Arzt zeigt Potenzgenerika

Potenzgenerika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Erektionsproblemen eingesetzt werden und deren Wirkstoffe nicht mehr dem Patentschutz unterliegen. Der Wirkstoff Sildenafil wurde ursprünglich 1998 von dem U.S. amerikanischen Pharmakonzern Pfizer unter dem Namen Viagra auf den Markt gebracht.

Bis Juni 2013 war die Herstellung und der Verkauf des Potenzwirkstoffs Sildenafil in Deutschland patentrechtlich geschützt und durfte nur von Pfizer vertrieben werden. Mittlerweile vermarkten auch andere Hersteller Sildenafil als sogenannte Generika, also Nachahmer-Medikamente. Durch die konkurrierenden Firmen wurden diese Potenzgenerika mit dem Wirkstoff Sildenafil auch preiswerter vermarktet.

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Welche Potenzgenerika gibt es?

Nachdem Sildenafil als erster PDE-5-Hemmer unter dem Namen Viagra auf den Markt kam und erfolgreich zur Therapie von Erektionsproblemen eingesetzt wurde, kamen einige Jahre darauf drei weitere Arzneistoffe derselben Wirkstoffklasse auf den Markt: Tadalafil, Vardenafil und Avanafil.
Alle vier Wirkstoffvertreter sind verschreibungspflichtig.

Taladafil wurde 2003 unter dem Namen Cialis auf den Markt gebracht und ist unter den PDE-5-Hemmern das am längsten wirksame Präparat. Als orale Einzeldosis werden täglich 10 mg empfohlen. Aktuell unterliegt Taladafil noch einem Patentschutz, dieser läuft aber vermutlich 2017 aus. Anhand der Erfahrungen auf dem Markt für Erektionsmittel darf davon ausgegangen werden, dass es den Wirkstoff Taladafil nach Ablaufen des Patentschutzes schnell auch als Generikum geben wird.

Vardenafil ist ebenfalls seit 2003 unter dem Namen Levitra zur Behandlung von Erektionsstörungen auf dem Markt. Es hat den schnellsten Wirkeintritt unter den PDE-5-Hemmern, wird allerdings mit Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht und darf deshalb nur mit entsprechender Vorsicht verschrieben werden. Das Patent für Vardenafil läuft 2018 aus. Deshalb gibt es derzeit keine zugelassene Potenzgenerika von Levitra.

Avanafil wird unter dem Namen Spedra vermarktet und ist der neueste PDE-5-Hemmer, der 2012 auf den Markt kam. Es scheint genauso effektiv zu sein, wie die anderen Vertreter der Wirkstoffklasse. Es gibt jedoch etwas mehr Fälle, bei denen über leichte Nebenwirkungen berichtet wird. Es ist noch nicht klar, wie lange der Patentschutz für Avanafil gegeben ist. In der Regel beträgt dieser weltweit einheitlich 20 Jahre.

Welche Potenzgenerika von Sildenafil gibt es?

Nach Angaben von IMS Health gab es im Jahr 2015 25 verschiedene Sildenafil-Generika-Anbieter. Dementsprechend nahm auch der Anteil der Sildenafil-Generika auf dem Markt der Potenzmittel seit Ablauf des Patents stetig zu. Durch die Konkurrenz auf dem Sildenafil-Markt sanken insgesamt die Preise für Produkte gegen Erektionsstörungen und IMS Health verzeichnete einen Rückgang des Umsatzes um 16 Prozent innerhalb von zwei Jahren nach Patentablauf.

Welches sind die fünf meistverkauften Sildenafil-Generika Hersteller in Deutschland? 

Sildenafil - 1 A Pharma

Das Unternehmen 1 A Pharma verkaufte bis 2015 die höchste Anzahl an Sildenafil-Produkten. Diese werden in drei verschiedenen Dosierungen angeboten: 25 mg, 50 mg und 100 mg. Verschiedene Packungsgrößen enthalten 4, 12 oder 24 Tabletten.

Sildehexal

Der größte Generika-Anbieter Deutschlands produziert seit 2013 das Sildenafil-Generikum Sildehexal und bietet dieses in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg an.

Sildenafil AbZ

Die AbZ-Pharma zählt zu den preisgünstigsten Generika-Herstellern und bietet Sildenafil AbZ in den üblichen Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg an. Die Packungsgrößen reichen von einer bis 12 Filmtabletten.

Sildenafil Ratiopharm

Die deutsche Firma Ratiopharm ist spezialisiert auf die Produktion und den Vertrieb von Generika und bietet Sildenafil Ratiopharm in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg an. Die Packungsgrößen reichen von einer bis 48 Filmtabletten.

Sildenafil Pfizer

Der U.S. amerikanischer Pharmakonzern Pfizer brachte im Juni 2013 ein eigenes Generikum auf den Markt und ist zusammen mit seinem Alt-Original Viagra weiterhin umsatzstärkster Sildenafil-Anbieter. Betrachtet man allerdings die Anzahl an abgebenen Packungen, so liegt Pfizer auf Platz fünf im Hersteller-Ranking. Sildenafil Pfizer gibt es ebenfalls in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg.

Was ist der Unterschied zwischen Original und Potenzgenerikum?

Generika enthalten dieselben Wirkstoffe, wie das ursprüngliche Original-Präparat. Lediglich sogenannte Hilfsstoffe, die für die Tablettenproduktion und Wirkstoffaufnahme wichtig sind, können je nach Hersteller variieren. Allerdings können Potenzgenerika preiswerter angeboten werden, da Forschungskosten entfallen. Oftmals sind Generika sogar hinsichtlich des Geschmacks oder der Darreichungsform weiterentwickelt und bieten in dieser Hinsicht Vorteile für den Patienten.

Zugelassene Potenzgenerika sind mit Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft und erprobt, weil deren Qualität den Kriterien der Zulassungsbehörde entsprechen müssen.

Sollte man immer beim selben Potenzgenerikum bleiben oder kann man zum Beispiel immer das günstigste nehmen?

Der Wechsel eines Medikaments ist mit einem weiteren Arztbesuch und häufig auch mit Materialverschwendung verbunden. Folglich zieht ein Medikamentenwechsel immer Kosten und Zeitaufwand mit sich - sowohl für das Gesundheitssystem, als auch für den Patienten.

In einer retroperspektiven Kohortenstudie mit 2.700 Probanden wurde herausgefunden, dass nur ca. 3 Prozent der Patienten, die mit Sildenafil behandelt wurden, das Potenzgenerikum wechselten. Daraus lässt sich ableiten, dass die meisten Patienten mit diesem Medikament gut zurecht kamen. Für Patienten, die keine zufriedenstellenden Behandlungsziele erzielen, bietet sich ein solcher Wechsel grundsätzlich an. Allerdings kann in den meisten Fällen lediglich durch eine Dosisanpassung und Beratung zum Thema Medikamenteneinnahme und -anwendung ein Behandlungserfolg erzielt werden. Der Wechsel innerhalb einer Wirkstoffklasse, z.B. vom
Alt-Original-Präparat zum Generikum, ist grundsätzlich unbedenklich, da das Generikum zuvor auf vergleichbare Wirksamkeit und Qualität geprüft wurde.

Wie kann ich überprüfen, ob ein im Internet angebotenes Potenzgenerikum zugelassen ist?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist für die Zulassung und die Sicherheit von Arzneimitteln in Deutschland zuständig. Über das PharmNet.Bund-Portal sind auch für Laien zugänglich alle Arzneimittel aufgelistet, die in Deutschland zugelassen sind. Dies gibt auch eine gute Indikation für die Schweiz. Grundsätzlich ist bei der Beschaffung von Potenzgenerika aus dem Internet Vorsicht geboten, insbesondere wenn die Vertreiber kein Rezept verlangen bzw. ausstellen können. Der Markt gefälschter Potenzmittel im Internet ist enorm groß. Diese Fälschungen werben häufig mit einem vergleichsweise niedrigen Preis, können allerdings durch veränderte chemische Zusammensetzungen gesundheitliche Schäden verursachen.

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Quellen:

  • Evans, J. D., & Hill, S. R. (2015). A comparison of the available phosphodiesterase-5 inhibitors in the treatment of erectile dysfunction: a focus on avanafil. Patient preference and adherence, 9, 1159.
  • Kell, P. D., Hvidsten, K., Morant, S. V., Harnett, J. P., & Bridge, S. (2007). Factors that predict changing the type of phosphodiesterase type 5 inhibitor medication among men in the UK. BJU international, 99(4), 860-863.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und und Medizinprodukte. Zugelassene Arzneimttel.