Apotheker berät über Erektionshilfen

Erektionsstörungen sind weit verbreitet. In Deutschland leidet ungefähr jeder fünfte Mann an der sogenannten erektilen Dysfunktion. Ab dem 70. Lebensjahr ist sogar jeder zweite Mann betroffen. Mittlerweile steht jedoch eine große Anzahl an Erektionshilfen zur Verfügung, mit denen Erektionsprobleme effektiv behandelt werden können.

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Welche Erektionshilfe ist die beste?

Es gibt nicht die eine ideale Erektionshilfe für alle Männer. Vielmehr existiert eine Vielzahl verschiedener Therapieansätze, die jeweils unterschiedliche Wirkmechanismen besitzen. Je nach der Ursache für die erektile Dysfunktion können manche Erektionshilfen sehr wirksam sein, während andere Therapien ungeeignet sind. Daher ist der erste Schritt zur Bekämpfung von Erektionsschwierigkeiten, zusammen mit einem Arzt die Gründe der unzureichenden Erektionsfähigkeit abzuklären. Erst danach kann eine sinnvolle Therapie ausgewählt werden.

Welche medikamentösen Erektionshilfen gibt es?

Es existieren mehrere Klassen an verschiedenen Medikamenten. Die bekannteste Klasse sind die sogenannten PDE-5-Hemmer, die ungefähr 30 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr als Tablette eingenommen werden und zu denen auch Viagra, Cialis, Spedra und Levitra gehören. PDE-5-Hemmer wirken aber nur bei gleichzeitiger sexueller Stimulierung und wenn die für die Erektion zuständigen Nerven im Becken- und Genitalbereich noch intakt sind.

Daneben gibt es noch Medikamente, die zur Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) zählen, beispielsweise Caverject oder Viridal. Diese müssen einige Minuten vor dem Geschlechtsakt in den Penis injiziert werden.

Als Alternative zur Injektion ist das Medikament Muse erhältlich, welches direkt in die Harnröhre eingeführt wird. Sowohl Muse als auch SKAT-Präparate wirken unabhängig von sexueller Erregung und dem Zustand der Nervenfasern. Allerdings muss die Handhabung erst unter ärztlicher Anleitung erlernt werden.
Sowohl PDE-5-Hemmer als auch SKAT-Medikamente und Muse wirken in der Regel sehr zuverlässig und können bei bis zu 90 Prozent der Patienten eine zufriedenstellende Erektionsfähigkeit sicherstellen. Allerdings sind die Medikamente nicht für alle Männer mit erektiler Dysfunktion geeignet, insbesondere bei Vorschädigung des Herz-Kreislaufsystems.

Gibt es auch natürliche Wirkstoffe, die man als Erektionshilfe einsetzen kann?

Sowohl in Apotheken als auch im Internet wird eine Vielzahl von natürlichen Mitteln zur Behandlung der erektilen Dysfunktion angeboten. Die meisten dieser Mittel, allen voran homöopathische Rezepturen, besitzen jedoch überhaupt keine Wirkung gegen Erektionsstörungen.

Für einige wenige natürliche Potenzmittel konnte eine gewisse Steigerung der Erektionsfähigkeit nachgewiesen werden, zum Beispiel bei Maca und Yohimbin. Insgesamt können natürliche Potenzmittel aber lediglich bei leichten bis mittelstarken Erektionsstörungen Linderung erzielen. Zudem besitzen auch natürliche Potenzmittel Nebenwirkungen und sollten mit Bedacht sowie nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden.

Was versteht man unter mechanischen Erektionshilfen?

Eine Reihe von Erektionshilfen werden als sogenannte mechanische Erektionshilfen zusammengefasst. Bei diesen handelt es sich nicht um Medikamente, sondern im weitesten Sinne um physikalische Hilfsmittel. Bekannt sind dabei vor allem die Vakuumpumpe, auch Vakuum-Erektionshilfesystem oder Penispumpe genannt und der Erektionsring. Diese Methoden kommen zwar ohne die Einnahme von Medikamenten aus, sind aber teilweise umständlich in der Anwendung und können nicht so diskret verwendet werden wie beispielsweise PDE-5-Hemmer. Daher ist der Akzeptanzgrad dieser Methoden deutlich niedriger als bei anderen Erektionshilfen.

Eine weitere Methode, die im weiteren Sinne zu mechanischen Erektionshilfen gezählt werden kann, ist das Beckenbodentraining. Zwar wird Beckenbodentraining meistens mit Frauen nach einer Schwangerschaft assoziiert, allerdings kann die gezielte Stärkung der Beckenbodenmuskulatur bei Männern die Erektionsfähigkeit deutlich verbessern.

Sollten alle anderen Erektionshilfen zu keiner hinreichenden Verbesserung der Erektionsfähigkeit führen, kann auch eine Penisprothese in Betracht gezogen werden. Dabei wird durch eine Operation ein Pumpmechanismus in den Penis implantiert, der bei Bedarf relativ unauffällig ausgelöst werden kann und zu einer Erektion führt. Durch diese Technik können Männer zwar nach korrekter Implantation immer eine Erektion auslösen, allerdings verliert der Penis bei dem Eingriff seine natürliche Erektionsfähigkeit vollständig, sodass die Penisprothese eine irreversible Möglichkeit darstellt und auch typischen Risiken von Operationen und Implantaten wie Wundinfektionen unterliegt.

Welche Erektionshilfen sind geeignet, wenn es keine organische Ursache für Erektionsstörungen gibt?

Viele Männer mit erektiler Dysfunktion leiden nicht unter einer körperlichen Funktionsstörung, sondern haben aufgrund von psychischen Ursachen Erektionsschwierigkeiten. Der Druck, den Männer entweder durch sich selbst, durch gesellschaftliche Erwartungen an die männliche sexuelle Leistungsfähigkeit oder teils auch durch den Sexualpartner erfahren, kann die Erektionsfähigkeit stark negativ beeinflussen.

Besonders unter diesen Bedingungen können Entspannungstechniken zur Heilung der erektilen Dysfunktion beitragen. Es gibt mehrere verschiedene Entspannungstechniken wie das Sensualitätstraining und die Teasing-Technik, die letztendlich darauf abzielen, den Mann von seinem Leistungsdruck zu befreien und eine stärkere Vertrautheit mit dem Partner herzustellen.

Auch klassische Psychotherapien haben bei seelischen Ursachen der Erektionsstörung in der Regel gute Erfolgsaussichten, allerdings erfordert dieser Schritt bei den meisten Männern relativ große Überwindung, da psychische Probleme in der Gesellschaft immer noch einer großen und ungerechtfertigten Tabuisierung unterliegen.

Wie und wo erhält man Erektionshilfen?

Als erstes sollten Betroffene immer einen Arzt aufsuchen. Dieser wird nach einem ausführlichen Gespräch und gegebenenfalls notwendigen Untersuchungen mögliche Therapien anbieten und gemeinsam mit dem Patienten eine Behandlungsmethode aussuchen bzw. ein Rezept für die entsprechende Erektionshilfe ausstellen. Bis auf operative Eingriffe wie die Penisprothese sind Erektionshilfen anschließend mit dem Rezept in der Apotheke oder, bei dem Wunsch nach größerer Anonymität, auch über Versandapotheken erhältlich.

Viele angebliche Erektionshilfen wie Tadapox, Valif Oral Jelly oder Sildalis werden nicht über bekannte große Versandapotheken, sondern über unseriöse Internethändler angeboten. Es muss nachdrücklich vor solchen Angeboten gewarnt werden, da einerseits die Herkunft dieser Mittel nicht bekannt ist und andererseits keines dieser Mittel von staatlichen Behörden kontrolliert wird. Daher geht von solchen Mitteln im Zweifelsfall eine hohe Gesundheitsgefahr aus. Zudem ist insbesondere die Bestellung von nicht zugelassenen Medikamenten in Deutschland strafbar.

Werden die Kosten für Erektionshilfen von den Krankenkassen übernommen?

Nur die Kosten für einige wenige Erektionshilfen werden – entweder aufgrund gesetzlicher Vorschriften oder auf freiwilliger Basis – von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland in der Regel übernommen. Dazu zählen die Kosten für medizinisch notwendige Penisprothesen, Vakuumpumpen und Psychotherapien, aber nicht für medikamentöse Behandlungen wie PDE-5-Hemmer.

Die privaten Krankenkassen übernehmen darüber hinaus prinzipiell auch die Kosten für einige andere Behandlungsmöglichkeiten, allerdings ist die Situation hier durch die vielen verschiedenen Versicherungstarife uneinheitlich. Um die finanzielle Belastung sicher einschätzen zu können, sollten Patienten im Zweifelsfall vorab von ihrer Krankenkasse eine schriftliche – und damit verbindliche – Auskunft bzw. Zusage zur Kostenübernahme anfordern.

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Quellen:

  • Hautmann, R., & Gschwend, J. E. (2014). Urologie. Springer-Verlag.
  • Aster, S., Ayllon, T., Blöschl, L., Breuninger, H., Bruch, M. H., Burns, D. D., Steinhausen, H. C. (1981). Psychotherapie-Manual: Sammlung psychotherapeutischer Techniken und Einzelverfahren. Berlin, Heidelberg, s.l.: Springer Berlin Heidelberg.
  • Porst, H. (2016). Diagnostik und medikamentöse Therapie der erektilen Dysfunktion. In Die Urologie (pp. 1513-1521). Springer Berlin Heidelberg.
  • Marcon, J., Stief, C. G., & Trottmann, M. (2016). Alternative Therapieoptionen bei erektiler Dysfunktion. Uro-News, 20(10), 49-58.
  • Derouet, H. (2013). Erektile Funktionsstörungen: Diagnostik, Therapie und Begutachtung. Springer-Verlag.