Hervorragend 9.5/10
Migräne bei Kindern kommt häufig vor

Einer Studie der Amerikanischen Gesellschaft für Neurologie zufolge leiden je nach Altersgruppe etwa drei bis elf Prozent aller Kinder unter Migräne. Damit ist die Häufigkeit der Migräne im Kindesalter ähnlich der bei Erwachsenen.
Durchschnittlich treten die Beschwerden bei Jungen erstmals im siebten Lebensjahr, bei Mädchen erstmals im elften Lebensjahr auf.

Jugendliche ab 18 Jahren können in der DrEd Online Sprechstunde ein Folgerezept für ihr Migräne Medikament anfordern.

✓ Erfahrene deutsche Ärzte
✓ Ohne Termin
✓ Vertraulich

Wie äußert sich Migräne bei Kindern?

Bei Kindern unterscheidet man – genau wie bei Erwachsenen auch – zwischen Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura. Die Kopfschmerzen sind meist einseitig, sehr stark und pulsierend oder pochend und sind somit vergleichbar mit den Migräne Symptomen bei Erwachsenen. Ebenso treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit auf. Bei der Migräne mit Aura kommt es außerdem zu Sehstörungen, die von den Betroffenen und Ärzten namensgebend als „Augenmigräne“ bezeichnet wird.

Wann spricht man bei Kindern von einer Migräne?

Bei Kindern gibt es strenge Kriterien, die zur Diagnose einer Migräne erfüllt sein müssen:

  • Kopfschmerzattacken, die eine bis 72 Stunden anhalten
  • Kopfschmerzattacken, die zwei der folgenden vier Kriterien aufweisen
    • einseitige oder beidseitige Lokalisation
    • pulsierende Schmerzen
    • moderate bis starke Schmerzen
    • Schmerzen, die durch körperliche Aktivität verstärkt werden
  • Eines der folgenden Symptome begleitet die Kopfschmerzen
    • Übelkeit und/oder Erbrechen
    • Lichtscheu oder Lautstärkeempfindlichkeit

Treten insgesamt fünf oder mehr Attacken auf, die die oben genannten Kriterien erfüllen, so ist die Diagnose Migräne im Kindesalter zu stellen.

Was sind die Besonderheiten von Migräne bei Kindern?

Die kindliche Migräne ist der Migräne im Erwachsenenalter sehr ähnlich. Trotzdem gibt es einige Besonderheiten, in denen sich beide unterscheiden.
Im Kindesalter treten die Attacken häufiger auf als bei Erwachsenen. Die einzelnen Attacken halten weniger lange an. Migräneattacken über zwölf Stunden sind bei Kindern sehr selten.

Übelkeit, Erbrechen und andere Symptome, die den Magen-Darm-Trakt betreffen, sind bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen und begleiten beinahe jede Attacke. Bei vielen Kindern geht der Migräneschmerz auch mit Bauchschmerzattacken einher. Eine Studie konnte zeigen, dass Kinder mit ausgeprägter Migräne auch häufiger unter Schlafproblemen (Alpträume, Ruhelosigkeit) leiden.

Was sind die Auslöser für kindliche Migräneattacken?

Bei Kindern ist es besonders wichtig, auf die Usache der Migräne, also den Auslöser (Trigger) einer Migräneattacke zu achten. Zu den häufigsten Ursachen einer Migräneattacke zählen starker Lärm, grelles Licht und verschiedene Nahrungsmittel, zum Beispiel koffeinhaltige Getränke. Auch Veränderungen der Schlafgewohnheiten können eine Migräne auslösen. Schon ein Beseitigen dieser auslösenden Faktoren kann die Häufigkeit von Migräneattacken deutlich reduzieren.

Bleibt Migräne von Kindern auch im Erwachsenenalter bestehen?

In einer Studie, die Kinder mit Migräne bis ins Erwachsenenalter begleitete, wurde festgestellt, dass etwa 60 Prozent der Migränekinder auch im Erwachsenenalter (30 Jahre oder älter) unter Migräneattacken litten. Allerdings gaben viele an, dass die Migräneattacken im Erwachsenenalter sowohl weniger häufig als auch weniger stark auftraten.

Wie kann man Migräne bei Kindern behandeln?

Die Ziele der Migränetherapie sind bei Kindern und Erwachsenen gleich. Die Therapie soll die Frequenz, Stärke und Dauer der Attacken senken, die Lebensqualität verbessern und Patienten dazu befähigen, ihre Krankheit eigenständig zu bewältigen.

Die Therapie der Migräne im Kindesalter kann in drei Säulen aufgeteilt werden:

  • Akute/episodische Therapie
  • Prophylaktische/präventive (vorbeugende) Therapie
  • Nichtmedikamentöse- und Verhaltens-Therapie

1) Akute/episodische Therapie

In der akuten Behandlung einer Migräneattacke spielen unter anderem die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), wie z.B. Acetylsalicylsäure (ASS) und Paracetamol eine Rolle. Diese werden vor allem bei leichten bis mittelgradigen Migränekopfschmerzen eingesetzt. Bei Kinder unter 14 Jahren sollte ASS allerdings nicht eingesetzt werden.

Bei mittelschweren bis schweren Migräneattacken kommt eine andere Gruppe von Medikamenten, die sogenannten Serotonin-Rezeptor-Agonisten oder Triptane zum Einsatz. Diese Medikamente binden an den Rezeptor für den Botenstoff Serotonin und beeinflussen so die Kopfschmerzen. Beispiel für ein Triptan ist Sumatriptan, das auch als Nasenspray erhältlich ist.

2) Prophylaktische/präventive (vorbeugende) Therapie

In der Vorbeugung von Migräneanfällen kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Unter anderem Medikamente, die Histamin-Rezeptoren blockieren (Cyproheptadin), Medikamente, die Adrenalinrezeptoren blockieren (Betablocker), Medikamente, die die Kalziumaufnahme der Zellen beeinflussen (Kalziumantagonisten) und Medikamente, die zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt werden (Antiepileptika).

Cyproheptadin (Handelsname Peritol) ist ein Medikament, das verschiedene Rezeptoren im menschlichen Körper beeinflusst. Es ist in einigen Ländern zur Vorbeugung kindlicher Migräne zugelassen, da in Studien gezeigt wurde, dass es die Häufigkeit von Migräneattacken bei Kindern reduzieren kann.

Die Ergebnisse, die mit Betablockern erzielt werden, sind umstritten. In einigen Studien konnte eine vorbeugende Wirkung gezeigt werden, in anderen war keine solche Wirkung nachweisbar. Sie werden bei Kindern in der Prophylaxe der Migräne angewendet.

Kalziumantagonisten und Antiepileptika (Antikonvulsiva) zeigen bei Erwachsenen gute Ergebnisse in der Prophylaxe von Migräneattacken. Auch bei Kindern ist eine gute Wirksamkeit zu erwarten, allerdings ist diese durch weniger Studien belegt als bei Erwachsenen. Trotz der positiven Effekte ist die Anwendung von Kalziumantagonisten zur Behandlung der kindlichen Migräne in Deutschland nicht zugelassen.

3) Nichtmedikamentöse-Therapie

Einer Praxisstudie der Universität Göttingen zufolge, in der Kindern eine Gruppentherapie gegen Kopfschmerzen angeboten wurde, zeigt, dass auch nicht-medikamentöse Therapieansätze wirken. Im Rahmen der Studie, die 80 Migränekinder im Alter von acht bis vierzehn Jahren untersuchte, konnte bei bis zu 60 Prozent eine Reduktion der Kopfschmerzhäufigkeit und der Schmerzintensität erreicht werden.

Neben solchen ärztlichen Therapieversuchen können auch zu Hause durchgeführte Entspannungsübungen, wie z.B. Yoga, die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren.

Migräne ist eine belastende Erkrankung, die vor allem im Kindesalter die Lebensqualität drastisch beeinflussen kann. Deshalb ist es wichtig, die Symptome einer kindlichen Migräne früh zu erkennen und eine effektive Behandlung einzuleiten.

✓ Erfahrene deutsche Ärzte
✓ Ohne Termin
✓ Vertraulich

Quellen:

  • Bille, B. O. (1981). Migraine in childhood and its prognosis. Cephalalgia, 1(2), 71-75. Online: www.onlinelibrary.wiley.com, aufgerufen am 22.12.15 (Abstract, aufgerufen am 22.12.15)
  • Lewis, D., Ashwal, S., Hershey, A. O., Hirtz, D., Yonker, M., & Silberstein, S. (2004). Practice Parameter: Pharmacological treatment of migraine headache in children and adolescents Report of the American Academy of Neurology Quality Standards Subcommittee and the Practice Committee of the Child Neurology Society. Neurology, 63(12), 2215-2224, Online: www.neurology.org, aufgerufen am 22.12.15 (Abstract, aufgerufen am 22.12.15)
  • Evers, S., May, A., Fritsche, G., Kropp, P., Lampl, C., Limmroth, V., ... & Diener, H. C. (2008). Leitlinie der Deutschen Migräne-und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Nervenheilkunde, 27, 933-949, Online: www.dmkg.net, aufgerufen am 22.12.15
DrEd Wissen
Empfehle diesen Artikel

Schnell & bequem

Unser Service hilft Ihnen, wertvolle Zeit zu sparen. Die Ärzte bei DrEd sind für Sie da, ohne Termin und Wartezeit.

Medikament wählen

Sie beantworten einen kurzen Fragebogen und wählen Ihr Medikament. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Behandlung am besten für Sie geeignet ist, können unsere Ärzte Ihnen eine Empfehlung machen.

Einer unserer Ärzte stellt Ihr Rezept aus

Einer unserer Ärzte prüft und verschreibt Ihr Medikament.

Kostenlose Lieferung direkt zu Ihnen

Wir kümmern uns für Sie um die Einlösung des Rezepts und Sie erhalten Ihr Medikament von einer Versandapotheke direkt zugeschickt. Eine neutrale und unauffällige Verpackung schützt Ihre Privatsphäre.

Alle Sprechstunden Schließen

Absolut vertraulich

Ihre Informationen sind bei uns sicher

Falls Sie Fragen haben oder mehr Informationen benötigen, können Sie uns gerne anrufen unter der 040 / 8740 8254 oder eine Nachricht an [email protected] schreiben.
Alle Sprechstunden Schließen

Kostenloser Versand

Alle Bestellungen vor 15 Uhr werden noch am selben Werktag verschickt.

Standardversand

Lieferung in 1 bis 3 Werktagen

KOSTENLOS
Expressversand

Lieferung am nächsten Werktag

10,00 €
Neutrale Verpackung

Sie erhalten Ihr Medikament in einer neutralen und unauffälligen Verpackung.

Alle Sprechstunden Schließen

1.500.000 Behandlungen

DrEd ist eine Arztpraxis, der Sie vertrauen können. Seit 2011 haben wir über 1.500.000 Behandlungen durchgeführt.

Alle Sprechstunden Schließen