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Frau mit Blasenschmerzen

Die meisten Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Blasenschmerzen. Die Gründe für Blasenschmerzen können sehr unterschiedlich sein. Auch die Behandlungsmöglichkeiten sind dementsprechend individuell verschieden, jedoch lassen sich die meisten Ursachen von Blasenschmerzen problemlos behandeln.

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Wo liegt die Blase?

Die Blase, genauer als Harnblase bezeichnet, ist ein hohler Gewebesack mit einem Fassungsvermögen von bis zu 800 ml. Die Aufgabe der Blase ist das Sammeln von Urin, der von den Nieren erzeugt und über die Harnleiter von den Nieren in die Blase fließt. Sobald die Blase ausreichend gefüllt ist, verspürt man Harndrang.

Der Urin kann dann aus der Blase in die Harnröhre abgegeben und anschließend ausgeschieden werden. Zu diesem Zweck ist die Blase außen mit Muskelfasern überzogen, durch die die Blase zusammengedrückt werden kann. Außerdem befinden sich am Übergang von Harnblase zu Harnröhre mehrere Muskeln, die verhindern, dass Urin unkontrolliert ausgeschieden wird und so für Kontinenz sorgen.

Im Normalzustand liegt die Harnblase im unteren Teil des Beckens und wird vom Schambein verdeckt. Bei sehr starker Füllung der Blase kann sie sich jedoch auch nach oben über das Schambein hinaus und teilweise bis auf Höhe des Bauchnabels ausdehnen.

Was sind die häufigsten Ursachen von Blasenschmerzen?

Viele unterschiedliche Erkrankungen können Blasenschmerzen hervorrufen. Allerdings ist der häufigste Grund für Blasenschmerzen eine Harnwegsentzündung. Darunter versteht man Entzündungen der Blase, der Harnleiter oder der Harnröhre.

Meistens wird eine Harnwegsentzündung durch bakterielle Infektionen verursacht. Neben den Blasenschmerzen äußern sich Harnwegsinfekte durch typische Symptome wie Brennen beim Wasserlassen. Betroffene haben häufigen Harndrang, können aber gleichzeitig ihre Blase nicht vollständig entleeren.

Falls außerdem Fieber und Flankenschmerzen auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da diese Symptome auf eine Nieren- oder Nierenbeckenentzündung hindeuten.

Von Blasenentzündungen sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer, da ihre Harnröhre nur ungefähr 5 cm lang ist und Erreger von außen somit einen viel kürzeren Weg zur Blase zurücklegen müssen als bei Männern mit ihrer über 25 cm langen Harnröhre.

Durch welche anderen Erkrankungen können Blasenschmerzen hervorgerufen werden?

Neben klassischen Harnwegsinfekten gibt es eine Reihe weiterer Auslöser von Blasenschmerzen, die beide Geschlechter betreffen können. Dazu zählt die sogenannte interstitielle Zystitis, die auch als "bladder pain syndrome" bezeichnet wird. Bei der interstitiellen Zystitis handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Blase, deren Entstehung noch nicht geklärt ist. Die Symptome ähneln denen einer bakteriellen Infektion und umfassen häufiges, aber erschwertes Wasserlassen, Schmerzen sowie teilweise Inkontinenz.

Ähnlich wie bei der interstitiellen Zystitis sind auch bei der sogenannten Reizblase die Ursachen noch nicht vollständig verstanden. Patienten mit Reizblase leiden unter schwer zu kontrollierendem, häufigem Harndrang und verspüren teilweise ebenfalls Schmerzen.

Auch Nieren- bzw. Blasensteine (Harnsteine, Urolithiasis) sind ein typischer Grund für Blasenschmerzen. Harnsteine entstehen allgemein durch eine zu hohe Konzentration steinbildender Substanzen (Lithogene) oder durch einen anormalen pH-Wert des Urins. Dadurch bleiben die Lithogene nicht mehr im Urin gelöst und fallen als kleine Steine aus. In diesen Fällen treten meist stärkste, kolikartige Schmerzen auf, die mit Übelkeit, Erbrechen und Angstzuständen einhergehen können. Die Stärke der Symptome hängt allerdings auch stark von der Größe, Form, den Bestandteilen und dem genauen Ort der Steine ab. Außerdem tritt bei manchen Harnstein-Patienten ein immer wieder unterbrochener Harnstrahl beim Wasserlassen auf (Stakkato-Miktion).

Harnsteine sowie andere Fremdkörper und einige Medikamente können einen Harnverhalt auslösen, der ebenfalls Blasenschmerzen hervorruft. Letztendlich können bei beiden Geschlechtern sowohl gutartige als auch bösartige Tumore im Bereich der Blase die Harnwege einengen und so ebenfalls für Schmerzen sorgen.

Nicht zu vernachlässigen sind auch psychologische Ursachen. Akute Stresssituationen, aber auch länger zurückliegende Ereignisse wie traumatisierende sexuelle Erlebnisse können sich unter anderem auf die Blase auswirken und als Blasenschmerzen äußern.

Gibt es Ursachen von Blasenschmerzen, die nur Frauen betreffen?

Bei Frauen können Blasenschmerzen noch aus mehreren zusätzlichen Gründen auftreten. Insbesondere Entzündungen im Bereich der Scheide und Gebärmutter können unter anderem auch Schmerzen im Blasenbereich verursachen. Darüber hinaus kann auch Endometriose Blasenschmerzen begünstigen.

Eine weitere klassische Ursache, die bei Frauen Blasenschmerzen erzeugen kann, ist die Honeymoon-Zystitis. Dabei handelt es sich im Grunde um eine gewöhnliche bakterielle Blasenentzündung, die jedoch durch die Reizung des Harn- bzw. Genitaltrakts während des Geschlechtsverkehrs ausgelöst wird und deshalb innerhalb von Stunden bis Tagen nach dem letzten Geschlechtsverkehr auftritt.

Während einer Schwangerschaft kann es vermehrt zu Blasenschmerzen kommen. Durch den zunehmenden Platzbedarf des heranwachsenden Kindes im Mutterleib können außerdem andere Beeinträchtigungen des Harntrakts wie zeitweise Inkontinenz auftreten, die sich aber nach Ende der Schwangerschaft von alleine zurückbilden.

Welche Gründe können Blasenschmerzen speziell bei Männern haben?

Blasenschmerzen können bei Männern auch durch Erkrankungen der Prostata entstehen. Akute Entzündungen der Prostata können dabei ebenso Blasenschmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen auslösen wie eine gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie) oder Prostatakrebs.

Andere spezielle Gründe für Blasenschmerzen bei Männern können beispielsweise Entzündungen der Bläschendrüsen (Glandulae vesiculosae) oder der Samenleiter sein. Diese Auslöser von Blasenschmerzen sind aber verhältnismäßig selten.

Welche Untersuchungen wird ein Arzt bei Blasenschmerzen durchführen?

Patienten mit Blasenschmerzen wenden sich am besten an ihren Hausarzt oder Urologen. Frauen können teilweise auch bei ihrem Frauenarzt Hilfe erhalten, allerdings ist auch hier ein Urologe der beste Ansprechpartner.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Ursachen für Blasenschmerzen wird der Arzt zunächst versuchen, in einem Gespräch Möglichkeiten auszuschließen bzw. die wahrscheinlichste Ursache zu finden. Wichtige Anhaltspunkte sind hierbei unter anderem Informationen zum Wasserlassen (Häufigkeit, Volumen etc.), zu vergangenen Blasenschmerzen und zu eingenommenen Medikamenten.

Des Weiteren werden in der Regel die Blasen- und Nierenregion abgetastet und besonders bei Verdacht auf Harnstau eine Ultraschalluntersuchung der Blase durchgeführt. Auch eine Blutprobe und nach Möglichkeit eine Urinprobe sind in vielen Fällen erforderlich.

Andere mögliche diagnostische Schritte beinhalten Computertomographie- oder Röntgenuntersuchungen zur Abklärung von Harnsteinen. Bei Frauen ist häufig zusätzlich eine gynäkologische Untersuchung notwendig, wohingegen für Männer nur selten eine digital-rektale Untersuchung notwendig wird, bei der der Arzt einen Finger in den After einführt und von dort aus die Prostata durch Tasten begutachtet.

Was kann man gegen Blasenschmerzen tun?

Die Therapie von Blasenschmerzen richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und kann dementsprechend von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Bei leichten Schmerzen versuchen viele Menschen, sich mit Hausmitteln wie Wärmflaschen und verstärkter Flüssigkeitszufuhr selbst zu behandeln. Sollten die Schmerzen dadurch wieder abklingen, sind im Allgemeinen keine weiteren Maßnahmen notwendig.

Falls die Schmerzen jedoch bestehen bleiben oder sogar stärker werden, sollte die Ursache der Schmerzen durch einen Arzt abgeklärt werden. Dem Großteil der Patienten mit Blasenschmerzen kann schnell und nachhaltig mit Medikamenten geholfen werden.

Bakterielle Infektionen der Harnwege müssen normalerweise zwischen 1 und 14 Tage lang mit Antibiotika behandelt werden, die nur von einem Arzt verschrieben werden können. Unterstützend sollten Patienten viel trinken. Gleiches gilt bei Blasenschmerzen, die durch bakterielle Infektionen innerhalb des Genitaltrakts ausgelöst werden.

Sollte zudem ein Harnstau vorliegen, wird ein Arzt versuchen, die Ursache des Harnstaus zu beseitigen. Da dies aber oftmals längere Zeit in Anspruch nehmen kann, wird bei starkem, akutem Harnstau normalerweise direkt eine Blasenpunktion durchgeführt, um die Blase zu entlasten.

Sind die Blasenschmerzen das Resultat einer vergrößerten Prostata oder eines Tumors, so hängt die genaue Behandlungsmethode vom Einzelfall ab.
In allen Fällen gilt: Sobald die Blasenschmerzen von Fieber oder Flankenschmerzen begleitet sind, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Es handelt sich dann wahrscheinlich nicht um eine reine Blasenentzündung, sondern um eine Entzündung der Niere bzw. des Nierenbeckens, die rasch behandelt werden sollte, um eine dauerhafte Schädigung der Niere zu vermeiden.

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Quellen: 

  • Schmelz, H. U., Sparwasser, C., & Weidner, W. (2014). Facharztwissen Urologie. Springer Medizin Verlag Heidelberg.
  • Hautmann, R. (Ed.), Gschwend, J. E. (2014). Urologie. Springer Medizin Verlag Heidelberg.
  • van Brummen, H. J., Bruinse, H. W., van der Bom, J. G., Heintz, A. P., & van der Vaart, C. H. (2006). How do the prevalences of urogenital symptoms change during pregnancy?. Neurourology and urodynamics, 25(2), 135-139.
  • Hanno, P. M., Burks, D. A., Clemens, J. Q., Dmochowski, R. R., Erickson, D., FitzGerald, M. P., ... & Newman, D. (2011). AUA guideline for the diagnosis and treatment of interstitial cystitis/bladder pain syndrome. The Journal of urology, 185(6), 2162-2170.

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