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Frau mit zu viel Magensäure

Magensaft ist extrem sauer. Dafür ist die Magensäure, auch „Salzsäure“ (chemisch: Chlorwasserstoffsäure) verantwortlich. Diese kann sogar Metalle auflösen. DrEd erklärt, welche Rolle die Magensäure bei der Verdauung spielt und wie sich der Magen vor ihr schützt. 

Bei den Ärzten von DrEd können Sie eine Erstbehandlung gegen Sodbrennen erhalten oder Ihr gewohntes Medikament gegen Sodbrennen anfordern. Die ärztliche Gebühr beträgt 9 €.

Was ist Magensäure?

Reine Magen- bzw. Salzsäure ist farblos und klar wie Wasser. Sie sorgt für den niedrigen pH-Wert im Magen, der etwa zwischen 1 und 1,5 liegt, aber sogar auf Werte unter eins sinken kann. Oft wird der Begriff „Magensäure“ gleichbedeutend für „Magensaft“ verwendet. Magensaft beinhaltet neben Magensäure aber noch weitere Bestandteile.

Welche Komponenten bilden den Magensaft und woher kommt er?

Der Magen produziert täglich ungefähr zwei bis drei Liter Magensaft. Je nachdem, ob er gerade arbeitet oder leer ist, schwankt sein pH-Wert zwischen 1 (extrem sauer) und 7 (neutral).

Für die Produktion des Magensaftes sind drei Arten von Zellen zuständig: Die Belegzellen produzieren Salzsäure, die aus einem Proton (H+) und einem Chlorid-Ion (Cl-) besteht. Für die Ausschüttung der H+-Ionen sorgt eine Protonen-Pumpe. Sie ist Zielort der Protonen-Pumpen-Inhibitoren, die also die Protonen-Pumpen hemmen.

Protonen-Pumpen-Hemmer werden unter anderem bei Sodbrennen verschrieben. Außerdem kommt von den Belegzellen der Intrinsic Factor, den der Körper braucht, um Vitamin B12 aus der Nahrung aufzunehmen. Dieses Vitamin wiederum hilft bei der Neubildung von Blutzellen.

Die sogenannten Nebenzellen sind für den basischen Schleim verantwortlich. Er legt sich über die etwa ein Millimeter hohe und gut durchblutete Magenschleimhaut und schützt das Organ so vor der Selbstverdauung. Die Hauptzellen schütten Pepsinogen aus. Außerdem besteht Magensaft aus verschlucktem Speichel und dem Sekret der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), das aus dem Dünndarm zurück in den Magen fließt.

Wann wird Magensäure ausgeschüttet?

Die Sekretion der Magensäure erfolgt in drei Phasen. In der sogenannten cephalischen Phase reagiert das Gehirn auf Sinneseindrücke wie Geruch oder den Anblick einer leckeren Mahlzeit. Über den Nervus vagus, einem wichtigen Nerven des parasympathischen Nervensystems, sorgt es für vermehrte Säureproduktion. Diese liefert etwa 30 Prozent der benötigten Säure.

In der darauffolgenden gastrischen Phase spielt die Dehnung des Magens die Hauptrolle. Neben Salzsäure und Pepsin wird auch Gastrin freigesetzt. Dieses Hormon stimuliert die Salzsäure-Ausschüttung zusätzlich und wird durch Alkohol, Eiweiß und Koffein vermehrt produziert. Ein weiteres wichtiges Hormon ist Histamin, das an die H2-Rezeptoren der Belegzellen bindet und diese zur HCL-Produktion anregt. Ältere Medikamente gegen Sodbrennen greifen genau dort an.

In der intestinalen Phase tritt der Nahrungsbrei durch den Pförtner in das Duodenum (Zwölffingerdarm), was die Magensäureproduktion drosselt.

Was passiert zwischen den Mahlzeiten im Magen?

Auch in den Phasen zwischen den Mahlzeiten wird kontinuierlich Salzsäure in den leeren Magen ausgeschüttet. Die sogenannte basale Sekretionsrate ist morgens am niedrigsten. Sie hängt von der Menge der Belegzellen ab, die wiederum mit dem Körpergewicht einhergeht – eine mögliche Erklärung dafür, warum Männer im Schnitt mehr Säure produzieren. Im Alter nimmt die Menge der Magensäure jedoch bei beiden Geschlechtern ab.

Wie hilft die Magensäure bei der Verdauung?

Der Magen ist nicht nur für das Mischen und Mahlen der Nahrung zuständig, sondern auch für deren erste Aufbereitung. Damit erleichtert er dem Darm die Verdauung. Vor allem bei der Proteinverwertung spielt der Magen eine wichtige Rolle. Die saure Umgebung denaturiert die Proteine, also ändert deren ursprüngliche Form, sodass Enzyme später besser angreifen können. Pepsinogen, eine Enzymvorstufe, wird durch den niedrigen pH-Wert der Salzsäure zu Pepsin aktiviert. Dieses spaltet Eiweißketten in kleinere Bestandteile, sodass der Darm sie leichter aufnehmen kann.

Welche Aufgaben hat die Magensäure noch?

Der Magen ist die erste große Zwischenstation der Nahrung auf ihrem Weg durch den Verdauungsapparat. Folglich ist er auch für die Abwehr potenzieller Erreger zuständig. Durch seinen hohen Säuregehalt wirkt der Magensaft bakterizid, tötet also aufgenommene Bakterien ab. Daher galt er lange als steriles Organ. Doch die Nobelpreisträger Robin Warren und Barry Marshall wiesen 1982 das Bakterium Helicobacter pylori nach.

Neben diesem Vertreter lassen sich für kurze Perioden auch andere Bakterien im Magensaft nachweisen. Sie kommen beispielsweise aus dem Rachen, besiedeln die Magenschleimhaut aber nicht und haben daher auch keine Auswirkungen. Wird jedoch die Magensäureproduktion längere Zeit medikamentös unterdrückt, kann es zu einer Fehlbesiedelung mit diesen vorübergehend vorhandenen Bakterien kommen.

Sie können zu einer Gastritis führen und produzieren unter Umständen Stoffe, die das Risiko für Magenkrebs erhöhen. Bei Personen, die unter Reflux leiden, können mit der Magensäure auch Bakterien in die Speiseröhre zurückfließen, versehentlich eingeatmet werden und dann eine Lungenentzündung verursachen.

Ist Magensäure gefährlich?

Bei häufigem Erbrechen schädigt die aggressive Magensäure den Zahnschmelz. Fließt Magensäure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre (Reflux), kann sich diese entzünden (Ösophagitis), was in manchen Fällen sogar in Speiseröhrenkrebs übergehen kann. Außerdem ist ein Säureüberschuss oft verantwortlich für die Entstehung von Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) oder Geschwüren des Magens (Ulcus ventriculi) und des Zwölffingerdarms (Ulcus duodeni).

Normalerweise wird die Dünndarmschleimhaut durch den Pankreassaft geschützt, der die Säure aus dem Magen neutralisiert. Der Magen selbst wird durch eine Schleimschicht abgeschirmt. Diese Schutzmechanismen können jedoch geschwächt werden, etwa durch eine Infektion mit Helicobacter Pylori, Alkohol, Rauchen, Stress oder die Einnahme von Aspirin und anderen Entzündungshemmern wie Ibuprofen. Auch Glukokortikoide vermindern die Produktion des schützenden Schleims, sodass es unter einer Cortisontherapie zu einem Geschwür kommen kann.

In der Industrie wird Salzsäure für verschiedene Produktions- und Analyseverfahren verwendet. Ihre Dämpfe reizen Atemwege, Schleimhäute und Augen. Gerät sie auf die Haut, führt sie zu starken Verätzungen.

Wie merkt man einen Überschuss an Magensäure?

Ein Überschuss an Magensäure muss nicht unbedingt zu Symptomen führen. Läuft die Magensäure über die Speiseröhre zurück (Reflux), klagen Betroffene mitunter über Sodbrennen, einem brennenden Gefühl in der Speiseröhre. Dazu gesellen sich manchmal Aufstoßen und ein Druckgefühl hinter dem Brustbein. Sodbrennen-Geplagte können versuchen, die überschüssige Säure mit Hausmitteln zu neutralisieren. Der Arzt verschreibt in der Regel sogenannte Protonen-Pumpen-Inhibitoren.

Was machen Medikamente bei zu viel Magensäure?

Ältere Medikamente gegen Sodbrennen wie Cimetidin, Ranitidin und Famotidin gehören zu den H2-Blockern und besetzen die Rezeptoren für Histamin. Dadurch kann das Hormon keine Säure-Ausschüttung mehr bewirken. Die basale Säuresekretion wird jedoch nicht beeinflusst.

Neuere Medikamente wie Omeprazol oder Pantoprazol hemmen die Protonen-Pumpe, sodass weniger Protonen (H+) ausgeschüttet werden, welche ein Bestandteil der Salzsäure sind. Protonen-Pumpen-Inhibatoren senken die Salzsäureausschüttung um mehr als 90 Prozent. Allerdings führt die fehlende Säure mitunter zu Verdauungsstörungen.

Zudem gibt es noch Medikamente wie Pirenzepin, das die Wirkung des Parasympathikus auf die Säureproduktion hemmt. Aluminiumhydroxid oder Magnesiumhydroxid gehören zu den Antazida. Diese neutralisieren die überschüssige Säure. Die genannten Medikamente beheben aber nicht die Ursache des Reflux. Aus diesem Grund sollte eine genaue Abklärung durch einen Arzt oder die DrEd-Sprechstunde erfolgen.

Bei den Ärzten von DrEd können Sie eine Erstbehandlung gegen Sodbrennen erhalten oder Ihr gewohntes Medikament gegen Sodbrennen anfordern. Die ärztliche Gebühr beträgt 9 €.

Quellen:

  • Hunt, R. H., Camilleri, M., Crowe, S. E., El-Omar, E. M., Fox, J. G., Kuipers, E. J., & Sonnenberg, A. (2015). The stomach in health and disease. Gut, gutjnl-2014.
  • Nardone, G., & Compare, D. (2015). The human gastric microbiota: Is it time to rethink the pathogenesis of stomach diseases?. United European gastroenterology journal, 2050640614566846.
  • O'Connor, A., & O'Moráin, C. (2014). Digestive Function of the Stomach. Digestive Diseases, 32(3), 186-191.
  • Yao, X., & Forte, J. G. (2003). Cell biology of acid secretion by the parietal cell. Annual review of physiology, 65(1), 103-131.

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