Frau nimmt Tabletten gegen Akne

Akne ist eine der häufigsten Hautkrankheiten bei Jugendlichen und Erwachsenen und kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Es gibt leichte Akne (einzelne Pickel, Mitesser), mittelschwere Akne (zahlreiche entzündete Pickel) und schwere Akne (stark entzündete Pickel und Knoten). Bei den meisten Betroffenen verschwindet die Akne meist ohne Therapie. Dennoch können auch schwere Verläufe auftreten, bei der sich die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter zieht und Narben hinterlässt. Daher muss jede Therapie individuell auf die Patienten zugeschnitten werden. Um Aknenarben zu vermeiden und einer Verschlimmerung vorzubeugen, wird deshalb eine frühzeitige Behandlung und Beratung durch einen Experten empfohlen, der sich mit der Behandlung von Akne auskennt. Wenn die äußere Behandlung mit Salben und Gels (topische Therapie) nicht ausreichend wirkt, können Tabletten gegen Akne eingenommen werden.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es gegen Akne?

Bei der leichten Form der Akne kann eine entsprechende Hautpflege aus der Apotheke als Behandlung ausreichen. Um eine schwer verlaufende Akne zu behandeln, können die Aknemittel lokal, also örtlich auf die Haut aufgetragen werden. Hierfür sind Cremes oder Akne-Gels erhältlich. Auch können Tabletten gegen Akne verordnet werden (systemische Therapie). Welche Therapie die richtige ist, wird individuell nach dem Zustand der Haut festgelegt. So kann die Aknebehandlung bei einem Patienten nur aus einem einzigen Medikament bestehen, während bei einem anderen Patienten eine Kombination von mehreren Medikamenten verschrieben wird. Generell erfordert eine erfolgreiche Behandlung jedoch viel Geduld: Die Behandlungen müssen über lange Zeiträume durchgeführt werden und sollten nicht voreilig abgebrochen werden. Es vergehen häufig sechs bis zwölf Wochen bevor sich der Hautzustand bessert. Man sollte sich auch darauf einstellen, dass es in einigen Fällen auch zunächst zu einer Verschlechterung des Hautzustandes kommen kann. Auch ein Rückfall nach Beendigung der Aknetherapie ist möglich.

Welche Tabletten gibt es gegen schwere Akne?

Bei der Therapie einer mittelschweren bis schweren Akne wird die Haut äußerlich behandelt und zusätzlich können Medikamente eingenommen werden.

Zur Aknetherapie werden Antibiotika und Isotretinoin eingesetzt. Sie verhindern das Wachstum der Akne-begünstigenden Bakterien und reduzieren die Talgproduktion. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Antibabypille zur Aknetherapie bei Frauen einzusetzen. Die in Kombinationspillen enthaltenen Gestagene können dem akneauslösenden männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) entgegen wirken. Hierzu sind spezielle hautverbessernde Antibabypillen mit einer antiandrogenen Wirkung erhältlich, wie beispielsweise Belara, Valette, Petibelle und Yasmin. In sehr schweren Fällen kann auch entzündungshemmendes Cortison helfen. Die Tabletten gegen Akne sind verschreibungspflichtig, d.h. es muss ein Rezept vom Arzt ausgestellt werden, bevor man in die Apotheke geht.

Wie wirken Antibiotika gegen Akne?

Antibiotika aus der Klasse der Tetrazykline werden bei mittelschwerer bis schwerer Akne eingesetzt. Auch bei Versagen der lokalen Aknetherapie in Form von Salben und Cremes können zusätzlich Antibiotika eingenommen werden. Mittel der Wahl sind hier Tetracyclin, Doxycyclin und Minocyclin. Allerdings wurden in aktuellen Studien schwere Nebenwirkungen durch Minocyclin beschrieben, weshalb es heute nicht mehr Medikament der ersten Wahl ist. Antibiotika reduzieren das Wachstum der Akne-auslösenden Bakterien und verhindern Hautinfektionen. Die Therapie mit Antibiotika sollte für mindestens einen Monat durchgeführt werden, nicht jedoch länger als 12 Wochen, da die Bakterien gegen den Wirkstoff sonst unempfindlich (resistent) werden können. Besondere Vorsicht bei der Therapie mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline ist beim Sonnenbaden geboten. Da in Kombination mit UV Licht Schäden an der Haut auftreten können, sollte während der Therapie auf die direkte Sonneneinstrahlung verzichtet werden und ein entsprechend hoher Lichtschutzfaktor aufgetragen werden.

Das Antibiotikum Erythromycin ist ebenfalls zur Aknebehandlung zugelassen und stellt eine Alternative zur Behandlung mit Tetracyclinen dar. Allerdings sollten Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Störungen des Elektrolythaushaltes auf die Einnahme von Erythromycin verzichten, da diese dadurch verschlimmert werden können. 

Wie wirken Akne Tabletten mit Isotretinoin?

Alternativ zur Antibiotikatherapie kann Isotretinoin zur Aknebehandlung eingesetzt werden. Keinesfalls sollten Tetracyclinantibiotika aber zusammen mit Isotretinoin eingenommen werden. Soll im Anschluss an eine Behandlung mit Tetracyclinen eine Therapie mit Isotretinoin begonnen werden, so sollte ein Tag Pause dazwischen liegen.

Isotretinoin ist ein Vitamin A Abkömmling und wirkt antientzündlich, hemmt die Talgproduktion und vermindert das Bakterienwachstum.

Unter einer Isotretinoin Therapie werden 85 Prozent der Patienten komplett beschwerdefrei und Rückfälle sind sehr selten. Allerdings wird Isotretinoin aufgrund der zum Teil erheblichen Nebenwirkungen nur bei sehr schwerer Akne eingesetzt. Vor Therapiebeginn sollte unbedingt eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden und während der Therapie mit Isotretinoin sollte ein zuverlässiges Verhütungsmittel angewandt werden, da bei einer Schwangerschaft eine mögliche Schädigung des heranwachsenden Kindes eintreten kann. Isotretinoin sollte für sechs Monate verschrieben werden und auch vier Wochen nach Beendigung der Therapie sollte noch unbedingt eine Schwangerschaft vermieden werden.

Weitere Nebenwirkungen die sich unter Isotretinointherapie beobachten lassen sind Nachtblindheit und eine Austrocknung der Haut und Schleimhäute. Die Patienten haben eine trockene Nase, was zu Nasenbluten führen kann, trockene Lippen und es bilden sich starke Kopfschuppen. Außerdem kommt es zu einer Verminderung der Tränenproduktion und einer Austrocknung der Augen, sodass selbst ein Jahr nach Therapieende das Tragen von Kontaktlinsen unangenehm sein kann.

Diskutiert wird auch eine depressive Wirkung von Isotretinoin, einhergehend mit einer erhöhten Selbstmordrate. Diese Beobachtung konnte wissenschaftlich aber nicht belegt werden. Dennoch sollten Patienten über das mögliche Auftreten von depressiven Symptomen informiert werden. Außerdem sollten während der Therapie mit Isotretinoin regelmäßig Blutentnahmen erfolgen, um den Leber und Fettstoffwechsel zu überwachen. Alle beschriebenen Nebenwirkungen bilden sich aber nach Beendigung der Therapie wieder zurück

Wie kann Akne durch Hormone wie in der Pille verbessert werden? 

Häufig verbergen sich hinter unreiner Haut hormonelle Ursachen, vor allem in der Pubertät. Ein kompetenter Ansprechpartner für Mädchen und junge Frauen, gerade beim Thema unreine Haut, ist deshalb der Frauenarzt. Er kann bestimmte Mikropillen (niedrig dosierte Pillen) verordnen, die zusätzlich einen günstigen Effekt auf unreine Haut haben. Eine kombinierte Pille besteht aus zwei Wirkstoffgruppen: Östrogen und Gestagen. Das sind Hormone, die den Sexualhormonen im weichblichen Körper sehr ähnlich sind. Hautwirksame Pillen enthalten besondere, so genannte anti-androgene Gestagene.

Ein wichtiger Faktor in der Entstehung der Akne ist eine überschießende Produktion von Talg und Hornzellen, die durch die männlichen Hormone (Androgene) verursacht wird. Durch die anti-androgen wirksamen Gestagene kann die Wirkung der männlichen Hormone gehemmt werden. So kann das Hautbild verbessert werden und die Pickel verschwinden langsam. Wie bei den anderen Behandlungsmöglichkeiten dauert es auch hier etwa sechs bis zwölf Wochen bis die Verbesserung sichtbar wird. Allerdings wirken nicht alle Pillen gleich gut gegen unreine Haut und Akne.

Frauen die bereits mit der Pille verhüten, können in der DrEd Online Sprechstunde ein Folgerezept für ihr Medikament anfordern.

Welche sonstigen Mittel gibt es gegen Akne?

Die Anwendung von Kortison in der Aknetherapie wird nicht standardmäßig empfohlen. Nur bei schwersten Fällen kann der Einsatz von Kortison zusätzlich zu den anderen Akne Medikamenten erwogen werden.

Die orale Gabe von Zink hat einen günstigen Effekt auf die Behandlung von mittelschwerer entzündlicher Akne und kann bei Kontraindikationen oder Unverträglichkeiten gegenüber anderen Akne Medikamenten erwogen werden. Zink wirkt entzündungshemmend und hat ebenfalls, wie die Antibabypille, einen antiandrogenen Effekt. Zink sollte nicht gleichzeitig zu den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Nahrungsbestandteile die Aufnahme von Zink verzögern können.

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Quellen:

  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft. 2011. Leitlinien Behandlung Akne- Langfassung. Online: www.awmf.org, aufgerufen am 4.8.2015
  • Haslam, D. (1988). Acne vulgaris treatment. British Journal of General Practice38(317), 570-570. Online www.bjgp.orgaufgerufen am 4.8.2015
  • Zouboulis, C. C. (2014). Acne vulgaris. Der Hautarzt, 65, 733-750. Online: www.link.springer.comaufgerufen am 4.8.2015