Ist eine Ferndiagnose und Fernbehandlung überhaupt möglich?

Das Konzept des Online Arztes und telemedizinische Verfahren zur Behandlung von Patienten werden bereits seit den 1980er Jahren erforscht. Zahlreiche Länder, darunter auch die Schweiz bieten mittlerweile seit mehreren Jahren umfangreiche Leistungen für Patienten über das Internet an. Die körperliche Untersuchung wird dabei nicht übergangen, sondern mit weiteren und schnelleren Kotaktmöglichkeiten ergänzt. Die Vorteile durch die Ferndiagnose sind enorm. Der Patient hat deutlich kürzere bis überhaupt keine Wartezeiten und muss sich nur ins Wartezimmer setzen, wenn es notwendig ist. Durch eine elektronische Patientenakte kann der Informationsaustausch zwischen dem Online Arzt, dem Hausarzt oder Facharzt und dem Patienten selbst ohne Hürden verlaufen, sodass keine Informationslücken entstehen. Die Gefahr einer Fehlbehandlung aufgrund von fehlenenden Informationen oder unnötigen Verzögerungen beim Informationsaustausch wird minimiert.

DrEd bietet Patienten aus der Schweiz diesen Service an und empfiehlt die Möglichkeit für den Informationsaustausch zwischen DrEd und Ihrem Hausarzt im Rahmen der DrEd Sprechstunde zu nutzen. 

Aber ist diese Untersuchung wirklich notwendig und findet diese auch immer statt?

Die tägliche Praxis zeigt, dass bei einer grossen Zahl an Beratungsanlässen keinerlei körperliche Untersuchung erfolgt. Gerade bei Routinebesuchen für Folgerezepte oder bei Beschwerden, die vom Patienten eindeutig beschrieben werden können, finden außer einem Gespräch meist keine weitere ärztlichen Maßnahmen statt. Das bestätigen auch viele Patienten nach einem Arztbesuch.

Anscheinend können jeden Tag Tausende Patienten sicher und kompetent vom ärztlichen Schreibtisch aus diagnostiziert und behandelt werden, ohne das so häufig beschrieben Risiko und Komplikationen.

In den Fällen, in denen daher keine körperliche Untersuchung oder weitere Tests wie zum Beispiel Blutentnahmen erforderlich sind, kann eine solche Ferndiagnose und Beratung sicherlich genauso gut über moderne Kommunikationsmedien wie das Internet erfolgen. Natürlich ist die fehlende körperliche Untersuchung nicht das einzige, worin sich die Fernbehandlung durch einen Online Doktor von einem konventionellen Sprechstundenbesuch unterscheidet.

Ein weiteres Problem, dessen sich der fernbehandelnde Arzt bewusst sein muss, stellt die Anonymität dar. Weder Patient noch der Online Arzt können sich so ganz sicher sein, dass ihr gegenüber wirklich derjenige ist, der er vorgibt zu sein. Natürlich ist hier die herkömmliche Arztpraxis im Vorteil und kann wenigstens Geschlecht und ungefähr das Alter schätzen, allerdings wird auch in einer normalen Praxis kaum einer nach dem Personalausweis fragen, um die Identität eindeutig zu bestätigen.

All dies schränkt das Spektrum der ausschliesslich über das Internet möglichen Behandlungen und Diagnosen natürlich ein. Es bleibt allerdings noch ein grosser Bereich der "harmloseren" Probleme und Folgebehandlungen, bei denen ein Online Doktor schnell und kompetent helfen kann.

Wie ist der Online Doktor gesetzlich geregelt?

In Großbritannien ist wie auch in der Schweiz eine Fernbehandlung ausdrücklich erlaubt und seit Jahren etabliert. Die englische Ärztekammer hat klare Regeln aufgestellt, wie im Falle einer Fernbehandlung zu verfahren ist.

Der europäische Binnenmarkt erlaubt es dem Online Doktor DrEd Sprechstunden über die Online Arztpraxis in der Schweiz anzubieten. Innerhalb diesem besteht ein freier Verkehr von Waren und Dienstleistungen, einschließlich medizinischer Leistungen. Ferner ist ein ausdrückliches Ziel der EU Kommission, einen europaweit integrierten Gesundheitssektor zu schaffen und die grenzüberschreitende Mobilität von Patienten und medizinischen Dienstleistungen zu fördern.

Die Zukunft der medizinischen Versorgung - Online und konventionell

Ein Online Arzt wird natürlich niemals die herkömmliche Arztpraxis komplett ersetzen können. Großes Potential für die verschiedenen Möglichkeiten der Ferndiagnose und Fernbehandlung besteht allerdings in der Kombination von herkömmlichen Versorgungsformen und der Online-Behandlung. Hier können die Vorteile beider Versorgungswege ideal kombiniert werden und dadurch kann eine qualitativ hochwertige und patienten-zentrierte Versorgung erreicht werden.