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Die koronare Herzkrankheit, kurz KHK, ist eine der häufigsten Todesursachen in Industrieländern. Sie betrifft hauptsächlich ältere Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Mit der steigenden Lebenserwartung nimmt auch ihre Häufigkeit weiter zu. Bei einer koronaren Herzkrankheit kommt es zu Verkalkungen in den Gefäßen, die das Herz versorgen. Die Folgen können unter anderem Probleme mit der Blutversorgung im ganzen Körper, Luftnot und Herzinfarkte sein. 

Ein Faktor der die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit fördert, ist hoher Bluthdruck. Folgerezepte für Blutdrucksenker können die Ärzte von DrEd ausstellen.

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Was passiert bei der koronaren Herzkrankheit?

Die Koronargefäße oder auch Herzkranzgefäße sind die Gefäße, die den Herzmuskel mit dem im Blut transportierten Sauerstoff versorgen. Wie alle anderen Muskeln des Körpers braucht der Herzmuskel Sauerstoff, um zu funktionieren und das Blut in den Körperkreislauf zu pumpen. Wenn sich in den Herzkranzgefäßen kalk- und fetthaltige Ablagerungen bilden – in der Fachsprache arteriosklerotische Plaques genannt - kann weniger Blut durchfließen. Durch die verminderte Blutversorgung des Herzens kommt es zu Sauerstoffmangel, wodurch die Funktionsfähigkeit des Herzens nachlässt. Medizinisch ist die koronare Herzkrankheit eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße.

Wer ist von der koronaren Herzkrankheit betroffen?

An der KHK erkranken besonders Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen, wobei das Risiko bei Frauen nach den Wechseljahren deutlich ansteigt.

Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen wie Arteriosklerose, Diabetes mellitus und arterieller Hypertonie. Auch Rauchen, erhöhte Blutfette und Übergewicht begünstigen die Entstehung einer KHK.

Wie kommt es zur Verkalkung der Herzkranzgefäße?

Bei einer Verkalkung der Herzkranzgefäße lagern sich gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und kalkartige Partikel ab. Sie bilden sogenannte arteriosklerotische Plaques. Bei einem ernährungsbedingten Überangebot an Fetten lagern sie sich an der Innenseite der Blutgefäße ab. Letztere sind oft bereits von anderen Erkrankungen vorgeschädigt wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck. Das löst eine Entzündungsreaktion aus, weil das Immunsystem die Ablagerung als nicht körpereigen erkennt. Durch die Immunzellen kommt es zu einem Umbau der Gefäßwände, wobei die überschüssigen Fette eingelagert werden.
Zunächst macht sich das kaum bemerkbar. Je mehr sich jedoch ablagert, desto stärker wird die Entzündungsreaktion und desto instabiler werden die Plaques. Die aktivierten Immunzellen können ihrer Aufgabe bei einem ständigen Überschuss an ungesättigten Fettsäuren und Cholesterin irgendwann nicht mehr nachkommen und sterben in den Plaques ab. Dadurch wachsen die Ablagerungen immer weiter, bis sie gegebenenfalls aufplatzen und ihren Inhalt ins Blut abgeben.

Woran bemerkt man eine koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit wird in verschiedene Stadien unterteilt, die sich am Schweregrad der Erkrankung und der Symptomatik orientieren. Unterschieden werden eine latente, eine stabile sowie eine instabile Form der koronaren Herzkrankheit. 

Eine latente KHK ist asymptomatisch. Betroffene haben also keine Beschwerden, obwohl eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels nachweisbar ist. Oft ist dies bei Diabetikern der Fall, die selbst bei schweren Formen noch keine Symptomatik bemerken.

Die stabile KHK weist typische Symptome auf, die jedoch nur unter bestimmten Umständen eintreten und sich wieder zurückbilden können. Das klassische Symptom einer mangelhaften Versorgung des Herzens ist die Angina pectoris, der Fachbegriff für das Gefühl von Schmerzen und Enge in der Brust. Sie tritt besonders in Belastungssituationen und bei Kälte auf und lässt nach, wenn die Belastung abnimmt oder die Umgebung wieder wärmer ist. Viele KHK-Patienten meiden deshalb Treppen und sportliche Betätigungen oder gehen bei Kälte nur ungern aus dem Haus.

Eine instabile KHK zeigt die Symptomatik der Angina pectoris auch ohne Belastungssituationen. Sie bezeichnet demnach ein fortgeschrittenes Stadium der KHK und weist auf eine Verschlimmerung der Erkrankung hin. Bei der instabilen KHK nehmen auch das Ausmaß der Schmerzen und deren Häufigkeit zu, was für eine weitere Verengung der Gefäße spricht.

Das letzte und lebensgefährliche Stadium einer KHK ist der Herzinfarkt, also ein plötzlicher absoluter Sauerstoffmangel in einem Teil des Herzens. Wird der Herzinfarkt erfolgreich behandelt, ist die Grundproblematik der Verkalkung meist nicht beseitigt. Patienten befinden sich nach einem behandelten Herzinfarkt häufig wieder in einem der oberen Stadien.

Welche Folgen kann eine koronare Herzkrankheit haben?

Die Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen können platzen und ihren Inhalt ins Blut abgeben. Die freien Fette und Kalkstücke lösen dann eine Blutgerinnung aus und es bildet sich ein Thrombus aus weißen Blutplättchen. Wenn er an einer Engstelle hängen bleibt, kann der Thrombus ein Gefäß verstopfen. Daraufhin wird der von diesem Gefäß versorgte Anteil des Herzmuskels nicht mehr durchblutet. Ein derart verschlossenes Herzkranzgefäß löst einen Herzinfarkt aus. Der Herzinfarkt ist die dramatischste Folge der KHK und mit knapp 10 Prozent eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Kann man die koronare Herzkrankheit ohne Medikamente behandeln?

Die Behandlung der KHK erfolgt auf verschiedenen Ebenen. Das A und O ist eine Verbesserung der zugrunde liegenden Risikofaktoren. Natürlich können manche Gegebenheiten wie das Geschlecht, das Alter und die genetischen Voraussetzungen nicht verändert werden. Durch einen gänzlichen Verzicht auf Zigaretten und einen gemäßigten Alkoholgenuss lässt sich das Fortschreiten jedoch oft deutlich verlangsamen. Auch eine fettarme Ernährung mit bevorzugt ungesättigten Fettsäuren sowie eine regelmäßige körperliche Betätigung in Absprache mit dem Arzt sind von Vorteil.

Welche Medikamente werden zur Behandlung der KHK eingesetzt?

Medikamentös werden die weiteren biologischen Faktoren behandelt, die sich allein durch Lebensstiländerungen nicht in den Griff bekommen lassen. Sind die Grunderkrankungen, die zur Entstehung der arteriosklerotischen Plaques beitragen, gut eingestellt, trägt dies entscheidend zum Verlauf der KHK bei. Zur Einstellung des Blutdrucks gibt es zahlreiche Blutdrucksenker, die je nach Verträglichkeit und persönlichen Kontraindikationen individuell angepasst verschrieben werden. Weiterhin ist die Senkung der Blutfette durch Statine essenziell für das Aufhalten des Plaque-Wachstums. Statine senken nicht nur den Cholesterinspiegel, sie tragen auch zu einer Stabilisierung der bereits bestehenden Plaques bei und können somit die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt senken. Diabetikern wird außerdem eine gute Einstellung des Blutzuckers nahe gelegt.

Patienten, die zu starken Blutgerinnseln neigen und somit erhöht Herzinfarkt-gefährdet sind, bekommen vom Arzt zusätzlich blutverdünnende Medikamente verschrieben, um die Blutplättchen an der Verklumpung zu hindern. Dadurch kommt es selbst beim Platzen einer Ablagerung in den Gefäßen seltener zur Thrombusbildung, was einen Herzinfarkt vermeiden kann.

Bei einer ausgeprägten Symptomatik der Brustschmerzen werden oft Calcium-Antagonisten verschrieben, die den schmerzhaften Anfällen vorbeugen. Bei Bedarf verschreibt der Arzt zusätzlich Nitrate, die nur bei akutem Brustschmerz angewendet werden sollen und die Anfälle abschwächen.

Kann man der Entstehung vorbeugen?

Die Vorbeugung der KHK betrifft alle Faktoren, die sich durch eine gesunde Lebensweise verändern lassen: Schlechte Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen sowie Alkoholkonsum tragen erheblich dazu bei, eine Arteriosklerose entstehen zu lassen oder eben zu verhindern.

Eine gesunde, sogenannte „mediterrane“ Ernährung mit wenig tierischen Fetten wird empfohlen, um die Blutfette gering zu halten und die Gefäße nicht mit Ablagerungen zu belasten. Durch ausreichende Bewegung wird der Entstehung von Bluthochdruck und Übergewicht vorgebeugt, was ebenfalls das Risiko für Herzerkrankungen senkt. Zu den weiteren Tipps für ein gesundes Herz zählen eine salzarme Ernährung sowie ein gemäßigter Alkoholkonsum von maximal einem kleinen Glas Wein (0,1l für Frauen und 0,15l für Männer) täglich. Auf das Rauchen sollte vollständig verzichtet werden.

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Quellen:

  • Klinische Pathophysiologie, 9. Auflage 2006, Thieme Verlag, Hrsg. W. Siegenthaler und H. E. Blum (S. 623ff.)

  • Innere Medizin, 12. Auflage 2005, Thieme Verlag, Hrsg. H. Greten (S. 31ff., 44ff.)

  • Artikel der deutschen Gesellschaft für Kardiologie: Aktueller Deutscher Herzbericht 2014 – Erfolgreiche Herzmedizin: Herzinfarktsterblichkeit stark gesunken – kardiologische Versorgung auf hohem Niveau; vom 28.01.2015; aufgerufen am 26.02.2016