DrEd

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit humanen Papillomaviren (HPV), auch Papillomviren genannt. Die Papillomaviren, welche nur den Menschen befallen, sind eine große Familie von Viren. Einige ihrer Vertreter verursachen harmlose Hautveränderungen wie Warzen. Andere Hochrisikotypen fördern jedoch die Entstehung verschiedener Krebsarten.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Virustypen?

Heute sind mehr als 150 verschiedene Virustypen der humanen Papillomaviren bekannt, die den Menschen befallen. Hierbei haben sich die einzelnen Virus-Typen auf bestimmte Körperteile spezialisiert. Man kann diese grob in zwei Gruppen unterteilen. Den Viren, die hauptsächlich Hautwarzen verursachen, stehen jene Viren gegenüber, die die Schleimhäute befallen, z.B. an den Geschlechtsteilen, der Gebärmutter, im Analbereich oder Kehlkopf. Die Virus-Typen werden außerdem in eine Hochrisiko- und eine Niedrigrisiko-Gruppe unterteilt. Beispielsweise gehören die HPV -Typen 16 und 18 zu der Hochrisiko-Gruppe. Sie fördern das Risiko für

  • Vaginal-,
  • Penis-,
  • Mandel-,
  • Kehlkopf-,
  • Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und
  • bestimmte Hautkrebsformen.

Die HPV-Typen 16 und 18 gehören zu den wenigen Papillomaviren, gegen die ein Impfstoff verfügbar ist.

Zu der Niedrigrisiko-Gruppe gehören z.B. die HPV Typen 6 und 11. Sie sind für über 90 Prozent der Feigwarzen verantwortlich. Feigwarzen werden auch als anogenitale Warzen, Genitalwarzen, spitze Kondylome oder Condylomata acuminata bezeichnet. Feigwarzen gehören zu den häufigsten durch Viren übertragene sexuell übertragbaren Krankheiten

✓ Behandlung & Ausstellung des Rezepts kosten CHF 19

✓ Das Rezept erhalten Sie innerhalb von 3 Werktagen

Wie verbreitet sind humane Papillomaviren?

Schon bei mehr als jedem zehnten Schulkind findet man Hautwarzen durch Papillomaviren am Körper. Bei jedem zweiten Jugendlichen kann man im Blut Antikörper gegen die für Warzen verantwortlichen Humanen Papillomaviren nachweisen. Jeder zweite Jugendliche hatte also schon mal das Virus im Körper.

Bei den Papillomaviren der Feigwarzen gilt, je häufiger man den Geschlechtspartner wechselt, desto größer ist das Risiko, sich mit den Viren zu infizieren. Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts 2014 kann man bei 38 Prozent der nicht gegen HPV geimpften Frauen in Deutschland im Alter von 20-25 Jahren irgendeinen Vertreter der HPV-Familie nachweisen.

Welche Papillomaviren können bösartige Tumore fördern?

Es gibt gefährliche und ungefährliche Varianten der Humanen Papillomaviren. In der folgenden Tabelle findet Sie eine Übersicht über die unterschiedlichen Krankheitsbilder mit den entsprechenden Virus-Typen, die sie auslösen.

 

Entartungsrisko

Kein Entartungsrisiko

Flachwarzen (Typ 5, 8, 14, 17, 20, 47)

Flachwarzen (Typ 3, 10, 28, 41)

Spitzenkondylom (Typ 6, 11, 40, 42-44)

(Vulgäre) Stachelwarze (Typ 2, 4)

Flaches Kondylom (6, 11, 16, 18, 31 etc.)

Tiefe Fußsohlenwarze (Typ 1,4)

Riesen- Kondylom/Buschke-Löwnstein (Typ 6, 11)

Mosaikwarzen (Typ 2)

Kehlkopfpapillom (Typ 6, 11)

Filiforme Warzen (oft bei Metzgern, Typ 7)

Bowenoide Papulose (Typ 16, 18)

Bindehautpapillome (6, 11)

Gebärmutterhals Neubildungen (Typ 16, 18, 31, 45)

Fokale, epitheliale Hyperplasie/Morbus Heck (Typ 13, 32)

 

Wie steckt man sich mit den Viren an?

Die Übertragungswege der Papillomaviren unterscheiden sich je nach Virustyp. Diejenigen Viren, die harmlose Warzen auf der Haut verursachen, werden durch infiziertes Warzenmaterial  übertragen. Es kommt also zu einer Verbreitung der Papillomaviren, wenn Teile der Warze mit gesunder Haut in Kontakt kommen. Auch wenn sich Partikel von den Warzen lösen und sich z.B. im Haushalt, Schwimmbad oder Sportverein verteilen, können sich andere damit anstecken.

Die Papillomatypen, die Genitalwarzen verursachen, werden durch Geschlechtsverkehr und andere Arten des sexuellen Kontakts (z.B. Oral- oder Analsex) übertragen. Es kann auch vorkommen, dass sich die Viren für Genitalwarzen bei der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene übertragen. Bei den Kindern können sich die Viren so auch z.B. im Nasen-Rachenraum ausbreiten und hier zu gutartigen Schleimhautwucherungen (Papillomen) führen. Bei etwa sieben von 1000 Kindern, die von mit Genitalwarzen infizierten Mütter geboren werden, kommt es zu gutartigen Wucherungen des Kehlkopfes.

Was machen die Viren in unserer Haut?

Wenn das Virus durch kleine Hautverletzungen in die Haut gelang, beginnt es sich in den Hautzellen zu vermehren. Wo sich die Viren befinden, regen sie die Hautzellen an, besonders schnell zu wachsen und sich zu vermehren, sodass gutartige Hautwucherungen entstehen, die als Haut- oder Genitalwarzen sichtbar werden. In den Warzen befinden sich besonders viele Viren, wodurch das Warzenmaterial sehr infektiös ist.

Wie erhöhen Humane Papillomaviren das Risiko für Krebs?

Heute ist bekannt, dass gerade die Papillomaviren im Genitalbereich das Risiko für bestimmte Tumorarten wie Kopf-Hals-Tumore, aber auch Gebärmutterhals-, Scheiden-, Anal- oder Peniskrebs und ihre Vorstufen (interepitheliale Neoplasien) erhöhen. Diese gefährlichen Virustypen können ihr Genmaterial in die Gene unserer Hautzellen einfügen, sodass bestimmte Tumorsuppressorproteine blockiert werden, die wie Wächter eigentlich dafür sorgen, dass keine bösartigen Tumore entstehen. Allein eine Infektion mit den Viren reicht aber nicht, Krebs auslösen. Es müssen noch weitere Einflüsse wie z.B. Lebensstil oder familiäres Risiko hinzukommen, damit Krebs entstehen kann. Welche Risikofaktoren genau zu der Virusinfektion hinzukommen müssen, dass Krebs ausgelöst wird, ist nicht genau geklärt. Obwohl Männer und Frauen sich mit den auslösenden Viren infizieren können, haben Frauen ein höheres Risiko für eine bösartige Entartung, sodass die häufigste durch HPV verursachte Krebsart Gebärmutterhalskrebs ist. In der Regel verläuft eine HPV-Infektion aber ohne Symptome. Meistens sind beide Sexualpartner mit dem Virus infiziert, sodass es nach einer Ausheilung zu einer Wiederinfektion kommen kann.

Wie wird eine Infektion diagnostiziert?

Häufig kann ein Arzt schon an der Art der Hautveränderung erkennen, um was für eine Virusinfektion es sich handelt. Um den genauen Typen des Virus zu bestimmen, kann er Genanalysen von Hautproben durchführen. Hierzu sind Gewebeentnahmen (Biopsien) nötig. Wenn man das Risiko für eine bösartige Entartung (Krebs) abschätzen möchte, kann bei der Genanalyse berücksichtigt werden, inwieweit das Virus seine Gene (DNA) schon in das Genom der Hautzellen eingebaut hat.

Wie therapiert man eine Infektion mit Humanen Papillomaviren?

Die gutartigen Hautwarzen bilden sich normalerweise zurück, sobald unser Immunsystem es schafft, die Viren in der Haut abzutöten. Wenn die Warzen aber stören, können folgende Therapiemöglichkeiten in Erwägung gezogen werden

  • Medikamente (z.B. Podophyllotoxin und Imiquimod),
  • Vereisung (Kryotherapie),
  • Verätzung,
  • Chirurgische Abtragung.

Wie kann ich einer Infektion mit dem Virus vorbeugen?

Um sich vor einer Infektion mit Papillomaviren zu schützen sollte man auf hygienische Maßnahmen wie Hand- und Fußdesinfektion z.B. in Schwimmbädern achten.

Außerdem sind gegen die Papillomaviren Typ 6, 11, 16 und 18  seit dem Jahr 2006 Impfstoffe verfügbar. Diese Impfung ist allgemein als Gebärmutterhalskrebs-Impfung bekannt. Neben Gebärmutterhalskrebs verursachen die Typen außerdem auch äußere Genitalwarzen und Hautveränderungen der Vulva. Um das Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu senken empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts in der Impfempfehlung von 2014 eine Impfung von Mädchen vor ihrem ersten Geschlechtsverkehr (9-14 Jahre). Es gibt außerdem wissenschaftliche Hinweise darauf, dass auch eine Impfung von geschlechtsreifen Jungen, die häufig Überträger des Virus sind, hilfreich sein kann, die Verbreitung von Gebärmutterhalskrebs einzudämmen und gleichzeitig der Entstehung von Feigwarzen vorbeugt.

✓ Behandlung & Ausstellung des Rezepts kosten CHF 19

✓ Das Rezept erhalten Sie innerhalb von 3 Werktagen

Empfehle diesen Artikel