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Zu viel DHT führt zu Haarausfall bei einem Mann

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem: Etwa jeder zweite Mann und 20 bis 30 Prozent der Frauen leiden darunter. Eine Ursache für den androgenetisch bedingten Haarausfall liegt auf molekularer Ebene: Ein kleines chemisches Molekül, das Hormon Dihydrotestosteron oder auch DHT, bewirkt den Haarausfall. Doch wozu gibt es dieses Hormon, und kann man den negativen Effekt verhindern?

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Wozu braucht unser Körper Hormone?

Im menschlichen Körper müssen zu jeder Zeit sehr viele Informationen übertragen werden, damit der gesamte Organismus funktioniert. Nur durch Informationsübertragung kann der Körper gesteuert werden oder auf äußere Reize reagieren. Zu diesem Zweck dient zum Einen das Nervensystem, welches die Organe steuert und aufeinander abstimmt. Es ermöglicht die Aufnahme und Weiterleitung von Reizen durch die Sinnesorgane mittels elektrischer Impulse an den Nervenzellen. Das Nervensystem hat jedoch wenig Einfluss auf die Entwicklung und das Wachstum des menschlichen Organismus.

Dafür ist ein zweites System nötig: das Hormonsystem. Neben Wachstum und Entwicklung steuert es die Reproduktion, mobilisiert Abwehrkräfte und steuert unseren Stoffwechsel. Zur Informationsübertragung bedient sich das Hormonsystem spezieller chemischer Botenstoffe, den Hormonen, die durch den Blutkreislauf zum Wirkort transportiert werden. In bestimmten großen Drüsen, dazu gehören unter anderem Schilddrüse, Hirnanhangdrüse, Bauchspeicheldrüse, Hoden und Eierstöcke, werden 50 verschiedene Hormone synthetisiert und an das Blut abgegeben. Jedes dieser 50 Hormone wird im Körper zu weiteren Hormonvarianten umgewandelt. Es werden weitere Hormone in spezifischen Zellen produziert, sodass die Gesamtzahl der Hormone etwa im vierstelligen Bereich liegt.

Die Wirkung, die ein Hormon auslösen soll, kann jedoch nur durch sogenannte Rezeptoren an die Zelle vermittelt werden. Diese werden nur dann aktiviert, wenn ein spezielles Hormon an einen genau für dieses Hormon passenden Rezeptor bindet. In diesem Fall kann das Signal weitergegeben werden und die Wirkung tritt ein.

Was ist Dihydrotestosteron (DHT)?

Ein bedeutendes Hormon ist zum Beispiel Testosteron, das insbesondere für die männliche Entwicklung wichtig ist. Dieses männliche Sexualhormon, in der Fachsprache Androgen genannt, ist bei Männern und Frauen vorhanden, unterscheidet sich jedoch in der Wirkungsweise und Konzentration.

Testosteron wirkt häufig als Hormonvorläufer für seine biologisch aktivste Form Dihydrotestosteron, kurz DHT. Es muss also eine Umwandlung von Testosteron in DHT stattfinden. Diese wird durch ein spezifisches Enzym umgesetzt und reguliert. Es nennt sich 5-Alpha-Reduktase. Die Umsetzung von Testosteron in DHT findet erst in der Zielzelle statt, die dieses Enzym enthält und in der das DHT wirken soll.

Die Wirkung von DHT ist vielfältig: Es ist in der Entwicklung des männlichen Embryos wichtig und später in der Pubertät für die Entwicklung vom Jungen zum Mann mitverantwortlich. Männliche Körperbehaarung, Bartwuchs, Funktion der Talgdrüsen und Entwicklung der Prostata werden durch DHT gesteuert. Welche Funktion DHT nach der Pubertät hat, konnte jedoch noch nicht umfassend bestimmt werden. Obwohl es sich bei DHT um ein männliches Hormon handelt, kommt es bei Frauen auch in einem geringen Anteil vor.

Welche Rolle spielt DHT bei Haarausfall?

Neben seiner Wirkung in der männlichen Entwicklung, kann DHT bei Männern und Frauen allerdings auch zu Haarausfall führen. Bei dieser häufigsten Form des Haarausfalls handelt es sich um erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie).

Die Ursache ist eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT oder eine zu hohe DHT-Konzentration. Das Hormon befindet sich unter anderem in der Kopfhaut und bindet dort an spezielle Rezeptoren in der Haarwurzel. Dies ist ein normaler Vorgang, der bei einem ausgeglichenen DHT-Spiegel und einer regelrechten Empfindlichkeit der Haarwurzel für DHT die Bildung von Proteinen anregt, die für das Haar wichtig sind, und nicht zu Problemen führt. Ist die DHT-Konzentration in der Kopfhaut jedoch zu hoch, oder die Empfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber DHT zu stark, wie es bei Patienten mit erblich bedingtem Haarausfall vorkommt, bindet sich mehr DHT an die Rezeptoren oder es wirkt zu stark auf die Haarwurzel. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht in der Folgereaktion.

Wichtige Blutgefäße werden daraufhin zurück gebildet, und die Haarwurzel kann nicht mehr mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. In der Folge wird die Wachstumsphase des Haares (anagene Phase) verkürzt. Durch die erhebliche Verkürzung der Wachstumsphase sind die Haare besonders lange in einem Stadium, in dem sie sehr fein und kaum auf der Kopfhaut zu sehen sind. Nach und nach verkümmert die Haarwurzel durch das stets anwesende DHT immer mehr, sodass irgendwann kein neues Haar mehr nachwachsen kann.

Im Hinterkopf- und Nackenbereich sind die Haarwurzeln jedoch unempfindlicher gegenüber DHT, daher fällt das Haar dort nicht oder erst später aus.
Zwei entscheidende Faktoren lösen bei Menschen mit androgenetischer Alopezie den Haarausfall aus: Eine besonders hohe Anzahl an DHT-empfindlichen Rezeptoren und zum anderen eine Überaktivität des Enzyms 5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in DHT umsetzt, und somit den DHT-Spiegel bedeutend erhöht. Genau diese beiden Faktoren sind erblich bestimmt. Die gute Nachricht ist aber, dass es Möglichkeiten gibt, um die Ursachen zu bekämpfen.

Wie kann man erblich bedingten Haarausfall stoppen?

Mit dem Wirkstoff Propecia (Finasterid) lassen sich die Ursachen des Haarausfalls direkt bekämpfen. Finasterid wird schon seit längerer Zeit zur Behandlung gutartiger Prostata-Vergrößerungen (benigne Prostata-Hyperplasie) eingesetzt. Auch bei der Entstehung dieser Krankheit ist DHT beteiligt. In geringerer Dosierung hat sich dieser Wirkstoff folglich auch bei anlagebedingtem Haarausfall als sehr wirksam herausgestellt. Propecia (Finasterid) hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase, das normalerweise Testosteron in DHT umwandelt. Diese Umwandlung kann nun nicht mehr stattfinden, sodass das ungünstige Hormon DHT in geringerer Konzentration vorliegt.

Dadurch wird die Nährstoffversorgung in den Haarwurzeln aufrecht erhalten und diese bleiben kräftig, obwohl ihre Rezeptoren weiterhin empfindlich gegenüber DHT sind. Die Wachstumsphase des Haares wird wieder verlängert und somit der Haarausfall gestoppt.

Propecia wird täglich eingenommen, sodass der DHT-Spiegel niedrig bleibt und zu viel DHT die empfindlichen Haarwurzeln nicht schädigen kann. Der Vorteil dieses Medikamentes ist, dass es nur die Bildung des ungünstigen Hormons DHT verhindert, und keine Nebenwirkungen auf andere männliche Sexualhormone hat. So bleibt z.B. Testosteron in seiner vollen Konzentration erhalten, und unangenehme Nebenwirkungen sind selten.

Die Wirksamkeit von Propecia konnte in mehreren Studien belegt werden: Bei bis zu 80 % der Männer konnte der Haarausfall gestoppt und zu einer deutlichen Verbesserung des Haarbildes beigetragen werden. In 60 % der Fälle wurde das Haar dabei dichter und kräftiger. Propecia ist nicht zur Behandlung von Haarausfall bei Frauen zugelassen.

Hat eine erhöhte DHT-Konzentration weitere negative Auswirkungen?

Es gibt einige Krankheiten, bei denen teilweise ebenfalls ein erhöhtes DHT-Vorkommen beobachtet wird. Dazu gehören Prostata-Hyperplasie, Hodenkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Akne. Allerdings ist kein Zusammenhang zwischen dem Auftreten dieser Krankheiten und Haarausfall beobachtet worden. Die Erhöhung der DHT-Konzentration besteht bei Haarausfall nur lokal in der Kopfhaut aufgrund des überaktiven Enzyms 5-Alpha-Reduktase und hat keinen weiteren Einfluss im Körper. Daher kann bei Haarausfall auch kein erhöhter DHT-Spiegel im Blut-Serum nachgewiesen werden.

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Quellen:

  • Libecco, James F., and Wilma F. Bergfeld. "Finasteride in the treatment of alopecia." Expert opinion on pharmacotherapy 5.4 (2004): 933-940.
  • Marchetti, Paula M., and Julian H. Barth. "Clinical biochemistry of dihydrotestosterone." Annals of clinical biochemistry 50.2 (2013): 95-107.

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