Harnwegsinfektionen werden von Bakterien ausgelöst

Eine Harnwegsinfektion kann durch eine Vielzahl an Faktoren verursacht werden, allerdings sind in den allermeisten Fällen Bakterien der Auslöser. Dies ist auch der Grund, warum sie erfolgreich mit einem Antibiotikum behandelt werden kann.

Frauen sind um ein Vielfaches häufiger von Harnwegsinfektionen betroffen als Männer. Die deutlich kürzere Harnröhre bei Frauen begünstigt die Einwanderung von Bakterien in die Harnblase, wo diese dann eine Entzündung auslösen. Die meisten solcher Entzündungen verlaufen relativ harmlos, es kann aber auch zu schweren oder sogar lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

Die Informationen auf dieser Seite geben Ihnen einen Überblick über die möglichen Auslöser einer solchen Infektion. Ein Medikament zur Behandlung einer Blasentzündung erhalten sie nach einem Besuch unserer Sprechstunde.

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Was sind die häufigsten Auslöser einer Blasenentzündung?

Von einer Blasenentzündung (auch Zystitis genannt) spricht man, wenn es zu einer Entzündung der Blasenschleimhaut und in schweren Fällen auch der Blasenwand gekommen ist. Da die Harnblase ein wichtiger Teil der unteren ableitenden Harnwege ist, zählt sie genauso wie die Entzündung des Nierenbeckens und die Entzündung der Schleimhaut der Harnröhre (Urethritis) zu den Harnwegsinfekten.

E. coli Bakterien sind in fast 9 von 10 Fällen die Auslöser einer Infektion. Diese Bakterien leben im Darm (Fäkalkeime) und sind Teil einer normalen und gesunden Darmflora. Eine Blasenentzündung entsteht, wenn diese Keime vom Darm zum Beispiel über die Haut im Analbereich in die Harnröhre gelangen und von dort weiter in die Blase.

Die Blase gilt normalerweise als quasi „Keim-frei“ und der Urin hat unter anderem die Funktion eventuell vorhandene Bakterien über die Harnwege auszuwaschen. Wenn jedoch E.coli Bakterien in die Harnblase eindringen und sich schnell vermehren, kann es passieren, dass diese Keime nicht schnell genug ausgewaschen werden können und es zur Infektion kommt.

Wie können Frauen eine Blasenentzündung vermeiden?

Eine einfache und effektive Maßnahme, als Frau eine Blasenentzündung zu vermeiden, ist auf der Toilette von vorne nach hinten abzuwischen. Darüber hinaus ist eine übertriebene Reinigung des Vaginalbereiches (z.B. Intimspray oder Scheidenspülung) nicht empfehlenswert, weil diese das normale Bakterienwachstum in der Scheide stört und Infekte begünstigt.

Jede Art von Reibung – auch beim Sex - kann potentiell eine Blaseninfektion auslösen. Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner kann ebenfalls Infektionen hervorrufen, da es manchmal einige Zeit dauert bis sich Ihr Körper an die unbekannte, männliche Bakterienflora gewöhnt hat.

Was sind die Risikofaktoren für Frauen?

Blasenentzündungen sind ein typisches Frauenproblem - ungefähr 30 Prozent aller Frauen haben einmal in ihren Leben eine Blasenentzündung. Eine Reihe von Risikofaktoren können die Entstehung einer Harnwegsentzündung begünstigen:

  • Schwangerschaft
  • Die Wechseljahre (Menopause)
  • Der Gebrauch von Diaphragma oder Spermizid-Cremes zur Verhütung
  • Geschlechtsverkehr sowie ungeschützter Sex mit einem neuen Partner
  • Diabetes
  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Die Anwendung von medizinischen Untersuchungsinstrumenten im Blasenbereich (Schläuche, Katheter...)
  • Allergische Reaktionen auf Scheiden-Cremes oder andere Hygieneprodukte
  • Infektionen im Scheidenbereich, wie z.B. Candidiasis

Sexuell übertragbare Infektionen (STI), wie z.B. Chlamydien, können ebenfalls das Risiko auf eine Blasenentzündung erhöhen.

Welche Hygienemaßnahmen sollte man beim Toilettengang beachten?

Eine nicht vollständige oder unregelmäßige Entleerung der Blase ist häufig ein Auslöser für Blasenentzündungen und sollte daher vermieden werden. Das gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer und Kleinkinder. Der in der Blase verbleibende Urin bildet einen idealen Nährboden für genau die Bakterien, die eine Harnwegsinfektion auslösen können. Deswegen ist es wichtig nicht nur regelmäßig auf die Toilette zu gehen, sondern die Blase auch möglichst vollständig zu entleeren.

Ein ähnlicher Effekt tritt ein, wenn man insgesamt nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Dies hat zur Folge, dass der Urin in der Blase konzentriert wird und sich die Anzahl der Bakterien erhöht. Eine Blockade der ableitenden Harnwege, zum Beispiel durch Nierensteine oder eine vergrößerte Prostata, kann ebenfalls zu einem Anstau von Urin führen. Dies fördert aus den bereits genannten Gründen das Wachstum von Bakterien, die dann eine Harnwegsinfektion oder Blasenentzündung auslösen können.

Wie kommt es zu einer Blasenentzündungen bei Männern?

Eine Blasenentzündung bei einem Mann ist meistens nur ein Anzeichen für ein anderes Gesundheitsproblem. Deshalb sollten alle Männer, die Symptome einer Harnwegsinfektion haben, ärztlich untersucht und behandelt werden. Häufig ist der Auslöser ein gestörter Urinfluss innerhalb der Harnwege.

Die Häufigkeit von Harnwegsinfekten steigt bei Männern mit zunehmenden Alter an, dies liegt überwiegend an der Zunahme von Prostataproblemen bei älteren Männern. Eine vergrößerte Prostata kann auf die Harnblase und -röhre drücken und behindert so den Urinabfluss. Gelegentlich kann auch eine Geschlechtskrankheit der Auslöser sein, zum Beispiel verursacht der Erreger der Gonorrhoe (Tripper) eine Entzündung der Harnröhre (Urethritis).

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Eine Zystitis ist ansteckend und kann mittels Schmierinfektion übertragen werden. Das Ansteckungsrisiko ist allerdings sehr gering und kann durch verschiedene Maßnahmen weiter minimiert werden. Direkte Infektionen durch unmittelbaren Kontakt mit der Infektionsquelle sind selten.

Am häufigsten kommt es zu einer indirekten Übertragung der Keime über verunreinigte Oberflächen wie Türkliniken und Wasserhähne oder andere Gegenstände. An belebten Orten und gemeinschaftlich genutzten Toiletten ist die Gefahr der Ansteckung somit am höchsten. Über das Anfassen von verunreinigten Stellen kann eine Übertragung des Keimes mittels der eigenen Hände in die Intimregion stattfinden.

Auch eine Infektion über Geschlechtsverkehr ist möglich. Escherischia coli kann von der Haut der Analregion ausgehend oder aber bei Analverkehr in den Intimbereich verschleppt werden und so eine Infektion auslösen.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung mit einer Blasenentzündung schützen?

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen sind die Hauptschutzmaßnahmen zur Reduktion des Ansteckungsrisiko bei Zystitis. Dadurch wird nicht nur der Selbst- sonder auch der Fremdschutz verbessert. 
Bei Geschlechtsverkehr kann die Nutzung eines Kondoms und gründliche Intimhygiene den Schutz erhöhen.

Besonders bei stattgefundenem Analverkehr sollte anschließend ausreichende Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Auch ein nachfolgender Toilettengang mit Entleerung der Blase kann verschleppte Bakterien ausschwemmen noch bevor eine Zystitis entstehen kann.

Gibt es nicht-infektiöse Blasenentzündungen?

Nicht alle Blasenentzündungen werden durch Bakterien ausgelöst. Bestimmte Medikamente die zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden können ebenfalls eine Entzündung der Blase auslösen, ebenso wie eine Strahlentherapie.

Eine weitere Sonderform ist die interstitielle Zystits. Die Ursachen für diese Erkrankung, von der überwiegend Frauen betroffen sind, sind weitgehend unbekannt, weshalb sich eine Behandlung unter Umständen schwierig und langwierig gestaltet.

Was sind mögliche Komplikationen bei der Behandlung?

Die meisten Harnwegsinfektionen verlaufen relativ harmlos und vergehen schon nach einigen Tagen. Die Heilung kann von selbst oder unter Zuhilfenahme von einfachen Hausmitteln erfolgen.

Bei stärkeren Beschwerden die länger als ein paar Tage anhalten, sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden, da auch eine harmlose Harnwegsinfektion unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Die Infektion kann sich auf die Nieren und andere Organsysteme ausbreiten, im schlimmsten Fall kann dies sogar zum Ausfall von lebenswichtigen Organen führen.

Normalerweise wird eine Blasenentzündung mithilfe von Antibiotika schnell und effektiv behandelt. Die Tabletten sollten in jeden Fall wie verordnet eingenommen werden, auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind. So kann ein Rückfall vermieden und das Risiko für das Auftreten von resistenten Bakterien verringert werden.

Bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen ist ein Besuch bei einem Urologen empfehlenswert. Es könnte dann eine chronische Blasenentzündung vorliegen.

Woran erkennt man Blut im Urin?

Eine Hämaturie ist durch das Auftreten von Erythrozyten im Urin definiert. Dabei unterscheidet man in Makro- und Mikrohämaturie.

Die Makrohämaturie ist durch eine sichtbare Rotfärbung des Urins sofort erkennbar. Teilweise kann diese Färbung aber auch durch Medikamente oder Nahrungsmittel wie Rote Bete oder Brombeeren bedingt sein.

Bei einer Mikrohämaturie lassen sich die Erythrozyten hingegen nur mikroskopisch oder mithilfe von Teststreifen im Urin nachweisen.

Kann Blut im Urin Zeichen einer unerkannten Blasenentzündung sein?

Es gibt ein breites Spektrum an Erkrankungen, die ursächlich für das Auftreten einer Hämaturie sein können. Diese reichen von harmlosen Harnwegsinfektionen zu in seltenen Fällen bösartigen Tumoren des Urogenitalsystems und Systemerkrankungen.

Wichtige Ursachen einer Hämaturie sind unter anderem:

  • Erkrankungen der Nieren wie Nierenbeckenentzündungen (Pyelonephritis), Zysten oder Entzündungen der Nieren (Glomerulonephritis)
  • Blasen- und Harnleitersteine
  • Blasenentzündung (Zystitis)
  • Tumoren der Nieren oder der ableitenden Harnwege
  • Veränderungen der Prostata wie Entzündungen oder Tumoren
  • Systemerkrankungen wie Lupus erythematodes
  • Verletzungen

Bei Frauen kann es zu einer Beimengung von Blut während der Menstruation kommen.

Eine Rotfärbung des Urins kann auch beim Verzehr von verschiedenen Nahrungsmitteln wie Rote Bete oder Brombeeren und durch Medikamente entstehen und somit leicht mit Blut verwechselt werden.

Wie sieht das Vorgehen bei Blut im Urin aus?

Beim Entdecken von Blut im Urin sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen. Da das Spektrum der Ursachen für die Rotfärbung des Urins von unkomplizierten Harnwegsinfekten zu in seltenen Fällen bösartigen Tumoren reichen, ist eine genaue Diagnostik erforderlich, um gegebenenfalls gezielt therapeutisch eingreifen zu können.

Besonders schwangere Frauen sollten einen Arzt aufsuchen, um eine Gefährdung für das ungeborene Kind auszuschließen.

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Quellen:

  • Klaus Miksits, Helmut Hahn. Basiswissen Mikrobiologie und Infektiologie. Springer
  • Hof, H.; Dörreis, R.; Geginat, G; Schlüter, D.; Wendt, Constanze (2014). Medizinische Mikrobiologie. Thieme