Mann hält sich den schmerzenden Penisbruch

Der Penisbruch, auch als Penisfraktur bezeichnet, ist eine Verletzung des männlichen Glieds, die durch äußere Gewalteinwirkung zu Stande kommt. In Deutschland ist dieses Krankheitsbild mit einer geschätzten Häufigkeit von einer von 175.000 Krankenhausaufnahmen sehr selten. Dennoch muss ein Penisbruch ernst genommen werden. Bei ersten Zeichen einer Penisfraktur, muss schnell ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine Penisbruch Verletzung stellt einen medizinischen Notfall dar und eine rasche ärztliche Behandlung beugt Folgen wie Erektionsstörungen vor.

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Was ist ein Penisbruch?

Der Begriff „Bruch“ ist irreführend: Die Erektion des Penis wird nicht durch einen Knochen, sondern durch das Einfließen von Blut in die Schwellkörper vermittelt. Beim Penisbruch kommt es zu einer Verletzung der äußeren Hülle eines oder beider Schwellkörper, die in der Fachsprache als Tunica albuginea bezeichnet wird. Das Blut kann jetzt aus dem Schwellkörper austreten, es kommt zu einer schmerzhaften Schwellung und Verfärbung des Penis. In 10 – 20 Prozent der Fälle kommt es außerdem zu einer Verletzung der Harnröhre. Diese fällt vor allem durch Probleme beim Urinieren sowie Blutausfluss aus der Harnröhrenöffnung auf.

Wie erkenne ich einen Penisbruch?

Das Einreißen der Tunica albuginea ist fast immer mit einem lauten Geräusch ähnlich einem Peitschenhieb verbunden. Direkt danach treten starke Schmerzen auf und es kommt zu einer Schwellung des Penis und in manchen Fällen auch des Hodensackes. Durch das austretende Blut verfärbt sich der Penis zudem dunkelblau bis lila. Zu einem Reißen der Tunica albuginea kommt es nur, wenn der erigierte oder halberigierte Penis eine direkte Gewalteinwirkung erfährt, zum Beispiel durch Abknicken während des Geschlechtsverkehrs. Kommt es zu einer Penisfraktur, sollten Betroffene umgehend ein Krankenhaus aufsuchen und sich professionell behandeln lassen.

Wie kommt es zu einem Penisbruch?

Die zwei häufigsten Ursachen für einen Penisbruch sind Masturbation und Geschlechtsverkehr. Durch zu starke Gewalteinwirkung auf den Penis oder Masturbation unter Zuhilfenahme von verschiedenen Gegenständen, wird der Riss in der Tunica albuginea herbeigeführt.

Beim Geschlechtsverkehr kann es vor allem in der sogenannten Reiterstellung dazu kommen, dass der Penis aus der Scheide rutscht und die Frau anschließend mit ihrem Becken ein starkes Abknicken des Penis verursacht.

Außerdem sind Fälle bekannt, in denen eine Penisfraktur während des Schlafes aufgetreten ist. Durch Drehen auf den Bauch mit nächtlicher Erektion kann der Penis so stark abknicken, dass es zu einer Verletzung der Tunica albuginea kommt.

Wie wird ein Penisbruch diagnostiziert?

Durch die charakteristische Schwellung und Verfärbung von Penis und Hodensack und die Beschreibung von einem Knall-ähnlichen Geräusch und Schmerzen durch den Patienten, ist die Penisfraktur in den meisten Fällen eine Blickdiagnose. Das bedeutet, dass der Arzt die Diagnose Penisbruch ohne weitere Untersuchungen stellen und sofort mit der Behandlung beginnen kann.

Es gibt auch Fälle, in denen die Diagnose nicht durch bloße Begutachtung zu stellen ist. In solchen Fällen wird dann ein Ultraschall des Penis und seiner Schwellkörper, eine sogenannte Kavernosonografie, durchgeführt. Mit dieser können das austretende Blut und die Verletzung des Schwellkörpers dargestellt werden.

Hat der Arzt den Verdacht, dass auch die Harnröhre von der Verletzung betroffen ist, kann er außerdem eine Untersuchung der Harnröhre, die Urethrografie, durchführen.

Komplexere bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel die Magnetresonanztomografie, werden aufgrund des höheren Zeitaufwands in der Notfallsituation nur selten angewandt.

Was kann man als Ersthilfe bei Penisbruch tun?

Bis zum Aufsuchen des Krankenhauses werden vor allem zwei Maßnahmen empfohlen:

  • Kompression des Penis, um die Blutung zu vermindern
  • Kühlen des Penis, um die Folgen von Blutung und Schwellung zu vermindern

So kann zum Beispiel das Anlegen einer kalten Kompresse etwas Linderung bringen, bis die Penisfraktur durch einen Arzt versorgt werden kann. Bei der Einnahme von Schmerzmitteln ist Vorsicht geboten, denn Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (zum Beispiel Aspirin) hemmen die Blutgerinnung und können so eine Blutung fördern.

Wie behandelt der Arzt eine Penisfraktur?

Im Krankenhaus wird eine Penisfraktur operativ behandelt. Der Chirurg eröffnet den Penis, räumt die Blutung aus und vernäht den Riss in der Tunica albuginea. Zudem kann er die Harnröhre inspizieren und mögliche Verletzungen korrigieren. Ein operatives Vorgehen hat den Vorteil, dass im Gegensatz zur konservativen Therapie, also der Therapie ohne Operation, weniger Komplikationen und Spätfolgen auftreten.

Unabhängig von der Operation sollte eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen, um einer Infektion der Wunde vorzubeugen.

Welche Komplikationen können durch einen Penisbruch entstehen?

Man unterscheidet bei einer Verletzung des Penis durch einen Penisbruch Frühfolgen und Spätfolgen.

Zu den frühen Komplikationen, die unmittelbar nach dem Penisbruch auftreten, zählen:

  • Einblutung in den Penis
  • Schwellung und Verformung des Penis, meist starke seitliche Biegung
  • Blutaustritt mit dem Urin, eine sogenannte Hämaturie
  • Probleme beim Wasserlassen bis hin zum Harnverhalt
  • Infektion des Schwellkörpers

Die späten Folgen eines Penisbruchs beinhalten:

  • Dauerhafte Abweichung des Penis zu einer Seite
  • Veränderungen der Harnröhre wie Verengungen oder Ausstülpungen, die zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen führen
  • Schmerzen bei der Erektion
  • Erektionsstörungen, in sehr seltenen Fällen sogar erektile Dysfunktion

Sowohl frühe als auch späte Folgen eines Penisbruchs sind gut zu behandeln und treten nur sehr selten auf. Bei einem rechtzeitigen operativen Vorgehen kommt es nur in etwa zehn bis 15 Prozent der Fälle zu späteren Komplikationen. Schwerwiegende Komplikationen wie die erektile Dysfunktion sind noch viel seltener.

Ein Riss der Tunica albuginea ist eine schwerwiegende Verletzung, die immer einen Notfall darstellt. Sollte man einen Penisbruch erleiden, gilt es, sofort einen Arzt aufzusuchen.

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Quellen:

  • Schmelz, H. U., Sparwasser, C., & Weidner, W. (2006). Facharztwissen Urologie. Springer Medizin Verlag Heidelberg.
  • Portillo, F. M., Musial, A., Subotic, S., Osmonov, D., Alken, P., & Jünemann, K. P. (2001). Penisfrakturen–Diagnostik und Therapie. Reproduktionsmedizin, 17(1), 48-52. Online: www.link.springer.com, aufgerufen am 18.10.2015
  • Oesterwitz, H., C. Bick, and E. Braun. "Fracture of the penis." International urology and nephrology 16.2 (1984): 123-127. Online: www.link.springer.com, aufgerufen am 18.10.2015
  • Dever, D. P., Saraf, P. G., Catanese, R. P., Feinstein, M. J., & Davis, R. S. (1983). Penile fracture: operative management and cavernosography. Urology, 22(4), 394-396.