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Eine Frau leidet unter Haarausfall

Haarausfall (Alopezie) betrifft nicht nur Männer. Etwa 20 Prozent der Frauen in Europa sind ebenfalls davon betroffen. Für sie ist es eine besonders große Belastung, da lange, volle Haare in den meisten Kulturen als Schönheitsideal gelten. Die häufigste Form von Haarausfall bei Frauen ist der hormonell bedingte Haarausfall (Alopecia androgenetica).

DrEd informiert über Haarausfall bei Frauen, die Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten.

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Was ist Alopezie?

Alopezie bezeichnet die Haarlosigkeit an Stellen, an denen üblicherweise Haare vorhanden sind. Man unterteilt die Alopezie in vernarbende und nicht-vernarbende Alopezie. Vernarbende Alopezie tritt zum Beispiel nach Pilzerkrankungen, Verätzungen, Tumoren oder bei einer bestimmten Autoimmunerkrankung auf, dem sogenannten systemischem Lupus erythematodes. Dabei werden die Haarfollikel irreparabel geschädigt. Die nicht-vernarbenden Alopezien machen den größten Teil der Alopezien aus. Am häufigsten sind die Alopecia androgenetica, eine hormonell bedingte Alopezie und die Alopecia areata, ein entzündlich bedingter, kreisrunder Haarausfall. Ursachen sind Schilddrüsenstörungen, Schwangerschaft, Mangelernährung (z.B. Eisenmangel), Stress, bestimmte Arzneimittel und Systemerkrankungen wie chronische Infekte oder Tumore.

Wie zeigt sich Haarausfall bei Frauen?

Während bei Männern Haarausfall aufgrund der Häufigkeit (etwa 50% der europäischen Männer sind betroffen) nicht als krankhaft angesehen wird, ist Haarausfall bei Frauen als krankhaft zu betrachten. Unterschieden werden bei Frauen ein weibliches und ein männliches Haarausfallsmuster. Beim weiblichen Muster lichtet sich das Haar zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diffus (ohne erkennbares Muster) im Bereich des Scheitels. Oft findet sich ein etwa ein bis drei Zentimeter breiter Saum mit dichterem Haar im Bereich oberhalb der Stirn. Wesentlich seltener findet man bei Frauen das männliche Haarausfallsmuster. Die Stirn-Haar-Grenze verschiebt sich nach hinten. Das Haar lichtet sich zu Beginn an den Schläfen (Geheimratsecken) und am Hinterkopf (Tonsur) bis sich später eine Glatze mit eventuell noch bestehendem Haarkranz ausbildet.

Welche Ursachen hat Haarausfall bei Frauen?

Haarausfall kann vielfältige Ursachen haben. Die häufigste Form bei Frauen ist der hormonell bedingte Haarausfall (Alopecia androgenetica). Folgende weitere Ursachen sind möglich:

  • Alopecia areata (ein autoimmun bedingter Haarausfall)
  • Trichotillomanie (eine psychische Störung, bei der sich Menschen die Haare ausreißen)
  • Chemotherapie oder andere Medikamente (z.B. Heparin zur Hemmung der Blutgerinnung oder Schilddrüsenmedikamente)
  • Syphillis
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Mangelernährung)
  • Stress
  • Chronische Krankheiten (z.B. Tumore, Infektionskrankheiten)
  • Akute Belastungen (z.B. fieberhafte Infekte, schwere Verletzungen, große Operationen)
  • Pilzinfektionen (Tinea capitis)
  • Dauerhafter, starker Zug auf die Haare z.B. durch Haarreifen oder ähnliches (Traktionsalopezie)
  • Schuppenflechte (Psoriasis)

Wie wird die Diagnose bei weiblichem Haarausfall gestellt?

Die Ursachen für Haarausfall können oft mit einfachen Mitteln unterschieden werden. Durch Tests kann die Ursache eingegrenzt werden.

Zur richtigen Diagnose führen oft ein typisches Haarausfallsmuster, die Anamnese der Patientin und ein durch den Arzt durchgeführter Epilationstest. Dabei greift der Arzt ein Büschel Haare und zieht daran. Lassen sich die Haare an mehreren Stellen schmerzlos ausziehen, liegt ein krankhafter Haarausfall vor. Der Arzt kann außerdem ein Trichogramm anfertigen. Hierfür werden etwa 50 Haare an zwei verschiedenen Stellen ausgerissen und unter dem Mikroskop untersucht. Hierbei wird der Entwicklungsstand der Haare beurteilt. Ein Haarkalender kann zusätzlich hilfreich sein. Die Patientin zählt die bei der Haarwäsche ausgefallenen Haare und notiert sich die Anzahl. Ein täglicher Ausfall von bis zu 100 Haaren gilt als normal. Sollte eine hormonelle Störung mit einem Übermaß an männlichen Sexualhormonen vorliegen, muss außerdem besonders geachtet werden auf

  • neu aufgetretene Akne
  • Veränderungen der Regelblutung
  • neu aufgetretenes Männer-typisches Haarwachstum (Hirsutismus), zum Beispiel auf den Wangen oder der Brust

Sollte der Arzt unsicher sein, können weitere Tests notwendig werden. Zum Ausschluss anderer Ursachen für den Haarausfall werden nach Bedarf die Geschlechtshormone, das Hormon Prolaktin und verschiedene Blutwerte, wie Schilddrüsenantikörper, Eisen und Zink bestimmt. Sollte die Diagnose weiterhin unklar sein, kann der Arzt in lokaler Betäubung ein kleines Stück der Kopfhaut entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen (Biopsie).

Wie wird Haarausfall bei Frauen behandelt?

Die effektivste, durch Studien gesicherte Therapie ist die zwei Mal tägliche Anwendung von zwei prozentigem Minoxidil. Minoxidil ist der einzige Wirkstoff, der in Deutschland und den USA zur Therapie des Haarausfalls bei Frauen zugelassen ist. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der als Lösung verkauft wird. Minoxidil muss zwei Mal täglich auf die trockene Kopfhaut aufgetragen werden. Obwohl der Stoff bereits seit den 1970er Jahren erforscht wird, ist die genaue Wirkweise bis heute ungeklärt. Es ist bekannt, dass Minoxidil zu einem gesteigerten Haarwachstum und einem größeren Durchmesser der Haarfollikel führt. Es entstehen also mehr Haare und das Haar wird dichter. Eine Therapie sollte ein Jahr durchgängig durchgeführt werden, bevor man die Wirksamkeit der Therapie beurteilt. Als Nebenwirkung kann übermäßiges Haarwachstum bei etwa fünf Prozent der Patienten auftreten.

Finasterid, ein 5α-Reduktase Hemmer, wirkt ebenfalls gegen Haarausfall und wird häufig zur Behandlung des männlichen Haarausfalls eingesetzt. Es ist allerdings nicht für die Behandlung bei Frauen zugelassen, eine Behandlung mit Finasterid für Frauen kann nur im Rahmen eines individuellen Heilversuchs stattfinden (off-label use). Finasterid darf auf keinen Fall bei Frauen eingesetzt werden, die schwanger sind oder schwanger werden können, da es zu Fehlbildungen bei männlichen Feten führt. Finasterid senkt die erhöhten Spiegel des männlichen Geschlechtshormons Dihydrotestosteron, welche den hormonell bedingten Haarausfall begünstigen. Auch Finasterid muss kontinuierlich eingenommen werden.

Eine weitere Alternative ist Spironolacton, ein Medikament, das zu einer vermehrten Urinausscheidung über die Niere führt und z.B. zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird. Spironolacton hemmt die Bindung von männlichen Geschlechtshormonen an ihrem Rezeptor in geringem Maße. Eine relevante Wirkung ist nicht ausreichend durch Studien belegt.

Als letzte Möglichkeit bleiben das Tragen einer Perücke oder eine Haartransplantation.

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Quellen:

  • Springer, Karyn, Matthew Brown, and Daniel L. Stulberg. "Common hair loss disorders." American Family Physician 68.1 (2003): 93-102. Online: www.aafp.org
  • Price, Vera H. "Treatment of hair loss." New England Journal of Medicine 341.13 (1999): 964-973. Online: www.nejm.org
  • Varothai, Supenya, and Wilma F. Bergfeld. "Androgenetic alopecia: an evidence-based treatment update." American journal of clinical dermatology 15.3 (2014): 217-230. Online: www.ncbi.nlm.nih.gov

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