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Schwangere Frau leidet unter Heuschnupfen

Rund 16 Prozent aller Menschen in Deutschland leiden unter Heuschnupfen. Diese Allergie gegen Pollen ist für die Betroffenen häufig belastend, denn das Niesen, die verstopfte Nase oder der Juckreiz der Augen führen nicht selten zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Während einer Schwangerschaft kann Heuschnupfen besonders belastend sein. Viele Schwangere sind verunsichert, welche Maßnahmen und Medikamente während einer Schwangerschaft geeignet sind.

DrEd erklärt, wie sich Heuschnupfen in der Schwangerschaft zeigt und welche Maßnahmen in dieser Lebensphase sinnvoll und hilfreich sind.

Rezept und Medikament gegen Heuschnupfen

Wie macht sich ein Heuschnupfen in der Schwangerschaft bemerkbar?

Viele Frauen sind während einer Schwangerschaft häufiger erkältet. Manche leiden auch unter einer sogenannten Schwangerschaftsrhinitis, einem Dauerschnupfen, der jedoch nicht durch Krankheitserreger bedingt ist. Heuschnupfen lässt sich deshalb nicht immer eindeutig von einer Erkältung oder der Schwangerschaftsrhinitis abgrenzen. Ein mögliches Unterscheidungskriterium ist allerdings, dass beim Heuschnupfen meist auch tränende und juckende Augen auftreten, die bei einem grippalen Infekt oder dem Dauerschnupfen in der Schwangerschaft gewöhnlicherweise fehlen. Allergikerinnen, die bereits wissen, auf welche Pollen sie reagieren, können mit einem Blick in den Pollenkalender nachprüfen, ob ihre Beschwerden möglicherweise mit dem Pollenflug zusammenhängen und somit allergischer Natur sind.

Ansonsten unterscheiden sich die Symptome des Heuschnupfens in der Schwangerschaft nicht von denen nicht schwangerer Frauen: Es kommt zu einem Fließschnupfen und/oder einer verstopften Nase, Niesattacken, Juckreiz in der Nase, im Rachen oder im Mund, zu brennenden und tränenden Augen, manchmal auch zu einer Bindehautentzündung. Häufig führt die Allergie auch zu Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder sogar Fieber. Dadurch kann sie leicht mit einer Erkältung verwechselt werden.

In jedem Fall empfiehlt es sich - vor allem in der sensiblen Phase der Schwangerschaft - einen Arzt aufzusuchen. Denn körperliche Beschwerden und der damit verbundene Stress können sich negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken und somit auch das ungeborene Kind belasten.

Hat die Schwangerschaft einen Einfluss auf den allergischen Heuschnupfen?

Die Schwangerschaft stellt eine hormonelle Umstellung für den Körper dar, die auch das Immunsystem beeinflussen kann. In dieser Phase kann ein Heuschnupfen durchaus neu auftreten. Eine schon bestehende Pollenallergie kann sich aber auch verstärkt oder, anders herum, nur noch abgeschwächt zeigen. Diese Veränderungen können auch langfristig, d.h. auch noch Jahre nach der Schwangerschaft bestehen bleiben. Ob und wie sich ein bestehender Heuschnupfen in der Schwangerschaft verändert, kann man allerdings nur schwer vorhersagen. Bei jeder Frau bzw. sogar bei jeder Schwangerschaft ist dies unterschiedlich.

Was hilft bei Heuschnupfen in der Schwangerschaft?

Generell sind Maßnahmen, die den Auslöser des Heuschnupfens beseitigen, am schonendsten und hilfreichsten. Allerdings sind sie bei einer Pollenallergie meist nur schwer umsetzbar, denn Pollen sind allgegenwärtig und gelangen über geöffnete Fenster, die Kleidung oder auch die Haare selbst in die Innenräume.

Folgende Maßnahmen können helfen, die Beschwerden des Heuschnupfens in gewissen Maßen zu lindern:

  • In der Hauptflugzeit der Pollen die Fenster möglichst geschlossen halten. Auf dem Land sind die meisten Pollen früh morgens in der Luft zu finden, in der Stadt eher abends
  • Um die Pollenbelastung während des Schlafens zu reduzieren, empfiehlt es sich, abends die Haare zu waschen und möglichst nicht im Schlafzimmer die Alltagskleidung abzulegen
  • Häufiges Saugen und Wischen der Wohnung sowie ein spezieller Staubsaugerfilter können die Pollenbelastung in der Wohnung zusätzlich reduzieren
  • Nasensprays oder -tropfen mit Meersalzlösung sind ungefährlich in der Schwangerschaft und können helfen, die Nasenschleimhaut feucht zu halten und Reizzustände zu vermeiden
  • Sinnvoll kann auch eine Auszeit an einem allergenarmen Ort wie z.B. am Meer oder im Gebirge sein, um den Pollen zu entkommen. Es empfiehlt sich hier, bei der Urlaubsplanung den Pollenkalender zu berücksichtigen und zur Hauptflugzeit zu verreisen

Sollten die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht abklingen, steht für Schwangere auch eine Behandlung mit Medikamenten zur Verfügung.

Mit welchen Medikamenten kann Heuschnupfen in der Schwangerschaft behandelt werden?

Grundsätzlich gilt, dass keine Schwangere ohne vorherige Absprache mit ihrem Arzt Medikamente einnehmen bzw. anwenden sollte. Dies betrifft auch frei verkäufliche Arzneimittel, Sprays, Augentropfen oder pflanzliche Mittel.

Unter den Medikamenten sind gegenüber den Tabletten zum Einnehmen zunächst Nasensprays, Inhalationssprays oder Augentropfen zu bevorzugen. Die enthaltenen antientzündlichen Wirkstoffe wie z.B. Cortison oder Cromoglicinsäure wirken hauptsächlich an Ort und Stelle, d.h. an den Schleimhäuten. Sie belasten somit nicht den gesamten Körper, der auch das ungeborene Kind versorgt.

Schnupfensprays, die die Wirkstoffe Xylometazolin oder Oxymetazolin enthalten, sind dagegen in der Schwangerschaft nicht zu empfehlen. Sie lassen zwar die Schleimhäute abschwellen und sorgen so für eine freie Nasenatmung. Sie sind jedoch in der Schwangerschaft nicht zugelassen, da ein Risiko für das Kind im Mutterleib nicht ausgeschlossen werden kann. Zudem machen sie abhängig, da bei dauerhafter Anwendung die Schleimhaut eine immer höhere Dosis bedarf, um abzuschwellen.

In Tablettenform steht eine Therapie mit sogenannten Antihistaminika zur Verfügung. Diese Medikamente blocken den eigentlichen Botenstoff der Allergie, das Histamin. Die Wirkstoffe Loratadin, Fexofenadin oder Cetirizin sind für Schwangere untersucht und können – stets nach Rücksprache mit dem Arzt – auch in der Schwangerschaft eingenommen werden. Empfohlen wird hier aber eine Einnahme möglichst erst nach der 12. Woche.

Wenn auch diese Medikamente nicht mehr helfen, kann ein Arzt im Einzelfall auch Kortison in Tablettenform verschreiben. Dosiert und kontrolliert angewendet ist es auch in der Schwangerschaft ein ungefährliches und hilfreiches Medikament.

Wie kann man einem Heuschnupfen in der Schwangerschaft vorbeugen?

Es ist möglich, vor der Schwangerschaft eine sogenannte Immuntherapie zu beginnen. Diese Behandlung wird auch Hyposensibilisierung genannt. Hierbei wird eine kleine Menge des Allergens unter die Haut gespritzt, um den Körper schrittweise daran zu gewöhnen. Eine Immuntherapie, die vor der Schwangerschaft begonnen wird, muss während der Schwangerschaft nicht zwangsläufig abgebrochen werden. Ein Beginn während der Schwangerschaft ist allerdings nicht möglich, da es zu unerwarteten körperlichen Reaktionen auf das Allergen kommen kann. Schlägt die Therapie an, bestehen gute Aussichten auf eine dauerhafte Heilung vom Heuschnupfen.

Rezept und Medikament gegen Heuschnupfen

Quellen:

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  • Wiseberg, Max (2014): Hay fever in pregnancy. In: The practising midwife 17 (5), S. 34–36.
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