Prostatavergrößerung

Probleme beim Wasserlassen sind bei Männern häufig auf eine Vergrößerung der Prostata zurückzuführen und ein sehr häufiges Männerleiden. Eine Operation der Prostatavergrößerung kann zu Erektionsstörungen führen. DrEd erklärt, wozu die Funktion der Prostata, was gegen Prostatabeschwerden hilft und welche Risiken Therapien sowie Operationen bergen.

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Wozu dient die Prostata?

Die Prostata, die auch Vorsteherdrüse genannt wird, produziert rund 30% der Samenflüssigkeit. In ihrem Sekret sind verschiedene Substanzen enthalten, die das Ejakulat flüssiger machen und optimale Bedingungen für die Beweglichkeit der Spermien herstellen. Damit sorgt die Prostata dafür, dass die anfangs eher zähe Samenflüssigkeit mehrere Minuten nach dem Orgasmus verflüssigt. Kommt es zum Orgasmus, werden die Spermien (aus den Nebenhoden) und Samenflüssigkeit (aus den Bläschendrüsen und der Prostata) durch mehrere Kontraktionen schlagartig in die Harnröhre geschossen und erscheinen als Ejakulat.

Wieso stört eine vergrößerte Prostata beim Wasserlassen?

Die Prostata hat die Form einer Esskastanie. Sie liegt direkt unter der Blase am Blasenausgang. Hier befindet sich die Harnröhre (Urethra), die der Urin beim Wasserlassen passieren muss. Der Anfangsabschnitt der Harnröhre wird von der Prostata wie von einer Hand umfasst. Bei einer normalen Prostata-Größe wird der Urinfluss nicht gestört. Wenn es aber zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie) kommt, kann dies zu Problemen beim Wasserlassen führen. Wie bei einem Gartenschlauch, auf den sich jemand mit beiden Füßen gestellt hat, wird auch die Harnröhre bei einer starken Vergrößerung der Prostata zu eng ist. Gleichzeitig kann die Blase nicht mehr vollständig entleert werden, wodurch es in der Blase zum sogenannten Restharn nach dem Wasserlassen kommen kann. Ärzte nennen diesen Zustand dann benignes Prostatasyndrom (BPS).

Was sind die Ursachen einer Prostatavergrößerung?

Je älter ein Mann wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Vergrößerung der Prostata kommt. Hierbei vermehren sich die Zellen der Prostata vor allem in dem Bereich, der die Harnröhre umgibt. Bis heute ist nicht geklärt, was die Vergrößerung im Alter auslöst. Man geht davon aus, dass Umstellungen im Hormonhaushalt eine Rolle spielen. Aber auch Einflüsse durch den Lebensstil (Bewegung, Ernährung etc.) und die Gene werden diskutiert.

Wer ist betroffen?

Nach Angaben des Robert Koch Instituts in Berlin ist jeder zweite der über 60-jährigen Männer von der gutartigen Vergrößerung betroffen. Bei den über 80-jährigen haben sogar 9 von 10 Männern ein Problem damit.

Was sind die Symptome der Prostatavergrößerung?

Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist weit verbreitet. Viele Männer können sehr gut damit leben. Je nach Grad der Vergrößerung kann es jedoch u.a. zu folgenden Einschränkungen kommen:

  • Verzögerter Beginn, längere Dauer und schwacher Strahl beim Wasserlassen
  • Nachträufeln von Urin, häufig auf den Fußboden oder in die Hose
  • Plötzlicher, häufiger Harndrang und nächtliche Blasenschwäche (Inkontinenz)

Welche Komplikationen können auftreten?

Weil der Abfluss des Harns gestört ist kann es zu Infektionen der Blase und der Harnwege kommen. Außerdem können sich Blasensteine bilden, die ihrerseits wieder Komplikationen wie Infektionen und Blut im Urin begünstigen. Der Rückstau von Urin in der Blase kann sich schlimmstenfalls auch auf die Nieren auswirken und hier Schäden wie Niereninsuffizienz verursachen. Die Nierenschäden sind zwar selten, wenn sie aber auftreten, stellen sie eine Gefahr dar.

Da die vergrößerte Prostata ständig das Wasserlassen behindert, hat die Blase außerdem mehr Arbeit, den Urin nach außen zu drücken. So verdickt sich die Blasenwand, die hauptsächlich aus Muskeln besteht. Bei einer schnellen Behandlung, kann die starke Verdickung der Blasenwand verhindert werden.

Wie stellt man die gutartige Prostatavergrößerung fest?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die gutartige Vergrößerung der Prostata zu diagnostizieren, diese werden häufig von den Ärzten kombiniert:

  • Messung des Harnflusses (Uroflowmetrieund der Bestimmung der Restharnmenge mit Ultraschall (Sonographie)
  • Tastuntersuchung der Prostata
  • PSA-Spiegel durch Blutuntersuchung, um das BPS von einem eventuell vorliegenden Prostatakarzinom abzugrenzen
  • subjektive Beschwerden und Einschränkung der Lebensqualität

Bei der ärztlichen Untersuchung ist es sehr wichtig abzuklären, dass die Prostatavergrößerung nicht bösartig ist, dass also kein Prostatakrebs vorliegt. Hierzu sind teilweise Gewebeentnahmen (Biopsien) notwendig.

Welche Operationsverfahren gibt es?

Bei sehr schwereren Formen (Stadium III) kann eine Operation Linderung verschaffen. Hierbei wird meistens über die Harnröhre (transurethral) oder auch über die Blase (transvesikal) das überschüssige Gewebe der Prostata, das die Probleme verursacht, entfernt. Es wird hierbei viel weniger Gewebe entfernt als bei Prostatakrebs. Heute gibt es auch alternative Verfahren wie z.B. die Lasertherapie, die meist aufwändiger ist, jedoch insgesamt weniger Blutungsgefahr birgt. Außerdem sind die Transurethrale Mikrowellen-Thermotherapie (TUMT), die Transurethrale Nadelablation (TUNA) und intraprostatische Stents verbreitet.

Beugt die Operation der Prostatahyperplasie auch Prostatakrebs vor?

Nein. Die Entfernung, des beim Wasserlassen störendenden inneren Prostatagewebes, wirkt sich nicht positiv in Bezug auf die Entwicklung von Krebs aus. Prostatakrebs (Prostatakarzinom) geht nämlich meistens von den äußeren Randbereichen der Prostata aus, die bei der Operation nicht eingeschlossen sind.

Macht eine Prostataoperation unfruchtbar oder Impotent?

Nach einer Operation wegen der gutartigen Prostatavergrößerung bleibt die Fähigkeit, eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen, in der Regel erhalten. Jedoch klagt einer von zehn Operierten über einen negativen Einfluss auf die Erektionsfähigkeit (Erektile Dysfunktion). Im Falle von Erektionsstörungen, die sehr belastend sein können, bietet die Sprechstunde von DrEd zu Erektionsstörungen wertvolle Hilfestellung und weiterführende Informationen.

Die Fruchtbarkeit (Fertilität) ist üblicherweise nach einer Prostata-OP sehr stark eingeschränkt, da die Ejakulation nicht mehr den richtigen Weg nimmt und rückwärts in die Blase erfolgt (Retrograde Ejakulation).

Welche Medikamente helfen gegen die Probleme beim Wasserlassen?

Man unterteilt die Schwere der Prostataprobleme in drei Stadien. In den Stadien I und II kann man die Symptome der gutartigen Vergrößerung durch körperliche Aktivität und Medikamente verbessern. Auf diese Weise kann das Wasserlassen erleichtert werden und der Harndrang vermindert. Bewährte Medikamente sind:

  1. Alpha-Blocker (a1-Adrenozeptor-Antagonisten wie z.B. Tamsulosin, Alfuzosin)
  2. 5α-Reduktase-Inhibitoren (z.B. Finasterid, Dutasterid)
  3. Phytopharmaka (Pflanzenextrakte z.B. Kürbiskerne, Sägezahnpalme, Beta-Sitosterin oder Brennnesselwurzel)
  4. Muscarin-Rezeptor-Antagonisten

Häufig werden die Medikamente auch in einer Kombinationstherapie gegeben - manche der der Mittel (z.B. 5α-Reduktase-Hemmer) müssen sehr lange und konsequent eingenommen werden, bis sie die gewünschte Wirkung entfalten. Wie bei jedem wirksamen Medikament, müssen auch bei Prostatamedikamenten Nebenwirkungen in Kauf genommen werden.

Woraus besteht Ejakulat?

Das Ejakulat, das beim Orgasmus des Mannes aus der Harnröhre ausgestoßen wird, enthält neben den eigentlichen Samenzellen (Spermien), noch viele andere Bestandteile, die in ihrer Gesamtheit die Samenflüssigkeit bilden. Durch diesen speziellen Mix entstehen das typisch milchig-weißliche Aussehen und der etwas kastanienblütenartige Geruch des Ejakulats. Insgesamt entspricht die Menge der Ejakulationsflüssigkeit etwa einem Teelöffel. Die Spermien machen hierbei weniger als 5% aus. Weil die Spermien jedoch so klein sind, zählt man pro Ejakulation ungefähr 50 Millionen Spermien, wobei die Anzahl der Spermien schwankt. Vor ihrer großen Reise werden die Spermien in den Nebenhoden gespeichert, die den eigentlichen Hoden von oben aufliegen.

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