Impotenz Behandlung wird zwischen Arzt und Patient besprochen

Impotenz ist prinzipiell ein Oberbegriff für alle Störungen des Geschlechtsverkehrs und der Fortpflanzung. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Impotenz jedoch häufig mit einer Erektionsstörung gleichgesetzt, also der Unfähigkeit eine befriedigende Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten. Dabei schließt der Begriff Impotenz weitere sexuelle Störungen wie Anejakulation, Sterilität, Infertilität und die Kohabitationsunfähigkeit mit ein und beschreibt somit ein weites Feld für den Patienten möglicherweise sehr belastender Erkrankungen.

Die einzelnen Formen der Impotenz haben in unterschiedlichen Altersgruppen eine hohe Relevanz und sind insbesondere für die Familienplanung entscheidend. In Deutschland bleiben etwa 30 Prozent der ungewollt kinderlosen Paare aufgrund einer Impotenz des Mannes ohne Kinder.

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Wieso führt eine erektile Dysfunktion zu Impotenz?

Die erektile Dysfunktion (impotentia coeundi oder impotentia erigendi) wird in der Alltagssprache oftmals mit der Impotenz gleichgesetzt. Liegt eine Erektionsstörung vor, gelingt es dem Mann nicht, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erlangen oder zu halten.
Gründe dafür können unter anderem körperliche Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Operationen sowie Verletzungen am Schwellkörper sein. Auch langjähriger Konsum von Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen kann unter Umständen zu einer erektilen Dysfunktion führen. Zusätzlich kann eine ausbleibende Erektion als Nebenwirkung der Einnahme bestimmter Medikamente wie Betablocker, Antiandrogene oder Neuro-Blocker sein.

Außerdem kann eine Reihe von psychischen Erkrankungen als Ursache einer erektilen Dysfunktion gesehen werden. Häufig besteht die Angst sexuell zu versagen, welche als Folge von Beziehungskonflikten, Trennung und Rollenkonflikten des Mannes auftreten kann. Des weiteren können Stress oder eine Depression ein befriedigendes Sexualleben verhindern, da sie das Erlangen und Erhalten einer Erektion erschweren.

Generell ist aber selten nur eine Ursache verantwortlich, sondern mehrere Faktoren verstärken sich gegenseitig und führen schließlich zu dem beschriebenen Bild einer erektilen Dysfunktion. Die häufigste Therapie der erektilen Dysfunktion erfolgt über die orale Gabe von Medikamenten. Zu den bekanntesten Arzneimitteln aus diesem Bereich gehören Viagra und Levitra. Es gibt jedoch auch einige andere Methoden, um bei einer erektilen Dysfunktion eine Erektion zu erzeugen und zu erhalten, wie beispielsweise die Injektion eines Medikaments in den Schwellkörper oder mechanische Hilfsmittel wie die Penispumpe und der Penisring.

Welche Art Impotenz löst eine Anejakulation aus?

Unter der Anejakulation (impotentia ejaculandi) versteht man ein Ausbleiben der unwillkürlichen Kontraktion der männlichen Geschlechtsorgane bei einem Orgasmus. Bei dieser Form der Sexualstörung ist eine Erektion und auch ein Orgasmus möglich, jedoch verbleibt das Ejakulat in den Geschlechtsorganen.

Die Ursache dieser Störung ist meist eine Schädigung der Nerven, die eine Ejakulation auslösenden. Diese kann durch eine Verletzung des Rückenmarks mit kompletter oder inkompletter Querschnittslähmung oder durch Operationen im kleinen Becken geschehen. Allerdings können auch Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Nervenerkrankungen, wie die Multiple Sklerose, einen Nervenschaden verursachen. In seltenen Fällen ist eine Anejakulation aufgrund von psychischen Problemen beschrieben.

Die Therapie der Anejakulation erfolgt meist medikamentös mit Sympathomimetika und Antidepressiva, die die Kontraktion der Samenleiter verbessern. Bei bestehendem Kinderwunsch besteht die Möglichkeit die Spermien aus dem Urin zu gewinnen und im Rahmen einer assistierten Reproduktion zur künstlichen Befruchtung der Eizellen der Frau zu verwenden.

Was für eine Impotenz löst eine Kohabitationsunfähigkeit aus?

Kohabitationsunfähigkeit ist die Unfähigkeit zur befriedigenden Ausführung des Geschlechtsverkehrs. Dabei ist es aus anatomischen Gründen nicht möglich, penetrierenden Geschlechtsverkehr auszuüben. Der Grund beim Mann ist meistens eine erektile Dysfunktion, welcher die Ausführung des Geschlechtsverkehrs verhindert.

Bei Frauen kann Vaginismus, oder auch Scheidenkrampf genannt, den Grund der Kohabitationsunfähigkeit darstellen. Dabei führt eine unwillkürliche Verkrampfung des Beckenbodens zur einer Kontraktion des äußeren Drittels der Vaginalmuskulatur. Die so erzeugte Verengung kann bei dem Versuch, den Penis in die Vagina einzuführen, Schmerzen verursachen, so dass Vaginalverkehr aber auch gynäkologische Untersuchungen oder die Einführung eines Tampons nur bedingt oder gar nicht möglich sind. Im ausgeprägtesten Fall erscheint der Scheidengang als komplett verschlossen.

Wie hängen Impotenz und Sterilität zusammen?

Sterilität (impotentia generandi) ist die Unfähigkeit ein Kind zu zeugen (beim Mann) oder zu empfangen (bei der Frau). Tritt nach einem Jahr regelmäßigen und ungeschützten Geschlechtsverkehres keine Schwangerschaft ein, so spricht man von Sterilität, der ungewollten Kinderlosigkeit. Die Gründe dafür können beim Mann oder der Frau zu finden sein, manchmal auch bei beiden Partnern.
Von primärer Sterilität wird bei Frauen oder Männern gesprochen, die noch keine Kinder gezeugt oder empfangen haben. Die sekundäre Sterilität beschreibt hingegen den Zustand, wenn bereits eine erfolgreiche Zeugung oder Empfängnis stattgefunden hat, jedoch nach einem Jahr regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehres keine erneute Schwangerschaft eingetreten ist.

Die Empfängnisunfähigkeit der Frau kann aufgrund einer Ovulations- oder Follikelreifungsstörung oder einer hormonellen Störung bestehen. Aber auch eine Vielzahl anderer Gründe, wie genetische Defekte, sexuell übertragbare Infektionen, Stress, Übergewicht, Alkohol oder Nikotin, können eine Empfängnis verhindern. Auch das Alter spielt für die Empfängnis eine wichtige Rolle, da die Fruchtbarkeit der Frau ab dem 35. Lebensjahr signifikant abnimmt. Zusätzlich können Behandlungen schwerer Erkrankungen wie Krebs mit Chemo- und Strahlentherapie zur Schädigung der Eizellen führen und das Eintreten einer Schwangerschaft erschweren oder unmöglich machen.

Die Zeugungsunfähigkeit des Mannes beruht neben einer fehlerhaften Ejakulation im Wesentlichen auf der Qualität des Spermas. Dabei ist die Anzahl und die Beweglichkeit sowie das Aussehen der einzelnen Spermien wichtig. Die Spermienqualität wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Drogen wie Alkohol und Nikotin, sowie Umweltschadstoffe und Ernährungsgewohnheiten. Auch unterschiedliche Erkrankungen und Infektionen wie Mumps können eine Zeugung erschweren. Spermien können ebenfalls durch die Behandlung mit Chemo- oder Strahlentherapie sowie durch zu hohe Temperaturen geschädigt werden. Aus diesem Grund geht man davon aus, dass Sauna- und Whirlpoolbesuche die Spermienqualität negativ beeinflussen.

Sterilität kann in vielen Fällen behandelt werden. Dabei können Operationen anatomische Besonderheiten beseitigen und so eine Befruchtung der Eizellen auf natürlichem Wege ermöglichen. Außerdem sind sogenannte „assistierte Reproduktionen“ möglich, bei denen eine Befruchtung der Eizellen innerhalb oder außerhalb des Körpers durch technische und biologische Hilfsmittel vollzogen wird. Als bekannteste Beispiele sind die In-vitro-Fertilisation und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) zu nennen, die eine Schwangerschaft ermöglichen können, wenn diese auf natürlichem Weg nicht erreicht wurde.

Was ist Infertilität?

Ein Unterschied zwischen Sterilität und Infertilität besteht nur bei der Frau, wohingegen die beiden Begriffe für den Mann häufig synonym verwendet werden.

Die Infertilität beschreibt die Unfähigkeit der Frau, eine Schwangerschaft bis zur Lebensreife des Kindes auszutragen. Dabei ist jedoch eine Befruchtung der Eizellen prinzipiell möglich, lediglich der Verlauf der Schwangerschaft ist gestört. Die Ursachen einer Infertilität können Erkrankungen des Uterus, wie beispielsweise Myome, sein. Als ein anderer möglicher Grund können Gerinnungsstörungen angesehen werden. Dazu zählt zum Beispiel das Anti-Phospholipid-Syndrom.

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Quelle:

  • Stauber, M. (2013). Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. T. Weyerstahl (Ed.). Georg Thieme Verlag.
  • Robert Koch Institut, Gesundheitsbericht des Bundes - Heft 20. Online: http://edoc.rki.de/documents/rki_fv/reUzuR53Jx9JI/PDF/27ZlDyKPODMF_5320.pdf, aufgerufen am 06.07.2016.
  • Thomas Gasser; Georg Rutishauser: Basiswissen Urologie, 3. überarbeitet Auflage, Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2006: Kapitel 8 Sexualpathologie des Mannes, S.126 ff.