Mann mit Genitalherpes

Der Genitalherpes stellt eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit dar. Gerade beim Mann steigen die Zahlen der Infektionen in der westlichen Welt an.

Klassischerweise ist die Ursache für den Genitalherpes (Herpes genitalis) beim Mann das Herpesvirus Typ 2. Jedoch kann auch das Herpesvirus Typ 1, das typischerweise den Lippenherpes verursacht, zu einer Infektion im Genitalbereich führen.

Männer, die unter dieser Erkrankung leiden, können sich direkt in der Online-Sprechstunde von DrEd zu einer Behandlung beraten lassen. Der Genitalherpes beim Mann ist nicht heilbar, jedoch lassen sich die Auswirkungen mit der richtigen Behandlung in den Griff bekommen.

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Welche Genitalherpes Symptome zeigen sich bei einer Infektion beim Mann?

Bei der Symptomatik unterscheidet man zwischen der Primärinfektion und einem Rezidiv.

Der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome liegt bei etwa einer Woche. Bei einer Primärinfektion sind die ersten Symptome Jucken, Spannungsgefühle, Kribbeln und Taubheit im betroffenen Areal. Die typischen Herpesbläschen, an denen man die Infektionskrankheit erkennen kann, treten bei Männern klassischerweise an der Eichel und an der die Eichel nach hinten begrenzenden Vertiefung auf. Häufig ist auch eine Ausbreitung an der Vorhaut oder dem Penisschaft erkennbar. Beim Mann hingegen seltener ist ein Auftreten im gesamten Genitalbereich, dem Bereich des Anus oder des Oberschenkels. Die Bläschen treten einzeln oder in kleinen Gruppen auf, die umgebene Haut ist gerötet. In den Bläschen befindet sich eine infektiöse Flüssigkeit. Nach einigen Tagen platzen die Bläschen und verkrusten.
Die Lymphknoten in der Nachbarschaft v.a. in der Leiste können geschwollen sein. Allgemeine Krankheitsanzeichen wie Fieber oder Schwäche können auch Anzeichen einer Herpesinfektion sein.

Wie zeigt sich eine rezidiv auftretender Genitalherpes beim Mann?

Bei einem Rezidiv sind die Symptome schwächer ausgeprägt als bei der Primärinfektion. Viele Rezidive verlaufen bei Männern auch komplett symptomlos, die Erreger werden nur ausgestoßen. Wenn das gleiche Hautareal betroffen ist, zeigen sich besonders schwache Symptome. Die Häufigkeit der Rezidive unterscheidet sich sehr stark. Der Durchschnitt liegt bei etwa vier im Jahr. 90 Prozent der Erstinfizierten zeigen ein Rezidiv im ersten Jahr. Männer erleiden jedoch häufiger Rezidive als Frauen. Besonders häufig betroffen sind Infizierte mit dem Typ 2 Herpesvirus, bei dem die Rezidivrate besonders hoch ist.

Nur bei etwa 10 bis 25 Prozent der mit dem Herpesvirus Typ 2 infizierten Männer kommt es zu diesen offensichtlichen Infektionszeichen. Der Großteil der Infektionen bleibt demnach unentdeckt. Die Betroffenen wissen demnach nicht, dass sie das Virus in sich tragen.

Wie stecken sich Männer mit Genitalherpes an?

Die mit Abstand häufigste Übertragungsform für Genitalherpes ist für den Mann der Geschlechtsverkehr mit infizierten Sexualpartnern. Die Übertragung erfolgt über einen Kontakt der Schleimhäute. Gerade ungeschützter Verkehr birgt die Gefahr einer Übertragung. Durch Oralverkehr mit einer an Lippenherpes infizierten Sexualpartnerin oder einem infiziertem Sexualpartner kann eine Infektion des Genitals mit dem Typ 1 Erreger ausgelöst werden. Die Zahl der Infektionen bei Männern durch den Typ 1 Herpesvirus steigt deutlich an. Dies wird darauf zurückgeführt, dass sich das Sexualverhalten verändert und häufiger Oralverkehr praktiziert wird.
Die Durchseuchungsrate mit dem Typ 1 Herpesvirus ist zudem sehr hoch. Ungefähr 90 Prozent der Erwachsenen in der westlichen Welt tragen das Virus in sich.

Damit es zu einer Übertragung kommen kann, muss bei beiden Virustypen eine aktuelle Läsion der Schleimhaut vorliegen. Diese kann jedoch so klein sein, dass sie von den Betroffenen nicht bemerkt wird.

Ein besonders hohes Risiko an Herpes genitalis zu erkranken besteht, wenn der Geschlechtspartner oder die Geschlechtspartnerin häufig gewechselt wird. Kommt ein Mann auf über 50 GeschlechtspartnerInnen in seinem Leben liegt die Wahrscheinlichkeit an Herpes genitalis zu erkranken bei etwa 70 Prozent.

Wie gelangt das Virus in den Körper?

Die Eintrittspforte für das Virus sind die Haut und die Schleimhäute. Bei Männern in der Regel die Haut des Penis. Das Virus vermehrt sich zunächst auf dem betroffenen Hautareal und sorgt für die lokale Infektion. Der Virus bleibt auch bei einem Abklingen der akuten Infektion im Körper, da er sich in Lymphknoten, Nervenganglien oder auch direkt in Epithelzellen einnisten kann. Die Herpesviren können sich entlang von Nervenfasern bewegen und sich in entsprechenden Nervenzellkörpern verstecken. Das Immunsystem kann hier nicht gegen das Virus vorgehen, weshalb es dort für den Rest des Lebens verweilt. Im Fall eines Rezidivs wandert es über den Nerv zurück und löst eine erneute Infektion aus.

Wie schützen sich Männer vor einer Übertragung?

Grundsätzlich gilt bei dem Geschlechtsverkehr mit Betroffenen eine besondere Vorsicht. Männer schützen sich am besten durch ein Kondom. Ein hundert prozentiger Schutz kann durch ein Kondom nicht gewährleistet werden, weshalb im Zweifelsfall auf den Geschlechtsverkehr verzichtet werden sollte. Besonders ansteckend sind sichtbare Symptome wie offene Bläschen, gerade wenn aus ihnen Flüssigkeit austritt. Aber auch Rötungen können schon zu einer Übertragung führen. Kondome bieten nur einen bedingten Schutz, da es nicht zwangsläufig alle infizierten Stellen bedeckt bzw. nicht alle möglichen Eintrittspforten schützt.

Es ist zu zu beachten, dass auch eine Infektion möglich ist, wenn der Geschlechtspartner zwar infiziert, jedoch symptomlos ist. Da auch eine aktive Entzündung symptomlos verlaufen kann, ist auch bei vorsichtigem Verhalten eine Ansteckung möglich. Der Einsatz von Kondomen bietet keinen hundertprozentigen Schutz, senkt jedoch das Risiko.

Wie wird ein Genitalherpes bei Männern behandelt?

Der Herpes genitalis wird durch den Einsatz von Aciclovir oder Valaciclovir behandelt. Bei beiden handelt es sich um Virustatika, die speziell gegen Herpesviren wirken. Sie verhindern deren Vermehrung und bekämpfen so die Infektion. Gesunde Zellen werden von den Medikamenten nicht angegriffen. In der Regel werden bei einem akuten Schub die Tabletten täglich über einen Zeitraum von fünf Tagen vom Arzt verordnet. Es handelt sich um rezeptpflichtige Medikamente. In der Sprechstunde bei DrEd kann das Rezept angefordert werden.

Wie kann einem erneuten Auftreten des Herpes genitalis entgegengewirkt werden?

Ein Vorbeugen gegenüber Rezidiven kann durch eine gesunde Lebensführung erlangt werden. Dazu zählt neben der Vermeidung von Stress und Schlafmangel auch eine gesunde Ernährung. Erkältungen, andere Erkrankungen und Schwächungen des Immunsystems begünstigen einen Ausbruch des Herpesvirus, weshalb diese vermieden werden sollten.

Auch Reize auf die Haut wie UV-Belastung, Verbrennungen, Austrocknen oder andere Verletzungen können zu einem Rezidiv führen. Die betroffenen Regionen sollten demnach vor übermäßiger Sonneneinstrahlung oder UV-Strahlen aus dem Solarium geschützt werden. Eine gute Hautpflege hilft einen Infektionsausbruch zu vermeiden.

Kommt es besonders häufig zu Rezidiven kann Aciclovir oder auch Valaciclovir zur Vorbeugung eingenommen werden. Tritt ein Rezidiv mindestens sechs Mal in einem Jahr auf, so ist allgemein eine solche Behandlung angebracht. Der Arzt wird in dem Fall eine Behandlung über einen Zeitraum von mehreren Monaten anordnen.

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Quelle:

  • Adam C. J., Stahler M., Khoder W. et al (2006). Herpes genitalis. Der Urologe, Vol. 45, Issue 12. Online unter: www.link.springer.com, aufgerufen am 2.11.2015
  • Kempf W., Lautenschlager S. (2000). Herpes genitalis. Hautarzt 51: 964 -983. Online unter: www.link.springer.com, aufgerufen am 2.11.2015
  • Mylonas I. (2011). Sexuelle übertragene Erkrankungen – Teil 1: „Klassische sexuell übertragbare Erkrankungen (STD). Der Gynäkologe 44: 213-226, Online unter: www.link.springer.com, aufgerufen am 2.11.2015
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