Harnwegsinfektionen werden von Bakterien ausgelöst
Eine Harnwegsinfektion kann durch eine Vielzahl an Faktoren verursacht werden, allerdings sind in den allermeisten Fällen Bakterien der Auslöser. Dies ist auch der Grund, warum sie erfolgreich mit einem Antibiotikum behandelt werden kann.

Frauen sind um ein Vielfaches häufiger von Harnwegsinfektionen betroffen als Männer. Die deutlich kürzere Harnröhre bei Frauen begünstigt die Einwanderung von Bakterien in die Harnblase, wo diese dann eine Entzündung auslösen. Die meisten solcher Entzündungen verlaufen relativ harmlos, es kann aber auch zu schweren oder sogar lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

Die Informationen auf dieser Seite geben Ihnen einen Überblick über die möglichen Auslöser einer solchen Infektion. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten zu Symptomen und medikamentöser Behandlung.

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Die häufigsten Auslöser einer Harnwegsinfektion

Von einem Harnwegsinfekt (Zystitis) spricht man, wenn es zu einer Entzündung der Blasenschleimhaut und in schweren Fällen auch der Blasenwand gekommen ist. Da die Harnblase ein wichtiger Teil der unteren ableitenden Harnwege ist, zählt ihre Entzündung genauso wie die Entzündung des Nierenbeckens und die Entzündung der Harnröhrenschleimhaut (Urethritis) zu den Harnwegsinfekten.

E. coli Bakterien sind in fast 9 von 10 Fällen die Auslöser einer Infektion. Diese Bakterien leben im Darm (Fäkalkeime) und sind Teil einer normalen und gesunden Darmflora. Ein Harnwegsinfekt entsteht, wenn diese Keime vom Darm zum Beispiel über die Haut im Analbereich in die Harnröhre gelangen und von dort weiter in die Blase. Die Blase gilt normalerweise als quasi „Keim-frei“ und der Urin hat unter anderem die Funktion eventuell vorhandene Bakterien über die Harnwege auszuwaschen. Wenn jedoch E.coli Bakterien in die Harnblase eindringen und sich schnell vermehren, kann es passieren, dass diese Keime nicht schnell genug ausgewaschen werden können und es zur Infektion kommt.

Wie Frauen eine Harnwegsinfektion vermeiden können

Eine einfache und effektive Maßnahme, als Frau eine Blasenentzündung zu vermeiden, ist auf der Toilette von vorne nach hinten abzuwischen. Darüber hinaus ist eine übertriebene Reinigung des Vaginalbereiches (z.B. Intimspray oder Scheidenspülung) nicht empfehlenswert, weil diese das normale Bakterienwachstum in der Scheide stört und Infekte begünstigt. Jede Art von Reibung – auch beim Sex - kann potentiell eine Blaseninfektion auslösen. Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner kann ebenfalls Infektionen hervorrufen, da es manchmal einige Zeit dauert bis sich Ihr Körper an die unbekannte, männliche Bakterienflora gewöhnt hat.

Risikofaktoren bei Frauen

Blasenentzündungen sind ein typisches Frauenproblem, ungefähr 30% aller Frauen erfahren einmal in ihren Leben eine Blasenentzündung. Eine Reihe von Risikofaktoren können die Entstehung einer Harnwegsentzündung begünstigen:

  • Schwangerschaft
  • Die Wechseljahre (Menopause)
  • Der Gebrauch von Diaphragma oder Spermizid-Cremes zur Verhütung
  • Geschlechtsverkehr sowie ungeschützter Sex mit einem neuen Partner
  • Diabetes
  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Die Anwendung von medizinischen Untersuchungsinstrumenten im Blasenbereich (Schläuche, Katheter...)
  • Allergische Reaktionen auf Scheiden-Cremes oder andere Hygieneprodukte
  • Infektionen im Scheidenbereich, wie z.B. Candidiasis

Sexuell übertragbare Infektionen (STI), wie z.B. Chlamydien, können ebenfalls das Risiko auf eine Blasenentzündung erhöhen.

Hygiene und der Gang zur Toilette

Eine nicht vollständige oder unregelmäßige Entleerung der Blase ist häufig ein Auslöser für Blasenentzündungen, dies gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer und Kleinkinder. Der in der Blase verbleibende Urin bildet einen idealen Nährboden für genau die Bakterien, die eine Harnwegsinfektion auslösen können. Deswegen ist es wichtig nicht nur regelmäßig auf die Toilette zu gehen, sondern die Blase auch möglichst vollständig zu entleeren.

Ein ähnlicher Effekt tritt ein, wenn man über längere Zeit hinweg nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Dies hat zur Folge, dass der Urin in der Blase konzentriert wird und sich die Anzahl der Bakterien erhöht. Eine Blockade der ableitenden Harnwege, zum Beispiel durch Nierensteine oder eine vergrößerte Prostata, kann ebenfalls zu einem Anstau von Urin führen. Dies fördert aus den bereits genannten Gründen das Wachstum von Bakterien, die dann eine Harnwegsinfektion oder Blasenentzündung auslösen können.

Harnwegsinfekt bei Männern

Eine Blasenentzündung bei einem Mann ist meistens nur ein Anzeichen für ein anderes Gesundheitsproblem. Deshalb sollten alle Männer die die Symptome einer Harnwegsinfektion haben ärztlich untersucht und behandelt werden. Häufig ist der Auslöser ein gestörter Urinfluss innerhalb der Harnwege.

Die Häufigkeit von Harnwegsinfekten steigt bei Männern mit zunehmendem Alter an, dies liegt überwiegend an der Zunahme von Prostataproblemen bei älteren Männern. Eine vergrößerte Prostata kann auf die Harnblase und -röhre drücken und behindert so den Urinabfluss. Gelegentlich kann auch eine Geschlechtskrankheit der Auslöser sein, zum Beispiel verursacht der Erreger der Gonorrhoe (Tripper) eine Entzündung der Harnröhre (Urethritis).

Nicht-infektiöse Entzündungen

Nicht alle Blasenentzündungen werden durch Bakterien ausgelöst. Bestimmte Medikamente die zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden können ebenfalls eine Entzündung der Blase auslösen, ebenso wie eine Strahlentherapie. Eine weitere Sonderform ist die interstitielle Zystits. Die Ursachen für diese Erkrankung, von der überwiegend Frauen betroffen sind, sind weitgehend unbekannt, weshalb sich die Behandlung unter Umständen schwierig und langwierig gestaltet.

Mögliche Komplikationen bei der Behandlung

Die meisten Harnwegsinfektionen verlaufen relativ harmlos und vergehen schon nach einigen Tagen. Die Heilung kann von selbst oder unter Zuhilfenahme von einfachen Hausmitteln erfolgen. Bei stärkeren Beschwerden die länger als ein paar Tage anhalten sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden, da auch eine harmlose Harnwegsinfektion unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Die Infektion kann sich auf die Nieren und andere Organsysteme ausbreiten, im schlimmsten Fall kann dies sogar zum Ausfall von lebenswichtigen Organen führen.

Normalerweise wird eine Blasenentzündung mithilfe von Antibiotika behandelt. Die Tabletten sollten in jeden Fall wie verordnet eingenommen werden, auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind. So kann ein Rückfall vermieden und das Risiko für das Auftreten von resistenten Bakterien verringert werden. Bei immer wiederkehrenden Entzündungen ist ein Besuch bei einem Urologen empfehlenswert.

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