Frau mit Feigwarzen liegt nachdenklich auf dem Bett

Feigwarzen (Genitalwarzen), medizinisch Condylomata acuminata, sind eine weit verbreitete sexuell übertragbare Krankheit. Sie treten als warzenförmige Hautveränderungen bei Männern und Frauen auf und betreffen die oberste Schicht der Haut (Epithel) im Bereich der Geschlechtsorgane. Da Feigwarzen oft zunächst unbemerkt bleiben, verzichten viele Infizierte beim Geschlechtsverkehr auf Kondome und verbreiten die Krankheiten dadurch weiter.

Vor allem Frauen sind sich unsicher, ob Hautveränderungen im Genitalbereich durch eine Infektion mit Feigwarzen hervorgerufen wurden, oder ob andere Ursachen verantwortlich sind. DrEd erklärt, wie Feigwarzen bei der Frau erkannt und behandelt werden können. 

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Wo treten Feigwarzen auf?

Feigwarzen (Condylomata acuminata) treten beim Mann meist im Bereich der Vorhaut, der Penisspitze und des Hodensacks auf. Bei Frauen hingegen treten sie im Genital- und Analbereich auf und hier vor allem im Bereich der Scheide und etwas seltener im Bereich des Gebärmutterhalses. Am Gebärmutterhals treten häufiger die sehr flachen Condylomata plana auf.

Die Form der Feigwarzen ist variabel. Sie zeigen meistens einen baumartig wuchernden Aufbau und sind als rote bis gräulich-weiße, möglicherweise mit einem hahnenkammartigen Anhängsel eindeutig zu identifizieren.

Warum entstehen die Hautveränderungen?

Die Entstehung der Hautveränderungen bei Feigwarzen wird durch eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) hervorgerufen. Dabei spielen die Subtypen HPV-6 und HPV-11 eine entscheidende Rolle. HPV-Untergruppen, die zur Entstehung von gewöhnlichen Hautwarzen z.B. an der Hand oder am Fuß führen, finden sich bereits bei Schulkindern. Die Virustypen, die sexuell übertragen werden, zeigen eine Häufung mit Beginn der sexuellen Aktivität.

Da die Hautveränderungen oft lange unbemerkt bleiben, sorgen die Betroffenen in ihrer Unwissenheit durch ungeschützten Geschlechtsverkehr für eine Verbreitung des Virus.

Das Virus wird direkt durch Hautkontakt, indirekt durch verunreinigte Gegenstände und Fußböden (zum Beispiel im Schwimmbad) und vor allem durch sexuellen Kontakt (oral oder genital) übertragen. Es ist auch eine Virusübertragung während der natürlichen Geburt von der Mutter auf das Neugeborene möglich.

Können Feigwarzen bei einer Frau Krebs verursachen?

Die Feigwarzen hervorrufenden Subtypen 6 und 11 weisen ein geringes Risiko für die Entstehung von Krebs (z.B. Gebärmutterhalskrebs) auf. Hochrisiko HPV-Subtypen sind vor allem die Typen 16 und 18, die mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden, aber auch bei der Entstehung der bereits genannten Condylomata plana eine Rolle spielen. Der Gebärmutterhalskrebs ist nach dem Mamma-Karzinom (Brustkrebs) weltweit der zweithäufigste bösartige Tumor der Frau.

Wie diagnostiziert der Arzt Feigwarzen?

Anhand des Erscheinungsbildes der Feigwarzen lassen sich die Hautveränderungen meist sicher durch ihr leicht rotes und hahnenkammartiges Aussehen diagnostizieren. Bei Unsicherheiten wäre es möglich, die Virus-DNA mittels spezifischer Nachweismethoden im Labor zu klassifizieren. Meistens genügt jedoch der geschulte Blick eines Arztes, um Feigwarzen zu erkennen. Eine bequeme Lösung zur Erkennung von Feigwarzen ist die Fotosprechstunde von DrEd, in der ganz ohne Berührungsängste ärztlicher Rat eingeholt werden kann.

Wie können sich Frauen vor der Entstehung von Feigwarzen schützen?

Ein Schutz vor der Infektion mit einigen HPV-Subtypen (6, 11, 16 und 18) ist in Deutschland und Österreich seit 2006 und in der Schweiz seit 2007 durch eine aktive Impfung möglich. Die Impfung ist für junge Frauen kostenlos. Durch die Impfung können circa 70 Prozent der Krebsarten, die durch die gefährlichen HPV-Subtypen verursacht werden, und circa 90 Prozent der Feigwarzen verhindert werden. Die Impfung dient alleine dem wirksamen Schutz (Prävention), nicht der Behandlung bei Infektion mit dem Virus. Die HPV-Impfung schützt neben bestimmten Krebsarten auch vor Feigwarzen bei Frauen und Männern.

Zu den Impfstoffen gehören Cervarix, das gegen die Hochrisiko-Typen 16 und 18 gerichtet ist, sowie Gardasil, das neben den Typen 16 und 18 auch die Subtypen 6 und 11 abdeckt, die zur Entstehung von Feigwarzen führen. Neu zugelassen ist Gardasil 9, das vor insgesamt neun HPV-Typen schützt, darunter HPV 6, 11, 16, 18 und zusätzlich die ebenfalls möglichen krebsbegünstigenden Typen 31, 33, 45, 52 und 58.

Laut der aktuellen Empfehlung der Ständige Impfkommission (STIKO) sollen alle Mädchen im Alter von neun bis 17 Jahren (vor der ersten sexuellen Aktivität) zwei bzw. drei Mal (abhängig vom Alter) innerhalb von sechs Monaten mit dem Impfstoff geimpft werden.

Die Immunität beträgt mindestens sieben Jahre. Bisher wurden keine wesentlichen Nebenwirkungen dokumentiert. Den Erfolg der Prävention werden die Beobachtungen der nächsten Jahre zeigen. Neben der Impfung, die etwa zwei Drittel der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindern kann, ist die regelmäßige gynäkologische Vorsorge nicht zu vergessen. Nur so können Feigwarzen und Krebs bei Frauen frühzeitig entdeckt werden.

Was können Frauen gegen Feigwarzen tun?

Feigwarzen heilen bei Frauen meistens spontan, sie kehren jedoch häufig wieder zurück. Da sie als störend empfunden werden und selten Krebs verursachen können, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Feigwarzen lassen sich sehr gut mit Salben behandeln, die auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden.

Die Ärzte von DrEd können ein Rezept zur Behandlung von Feigwarzen mit den Cremes Wartec oder Aldara ausstellen. Mit diesen können die Hautveränderungen lokal behandelt werden. Der Sexualpartner sollte unbedingt über die Genitalwarzen informiert werden, da die Viren durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

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Quellen:

  • Böcker et al: Pathologie, Elsevier Verlag, 5. Auflage, S. 749
  • Sauerbaum et al: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer-Verlag, 7. Auflage, S. 528-529
  • Böcker et al: Pathologie, Elsevier Verlag, 5. Auflage, S. 777 ff
  • STIKO Impfempfehlung HPV. Online: www.rki.de, Zugriff am 09.05.2015
  • Gerd Herold et al: Innere Medizin 2015, Eigenverlag, S. 496
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