Arzt berät Patientin wegen Befund Pap 3D

Der Pap-Test ist eine weltweit eingesetzte, einfach durchzuführende Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Häufig sind Frauen jedoch verunsichert, was das Ergebnis des Pap-Tests bedeutet. Insbesondere die Bedeutung des Grades Pap 3D ist oftmals unklar.

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Wie wird das Ergebnis des Pap-Tests klassifiziert?

Die Gebärmutterhalszellen werden beim Pap-Test in eine von sieben Gruppen bzw. in eine von 18 Untergruppen gemäß der sogenannten Münchner Nomenklatur eingeteilt. Die Gruppen werden mit römischen oder lateinischen Zahlen von I bis V sowie mit 0 und 3D (oder IIID) benannt. Bei den Untergruppen wird an die Gruppenbenennung noch ein Buchstabe oder eine Zahl angehängt.

Ein Pap 0-Test konnte nicht ausgewertet werden und sollte wiederholt werden. Die restlichen Gruppen stehen für verschiedene Stadien von „unauffälligem Befund“ (Pap I) bis hin zu „Malignom“, also bösartigen Tumoren (Pap V).

Neben dieser Benennung existiert vor allem im angelsächsischen Raum noch die sogenannten Bethesda-Nomenklatur, in der andere Abkürzungen verwendet werden. Münchner und Bethesda-Nomenklatur sind sich in vielen Punkten sehr ähnlich, gleichen sich aber nicht völlig. Das Stadium 3D wird in der Bethesda-Nomenklatur unterteilt und als LSIL oder HSIL bezeichnet.

Was bedeutet das Ergebnis Pap 3D?

Das Resultat Pap 3D, oder auch Pap IIID, bedeutet in der Münchner Nomenklatur „Dysplasie-Befund mit größerer Regressionsneigung“. Diese Formulierung sagt aus, dass zwar einerseits anormale Zellveränderungen bzw. Fehlbildungen im Gewebe des Gebärmutterhalses vorliegen. Aus Erfahrung besteht aber eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Veränderungen von selbst wieder zurückbilden. Das Pap-Stadium 3D wird noch weiter unterteilt in Pap 3D1 und Pap 3D2.

Bei Pap 3D1 liegt eine geringgradige Veränderung vor, bei Pap 3D2 eine mittelgradige. Es handelt sich aber in beiden Fällen nicht um Krebs, weshalb Frauen mit dem Ergebnis Pap 3D nicht in Panik verfallen sollten.

Muss man sich mit dem Ergebnis Pap 3D einer Behandlung unterziehen?

Auch wenn der Grad Pap 3D nicht verharmlost werden sollte, besteht im Allgemeinen trotzdem kein Grund zur Panik. Der Grad 3D wurde extra eingeführt, um eine feinere Unterscheidung zwischen sofort behandlungsbedürftigen und lediglich zu beobachtenden Veränderungen treffen zu können.

Zunächst sollte der Pap-Test in einem verkürzten Intervall wiederholt werden. Im Stadium Pap 3D1 sollte ein erneuter Pap-Test nach sechs Monaten erfolgen, im Stadium Pap 3D2 bereits nach drei Monaten. Oftmals sind die Zellveränderungen dann bereits von allein zurückgegangen, was sich in einem niedrigeren Pap-Stadium (II oder I) zeigt.

Falls sich die Veränderungen im Laufe eines Jahres (Stadium 3D1) oder eines halben Jahres (Stadium 3D2) nicht zurückbilden, wird der Frauenarzt weitergehende diagnostische Methoden einsetzen, beispielsweise eine Kolposkopie des Gebärmutterhalses. Dabei wird der Gebärmutterhals durch ein hochauflösendes Mikroskop betrachtet und normalerweise zusätzlich mit verdünnter Essigsäure- oder Iodlösung bestrichen. Dadurch lassen sich Stellen mit veränderten Zellen anfärben und somit gut sichtbar machen.

An diesen Stellen kann dann gezielt eine Biopsie, also die Entnahme von einem kleinen Stück Gewebe, erfolgen. Die Kolposkopie bzw. Biopsie ist zwar leicht unangenehm, aber für die meisten Patientinnen nicht schmerzhaft. Bei Angst vor Schmerzen kann auch zuvor ein lokales Betäubungsmittel auf den Gebärmutterhals aufgetragen werden. Die Angst, durch eine Kolposkopie unfruchtbar zu werden oder sonstige bleibende Schäden davonzutragen, ist unbegründet.

Sollte das Pap 3D-Ergebnis über längere Zeit bestehen bleiben, wird der Frauenarzt in der Regel einfach in verkürzten Abständen eine regelmäßige Wiederholung des Pap-Test empfehlen. Abhängig von bestimmten Risikofaktoren wie der Häufung von Krebsfällen in der Familie, können auch zusätzliche regelmäßige Untersuchungen notwendig sein.

Sollte der Befund von Stadium 3D in ein höheres Stadium (IV oder V) übergehen, sollte neben weiterführenden Untersuchungen eine Therapie eingeleitet werden. Die Therapie von Pap-Stadien IV und V ist sehr individuell und hängt unter anderem auch vom Alter der Patientinnen und der Familienplanung ab. Der Frauenarzt wird die Patientinnen in solchen Fällen zunächst ausführlich beraten, um gemeinsam die bestmögliche Therapieoption wählen zu können.

Was kann passieren, wenn man das Ergebnis Pap 3D vollkommen ignoriert?

Bei einem Pap 3D-Ergebnis handelt es sich noch nicht um Krebs und auch nicht um eine direkte Vorstufe davon. In den letzten Jahrzehnten hat man durch umfassende Forschung erkannt, dass sich eigentlich harmlose Gewebeveränderungen innerhalb von Monaten oder Jahren zu Krebs entwickeln können. Auch, wenn sich Pap 3D-Stadien in vielen Fällen wieder selbstständig zurückbilden, ist deswegen eine engmaschige Kontrolle ratsam, um das Risiko einer unmittelbar bevorstehenden Krebsentstehung rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eine Therapie einzuleiten. Bei frühzeitiger Erkennung direkter Krebsvorstufen sind die Heilungschancen dank moderner Behandlungsmethoden hoch.

Wie gefährlich ist Gebärmutterhalskrebs?

In Deutschland erkranken etwa 10 von 100.000 Frauen pro Jahr an Gebärmutterhalskrebs, also an bösartigen Wucherungen des Gewebes am Gebärmutterhals. Insgesamt gibt es damit in Deutschland rund 4.500 Neuerkrankungen jährlich. Ungefähr zwei bis drei von 100.000 Frauen sterben jedes Jahr in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs. Dies sind in etwa 1.000 Frauen pro Jahr. Gebärmutterhalskrebs ist also eine ernstzunehmende Erkrankung.

Viel häufiger als „richtiger“ Gebärmutterhalskrebs treten allerdings andere Veränderungen des Gebärmutterhalses auf. Dazu zählen beispielsweise Feigwarzen, gutartige Tumore oder Infektionen, aber auch diverse Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Solche Erkrankungen treten bei fast einer halben Million Frauen pro Jahr in Deutschland neu auf.

Kann man sich vor Gebärmutterhalskrebs schützen?

Es existieren heutzutage gute Möglichkeiten, Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs rechtzeitig zu erkennen. Je früher Gebärmutterhalskrebs oder Vorstufen davon erkannt werden, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose.

Vor allem bei jungen Frauen wird eine Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) aufgrund der hervorragenden Schutzwirkung dringend empfohlen. HPV-Infektionen sind für bis zu drei Viertel aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich und können mit einer rechtzeitigen Impfung effektiv verhindert-werden.

Daneben sollten Frauen eine regelmäßige jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung, ab 20 Jahren inklusive eines Pap-Tests, durchführen lassen. Bei jüngeren Frauen wird vom Pap-Test in Deutschland eher abgeraten, da die Ergebnisse bei Frauen unter 20 Jahren häufig nicht korrekt verwertbar sind.

Was wird beim Pap-Test untersucht?

Beim Pap-Test, manchmal auch Pap-Schmiertest genannt, werden durch einen Abstrich einige Schleimhautzellen aus dem Bereich des Gebärmutterhalses entnommen. Der Pap-Test gehört zu den sogenannten zytologischen Tests. Das bedeutet, dass die Anzahl, Form, Größe, Verteilung und Anfärbbarkeit von Zellen – in der Regel unter dem Mikroskop – untersucht wird. Aus diesen Merkmalen kann man mit entsprechender Erfahrung beurteilen, ob das Gewebe normales Wachstum zeigt, oder ob es gutartige (benigne) bzw. bösartige (maligne) Veränderungen gibt.

Wo kann man einen Pap-Test durchführen lassen?

Der Pap-Test wird nur von Frauenärzten, meist im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung, durchgeführt. Laien oder andere Ärzte sollten den Pap-Test nicht durchführen, um mögliche Fehler bei der Zellentnahme auszuschließen. Der Pap-Test sollte außerdem nicht während der Regelblutung oder während einer bakteriellen Vaginose durchgeführt werden, da sonst das Ergebnis verfälscht werden kann.

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Quellen:

  • Stauber, M. (2013). Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. T. Weyerstahl (Ed.). Georg Thieme Verlag.
  • Griesser, H., Marquardt, K., Jordan, B., Kühn, W., Neis, K., Neumann, H. H., ... & Schenck, U. (2013). Münchner Nomenklatur 3. Frauenarzt, 11, 2-7.
  • Schneider, A., Schwarz, T. F., Hammerschmidt, T., & Siebert, U. (2007). Einfluss einer Impfung gegen onkogene humane Papillomviren auf die Inzidenz und Mortalität von Zervixkarzinom in Deutschland. Medizinische Klinik, 102(7), 515-523.
  • Ferlay, J., Steliarova-Foucher, E., Lortet-Tieulent, J., Rosso, S., Coebergh, J. W. W., Comber, H., ... & Bray, F. (2013). Cancer incidence and mortality patterns in Europe: estimates for 40 countries in 2012. European journal of cancer, 49(6), 1374-1403.
  • Jemal, A., Center, M. M., DeSantis, C., & Ward, E. M. (2010). Global patterns of cancer incidence and mortality rates and trends. Cancer Epidemiology and Prevention Biomarkers, 19(8), 1893-1907.