleichzeitig auch häufiger Nebenwirkungen.

Die Wirkung von Alprostadil ist dabei im Allgemeinen schwächer als bei PDE-5-Hemmern, aber im Gegensatz zu diesen nicht abhängig von sexueller Stimulierung. Damit kann Alprostadil auch bei Männern wirken, bei denen aufgrund von geschädigten Nerven im Becken- oder Genitalbereich PDE-5-Hemmer keine Wirkung zeigen.

Welche Nebenwirkungen können unter Alprostadil auftreten?

Obwohl Alprostadil ein körpereigener Stoff ist, bedeutet dies nicht, dass seine Anwendung frei von Risiken oder Nebenwirkungen ist. Am häufigsten treten Schmerzen oder Brennen im Penis und bei Injektionen an der Einstichstelle sowie Blutungen an der Injektionsstelle auf. Außerdem können Kreislaufsymptome wie Schwindel oder ein Blutdruckabfall entstehen. Eine vollständige Auflistung der Nebenwirkungen liefert die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.

Neben diesen Nebenwirkungen muss besonders bei Alprostadil-Injektionen stets auf Sauberkeit und ausreichende Reinigung der Injektionsstelle vor der Anwendung geachtet werden. Andernfalls besteht die Gefahr von Infektionen.

Auch bei der Verwendung von Harnröhrenstäbchen ist ausreichende Hygiene wichtig, um keine Keime in die Harnröhre einzubringen und dadurch das Risiko von Harnwegsinfekten zu erhöhen.

Kann man Alprostadil auch ohne Rezept kaufen?

Die Medikamente, in denen Alprostadil enthalten ist, unterliegen in Deutschland ausnahmslos der Rezeptpflicht. Angebote im Internet, die Alprostadil rezeptfrei anbieten, müssen als höchst unseriös angesehen werden. Bereits die Bestellung von Alprostadil-Präparaten ohne Rezept ist nach deutschem Recht strafbar. Zudem können Patienten nicht davon ausgehen, dass sie bei solchen dubiosen Angeboten tatsächlich das gewünschte Produkt erhalten.

Schlimmstenfalls handelt es sich um gesundheitsschädliche Substanzen, deren Einnahme eine große Gefahr für den Anwender darstellen kann. Zusätzlich sollten kreislaufaktive Mittel wie Alprostadil nur nach ärztlicher Beratung eingenommen werden, da nur ein Arzt das gesamte Spektrum an möglichen Gegenanzeigen und Nebenwirkungen erfassen kann.

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Quellen:

  • Shabsigh, R., Padma-Nathan, H., Gittleman, M., McMurray, J., Kaufman, J., & Goldstein, I. (2000). Intracavernous alprostadil alfadex is more efficacious, better tolerated, and preferred over intraurethral alprostadil plus optional actis: a comparative, randomized, crossover, multicenter study. Urology, 55(1), 109-113.
  • Padma-Nathan, H., Hellstrom, W. J., Kaiser, F. E., Labasky, R. F., Lue, T. F., Nolten, W. E., ... & Place, V. A. (1997). Treatment of men with erectile dysfunction with transurethral alprostadil. New England Journal of Medicine, 336(1), 1-7.
  • Montorsi, F., Luigi, G. G., Strambi, L. F., Da Pozzo, L. F., Nava, L., Barbieri, L., ... & Miani, A. (1997). Recovery of spontaneous erectile function after nerve-sparing radical retropubic prostatectomy with and without early intracavernous injections of alprostadil: results of a prospective, randomized trial. The Journal of urology, 158(4), 1408-1410.
  • Shabsigh, R., Padma-Nathan, H., Gittleman, M., McMurray, J., Kaufman, J., & Goldstein, I. (2000). Intracavernous alprostadil alfadex (EDEX/VIRIDAL) is effective and safe in patients with erectile dysfunction after failing sildenafil (Viagra). Urology, 55(4), 477-480.
  • Caverject 10µg Gebrauchsinformation, Pfizer Pharma GmbH (2009).