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Mann schämt sich für Hornzipfel

Hornzipfel, in der Fachsprache auch Hirsuties papillaris penis, Papillae coronae glandis oder im Englischen Pearly penile papules genannt, sind für Männer ein häufiger Anlass zur Sorge. Der medizinische Laie kann sie fälschlicherweise als Geschlechtskrankheit einschätzen. Viele Männer empfinden die Hornzipfel außerdem als kosmetisches Problem. DrEd erklärt, wie man Hornzipfel erkennt und ob sie Anlass zur Sorge sind.

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Was sind Hornzipfel?

Hornzipfel sind warzenartige Gebilde (Papeln), die weißlich gefärbt, rötlich oder hautfarben sein können. Sie befinden sich am Rand der Eichel über deren gesamten Umfang bis hin zum Eichelbändchen. Eine einzelne Papel ist meist weniger als einen Millimeter klein, in seltenen Fällen können auch Größen von über einem Millimeter beobachtet werden. Hornzipfel sind weder schmerzhaft noch geht von ihnen ein Juckreiz aus. Auch bei Frauen sind Hornzipfel der Vagina bekannt, allerdings sind diese extrem selten.

Wie entstehen Hornzipfel?

Aus medizinischer Sicht ähneln Hornzipfel sogenannten Angiofibromen, kleine warzenartige Gebilde, die Bindegewebe und Blutgefäße enthalten. Sie kommen neben dem Penis auch im Gesicht – hier vor allem auf der Nase und den umliegenden Wangen – und an den Fingern vor. Bei manchen Krankheiten gibt es sie zudem an anderen Stellen des Körpers. Angiofibrome entstehen oft spontan, ohne dass ein Auslöser bekannt ist.

Auch Hornzipfel entstehen ohne bekannten Auslöser. Bei Männern beginnt das Auftreten der Hornzipfel zum größten Teil in der Pubertät. Nur wenige Fälle sind beschrieben, in denen auch bei vorpubertären Jungen Hornzipfel festgestellt wurden.

Mediziner sind sich nicht sicher, wieso gerade die Pubertät das Auftreten der Hornzipfel begünstigt, allerdings wird der sexuellen Reifung und der beginnenden sexuellen Aktivität eine Rolle zugeschrieben.

Sind Hornzipfel Grund zur Sorge?

Was den Krankheitswert der Hornzipfel angeht, sind sich Mediziner einig: Es handelt sich nicht um eine Geschlechtskrankheit, sondern ein natürlich auftretendes Phänomen.

Nach Ansicht von Experten ist das Auftreten der Zipfel ein sogenannter Atavismus. Atavismus bedeutet, dass Merkmale, die bei unseren evolutionären Vorfahren ausgeprägt waren, plötzlich auch beim Menschen wieder auftreten. Mit dieser Theorie lässt sich auch erklären, wieso nicht alle Männer, sondern nur etwa 20 – 40 Prozent, solche Hornzipfel aufweisen.

Obwohl von den Hornzipfeln nicht das Risiko einer Krankheit ausgeht, können andere Probleme entstehen. Gerade große Papeln stellen für betroffene Männer oft eine psychologische Belastung dar. Sie können als „abnormal“ und „unästhetisch“ wahrgenommen werden. So können Hornzipfel Schamgefühl und Angst vor einer „Ansteckung“ auslösen. Zudem kann das Gefühl aufkommen, die Partnerin empfinde die Papeln als abschreckend oder vermute gar eine Geschlechtskrankheit.

Dieser psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen und kann sogar zu erektiler Dysfunktion führen.

Kann man Hornzipfel entfernen?

Da von den Papeln kein Krankheitswert ausgeht, wird von den meisten Ärzten auch nicht zu einer Therapie geraten. Zudem übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Abtragung nicht. Sollten die Hornzipfel allerdings zu psychologischen Belastungen führen, kann über eine Abtragung nachgedacht werden. Dazu werden die Papeln unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mit einem CO2-Laser bestrahlt und so entfernt. Diese Therapieform wird als CO2-Laser-Ablation bezeichnet. Obwohl diese Methode in den meisten Fällen sicher die Papeln entfernt, kann es zu Komplikationen kommen. In seltenen Fällen können Narben zurückbleiben, die zu einer Funktionseinschränkung des Penis führen oder ebenfalls ästhetisch nicht ansprechend sind. Außerdem kann es zu einem spontanen Wiederauftreten der Hornzipfel kommen.

Wie kann man die Hornzipfel von Geschlechtskrankheiten unterscheiden?

Für den medizinischen Laien besteht die Gefahr, die Hornzipfel fälschlicherweise als Geschlechtskrankheit einzuschätzen.

Erscheinungen, die eine gewisse Ähnlichkeit zu Hornzipfeln besitzen, sind:

  • Fordyce-Drüsen, diese sind ebenfalls ohne Krankheitswert
  • Feigwarzen (Condyloma acuminata), eine Geschlechtskrankheit
  • Dellwarze (Molluscum contagiosum)

Fordyce-Drüsen

Fordyce-Drüsen sind Talgdrüsen, die sich an ungewöhnlichen Orten des Körpers befinden. Sie wurden nach ihrem Erstbeschreiber John Addison Fordyce benannt. Normalerweise treten Talgdrüsen zusammen mit Haaren auf. Die Fordyce-Drüsen allerdings entstehen losgelöst von Haarwurzeln. Es handelt sich um kleine, punktförmige, weiße Gebilde, die am häufigsten an den Lippen, am Penis und Hodensack und an der Vulva auftreten. Allerdings zeigen sie im Gegensatz zu den Hornzipfeln nicht die typische Lokalisation um den Rand der Eichel herum.

Feigwarzen

Feigwarzen sind eine durch Humane Papillomaviren ausgelöste Geschlechtskrankheit. Sie sind, ähnlich wie Hornzipfel, kleine weißliche, rötliche oder bräunliche Knoten. Allerdings treten sie beim Mann vorwiegend an der Vorhaut, dem Penisschaft oder in der Analregion auf. Zudem können bei den Feigwarzen Schmerzen, Juckreiz und Blutungen auftreten, was für Hornzipfel ungewöhnlich ist.

Dellwarzen

Dellwarzen sind ebenfalls weiße, rötliche oder hautfarbene Knoten, die durch eine Virusinfektion verursacht werden. Sie weisen immer eine zentrale Delle auf und sind dadurch gut von Feigwarzen und Hornzipfeln zu unterscheiden. Dellwarzen können neben den Geschlechtsorganen auch an vielen anderen Stellen des Körpers auftreten.

Ist man sich nicht sicher, ob es sich bei solchen Erscheinungen um Hornzipfel, Feigwarzen, Dellwarzen oder etwas Anderes handelt, ist es immer hilfreich, einen Hautarzt aufzusuchen.

Auch in der Fotosprechstunde von DrEd kann man von einem Arzt eine Diagnose stellen lassen. Dazu muss lediglich ein Foto der betroffenen Stelle hochgeladen werden.

Hornzipfel sind eine häufige Erscheinung, die keinen Krankheitswert besitzt und keinen Grund zur Sorge darstellt. Auch Männern, die durch ihre Hornzipfel eine erhebliche psychologische Belastung erfahren, kann geholfen werden.

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Quellen:

  • Van Dijk, F., Thio, H. B., & Neumann, H. A. M. (2006). Non-oncological and non-infectious diseases of the penis (penile lesions). eau-ebu update series, 4(1), 13-19. Link: www.sciencedirect.com, abgerufen am 14.11.2015 (Link führt zum Abstract, Volltext nur über speziellen Zugang erhältlich)
  • Sonnex, C., & Dockerty, W. G. (1999). Pearly penile papules: a common cause of concern. International journal of STD & AIDS, 10(11), 726-727. Link: www.sagepub.com, abgerufen am 14.11.2015 (Link führt zum Abstract, Volltext nur über speziellen Zugang erhältlich)
  • Sterry, W., Burgdorf, W., & Paus, R. (2010). Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie. Georg Thieme Verlag

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