Hervorragend 9.5/10
Geschrieben von julia


Der DrEd Wochenrückblick soll über die neuesten Entwicklungen und Diskussionen der letzten Woche zu den Themen Gesundheit und Medizin informieren.

Jede Woche werden die interessantesten Themenschwerpunkte ausgewählt, zusammengefasst und publiziert.

Fäkalientransplantation sorgt für Diskussionen in Deutschland

Eine seltene Form der Durchfallerkrankung füllte diese Woche die Schlagzeilen. Besser gesagt die Therapie des Clostridium-Durchfalls, die mit der sogenannten Fäkalientransplantation durchgeführt wird. Deutschlandweit sterben jedes Jahr 400 Menschen an der Infektion. Diese wird durch den seltenen und oft antibiotikaresistenten Keim Clostridium difficile ausgelöst, der allein in den USA jährlich zu mehr als 250.000 Krankenhausaufenthalten führt.


Quelle: Spiegel Online

Eine Therapie mit Fäkalienverpflanzung konnte bisher die größten Erfolge bei der Behandlung dieser Erkrankung vorweisen. Weltweit wurden bisher 400 Behandlungen mit der Methode dokumentiert, von denen rund 90 Prozent zum Erfolg führten. Patienten mit andauerndem Durchfall hatten im Anschluss an die Behandlung keinerlei Beschwerden mehr.

Bei der Fäkalientherapie wird der Stuhl eines Spenders meist mit einem Schlauch durch den After oder durch die Nase verabreicht. Auf diese Weise sollen Tausende von Bakterien den Darm des Patienten besiedeln und heilen. Vor der Verabreichung wird der Stuhl allerdings zur Sicherheit erst auf Krankheiten wie Hepatitis oder HIV untersucht. Danach überprüfen Ärzte die Stuhlprobe auf andere Krankheitserreger, Bandwürmer und Parasiten und vermischen Sie anschließend mit Wasser, damit sie dem Patienten zugeführt werden kann.

Die Behandlung spielt sich zur Zeit in Deutschland in einer Grauzone ab und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten für die Prozedur belaufen sich auf 500 bis 1.000 Euro und müssen vom Patienten getragen werden. Grund dafür ist die fehlende Bezeichnung der Therapiemethode durch die Behörden. Jede Spende enthält außerdem mindesten 600 Bakterienarten, die bisher unbekannt sind. Aus diesem Grund können die Ärzte bislang nicht genau sagen, was diese Bakterien im Körper des Patienten machen.


Quelle: Ärzteblatt

In den USA wird der Stuhl bei der Fäkalientransplantation als nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft. Die Behandlung darf jedoch bei einer Durchfalltherapie angewandt werden. Da es sich hierbei um eine Ausnahme handelt, ist die Behandlung mit großem bürokratischem Aufwand verbunden. Deshalb bieten viele Ärzte ihren Patienten die Therapie gar nicht erst an.

Im Internet gibt es aus diesem Grund Selbstversuche, die zum Teil auch bei Youtube dokumentiert werden. In einer Art do-it-yourself Beschreibung zeigen Menschen, wie die Behandlung zu Hause funktioniert.

Quellen: Spiegel Online, Ärzteblatt

Hebammen kämpfen um ihre Existenz

Nach der kürzlich aufgekommenen Debatte um die Pille danach und eine mögliche Rezeptfreiheit kommt auf den Gesundheitsminister Hermann Gröhe eine neue Diskussion zu. Deutschlandweit gibt es ungefähr 21.000 Hebammen, von denen nur ein kleiner Anteil in Krankenhäusern fest angestellt ist. Ihre Versicherung übernimmt das jeweilige Krankenhaus. Schätzungen zufolge sind rund 3.500 freie Hebammen direkt betroffen. Sie zahlen laut deutschem Hebammenverband rund 5.091 Euro an Versicherungskosten bei einem Netto-Stundenlohn von 8,50 Euro. Die steigenden Haftpflichtprämien bedrohen zunehmend den Berufsstand der freien Hebammen.


Quelle: Stuttgarter Zeitung

Die Situation der Hebammen hatte sich zuletzt verschärft, da eine der Versicherungen aus dem Konsortium der Gruppenversicherung aussteigen will. Die Nürnberger Versicherung hat ihren Austritt für Juli 2015 bekanntgegeben. Ein Ersatz lässt sich nicht finden. Die meisten freien Hebammen sind über diese vom Hebammenverband mit mehreren Versicherern ausgehandelte Gruppenversicherung abgesichert. Fällt diese weg, können sie sich zwar privat über die Allianz versichern, dies würde aber zu noch höherern Kosten für die Hebammen führen.

Ohne eine gültige Versicherung dürfen Hebammen ihren Beruf in Deutschland nicht ausüben. Dadurch würden rund 3.500 Hebammen ihren Beruf verlieren, da sie weder Geburten noch Schwangere betreuen dürfen.


Quelle: Kölner Stadt Anzeiger

Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums bestätigte kürzlich, dass Gesundheitsminister Gröhe das Thema sehr ernst nehme und die Verbesserungen zur Situation der Hebammen im Koalitionsvertrag für ihn von hoher Priorität seien. Zunächst soll eine kurzfristige Lösung gefunden werden.

Gröhe hatte zuletzt mit starkem Gegenwind von Günen und Linken zum Thema Pille danach zu kämpfen. Dabei hatte er sich für eine Beibehaltung der Rezeptpflicht ausgesprochen. Diese Entscheidung stößt besonders bei den Frauen in der Bevölkerung auf großes Unverständnis. Die Pille danach ist in der europäischen Union lediglich in Italien, Polen und Deutschland verschreibungspflichtig.

Quellen: Ärzteblatt, Spiegel Online, Kölner Stadt Anzeiger, Stuttgarter Zeitung

Süddeutsche Zeitung: Falsche Hirntodiagnosen - deutsche Ärzte unter Verdacht

Die Süddeutsche Zeitung gab diese Woche bekannt, dass der Redaktion Unterlagen vorliegen, wonach in Deutschland jedes Jahr Menschen fälschlicherweise für hirntot erklärt werden. Grund dafür sollen die fehlenden Qualifikationen der Ärzte sein.  

In Deutschland wird jedes Jahr bei rund 2.000 Menschen der Hirntod diagnostiziert. Die deutsche Bundesärztekammer hat detaillierte Richtlinien erstellt, die bei jeder Diagnose eingehalten werden müssen. Unter anderem müssen dabei zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod des Patienten diagnostizieren. Alle Umstände, die das Gehirn nur betäuben könnten, müssen außerdem ausgeschlossen werden. Dazu gehören der Einfluss von starken, betäubenden Schmerzmitteln, Vergiftung, Koma und eine zu niedrige Körpertemperatur.


Quelle: Berliner Morgenpost

In zwei Fällen wurde laut Berichten der Süddeutschen Zeitung der Hirntot festgestellt, wobei nicht alle Richtlinien befolgt worden waren. Anschließend wurden die Organe von zwei Kleinkindern entnommen. Beide Fälle wurden der Staatsanwaltschaft gemeldet und der Hirntod im Nachhinein zweifelsfrei bestätigt.

Die deutsche Stiftung der Organspende behauptet, dass die Hirntotdiagnostik eine der sichersten Diagnosen in der Medizin sei. Nachdem der Hirntod von zwei unabhängigen Ärzten bestätigt wurde, müssen die Koordinatoren der Deutschen Stiftung für Organtransplantation die vorhandenen Protokolle auf ihre Richtigkeit überprüfen. Dadurch kommt es zu einer zusätzlichen wichtigen Kontrollfunktion.

Quelle: Ärzteblatt, Süddeutsche Zeitung, Der Standard, Berliner Morgenpost


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