Eine romantische Nacht mit einer neuen Bekanntschaft und ungeschütztem Geschlechtsverkehr kann unangenehme Folgen haben, ohne dass man sie sofort bemerkt. Geschlechtskrankheiten oder genauer sexuell übertragbare Infektionen (Sexually transmitted infections - STIs) wie Chlamydien, Tripper und Syphilis sind auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich ein zunehmendes Problem - sowohl bei Homo- als auch Heterosexuellen.

Bei dem einen bleibt eine Infektion unentdeckt oder äußert sich nur durch unangenehmes Jucken. Bei dem anderen entwickeln sich Geschlechtskrankheiten zu einer lebensbedrohlichen Infektion oder sogar Krebs. Fest steht, Geschlechtskrankheiten sind eine Gefahr für die Infizierten und ihre Mitmenschen. Hier erfahren Sie, was man über sexuell übertragbaren Krankheiten wissen sollte und wie man sich vor der zunehmenden Bedrohung schützen kann.

Was sind sexuell übertragbare Infektionen?

Sexuell übertragbare Infektionen sind Krankheiten, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden können. Man nennt sie auch, an das Englische angelehnt, STI (sexually transmitted infections) oder STD (sexually transmitted diseases). Als Erreger kommen hauptsächlich in Frage

  • Bakterien (z.B. Gonorrhoe/Tripper, Chlamydien und Syphilis),
  • Viren (z.B. Genitalherpes, HIV/AIDS, Hepatitis B/C und das humane Papillomavirus),
  • Pilze (z.B. Vaginalpilz),
  • Protozoen (z.B. Trichomoniasis) und
  • Arthropoden (z.B. Filzläuse).

Häufig treten auch mehrere Infektionen gleichzeitig auf.

Wie verbreitet sind sexuell übertragbare Krankheiten?

Da viele Infektionen unentdeckt bleiben, nicht alle Infektionen gemeldet werden und die Scheu vor dem Gang zum Arzt häufig sehr groß ist, ist die Dunkelziffer der Infizierten sehr groß. Die Zahl der Neuinfektionen mit Geschlechtskrankheiten steigt in Europa  wieder an. Man ist sich dabei nicht ganz einig, ob einfach nur mehr Infektionen gefunden werden oder Sextourismus, größere Freizügigkeit und anonyme Sexkontakte im Internet die Zahlen der Neuinfektionen nach oben treiben. Aktuelle Statistiken zu der Verbreitung der Infektionen findet man beim Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO stecken sich weltweit mehr als 1 Millionen Menschen pro Tag mit einer sexuell übertragbaren Infektionen an. Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sind öfter von sexuell übertragbaren Krankheiten betroffen. Am häufigsten Betroffen sind Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren, weil sie am sexuell aktivsten sind.

Was sind die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen?

Da nur für die wenigsten Krankheiten eine gesetzliche Meldepflicht besteht, gibt es kaum verlässliche Daten über die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind folgende behandelbare Krankheiten besonders häufig in Europa:

  1. Chlamydien: Man geht davon aus, dass in Industriestaaten wie Deutschland, Österreich und der Schweiz Chlamydien-Infektionen eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten sind.
  2. Gonorrhoe: Vor allem Infektionen mit den fast ausgerottet geglaubten Geschlechtskrankheiten Tripper (Gonorrhoe) aber auch Syphilis (Lues) sind in den letzten Jahren wieder stark angestiegen
  3. Trichomoniasis, eine durch das Geißeltierchen, Trichomonas vaginalis, ausgelöste Entzündung von Scheide und Penis.

Darüber hinaus häufen sich noch Genitalherpes, Feigwarzen Hepatitis B und C sowie HIV.

Auf welchem Weg werden Geschlechtskrankheiten übertragen?

Sexuell übertragbare Infektionen werden auf verschiedenen Wegen vor allem bei sexuellem Kontakt übertragen. Der einzelne Übertragungsweg hängt jedoch davon ab, welche Krankheit man genau hat. Eine Übertragung ist zum Beispiel möglich bei

  • Oralsex ,
  • Vaginalsex,
  • Analsex,
  • Petting,
  • Benutzung von Sexspielzeug,
  • Küssen.

Die Erreger können über Körperflüssigkeiten (z.B. Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Speichel) oder auch bei Kontakt von krankhaften Hautveränderungen (z.B. Warzen, Blasen und Pusteln) übertragen werden. Meistens gelangen die Erreger über unsere Schleimhäute in den Körper. Schleimhäute befinden sich an folgenden Körperregionen

  • Mund,
  • Darm und After,
  • Auge,
  • Eichel,
  • Harnröhre,
  • Scheide und Schamlippen.

Geschlechtskrankheiten verursachen häufig Hautverletzungen. Diese Verletzungen erhöhen das Risiko, eine zusätzliche Geschlechtskrankheit (z.B. HIV) zu bekommen oder die eigene Krankheit auf andere zu übertragen. Bei Drogenkonsumenten ist eine Übertragung über das gemeinsame Benutzen von Spritzbesteck möglich. Ebenfalls kann eine Mutter ihr Kind anstecken, entweder während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen.

Was sind die Symptome einer Geschlechtskrankheit?

Die Symptome einer sexuell übertragbaren Infektion sind nicht immer eindeutig und manchmal schwierig zu erkennen. In manchen Fällen verschwinden die Beschwerden auch nach ein paar Tagen, die Infektion besteht jedoch weiter. So kann es passieren, dass jemand, der nicht weiß, dass er infiziert ist, viele weitere Personen ansteckt. Deshalb sollte man bei den kleinsten Anzeichen direkt einen Arzt aufsuchen. Die online Sprechstunde zum Thema Sexualgesundheit ist hier eine besonders diskrete Lösung, Kontakt zu unseren Ärzten aufzunehmen. Bei Hautveränderungen im Genitalbereich gibt es sogar die Möglichkeit einer Foto-Diagnose durch deutsche Ärzte.

Folgende Symptome weisen auf eine sexuell übertragbare Krankheit hin:

  • Brennen beim Wasserlassen (z.B. bei Gonorrhoe),
  • Hautveränderungen wie Blasen, Warzen oder Ausschläge (z.B. bei Syphilis und Genitalherpes),
  • Jucken im Genitalbereich und After (z.B. Chlamydien, Gonorrhoe, Pilzinfektionen und Trichomoniasis),
  • ungewöhnlicher weißlicher oder unangenehm riechender Ausfluss aus dem Penis, Anus oder Scheide (z.B. bei Chlamydien, Gonorrhoe, Pilzinfektionen und Trichomoniasis),
  • Schmerzen im Unterbauch, Penis, Hoden oder der Scheide,
  • Blutungsstörungen bei der Frau(z.B. bei Chlamydien und Gonorrhoe).

Aber auch allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit können durch eine sexuell übertragbare Krankheit ausgelöst werden.

Viele sexuell übertragbare Krankheiten lassen sich heilen, wenn sie früh genug behandelt werden. Wer zu lange wartet, einen Arzt aufzusuchen, riskiert schwere Komplikationen und Folgeschäden. Die Erreger können beispielsweise andere Organe befallen (z.B. Gehirn, Auge, Herz), zu Krebs (z.B. Gebärmutterhalskrebs und Leberkrebs) führen, AIDS auslösen oder unfruchtbar machen.

Wann sollte ich mich auch ohne Symptome testen lassen?

Bei riskanten Verhalten und einem erhöhten Risiko, Geschlechtskrankheiten zu bekommen, sollte man sich präventiv regelmäßig auf übertragbare Krankheiten testen lassen. Wer viele verschiedene Sexualpartner hat (mehr als fünf pro Jahr) sollte sich mindestens einmal pro Jahr auf sexuell übertragbare Krankheiten testen. Gleiches gilt für Personen, die sexuellen Kontakt im Rahmen von Prostitution gehabt haben. Auch bei ungeschütztem sexuellen Kontakt mit Menschen aus Regionen mit einer hohen Rate von sexuell übertragbaren Krankheiten (z.B. Asien oder Afrika) wird zu einer regelmäßigen Kontrolle geraten. Um die Übertragen von der Mutter auf das Kind zu verhindern, sollten sich Schwangere ebenfalls auf Geschlechtskrankheiten testen lassen.

Was kann ich bei einer Infektion mit einer Geschlechtskrankheit tun?   

Wer mit einer sexuell übertragbaren Krankheit infiziert ist, muss online oder offline Kontakt zu einem Arzt aufnehmen. Versuche, sich in Eigenregie z.B. durch häufiges Waschen oder mit eigenen Medikamenten zu heilen, können gefährlich werden. Nur zusammen mit einem Arzt kann man die Krankheit wirkungsvoll bekämpfen.

Es ist außerdem wichtig, die Sexualpartner zu informieren. Diese müssen sich ebenfalls untersuchen lassen und gegebenenfalls mitbehandelt werden. So lange die Krankheit nicht ausgeheilt ist und der Arzt kein grünes Licht gegeben hat, muss auf sexuellen Kontakt verzichtet werden.

Ist man nach der ersten Infektion immun?

Nein, mit den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten kann man sich immer wieder von Neuem anstecken. Wenn man eine Infektion überstanden hat, ist man nicht automatisch immun gegen die Krankheit. Deshalb müssen bei einer Behandlung immer alle Sexualpartner mitbehandelt werden, da es sonst zu einer Wiederinfektion kommen kann.

Wie schütze ich mich vor Geschlechtskrankheiten?

Der wirksamste Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten ist sexuelle Enthaltsamkeit und die Meidung vor Kontakt zu fremden Körperflüssigkeiten. Eine absolut treue Beziehung zwischen zwei Menschen ist sehr sicher, wenn beide frei von Krankheiten in die Beziehung gehen. Sexuell aktive Menschen mit wechselnden Partnern, sollten sich und andere durch folgende Maßnahmen schützen:

  • Impfung gegen Hepatitis A und B und humane Papillomaviren (HPV),
  • konsequentes Nutzen von Kondomen, d.h. vaginales, anales und orales Eindringen nur mit Kondom und es sollte kein Sperma und Blut in den Mund gelangen, auch ein Frauenkondom (Femidom) kann Schutz bieten,
  • gute Intimhygiene kann das Risiko für Schmierinfektionen verringern,
  • bei ersten Symptomen einer Ansteckung sofort zum Arzt gehen.
  • Regelmässiger Check-up beim Arzt (mindestens einmal im Jahr)

Durch die Verwendung von sterilem Spritzbesteck können sich Drogennutzer außerdem schützen.