Ein junges Paar in den Flitterwochen
Der Ursprung des Begriffs „Honeymoon-Zystitis“ ist auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückzuführen. Damals war es durchaus üblich, dass eine Frau ihr „erstes Mal“ in der Hochzeitnacht erlebte.

In den Flitterwochen kam es dann öfters vor, dass Frauen an häufigem Harndrang, Brennen beim Wasser lassen und Schmerzen in Unterbauch erkrankten – die typischen Symptome einer Blasenentzündung.

Der Grund für dieses Phänomen liegt darin, dass der Urogenitaltrakt der Frau mit neuen, bisher unbekannten Bakterien – nämlich denen des Mannes – konfrontiert wird. Das Immunsystem ist noch nicht genügend auf die neuen Keime eingestellt, weshalb die fremdartigen Bakterien zu Reizungen und Entzündungen in den Harnwegen der Frau führen können. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Präsenz dieser neuen Bakterien, und die Symptome verschwinden.

Unter welchen Umständen es zur Infektion nach dem Geschlechtsverkehr kommt, und wie man sie vermeiden kann erfahren sie auf dieser Seite.

Eine unkomplizierte Blasenentzündung kann im Rahmen der DrEd Zystitis-Sprechstunde behandelt werden.

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Wie kommt es zur Infektion?

Gestern und Heute

Heutzutage haben die meisten Frauen üblicherweise mehrere sexuelle Beziehungen in ihrem Leben und gehen nicht mehr jungfräulich in die Ehe. Die klassische Flitterwochen-Zystitis tritt deshalb nicht mehr so häufig auf wie vor hundert Jahren, allerdings bleibt das Problem – eine Blasenentzündung durch den Kontakt mit bisher unbekannten Bakterien – bestehen.

Heutzutage wird eher von einer Honeymoon-Zystitis gesprochen, wenn eine Frau nach einer längeren Pause wieder sexuell aktiv wird und dann eine Harnwegsinfektion auftritt. Das Immunsystem muss sich erst wieder an die Bakterien gewöhnen und bekämpft deren Vermehrung zunächst nicht effektiv. Das Auftreten einer Blasenentzündung heißt natürlich nicht, dass der neue Partner nicht kompatibel ist. Vielmehr muss sich der Körper erst an die Präsenz der neuen Bakterien gewöhnen.

Warum Sex zur Infektion führen kann

Etwas vereinfacht ausgedrückt ist Sex der Hauptauslöser einer Flitterwochen-Zystitis. Insbesondere bei einem neuen Partner oder nach längerer Abstinenz muss sich das Immunsystem erst wieder an die fremden Bakterien des Partners gewöhnen. Es können aber auch eigene Bakterien aus dem Analbereich in den Genitalbereich verschleppt werden und danach über die Harnröhre in die Blase gelangen. Die Folge ist meist eine Blasenentzündung.

In den meisten Fällen werden Blasenentzündungen durch E.coli Bakterien verursacht (siehe auch „Gründe für Harnwegsinfektion). Diese Bakterien sitzen normalerweise im Darm und auf der Haut im Analbereich. Beim Sex kann es dazu kommen, daß diese Bakterien von dort zur Scheide und anschließend über die Harnröhre in die Blase gelangen.

Wie häufig ist die Honeymoon-Zystitis?

Jede dritte Frau leidet einmal in ihrem Leben and einer Blasenentzündung. Die eigentliche Flitterwochen-Zystitis aber tritt nur in 4% aller Fälle auf. Es ist daher wichtiger, die anderen Risikofaktoren für eine Blasenentzündung zu kennen und seine persönlichen Gewohnheiten gegebenenfalls zu ändern.

Wenn eine Honeymoon-Zystitis doch einmal auftritt, betrifft dies vor allem entweder relativ junge Frauen Anfang 20 oder aber auch zunehmend Frauen über 50. Dieses Phänomen ist relativ neu. Hierbei handelt sich um Frauen, die häufig nach dem Ende einer langjährigen Beziehung (oft ohne Geschlechtsverkehr) wieder sexuell aktiv werden. Der Körper reagiert dann aus den bereits genannten Gründen zunächst etwas sensibler auf den neuen Partner.

Warum Männer nicht betroffen sind

Die weibliche Anatomie macht es Bakterien relativ leicht, von der Scheide weiter in die Harnwege und Blase vorzudringen. Insbesondere die Harnröhre ist deutlich kürzer und bietet deshalb einen wesentlich geringeren Schutz vor einer Infektion als dies bei Männern der Fall ist. Blasenentzündungen bei Männern treten oft erst in höherem Alter gehäuft auf und werden meist durch Abflussbehinderungen in den Harnwegen, z.B. durch Prostatavergrösserung oder Nierensteine ausgelöst.

Nie wieder Sex?

Natürlich sollte nicht aus Angst vor einer Honeymoon-Zystitis ganz auf jeglichen Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Das Risiko für eine derartige Blasenentzündung ist insgesamt so gering, dass im Vergleich dazu die positiven Effekte von körperlicher Liebe bei weitem überwiegen. Das Immunsystem wird gestärkt, genau wegen dieser „neuen Bakterien“ die den Körper betreten. Zudem werden Kalorien verbrannt, Stress abgebaut, die mentale Verfassung und das Selbstbewußtsein gestärkt und man schläft besser, um nur einige positive Effekte zu nennen. Sollte es doch einmal zu einer Blasenentzündung kommen, ist diese meist einfach zu behandeln.

Vorbeugung und Behandlung

Viel trinken hilft, eine Entzündung sowohl zu vermeiden als auch zu behandeln. Die Aufnahme von Flüssigkeit (insbesondere ungesüßte Tees und Wasser) erleichtert es dem Körper in den Harnwegen vorhandene Bakterien mit dem Urin auszuspülen. Auch das regelmässige Wasserlassen ist wichtig, um Blaseninfektionen zu vermeiden.

Eine Methode, das Risiko für eine Honeymoon-Zystitis zu senken, ist gleich nach dem Verkehr zu urinieren. Dadurch werden Bakterien die in die Harnröhre gelangt sind gleich wieder ausgespült. Zusätzlich sollte man die Blase nicht unnötig belasten. Ein hoher Konsum an Kaffee, Colas oder Fruchtsäften (z.B. Zitrone) kann die Blasenwände unnötig reizen.

Sinnvoller ist es, regelmässig Preiselbeersaft zu trinken, da dieser verhindern kann, dass sich Bakterien in der Blasenwand festsetzen und dort eine Entzündung auslösen. Allerdings hilft Preiselbeersaft nicht bei akten Entzündungen.

Die medikamentöse Behandlung einer Blasenentzündung wird normalerweise erst notwendig, wenn die Symptome auch nach nach 3 Tagen nicht besser geworden sind. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Meist genügt ein einfacher Test um herauszufinden, ob die Blasenentzündung eine bakterielle Ursache hat oder nicht.

Eine kurze antibiotische Therapie ist häufig völlig ausreichend. Wenn allerdings eine chronische Zystitis vorliegt, ist eine niedrig dosierte Antibiotikabehandlung, über einige Monate notwendig.

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