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Mann mit chronischer Bronchitis

Die chronische Bronchitis ist eine der häufigsten Folgen des Rauchens. Es können auch Menschen, die nie geraucht haben, eine chronische Bronchitis bekommen, was jedoch deutlich seltener der Fall ist. Die Beschwerden der Betroffenen entwickeln sich über Monate oder Jahre hinweg. Im Vordergrund stehen der chronische Husten und die zunehmende Atemnot. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann die Lebenserwartung bei Patienten mit chronischer Bronchitis deutlich verringert sein. Die Therapiemaßnahmen bei einer chronischen Bronchitis sind abhängig vom Stadium der Erkrankung und reichen von einfacher Inhalation über eine Beatmungstherapie bis zu Operationsmöglichkeiten. 

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Wie ist die chronische Bronchitis definiert?

Eine chronische Bronchitis ist eine Erkrankung der Atemwege. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die chronische Bronchitis als Husten mit Auswurf über mindestens drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Die Beschwerden entwickeln sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren und verschlimmern sich mit zunehmender Dauer der Erkrankung.

Welche Beschwerden verursacht eine chronische Bronchitis?

Vorrangig kommt es bei Betroffenen zu einem chronisch werdenden Husten, bei dem Schleim aus der Lunge in den Rachen gelangt. In der Fachsprache wird dies als „produktiver“ Husten oder auch als Husten „mit Auswurf“ bezeichnet. Zu Beginn der Erkrankung tritt ein chronischer Husten besonders im Herbst und Winter auf, später besteht er ganzjährig. Der Husten entsteht zunächst vor allem in den Morgenstunden. Je länger die Erkrankung jedoch besteht, desto mehr breitet er sich über den ganzen Tag aus und wird zu einer ständigen Belastung für Patienten.

Bei vielen Patienten kommt es zu einer Überblähung der Lunge (Lungenemphysem). Das Emphysem verursacht eine Atemnot (Dyspnoe) bei Belastungen und kann in späten Stadien auch zu ständiger Luftnot führen. Auch Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Unterschenkeln können sich entwickeln, da durch ein Lungenemphysem das Herz mitbelastet wird.
Weiterhin leiden chronische Bronchitis-Patienten unter wiederkehrenden Atemwegsinfekten, da die Abwehrmechanismen der Atemwege nicht mehr ausreichend funktionieren.

Wer bekommt eine chronische Bronchitis?

Die chronische Bronchitis ist in erster Linie eine Erkrankung, die als Folge von langjährigem Rauchen auftritt. Studien zufolge sind etwa 90 Prozent aller Erkrankten (Ex-) Raucher. Auch Passivrauchen kann für das Entstehen einer chronischen Bronchitis eine Rolle spielen. Bestimmte Berufsgruppen sind ebenfalls mit der Entstehung der chronischen Bronchitis verbunden: Menschen, die viel mit Aluminium-, Quarz-, Beryllium-, Baumwoll-, Asbest- oder Eisenstaub in Kontakt kommen, entwickeln häufig - allerdings erst nach vielen Jahren - eine chronische Bronchitis.

Seltene genetische Ursachen wie ein Alpha-1-Antitrypsinmangel oder eine Fehlfunktion der Flimmerhärchen können ebenfalls zu einer chronischen Bronchitis führen.

Wie häufig ist die chronische Bronchitis?

Die chronische Bronchitis betrifft etwa 15 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen auf der ganzen Welt. Die Tendenz geht jedoch zu einem Anstieg der Anzahl an Betroffenen. Momentan ist die chronische Bronchitis zum Beispiel in den USA die vierthäufigste Todesursache, auch hier geht man jedoch von einer Zunahme in den kommenden Jahren aus.

In Deutschland sind insgesamt etwa 10 Prozent der Erwachsenen von der Erkrankung betroffen. Zahlreichen Studien zufolge entwickelt etwa die Hälfte aller langjährigen Raucher eine chronische Bronchitis oder COPD.

Wie entsteht eine chronische Bronchitis?

Im Zentrum der Entstehung einer chronischen Bronchitis steht die andauernde Entzündung der Bronchien. Schadstoffe wie Tabakrauch oder Asbeststäube reizen die Schleimhäute der Luftröhre und der Lunge. Eine solche Reizung führt zu einer Vermehrung der Drüsen in den Bronchien, um durch Schleimbildung die Stoffe zu entfernen. Normalerweise wird der gebildete Schleim durch zarte Flimmerhärchen abtransportiert. Bei einer ständigen Schadstoffbelastung der Lunge bilden sich die Flimmerhärchen jedoch zurück. Die Schadstoffe verursachen also einerseits eine vermehrte Schleimbildung, andererseits sorgen sie dafür, dass der Schleim nicht mehr ausreichend abtransportiert werden kann.

Viel Schleim in den Atemwegen löst einen Hustenreiz aus, da der Schleim mangels Flimmerhärchen nur durch den Hustenstoß effektiv aus der Lunge entfernt werden kann. Da der Schleim bei chronischer Bronchitis durch die neu entstandenen Drüsen ständig nachproduziert wird, müssen immer neue Hustenstöße den Schleim lösen – der Husten wird chronisch

Zusätzlich werden durch die Entzündung auch Teile des Lungengewebes zerstört, wodurch es in späteren Stadien zu einer überblähten Lunge kommen kann. Diese verschlimmert wiederum die bereits bestehende Luftnot.

Welche Formen der chronischen Bronchitis gibt es?

Eine einfache chronische Bronchitis ist durch Husten mit Auswurf ohne Luftnot gekennzeichnet. Im Verlauf kommt es meistens nach mehreren Jahren zu einem Umbau des Lungengewebes, der zu einer Überblähung der Lunge (Emphysem) führt. Die aufgrund des Emphysems entstehende Luftnot ist das entscheidende Merkmal der COPD (chronic obstructive pulmonary disease). Der Begriff COPD bezeichnet eine fortgeschrittene chronische Bronchitis mit Obstruktion (Verengung der Atemwege).

Wie diagnostiziert der Arzt eine chronische Bronchitis?

Zur Diagnose einer chronischen Bronchitis fragt der Arzt neben dem Nikotinkonsum des Patienten nach Husten, Auswurf, wiederkehrenden Infekten und Atemnot. Wichtig ist für ihn auch, ob sich das Gewicht des Patienten ungewollt verändert hat oder ob sich Wassereinlagerungen in den Unterschenkeln gebildet haben, was für eine Mitbeteiligung des Herzens spricht. Er hört mit dem Stethoskop die Lunge ab, um spezielle Rasselgeräusche, die typisch für eine chronische Bronchitis sind, festzustellen.
Bei einem zusätzlichen Infekt veranlasst der Arzt oft eine mikrobiologische Untersuchung des Auswurfs, um die Erreger des Hustens festzustellen und gezielt zu behandeln.

Die Lungenfunktionsdiagnostik mit einem Peak-Flow-Meter, in das fest ausgeatmet wird, dient zur Einschätzung des Schweregrades. Auch eine plethysmographische Untersuchung, bei dem die Lungenfunktion des Patienten in einer geschlossenen Kammer untersucht wird, ermöglicht die objektive Beurteilung einer vorangegangenen körperlichen Untersuchung. Zusätzlich wird mit der Lungenfunktionsdiagnostik die Therapie überprüft und kann bei Bedarf angepasst und verändert werden.

Weitere diagnostische Maßnahmen sind Röntgenaufnahmen oder computertomographisch (CT) aufgenommene Bilder des Brustkorbs, die radiologisch beurteilt werden.

Wie kann man die chronische Bronchitis behandeln?

Die Behandlung der chronischen Bronchitis erfolgt je nach subjektiven Beschwerden des Patienten sowie aufgrund der Einschätzung des Schweregrades durch die Lungenfunktionsdiagnostik.

Kurz- und langwirksame Bronchiodilatatoren sorgen für eine Erweiterung der Atemwege. Solche Inhalationssprays sollte jeder COPD-Betroffene stets bei sich tragen. Ein Beispiel für ein kurzwirksames Medikament ist das Salbutamol-Spray, das auch bei Asthma angewendet werden kann und die Bronchien kurzzeitig erweitert. Zu den langwirksamen inhalativen Mitteln zählt der Wirkstoff Salmeterol, der beispielsweise im Foster-Spray zur Behandlung der COPD enthalten ist. Weitere Möglichkeiten zur medikamentösen Therapie sind Varianten des Cortisols und Antibiotika bei akuten Infekten.

Andere Therapiemaßnahmen umfassen verschiedene Atemmasken, die alle zu einer Verbesserung der Sauerstoffversorgung beitragen. Je nach Stadium und Allgemeinzustand des Patienten wird über die Art der Beatmung entschieden. Eine solche Atemhilfe kann entscheidend zur Verbesserung des Zustandes beitragen und die Lebensqualität erhöhen.

In sehr schweren Fällen der COPD können auch operative Maßnahmen durchgeführt werden, die jedoch häufig Komplikationen mit sich bringen und deshalb eher selten angewendet werden.

Kann man der Entstehung der chronischen Bronchitis vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme, um das Entstehen einer chronischen Bronchitis zu verhindern, ist das Nichtrauchen. Mit dem Rauchen aufzuhören fällt den meisten Rauchern sehr schwer, es ist jedoch entscheidend für die Prävention zahlreicher Erkrankungen – dazu zählen nicht nur Lungenkrankheiten. Die Methoden, die die Entwöhnung möglich machen können, sind sehr unterschiedlich. Wer wirklich mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte sich von einem Arzt helfen lassen und die für sich beste Methode herausfinden, um die Sucht langfristig loszuwerden.

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Quellen:

  • Innere Medizin, 12. Auflage 2005, Thieme Verlag, Hrsg. H. Greten (S. 411ff.)
  • Klinische Pathophysiologie, 9. Auflage 2006, Thieme Verlag, Hrsg. W. Siegenthaler und H. E. Blum (S. 772ff.)
  • Duale Reihe Innere Medizin, 3. Auflage 2013, Thieme Verlag, div. Autoren; (S. 370ff.)

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