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Herpes-Infektion auf dem Arm

Das Ekzema herpeticatum ist eine seltene, aber ernstzunehmende Herpes-Infektion der Haut. Es tritt infolge einer entzündlichen Hautveränderung, z.B. bei Neurodermitis auf. Betroffene sollten schnellstmöglich mittels einer virushemmenden Therapie behandelt werden, denn im schlimmsten Fall endet die Erkrankung tödlich. DrEd erklärt, wie sich ein Ekzema herpeticatum zeigt, welche Komplikationen möglich sind, und wie die Hauterkrankung effektiv bekämpft werden kann.

Rezept und Medikament zur Behandlung von Lippenherpes

Was ist das Ekzema herpeticatum?

Das Ekzema herpeticatum ist eine Virus-Infektion der Haut, die bei bereits vorgeschädigter und entzündeter Haut auftreten kann. Am häufigsten sieht man das Ekzema herpeticatum bei Kindern mit Neurodermitis. Bei dieser Hauterkrankung zeigen sich auf der Haut zahlreiche Ekzeme, also Stellen mit Hautausschlag. Wird die entzündete, somit „ekzematöse“ Haut dann zusätzlich vom sogenannten Herpes-simplex-Virus befallen, spricht man vom Ekzema herpaticatum.

Neben Menschen mit Neurodermitis können auch Patienten mitweit ausgedehnter Schuppenflechte, anderen Ekzemen, Hauttumoren oder mit langjährigem Gebrauch von cortisonhaltigen Cremes ein Ekzema herpeticatum entwickeln. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Haut bereits entzündlich angegriffen ist.

Das Ekzema herpeticatum kann im Zuge einer Erstinfektion mit dem Herpesvirus auftreten. Das Virus kann aber auch nach erfolgter Infektion in der entzündeten Haut erneut aktiviert werden und dann zum Ekzema herpeticatum führen. Bestimmte Auslösefaktoren wie z.B. erhöhte Sonneneinstrahlung können dies begünstigen.

Am bekanntesten ist die Herpes-simplex-Infektion für das sogenannte Lippen- oder Fieberbläschen, das sich meist in Phasen vermehrter Belastung oder während eines Infekts als kleines Areal an der Unter- oder Oberlippe zeigt. Beim Ekzema herpeticatum allerdings treten die Bläschen viel zahlreicher und großflächiger auf.

Wie zeigt sich ein Ekzema herpeticatum?

Das Ekzema herpeticatum befällt vor allem die obere Körperhälfte, also Gesicht, Hals, Brust oder Arme.

Hier zeigen sich winzige, 1-2 mm große Bläschen und Pusteln, die den Windpocken sehr ähnlich sehen. Diese können platzen und rote Hautverletzungen, Wunden und Hautschüppchen hinterlassen.

Die Patienten fühlen sich häufig zusätzlich sehr krank und müde, haben Fieber und Kopfschmerzen. Auch geschwollene Lymphknoten in der Nähe der betroffenen Stellen können auftreten.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Ekzema herpeticatum?

Bei Verdacht auf ein Ekzema herpeticatum sollte der Hautarzt aufgesucht werden. Dieser kann eine Probe der Bläschen entnehmen und sie auf Herpes-Viren untersuchen. Dadurch kann der Arzt auch feststellen, ob sich zu der Herpesinfektion eventuell zusätzlich eine bakterielle Infektion gesellt hat. Diese entsteht vor allem dadurch, dass durch die Bläschen und die entzündete Haut weitere Krankheitserreger in die Haut eindringen können und der Patient durch den Infekt bereits immungeschwächt ist.

Auch kann im Blut festgestellt werden, ob eine Entzündung vorliegt. Hier zeigen sich oftmals stark erhöhte Entzündungswerte (CRP) und manchmal eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen, der Abwehrzellen.

Was hilft bei einem Ekzema herpeticatum?

Bei einem Ekzema herpeticatum kann man zum einen versuchen, die Infektion direkt über eine Therapie der Haut zu bekämpfen, zum anderen kann man auch innerlich Medikamente anwenden.

Äußerlich helfen Lösungen und Tinkturen, welche die Bläschen vor allem austrocknen, z.B. die sogenannte Weiße Schüttelmixtur, die in der Apotheke hergestellt wird. Sie enthalten meist Zinkoxid und Talk. Einige enthalten auch zusätzlich desinfizierende Stoffe. Auf fettige Salben sollte dagegen verzichtet werden, da sie den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen können.

Auch können Lösungen mit antiviralen Inhaltsstoffen wie z.B. Idoxuridin zum Einsatz kommen. Sie wirken jedoch meist nur dann, wenn man sie schon innerhalb von 2 Tagen nach dem ersten Auftreten der Bläschen anwendet. Sie sollten nicht länger als vier Tage aufgetragen werden, da der Wirkstoff Idoxuridin Allergien auslösen kann.

Innerlich helfen ebenfalls virushemmende Substanzen wie z.B. Aciclovir, ein Stoff, der auch in den Salben für Lippenherpes enthalten ist. Sie können in schweren Fällen über die Vene als Infusion gegeben werden, in milderen Fällen auch in Tablettenform.

Liegt zusätzlich eine bakterielle Infektion der Haut vor, sind Antibiotika sinnvoll wie z.B. bestimmte Penicilline.

Zusätzlich können auch sogenannte Immunstimulantien eingesetzt werden, die das Immunsystem des Körpers unterstützen sollen, das Herpes-Virus zu bekämpfen.  

Welche Komplikationen können auftreten?

Ohne Therapie kann das Ekzema herpeticatum im schlimmsten Fall zum Tod führen, denn auch die inneren Organe können betroffen sein. Gelangt das Virus in die Blutbahn, kann es zur lebensbedrohlichen Sepsis („Blutvergiftung“) mit Organversagen kommen. Bevor der virushemmende Stoff Aciclovir auf den Markt kam, starben daher noch etwa einer bis fünf von zehn Erkrankten an der Infektion.

Am häufigsten betrifft das Herpes-Virus das Gehirn und die Hirnhäute. Eine unbehandelte Hirnentzündung (Herpes-Enzephalitis) ist in den meisten Fällen tödlich. Auch die Hornhaut kann in Form einer Entzündung angegriffen sein.

Bei sofortiger antiviraler Behandlung ist die Prognose jedoch gut und die Betroffenen erholen sich vollständig. Die Bläschen und Pusteln heilen meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen ab.

Kann man auch ohne Hauterkrankung ein Ekzema herpeticatum bekommen?

Am häufigsten zeigt sich eine Infektion mit dem Virus Herpes simplex an der Lippen- oder Genitalregion (Herpes labialis bzw. genitalis). In Einzelfällen kann das Virus aber auch Hautpartien befallen, die nicht zu den typischen Regionen gehören. Dies passiert vornehmlich dann, wenn die Haut beschädigt oder verletzt ist, z.B. der Nase, wenn die dortige Haut durch einen Schnupfen angegriffen ist, oder an Armen und Hals bei Ringern, die an diesen Stellen stark beansprucht werden. Hier spricht man allerdings nicht explizit vom Ekzema herpeticatum. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass die Herpes-Infektion auf dem Boden einer chronischen Hauterkrankung wie z.B. der Neurodermitis oder der Schuppenflechte entsteht.

Rezept und Medikament zur Behandlung von Lippenherpes

Quellen:

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