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Ärztin betrachtet Brpnchien Röntgenbild

Weit verzweigte Bronchien, auch Bronchialbaum genannt, bilden die Luftwege der Lunge. Die Bronchien stellen dabei nicht nur das luftleitende System dar, sondern erfüllen viele weitere wichtige Funktionen: Bestimmte Abschnitte in den Bronchien werden benötigt, um den Sauerstoff aus der Atemluft aufzunehmen und in den Körper zu leiten. Die kohlenstoffangereicherte Luft wird zeitgleich wieder ausgeleitet.

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Wie sind die Bronchien aufgebaut?

Die beiden Hauptbronchien gehen aus der Luftröhre (Trachea) hervor. Die Trachea verbindet den Kehlkopf mit dem Bronchialsystem. Sie verzweigt sich in Höhe des vierten oder fünften Brustwirbels in den linken und rechten Hauptbronchus. Der rechte Hauptbronchus ist etwas stärker und nur 1-2,5 cm lang und um 20 Grad abgewinkelt. Der linke ist stärker abgewinkelt. Durch den kleineren Abgangswinkel gelangen eingeatmete Fremdkörper häufiger in den rechten als in den linken Hauptbronchus.

Danach zweigen sich die Bronchien immer weiter auf. Sie teilen sich in der Regel in zwei Äste, die gemeinsam einen etwas größeren Querschnitt haben als der jeweilige Stamm. Dadurch vergrößert sich der Gesamtquerschnitt des Bronchialbaums mit jeder Aufteilung. Die beiden Hauptbronchien teilen sich zunächst in Lappenbronchien auf. Die Aufteilung des Bronchialsystems spiegelt dabei auch die Struktur der Lunge wieder. Für jeden Lungenflügel gibt es einen Hauptbronchus, für jeden Lungenlappen einen Lappenbronchus. Dieses System setzt sich bis zur kleinesten Einheit fort. Die Lappenbronchien teilen sich in Segmentbronchien, diese wiederum zunächst in mittlere und dann kleine Bronchien, die noch einen Durchmesser von ca. einem Millimeter aufweisen.

Woraus bestehen die Bronchien?

Die Wände der Bronchien bestehen aus Bindegewebe, Knorpel und muskulären Anteilen. Die Wandstruktur verändert sich allmählich je kleiner die Bronchien werden. Hauptbronchus und große Bronchien besitzen in ihrer Wand Knorpelspangen. Mittlere und kleine Bronchien haben verschieden geformte kleine Knorpelplatten in ihrer Wand. Dadurch werden die Bronchien, die ansonsten aus einem längsgespannten Fasermantel bestehen, passiv offen gehalten. Der Fasermantel besteht aus Muskel- und Bindegewebsfasern.
Der Innenraum der Bronchien ist von Bronchialschleimhaut ausgekleidet. Die dominierenden Zellen der Bronchialschleimhaut, Flimmerepithelzellen, sind mit vielen kleinen Fortsätzen teppichartig bedeckt. Diese Fortsätze heißen Kinozilien und sind mit einem Schleimfilm bedeckt. In diesem Schleim werden kleine Staubpartikel eingefangen und durch eine gerichtete Bewegung der Kinozilien Richtung Luftröhre transportiert. Dieser Prozess wird als mukoziliäre Clearance bezeichnet und dient dazu, die Atemwege sauber zu halten. Geschieht dies nicht, kommt es zu schwerwiegenden Infektionen. Dies kann sowohl durch unbewegliche Zilien beim sogenannten Kartagener-Syndrom geschehen als auch bei einer gestörten Schleimsekretion, wie sie z.B. bei der Mukoviszidose der Fall ist.

An die kleinen Bronchien schließen sich die Bronchioli an, denen der knorpelige Anteil komplett fehlt. Die Bronchioli zweigen sich noch drei bis vier Mal gleichmäßig auf und münden in die Bronchioli terminales, die das Ende des reinen luftleitenden Systems des Bronchialbaums bilden. Bis hierhin wird die Luft nur weiter geleitet ohne dass Sauerstoff aufgenommen oder Kohlendioxid abgegeben wird.

Wo wird der Sauerstoff aus der Atemluft aufgenommen?

Auf die Bronchioli terminales folgen die Bronchioli respiratorii, die wie ihr Name schon sagt, für die Atmung essentiell sind. Entlang der Bronchioli respiratorii sitzen die Alveolen. Die Alveolen sind die Einheiten des Bronchialsystems, die dem Gasaustausch dienen. Die Alveolen werden von dünnen Bindegewebssepten umgeben, den Interalveolarsepten, die ein Kapillarnetz enthalten. Über diese Septen kann das Kohlendioxid aus dem Blut in den Alveolarraum diffundieren. Außerdem wird so der Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut aufgenommen. Kohlendioxid und Sauerstoff sind Gase, die über Diffusion die Interalveolarsepten überwinden können. So findet ein Austausch statt, bis die Konzentration beider Gase im Blut und in der Luft, die durch die Alveolen strömt, sich angeglichen hat.

Bei welchen Krankheiten sind die Bronchien betroffen?

Eine Entzündung der Bronchien kann insbesondere durch virale Infektionen hervorgerufen werden, aber auch Mykoplasmen, Chlamydien (Chlamydia pneumoniae) und andere Bakterien können eine akute Bronchitis hervorrufen. Eine Bronchitis geht meist mit Hustenreiz und häufig auch Schmerzen beim Husten hinter dem Brustbein einher. Häufig tritt eine Bronchitis im Zuge einer Erkältungskrankheit auf.

Wenn in zwei aufeinander folgenden Jahren während mindestens drei aufeinander folgenden Monaten Husten mit Auswurf auftritt, handelt es sich gemäß der Definition der WHO um eine chronische Bronchitis.

Ebenfalls durch Husten mit Auswurf ist die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) charakterisiert. Zu den Symptomen der COPD gehört außerdem Atemnot unter Belastung. Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist eine schwerwiegende und nicht heilbare Lungenkrankheit, die hauptsächlich durch Rauchen hervorgerufen wird. Charakteristisch für die COPD ist eine Atemwegsobstruktion, die vor allem die Ausatmung (Exspiration) betrifft und durch medikamentöse Bronchospasmolyse kaum beeinflussbar ist.

Beim Asthma bronchiale kommt es reaktiv ebenfalls zu einer exspiratorischen Obstruktion. Häufigste Ursache für das Asthma bronchiale ist eine allergische Reaktion. Die reaktive Bronchialobstruktion ist im Gegensatz zur COPD sensitiv gegenüber medikamentöser Bronchospasmolyse. Die eingesetzten Substanzen greifen an Rezeptoren der Muskelzellen der Bronchien an und bewirken, dass diese wieder entspannen und so der Atemfluss nicht mehr behindert wird.

Eine weitere schwerwiegende Erkrankung, die die Bronchien betrifft, ist das Bronchial-Karzinom (Lungenkrebs). Das Bronchial-Karzinom ist die häufigste Krebstodesursache bei Männern und wird zu 85 Prozent als Folge vom Rauchen verursacht.

Wie können die Bronchien untersucht werden?

Um genaue Aussagen über Erkrankungen der Bronchien treffen zu können, reichen allgemeine Untersuchungsmethoden wie die Auskultation oder bildgebende Verfahren wie eine Röntgenaufnahme oft nicht aus. Daher wird die Bronchoskopie eingesetzt, um die Bronchien zu spiegeln und kleinere Eingriffe, wie die Entfernung von Fremdkörpern, vorzunehmen. Dabei wird ein starres oder flexibles Endoskop über die Nase oder den Mund bis zu den Bronchien vorgeschoben.

Zusätzlich kann im Rahmen einer Bronchoskopie auch eine Bronchoalveoläre Lavage durchgeführt werden. Dazu wird eine physiologische Kochsalzlösung in die Bronchien und Alveolen gespült und anschließend durch das Bronchoskop wieder abgesaugt. Danach kann das gewonnene Material zytologisch untersucht werden, um nach Krebszellen bei einem Bronchial-Karzinom zu suchen oder andere Erkrankungen wie eine Sarkoidose (eine Autoimmunerkrankung, die häufig die Lunge betrifft) zu diagnostizieren.

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Quellen:

  • Benninghoff, A. Drenckhahn, D.: Anatomie. Band 1 Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie. Elsevier 2008. S. 556-558, 562-567
  • Herold, G. (Hrsg.): Innere Medizin 2015. S. 349-368, 399
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