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Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutterschleimhaut ein, sondern – wie der Name sagt – im Eileiter selbst. Wenn die Eileiterschwangerschaft nicht früh genug entdeckt wird, besteht für die betroffene Patientin ein großes Risiko für einen hohen und gefährlichen Blutverlust sowie für einen Verlust des betreffenden Eileiters. Eine nicht erkannte Chlamydieninfektion kann das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft deutlich erhöhen.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Die Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) gehört zur Gruppe der Extrauteringraviditäten. Dieser Begriff bezeichnet solche Schwangerschaften, bei denen sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutterschleimhaut einnistet, z.B. im freien Bauchraum, in der Zervix oder – die häufigste Lokalisation der Extrauteringravidität – im Eileiter (Tuba uterina).

Warum ist eine Eileiterschwangerschaft gefährlich?

Die befruchtete Eizelle nistet sich normalerweise in der Gebärmutterschleimhaut ein, die darauf vorbereitet ist, eine optimale Umgebung für die Eizelle bereit zu stellen. Die Schleimhaut ist zum Zeitpunkt der Einnistung des Eis hoch gewachsen und gut durchblutet. Die Eizelle wächst in die Schleimhaut ein, nach und nach bildet sich die Plazenta als versorgendes Organ. Wenn die Eizelle wächst und der Fetus entsteht, wächst die Gebärmutter entsprechend mit und bietet dem ungeborenen Kind dadurch genügend Platz und Schutz. Der Eileiter bietet diese optimalen Wachstumsbedingungen nicht; die Schleimhaut ist dünn, der Platz begrenzt. Eine befruchtete Eizelle, die sich im Eileiter einnistet, wird durch die Einnistung zur Zerstörung von Blutgefäßen und damit zu Blutungen führen. Außerdem kann das Wachstum der Eizelle zur Wandruptur des Eileiters führen, was wiederum mit Blutungen, dem drohenden Organverlust des Eileiters und einer starken Reizung der weiteren Bauchorgane verbunden ist.

Eine Eileiterschwangerschaft kann nie ausgetragen werden, es wird früher oder später fast immer zu Komplikationen wie einer Eileiterruptur oder Blutungen kommen in deren Folge das befruchtete Ei abstirbt.

Erhöht eine Chlamydieninfektion das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft?

Infektionen der Eileiter führen durch die entstehenden Verklebungen zu einem erhöhten Risiko für Eileiterschwangerschaften. Je länger eine solche Entzündung und Infektion besteht, desto höher ist das Risiko, dass die genannten Veränderungen am Eileiter entstehen. Am häufigsten werden die Eileiter durch aufsteigende genitale Infektionen infiziert, insbesondere durch das Bakterium Chlamydia trachomatis. Chlamydieninfektionen können unbemerkt oder nur mit sehr milden Beschwerden ablaufen, innerlich jedoch großen Schaden anrichten. Es ist daher insbesondere zur Senkung des Risikos für Extrauteringraviditäten wichtig, dass sich gebärfähige Frauen vor Chlamydieninfektionen schützen und an den angebotenen Screeningprogrammen teilnehmen. Wenn eine Chlamydieninfektion festgestellt wird, muss unbedingt eine konsequente antibiotische Therapie erfolgen, um weitere Folgeschäden zu verhindern.

Auch andere Erreger können zu einer aufsteigenden genitalen Infektion führen, wie z.B. Neisseria gonorrhoe.

Welche weiteren Risikofaktoren für Eileiterschwangerschaften gibt es?

Prinzipiell kann es auch bei ansonsten völlig gesunden Frauen ohne Vorerkrankungen oder körperliche Besonderheiten zur Entstehung einer Eileiterschwangerschaft kommen. Ein höheres Risiko für eine Eileiterschwangerschaft besteht jedoch, wenn die Durchgängigkeit der Eileiter beeinträchtigt ist. Dies kann durch angeborene Fehlbildungen entstehen, häufiger jedoch durch Verklebungen des Eileiters, z.B. in Folge von genitalen Infektionen (Adnexitis , Zervizitis oder „pelvic inflammatory disease“). Eine Infektion führt zur Zerstörung von Gewebe und Einwanderung von zahlreichen Immunzellen. Oft ist der Eileiter als Folge der Infektion verengt, oder gar nicht mehr oder nur sehr unregelmäßig durchgängig. Dies führt dazu, dass eine (befruchtete) Eizelle nicht mehr in die Gebärmutter gelangt. Die Eizelle nistet sich dann stattdessen im Eileiter ein. Infektionen der Eileiter stellen damit den Hauptrisikofaktor für eine Eileiterschwangerschaft dar.

Weitere Risikofaktoren für eine Eileiterschwangerschaft:

  • Eine bereits vorangegangene Eileiterschwangerschaft
  • Rauchen: Rauchen beeinträchtigt die Beweglichkeit der Flimmerhärchen auf den Zellen, die den Eileiter auskleiden. Die Flimmerhärchen sorgen mit dafür, dass die Eizelle in Richtung der Gebärmutter transportiert wird.
  • Nicht-kombinierte hormonelle Verhütung (z.B. mit Antibabypillen, die nur Gestagene enthalten, wie z.B. die „Minipille“)
  • Unerfüllter Kinderwunsch und Kinderwunschbehandlung: Diese beiden Faktoren erhöhen ebenfalls das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft, aber letztlich deshalb, weil Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch häufig verklebte Eileiter nach nicht erkannten oder nicht behandelten aufsteigenden genitalen Infektionen haben.
  • Ungeschützter sexueller Kontakt mit wechselnden Partnern: Dies erhöht ebenfalls das Risiko für genitale Infektionen und damit das Risiko für Eileiterverklebungen.
  • Alter: Je älter eine Frau ist, desto höher ist das Risiko, dass eine genitale Infektion stattgefunden hat.

Was sind die Symptome einer Eileiterschwangerschaft?

Eileiterschwangerschaften können in den Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen auffallen bzw. durch gynäkologische Untersuchungen, die stattfinden, weil sich eine Patientin aufgrund ausbleibender Regelblutung beim Gynäkologen vorstellt. Im Ultraschall stellt sich heraus, dass eine Schwangerschaft besteht und diese sich nicht regelrecht in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.

Häufiger jedoch fällt die Eileiterschwangerschaft erst auf, wenn sie bereits Symptome verursacht. Die Eileiterschwangerschaft ist bei Frauen eine wichtige Differentialdiagnose des akuten Abdomens (oft recht plötzliche einsetzende, starke Schmerzen des Bauches). Die Schmerzen resultieren aus einer Verletzung des Eileiters, möglicherweise mit Wandruptur und Blutung. Die Blutung ist eine lebensgefährliche Komplikation und muss schnell diagnostiziert und behandelt werden, damit die Patientin nicht in den Kreislaufschock und damit in Lebensgefahr gerät. Zudem kann bei zu spätem Handeln auch der Organerhalt von Eileiter und ggf. auch Gebärmutter gefährdet sein.

Wie wird die Eileiterschwangerschaft behandelt?

Wenn die Eileiterschwangerschaft bereits zu Beschwerden (Schmerzen, Blutung, Blutdruckabfälle) führt, ist meist eine sofortige Operation, bei der die Schwangerschaftsanlage entfernt und bereits bestehende Verletzungen des Eileiters oder bestehende Blutungen chirurgisch versorgt werden, unumgänglich.

Wenn die Eileiterschwangerschaft diagnostiziert wird und diese nicht symptomatisch ist, kann die betroffene Patientin unter Umständen auch für eine medikamentöse Therapie in Frage kommen, wenn eine kontinuierliche Überwachung gegeben ist. Es wird ein Medikament aus der Krebstherapie gegeben, das zum Absterben der Schwangerschaftsanlage führt. Anschließend werden Verlaufskontrollen durchgeführt, um nachzuverfolgen, wie die Schwangerschaftsanlage zurückgebildet wird. Ggf. muss nach einiger Zeit noch ein operativer Eingriff zur Entfernung der Schwangerschaftsanlage durchgeführt werden.

Was können gebärfähige Frauen tun, um ihr individuelles Risiko für eine Eileiterschwangerschaft zu senken?

Leider können Eileiterschwangerschaften nicht völlig abgewendet werden. Die meisten Frauen, bei denen eine Eileiterschwangerschaft festgestellt wird, weisen keinen der genannten Risikofaktoren auf. Um jedoch das eigene Risiko für eine Eileiterschwangerschaft nicht weiter zu erhöhen, ist es insbesondere wichtig, sich vor sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen. Hierbei spielt die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr eine große Rolle. Es gibt keinen ähnlich wirksamen Schutz vor Infektionen. Zudem sollten sich Frauen mit häufig wechselnden Partnern im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen gegebenenfalls einem Geschlechtskrankheitentest unterziehen um eine mögliche Chlamydieninfektion ausschließen zu können. Liegen bereits Symptome vor, sollte in jedem Fall ein Gynäkologe aufgesucht werden. Mögliche Beschwerden können z.B. eitriger Ausfluss, Unterleibsschmerzen und Brennen beim Wasserlassen sein.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Quellen:

  • Kainer et al.: Facharztwissen Geburtsmedizin. Urban & Fischer 2016, ISBN 978-3-437-23752-2.
  • Ankum, W. M., Mol, B. W., Van der Veen, F., & Bossuyt, P. M. (1996). Risk factors for ectopic pregnancy: a meta-analysis. Fertility and sterility65(6), 1093-1099.
  • Strandell, A., Thorburn, J., & Hamberger, L. (1999). Risk factors for ectopic pregnancy in assisted reproduction. Fertility and sterility71(2), 282-286. 
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