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Gynäkologin nimmt Abstrich bei Patientin mit Kolpitis

Kolpitis ist der Fachbegriff für eine Entzündung im Bereich der Vagina, also dem Eingang zur Gebärmutter. Die Ursachen sind meistens Erreger, aber auch Allergien und Reizungen können eine Kolpitis auslösen. Bei einer Kolpitis kommt es zu einer starken Rötung, häufig auch zu Juckreiz und Ausfluss aus der Scheide. Sie ist in der Regel gut behandelbar, oft muss allerdings zur Vermeidung von Rückfällen eine Partnerbehandlung durchgeführt werden. Zur Vorbeugung einer Kolpitis spielt die richtige Pflege des Intimbereichs eine wichtige Rolle.

DrEd klärt die wichtigsten Fragen zur Entstehung, Behandlung und Vorbeugung einer Kolpitis.

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Was ist eine Kolpitis?

Der Begriff Kolpitis wird von Ärzten benutzt, wenn die Scheide (Vagina) meist aufgrund einer Infektion entzündet ist. Ein Synonym ist die Bezeichnung Vaginitis, die die Vagina als Ort der Entzündung besser beschreibt. Es wird unterschieden zwischen einer primären und einer sekundären Kolpitis. Bei der primären Kolpitis gelangen die Erreger von außen in die Scheide und verursachen so eine Infektion. Die sekundäre Kolpitis entwickelt sich durch eine aus dem Gleichgewicht geratene Vaginalflora, in der sich normalerweise ungefährliche Keime der körpereigenen Flora zu sehr vermehren können.
Abzugrenzen von der Kolpitis ist die Vulvitis, eine Entzündung des äußeren Intimbereichs (Vulva). Meist beschränken sich Entzündungen jedoch nicht auf eines der beiden Gebiete. Oft wird deshalb bei jeder Art von Entzündung der Begriff Kolpitis benutzt.

Was sind die infektiösen Ursachen für eine Kolpitis?

Die Ursachen der Kolpitis sind meist Keime, die eine Infektion auslösen. Dabei entzündet sich die Scheide. Zu den Keimen zählen Bakterien, Pilze und sogenannte Protozoen.

Der bekannteste bakterielle Auslöser ist Gardnerella vaginalis. Diese Bakterien verursachen sehr häufig die wegen ihres Geruchs als Aminkolpitis bezeichnete Form der Entzündung. Sie wird auch als bakterielle Vaginose bezeichnet. Zudem führen Geschlechtskrankheiten wie die durch Gonokokken verursachte Gonorrhö und eine Chlamydien-Infektion ebenfalls zu einer Entzündung der Scheide.

Der häufigste Erreger unter den Pilzen ist der Hefepilz Candida albicans. Er verursacht den Scheidenpilz, der auch als Soorkolpitis bezeichnet wird.

Protozoen wie Trichomonaden verursachen die Trichomonaden-Kolpitis (Trichomoniasis).

Welche weiteren Faktoren begünstigen die Entstehung einer Kolpitis?

Auch Allergien, zum Beispiel gegen Duftstoffe in Slipeinlagen oder im Rahmen einer allergischen Reaktion auf bestimmte Medikamente, können eine Kolpitis auslösen. Weiterhin kann es durch starke Reibung, wie beim Reiten oder bei häufigem Geschlechtsverkehr zu einer mechanischen Reizung kommen. Häufiger Geschlechtsverkehr spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Entstehung von bakteriellen Ungleichgewichten der Intimflora.
Des Weiteren kann durch Stress, falsche Intimhygiene, Östrogenmangel und Antibiotikaeinnahme die Intimflora aus dem Gleichgewicht geraten. Allein eine gestörte Intimflora kann bereits typische Symptome einer Kolpitis verursachen. Zusätzlich wird durch das Ungleichgewicht vielen Krankheitserregern die Vermehrung erleichtert.

Wie häufig kommt eine Kolpitis vor?

Die Kolpitis ist eine sehr häufige Erscheinung. Da sie mehrere Erkrankungen zusammenfassend bezeichnet, sind genaue Angaben über die Häufigkeit schwer zu treffen. Allein die bakterielle Vaginose tritt bei etwa zwanzig Prozent der Frauen mindestens einmal im Leben auf. Unter Scheidenpilz leiden sogar drei Viertel aller Frauen mindestens einmal im Leben. Alle weiteren Infektionen sind zwar seltener, in der Summe ist jedoch nahezu jede Frau in ihrem Leben ein- oder mehrmals von einer Kolpitis betroffen.

Woran erkennt man eine Kolpitis?

Die häufigsten Symptome einer Kolpitis sind eine Rötung der Scheide, Scheidenjucken und Brennen im Intimbereich. Sie können bei allen Formen der Kolpitis auftreten. Außerdem kann es vermehrt zu vaginalem Ausfluss kommen. Der Ausfluss kann einen spezifischeren Hinweis auf die Ursache der Kolpitis darstellen. Bei einer bakteriellen Vaginose kommt es zum Beispiel häufig zu grauem, grünem oder gelbem Ausfluss, während eine Pilzinfektion eher farblosen, aber krümeligen Ausfluss verursacht.

Muss man mit einer Kolpitis zum Arzt gehen?

Aufgrund der zahlreichen möglichen Ursachen für eine Kolpitis sollte bei den in der Regel sehr unangenehmen Symptomen ein Arzt aufgesucht werden. Manche der zugrunde liegenden Erkrankungen können unbehandelt auch zu schwerwiegenden Folgen wie Unfruchtbarkeit und Entstehung von Tumoren beitragen.
Viele Frauen leiden unter immer wiederkehrenden Pilzinfektionen und erkennen die typischen Symptome schnell. Auch in diesem Fall kann jedoch der Arztbesuch helfen, um eine langfristige Therapie der lästigen Erkrankung zu beginnen.

Da die Behandlung gezielt gegen einen bestimmten Erreger geplant wird, ist die Diagnose durch einen Arzt notwendig. Er kann mit Hilfe eines Abstriches und einer mikroskopischen sowie labordiagnostischen Untersuchung die Erreger erkennen und gezielt behandeln. Auch die Partnerbehandlung ist wichtig, um einen Ping-Pong-Effekt zu verhindern.

Wie wird die Kolpitis behandelt?

Die Behandlung der Kolpitis erfolgt abhängig von der Ursache. Bei einer bakteriellen Vaginose und einer Trichomonaden-Infektion verschreibt der Arzt das Antibiotikum Metronidazol. Bei Chlamydien wirkt das Antibiotikum Azithromycin gezielt gegen die Bakterien, eine Gonorrhö wird mit Cefixim behandelt. Die Antipilzmittel Clotrimazol oder Econazol helfen bei regelmäßigem Auftragen und der Anwendung von Scheidenzäpfchen effektiv gegen Scheidenpilz.  In einigen Fällen kommt es zu einer sogenannten Superinfektion. Das heißt, dass eine Infektion mit Bakterien und Pilzen gleichzeitig vorliegt. In diesem Fall muss eine kombinierte Therapie durchgeführt werden, um beide Erreger zu bekämpfen. Der Arzt kann die Dauer und Art der Behandlung auch verlängern oder bei Bedarf verändern. Bei den meisten Erkrankungen wird in einer festen Partnerschaft die Mitbehandlung des Partners empfohlen. Außerdem sollte nach der Behandlung eine erneute Untersuchung erfolgen, um den Therapieerfolg zu überprüfen.

Bei einer durch falsche Hygienemaßnahmen oder Antibiotikaeinnahme aus dem Gleichgewicht geratenen Intimflora, kann eine Wiederherstellung der gesunden bakteriellen Zusammensetzung bereits ausreichen. Dazu können verschiedene Gels oder Milchsäurezäpfchen eingesetzt werden.

Ein Östrogenmangel mit der Folge einer Kolpitis tritt besonders in den Wechseljahren auf. In diesem Fall sollte die gynäkologische Behandlung langfristig erfolgen. Meist geht es bei der Therapie eines Östrogenmangels (LINK) nämlich nicht nur um die Behandlung wiederkehrender Infektionen. Vielmehr spielen zahlreiche weitere Symptome eine Rolle, die durch eine Östrogentherapie verbessert werden können.

Wie kann man einer Kolpitis vorbeugen?

Die Vorbeugung einer infektiös bedingten Kolpitis erfolgt bei wechselnden Sexualpartnern am besten mit Kondomen. Doch auch bei der konsequenten Verwendung von Kondomen kann die Übertragung von bestimmten Erregern, wie zum Beispiel Chlamydien nicht ausgeschlossen werden. Am sichersten ist die Vermeidung von Geschlechtsverkehr mit unbekannten Partnern, bei denen möglicherweise eine Infektion vorliegt.
Besteht die Notwendigkeit einer Antibiotikatherapie sollten bereits parallel zur Einnahme vorbeugenden Maßnahmen erfolgen. Um die gesunde Vaginalflora zu erhalten können Milchsäurezäpfchen oder Vaginalgels in der Apotheke gekauft und täglich abends in die Scheide eingeführt werden. Die Behandlung sollte auch nach Beenden der Antibiotikatherapie noch einige Tage fortgesetzt werden.

Bei einer empfindlichen Intimflora berät der Arzt meist auch hinsichtlich der richtigen Intimhygiene. Dazu gehört zum Beispiel das tägliche Waschen des Intimbereichs mit klarem Wasser, besonders nach dem Geschlechtsverkehr. Abzuraten ist die Verwendung von aggressiven Waschmitteln oder Intimdeos. Sie verändern den vaginalen pH-Wert und begünstigen so die Vermehrung von Erregern.

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Quellen:

  • Stauber M, Weyerstahl T. Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Stuttgart: Thieme Verlag, 3. Auflage 2007
  • Medline plus: Health information. Vaginitis. Topic last reviewed: 15 November 2016. Online: www.medlineplus.gov, zuletzt aufgerufen am 12.5.17
  • AWMF online: Portal der wissenschaftlichen Medizin. 015/072–S2k-Leitlinie: Vulvovaginalkandidose. Stand:12/2013. Online: www.awmf.org, zuletzt aufgerufen am 12.5.17
  • Amboss Programm für Ärzte und Medizinstudenten. Entzündungen des weiblichen Genitaltrakts. Online: www.amboss.miamed.de, zuletzt aufgerufen am 12.5.17

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