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Junges Paar schützt sich vor Gonokokken

Gonokokken sind Bakterien, die fast ausschließlich in den Harn- und Geschlechtsorganen des Menschen leben und dort die Gonorrhoe auslösen. Die Gonorrhoe ist nach den Chlamydien-Infektionen die zweithäufigste sexuell übertragene Erkrankung. Gonokokken können typische Anzeichen wie Brennen beim Wasserlassen und Eiter im Urin auslösen, bei vielen Frauen verläuft eine Infektion jedoch oft ganz ohne Symptome. Unbehandelt können Gonokokken im Körper verbleiben und langfristig Schäden verursachen.

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Was sind Gonokokken?

Gonokokken sind eine Bakterienart, die als Erreger der Gonorrhoe bekannt sind. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Neisseria gonorrhoeae. Gonokokken sind sehr empfindlich und auf den Menschen als Wirt angewiesen, an der Luft sterben sie rasch. Sie überleben nur in dunklen feuchten Nischen im menschlichen Körper, deshalb vermehren sie sich überwiegend im Intimbereich von Männern und Frauen.

Gonokokken sind weltweit verbreitet, die Dunkelziffer ist dabei sehr hoch. In Deutschland gibt es außerdem keine Meldepflicht für die Infektion, deshalb ist die Anzahl der mit Gonokokken infizierten Menschen vermutlich deutlich unterschätzt.

Welche Besonderheiten haben Gonokokken?

Gonokokken zählen zu den sogenannten gramnegativen Bakterien. Das bedeutet, dass sie nur von einer sehr dünnen Zellwand umgeben sind, die sich bei der Färbemethode nach Gram bei Zugabe von Alkohol wieder entfärbt.
Das Bakterium besitzt in seiner Wand verschiedene Moleküle, die eine Erkennung durch das menschliche Immunsystem verhindern. Wäre dies nicht der Fall, würden sie sofort bekämpft werden. Zu diesen sogenannten Pathogenitätsfaktoren der Gonokokken gehören die IgA-Protease, ein Enzym, das die menschlichen Immunglobuline in der Schleimhaut zerlegt. Dadurch können diese Immunglobuline vom Typ A (IgA) der Schleimhaut nicht an die Bakterien binden und sie als schädlich detektieren. Die Bakterien fühlen sich also in Schleimhäuten besonders wohl, wo sie nicht vom menschlichen Körper abgewehrt werden. Zusätzlich können sie sich dank Pili, die man sich ein bisschen wie Greifarme vorstellen kann, in den Schleimhäuten bewegen und festhalten. Pili ermöglichen den Bakterien also sowohl die Fortbewegung im Schleim als auch die Anheftung an körpereigene Zellen.

Ein weiterer wichtiger Pathogenitätsfaktor sind bestimmte Zuckermoleküle auf der Oberfläche der Gonokokken, die eine Kapsel aus Sialinsäure um jedes einzelne Bakterium bilden. Dies verhindert die Erkennung durch den Anteil des Immunsystems, der vor Geburt an vorhanden ist – dem sogenannten Komplementsystem.

All diese Faktoren ermöglichen den Bakterien das Eindringen und Überleben in den Schleimhäuten des Menschen. Sie werden vom Immunsystem nicht als Krankheitserreger erkannt und können so auf Dauer im Körper verweilen. Je länger sie ohne Behandlung persistieren, desto mehr Schäden verursachen sie an ihrem Aufenthaltsort im Genitalbereich von Männern und Frauen.

Wie infiziert man sich mit Gonokokken?

Die Infektion mit Gonokokken erfolgt fast ausschließlich über sexuellen Kontakt. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit sind Gonokokken für andere Übertragungswege zu kurzlebig. Beim Geschlechtsverkehr jedoch können die Bakterien übertragen werden und sich mit Hilfe ihrer Pathogenitätsfaktoren im Körper einnisten.

Ein seltenerer Übertragungsweg ist die Geburt: Eine mit Gonokokken infizierte Frau kann diese während der Geburt auf das Neugeborene übertragen. Diese „Neugeborenen-Blenorrhoe“ ist heutzutage in Deutschland sehr selten.

Was passiert bei einer Infektion mit Gonokokken im Körper?

Wenn Gonokokken beim Geschlechtsverkehr in einen Menschen gelangen, befinden sie sich zunächst in Harnröhre oder Scheideneingang. Um weiter in den Körper einzudringen, besitzen sie bestimmte Eigenschaften, auch Pathogenitätsfaktoren genannt, die das körpereigene Abwehrsystem überlisten. Normalerweise ist das Immunsystem darauf spezialisiert, Erreger und Fremdstoffe zu erkennen und abzutöten oder auszuscheiden. Gonokokken produzieren jedoch bestimmte Faktoren, die solche Erkennungsmechanismen zerstören und Entzündungen hervorrufen. Die Bakterien können sich also fast ungehindert vermehren. Bei Nicht-Behandlung beginnen sie sich mit körpereigenen Stoffen zu umgeben. So tarnen sie sich vor einer Entdeckung durch das Abwehrsystem. Auf diese Weise wird die Infektion mit Gonokokken chronisch.

Welche Symptome macht eine Infektion mit Gonokokken?

Die Gonokokken lösen bei erstmaligem Befall eines Menschen die sogenannte „akute Phase“ aus. Sie zeigt sich nach einer symptomlosen Ansteckungsphase von zwei bis sieben Tagen. Danach kommt es zu den typischen Symptomen der Gonorrhoe mit eitrigen Entzündungen im Harntrakt, verbunden mit starken Rötungen und Schmerzen beim Wasserlassen. Diese betreffen vorwiegend Männer, während Frauen meist kaum oder gar keine Symptome zeigen.

Beim Oralverkehr können Gonokokken auch in die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes gelangen. Dort lösen sie jedoch nur sehr selten Symptome aus. Wird die Infektion nicht erkannt und behandelt, so können sich die Gonokokken im Körper einnisten. Dies wird als die „chronische Phase“ der Gonorrhoe bezeichnet. Sie werden von Immunsystem nicht mehr erkannt und verbleiben unentdeckt im Körper. Dort schütten sie weiter Toxine aus und schädigen Harn- und Genitaltrakt langfristig. Dies kann jedoch lange symptomfrei sein.

Bei Männern ist die Entzündung in der chronischen Phase meist gering, es wird auch kaum noch Eiter gebildet und sie haben, wenn überhaupt, nur leichte Symptome. Frauen hingegen bekommen oft erst in dieser Phase Schmerzen im Unterleib. Eine chronische Gonorrhoe kann bei ihnen außerdem die Menstruationsblutung verstärken.

Wie werden Gonokokken entdeckt?

Die Erkennung einer Gonokokken-Infektion erfolgt mittels mikroskopischer Untersuchung des Eiters. Wenn kein oder nur wenig Eiter vorhanden ist, kann auch eine Probe von Urin oder vaginalem Ausfluss bereits reichen, um die Bakterien unter dem Mikroskop zu sehen.

Für die Eigenanwendung gibt es Testkits, die Gonokokken im Urin erkennen. DrEd bietet einen separaten Gonorrhoe-Test, aber auch einen kombinierten Test auf Gonorrhoe und Chlamydien an. Chlamydien werden häufig gemeinsam mit Gonokokken übertragen.

Die sicherste Diagnose erfolgt im Labor, wo die Bakterien aus dem Abstrich angezüchtet werden. Dort erfolgen auch Tests auf eventuelle Antibiotika-Resistenzen, die für eine Therapie entscheidend sind.

Wie werden Gonokokken bekämpft?

Da Gonokokken zu den gramnegativen Bakterien gehören, sprechen sie auf Antibiotika wie Penicilline, Cephalosporine, Spectinomycin und Chinolone an. Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern haben in einigen Ländern viele Gonokokken-Stämme Resistenzen entwickelt, weshalb ein Resistogramm sinnvoll sein kann. Dieses wird im Labor erstellt und zeigt individuell, welches Antibiotikum bei Betroffenen wirkt.

Wenn man postiv auf Gonorrhoe getestet hat, sollte man sich unbedingt behandeln lassen. Der erste Ansprechpartner ist in diesem Fall der Hausarzt.

Welche Folgen kann eine Infektion mit Gonokokken haben?

Wird die Infektion in der akuten Phase erkannt und erfolgreich behandelt, gibt es wenig Grund zur Sorge um eventuelle Langzeitfolgen. Die einmalige Infektion sollte als Warnsignal verstanden werden, beim sexuellen Kontakt mit neuen Partnern stets auf geschützten Verkehr zu achten.

Bei einer chronischen Infektion mit Gonokokken kann es bei Frauen zu einem Verkleben der Eileiter kommen. Dies führt zu Unfruchtbarkeit und sollte deshalb unbedingt vermieden werden. Bei Männern bewirkt die dauerhafte Anwesenheit von Gonokokken eine Verengung der Harnröhre. Sie sind dann anfälliger für Harnwegsinfekte und leiden öfter unter Schmerzen beim Wasserlassen. 

Wie kann man die Infektion verhindern?

Da die Gonokokken fast ausschließlich über sexuellen Kontakt übertragen werden, ist die beste Vorsorge das Benutzen von Kondomen. Nicht nur im Hinblick auf die Gonorrhoe, auch aufgrund anderer sexuell übertragbarer Krankheiten wie HIV sollte dies heutzutage bei wechselnden Partnern selbstverständlich sein.

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Quellen:

  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Thieme Verlag, 4. Auflage 2009, Autoren: Herbert Hof, Rüdiger Dorries; (S. 396ff.)
  • Deutsche STI-Gesellschaft: Artikel „Epidemiologie“, Online: www.dstig.de, aufgerufen am 31.10.15
  • Der Arzneimittelbrief, Version 10/03, Online: www.der-arzneimittelbrief.de, aufgerufen am 31.10.15
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