Arzt berät Patient über Blasenkrebs

Blut im Urin ohne Schmerzen beim Wasserlassen kann ein erstes Symptom von Blasenkrebs sein. Männer sind etwa dreimal häufiger von diesem Krebs betroffen. Blasenkrebs wird meistens im Alter zwischen 65 und 70 Jahren entdeckt. Zu den Risikofaktoren gehören Tabakrauchen, der Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen und chronische Blasenentzündungen. DrEd erklärt, wie Blasenkrebs entsteht, wie er behandelt wird und wie man Risikofaktoren reduzieren kann.

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Was ist Blasenkrebs?

Mit dem Begriff Blasenkrebs werden alle bösartigen Wucherungen bezeichnet, die in der Harnblase ihren Ursprung haben. Normalerweise wird das Wachstum von menschlichen Zellen stark vom Körper reguliert. Versagen diese Regulationsmechanismen, können sich die Zellen schneller und unkontrolliert teilen und so vermehren. Zudem verändern sie ihr Aussehen und ihre Funktion. Man spricht dann auch von Entartung. Diese Zellveränderungen sind die Grundlage für jeden bösartigen Tumor.

Meistens entstehen Tumore aus dem Oberflächengewebe der Harnblase, dem sogenannten Urothel, weshalb Blasenkrebs auch Urothelkarzinom genannt wird. Das Urothel ist ein Gewebe, das an die besonderen Bedingungen der Blase, z.B. dem ständigen Kontakt mit Urin, speziell angepasst ist. Urothelkarzinome können auch im Nierenbecken, im Harnleiter und in der Harnröhre auftreten. Selten kann Blasenkrebs auch von der Muskulatur der Harnblase ausgehen.

Wie entsteht Blasenkrebs?

Bevor sich die Zellen der Harnblasenwand verändern, werden sie meistens durch bestimmte Reize sensibler für eine Entartung gemacht. Diese Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Blasenkrebs zu erkranken. Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise das Tabakrauchen. Raucher haben ein etwa viermal höheres Risiko als Nichtraucher, an Blasenkrebs zu erkranken.

Ein weiterer Auslöser von Blasenkrebs können aromatische Amine sein. Diese chemischen Stoffe (z.B. Benzidin, 2-Naphthylamin) werden in der Automobilindustrie, in Stahl- und Chemiewerken sowie in der Zahntechnik angewendet. Weil der krebserregende Einfluss dieser Stoffe bereits bekannt ist, gilt ein Blasentumor in den betroffenen Arbeitergruppen zu den meldepflichtigen Berufskrankheiten.

Chronische Blasenentzündungen können ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung von Blasenkrebs haben. Durch die ständige entzündliche Belastung der Urothelzellen kann es schneller zu einer Entartung kommen.

In Afrika führen zudem Parasiteninfektionen, wie z.B. Schistosomiasis, zu einem erhöhten Blasenkrebsrisiko. Weitere Auslöser umfassen einige Medikamente und vorangegangene Bestrahlungen (beispielsweise aus einer früheren Krebstherapie).

Welche Symptome hat Blasenkrebs?

Das häufigste Symptom von Blasenkrebs ist Blut im Urin (Hämaturie), ohne dass die Betroffenen dabei unter Schmerzen leiden. Das Blut kann mit bloßem Auge sichtbar sein und den kompletten Urin verfärben, oder aber nur im Labortest nachweisbar sein. Verlegen Blutgerinnsel oder versperrt der Tumor den Blasenausgang, kann es zu einem Harnstau kommen. Beim Harnstau kann der Urin nicht ablaufen und staut sich deshalb bis in die Nieren hinauf. Dies birgt die Gefahr von aufsteigenden Infektionen zu einer Nierenbeckenentzündung und kann sogar die Nieren schädigen. Ein solcher Harnstau fällt dann auch durch Schmerzen auf.

Wie wird Blasenkrebs diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf Blasenkrebs, werden eine Ultraschalluntersuchung und oft auch eine Blasenspiegelung, die Zystokopie, durchgeführt. Dafür wird eine kleine Kamera durch die Harnröhre in die Blase geführt. Über das Gerät lässt sich die Blase auch spülen, um besser sehen zu können. Wird eine Auffälligkeit in der Schleimhaut entdeckt, können Proben entnommen werden und unter dem Mikroskop genauer analysiert werden. Kleinere Wucherungen können auch direkt mit einer Schlinge abgetragen und untersucht werden.
Um zu schauen, ob der Krebs bereits in andere Organe gestreut hat, bietet sich eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) an.

Wie wird Blasenkrebs behandelt?

Die Behandlung von Blasenkrebs richtet sich stark danach, wie weit die Krebserkrankung zum Zeitpunkt der Entdeckung schon fortgeschritten ist. Dafür ist entscheidend, wie tief der Tumor bereits in die Blasenwand eingewachsen ist und wie groß er insgesamt ist. Auch ob er bereits in benachbarte Organe wie den Enddarm oder die Scheide eingewachsen ist oder in andere Organe wie die Leber, die Lunge und das Gehirn gestreut hat (Metastasen), hat einen Einfluss auf die Therapie. Ist der Tumor noch sehr klein, kann er über eine Blasenspiegelung mit einer Schlinge entfernt werden. Eine Mikroskopuntersuchung findet heraus, ob bei diesem Eingriff genug Gewebe abgetragen wurde oder ob ein weiteres Mal abgetragen werden muss. Ist der Tumor schon ausgebreiteter, kann eine Entfernung der Blase und gegebenenfalls der umliegenden Lymphknoten und Organe erforderlich sein. In diesem Fall kann eine Ersatzblase beispielsweise aus Dünndarm konstruiert werden.

Je nach Ausgangsbefund kann zusätzlich oder alternativ zu einer Operation eine Chemotherapie oder Bestrahlung notwendig werden. Eine besondere Behandlung gibt es, wenn der Tumor nur die obersten Gewebeschichten der Blase befallen hat: Hier können abgeschwächte Tuberkuloseerreger in die Blase geleitet werden (BCG-Instillation). Die Erreger lösen eine Entzündungsreaktion aus, die die Krebszellen absterben lässt.

Wie ist die Prognose bei Blasenkrebs?

Die Prognose des Blasenkrebs richtet sich ebenso wie die Therapie nach der Ausbreitung des Tumors. Ist dieser noch sehr klein, überleben bis zu 80 Prozent der Betroffenen die ersten fünf Jahre. Patienten mit einer sehr großen Ausdehnung des Tumors oder Fernmetastasen überleben diesen Zeitraum nur in 20 Prozent der Fälle.

Wie kann man sich vor Blasenkrebs schützen?

Einen sicheren Schutz vor Krebs gibt es nicht. Es können jedoch die Risikofaktoren reduziert werden, die häufig mit Blasenkrebs verbunden sind. So sollte wenn möglich mit dem Rauchen aufgehört werden. Viele Industriebetriebe verzichten so weit wie möglich auf den Gebrauch von aromatischen Aminen – im Zweifel informiert der Betriebsarzt über das bestehende Risiko und die nötigen Schutzmaßnahmen.

Zusätzlich ist es wichtig, chronische Blasenentzündungen zu vermeiden. Das bedeutet, bei Symptomen einer Blasenentzündung, wie Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin, baldmöglichst eine Therapie einzuleiten. Blasenentzündungen können mit unterschiedlichen Antibiotika, darunter Trimethoprim, Nitrofurantoin und Fosfomycin behandelt werden.

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Quellen: 

  • H. Huland, M. Friedrich: Harnblasenkarzinom. In: R. Hautmann, H. Huland: Urologie. 3. Auflage. Heidelberg 2006, S. 202–212.
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz). Krebsinformationsdienst: Krebs der Harnblase. Online www.krebsinformationsdienst.de, abgerufen am 11.01.2016
  • Grosse, Y., Loomis, D., Lauby-Secretan, B., El Ghissassi, F., Bouvard, V., Benbrahim-Tallaa, L., Guha, N., Baan, R., Mattock, H. and Straif, K., 2013. Carcinogenicity of some drugs and herbal products. The Lancet Oncology, 14(9), pp.807-808. Online: www.sciencedirect.com, abgerufen am 11.01.2016
  • Babjuk, M., Oosterlinck, W., Sylvester, R., Kaasinen, E., Böhle, A., Palou-Redorta, J. and Rouprêt, M., 2011. EAU guidelines on non–muscle-invasive urothelial carcinoma of the bladder, the 2011 update. European urology, 59(6), pp.997-1008. Online: www.sciencedirect.com, abgerufen am 11.01.2016
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