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Frau mit Kopfschmerzen zeigt verschiedene Migräne Symptome

Die meisten Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter verschiedenen Arten von Kopfschmerzen. Zusammen mit dem Spannungskopfschmerz macht die Migräne über 90 Prozent der primären Kopfschmerzerkrankungen aus. Durch unterschiedliche Grunderkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, können auch sekundäre Kopfschmerzen entstehen.

Es ist wichtig, so früh wie möglich zwischen verschiedenen Krankheitsbildern zu differenzieren, da die Grenzen zwischen den Kopfschmerzarten durch Chronifizierung oder Medikamentengebrauch verwischen.

DrEd erklärt, welche Symptome typisch für Migräne sind.

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Was charakterisiert den Migräne-Kopfschmerz?

Der Kopfschmerz ist das Leitsymptom der Migräne. Man bezeichnet sie auch als Hemikranie, was auf Griechisch halber Schädel bedeutet. Denn der typische Migräne-Kopfschmerz betrifft meist eine Hälfte des Kopfes (65 Prozent der Fälle). Die Seite des Kopfschmerzanfalls ist bei vielen Patienten meist die gleiche. Der Schmerz baut sich allmählich über ein bis zwei Stunden auf und hat dann einen bohrenden oder hämmernden Charakter. Die Lokalisation ist unterschiedlich. So kann der Schmerz im Stirn- oder Schläfenbereich sitzen oder auch hinter einem Auge besonders intensiv sein. Insgesamt hat der Schmerz meist einen unruhig-quälenden Charakter. Gewohnte körperliche Tätigkeiten wie Treppensteigen können zu einer Verschlimmerung der Schmerzen führen, sodass körperliche Anstrengung gemieden wird.

Welche weiteren Beschwerden treten bei der Migräne auf?

Die begleitenden Symptome einer Migräne sind vielfältig. Oftmals treten vegetative Symptome wie Schwitzen, Herzrasen, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit zum Teil mit Erbrechen oder auch Bauchkoliken und Durchfälle auf. Typisch sind außerdem eine Licht- und Lärmempfindlichkeit (Photo- und Phonophobie). Die Beschwerden werden zum Teil bereits durch leichte körperliche Aktivität verstärkt. Ruhe und Rückzug in abgedunkelte Räume bringen hingegen eine Linderung. Je nach Ausprägung der Symptome ist die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Betroffenen mehr oder minder stark beeinträchtigt. Die Belastung durch die Migräneattacke ist oft auch äußerlich durch eine Blässe sichtbar.

Welche Arten von Migräne gibt es?

Das Spektrum der Symptome der Migräne ist breit gefächert. Entsprechend vielfältig ist auch die Bezeichnung ihrer einzelnen Unterformen. Die Einteilung erfolgt nach den Kriterien der Klassifikation, die von der internationalen Kopfschmerzgesellschaft (IHS) definiert wurde. Vereinfacht kann man allerdings zwischen der einfachen Migräne und der komplizierten Migräne mit Aura unterscheiden.

Was passiert bei einer Migräne mit Aura?

Migräneauren sind Vorboten der Kopfschmerzen, die direkt vorher oder begleitend auftreten und immer vollständig reversibel sind.

Die Migräne-Aura äußert sich durch fokale neurologische Symptome, von denen anfangs nur kleine Areale des Gehirns betroffen sind. Diese breiten sich aus, intensivieren sich und klingen meist innerhalb einer Stunde wieder ab. Am häufigsten tritt die visuelle Aura mit Wahrnehmung von Lichterscheinungen (Photopsien) auf. Viele Migräne-Patienten beschreiben, dass sie während einer Aura Flimmern oder Lichtblitze sehen. Diese Lichterscheinungen wandern häufig und ziehen dabei eine Dämpfung des normalen Sehens nach sich. Bis zu 30 Minuten nach ihrem Erscheinen können Lichtblitze und Flimmern noch einen Ausfall eines Teils bis zur Hälfte des Gesichtsfelds hervorrufen. Dies fällt zum Beispiel beim Blick im Spiegel auf. Während der Aura kann es passieren, dass Betroffene einen Teil ihres Gesichts nicht sehen können. Auch beim Lesen kann ein blinder Fleck auffallen, der über den Text wandert.

Es können auch weitere neurologische Veränderungen auftreten. Dazu zählen einseitige Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen und Schwindel. Die Symptome können auch ineinander übergehen. Zum Beispiel kann ein Flimmerskotom auftreten, dem dann Sensibilitätsstörungen an Arm und Gesicht folgen. Nach der neurologischen Symptomatik tritt dann meist kontralateral der Kopfschmerz auf. Dieser kann unter Umständen auch ausbleiben. In diesem Fall spricht man von einer „migraine sans migraine“.

Kann es sein, dass ich schon ein paar Tage im Voraus merke, dass ich eine Migräne-Attacke bekomme?

Ja, bei einigen Migräne-Patienten treten Vorboten (Prodromi) auf, die den kommenden Migräneanfall ankündigen. Diese Prodromi sind individuell verschieden, können sich aber bei einem Patienten regelmäßig vor jeder Migräneattacke äußern. Zu diesen Vorboten können sowohl Hyper- als auch Hypoaktivität zählen. Die Prodromi können sich als uncharakteristische Symptome wie Verstimmung, Gereiztheit und Niedergeschlagenheit, Rastlosigkeit und Konzentrationsstörungen äußern. Aber auch Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel oder intensive Gähnanfälle können eine bevorstehende Migräne ankündigen.

Wie lange dauert eine Migräne-Attacke?

Meist hält der Schmerz für Stunden bis hin zum ganzen Tag und ist meist nach Schlaf, spätestens nach dem Nachtschlaf vorbei. Es gibt aber auch intensive Migräne-Attacken, die bis zu 3 Tagen andauern. Bei einer Dauer von über 3 Tagen wird der Anfall als Status migraenosus bezeichnet.

Tritt eine Häufung der Migräne auf mit einer Dauer von insgesamt mehr als 15 Tagen pro Monat während mehr als drei Monaten, spricht man von einer chronischen Migräne.

Treten Symptome erst im Erwachsenenalter auf oder gibt es auch Migräne bei Kindern?

Auch im Kindesalter können schon anfallsweise Kopfschmerzen häufig in Begleitung von Bauchschmerzen und Erbrechen auftreten. Die meisten Kinder mit diesen Symptomen entwickeln später den typischen halbseitigen Migränekopfschmerz. Die Kopfschmerzgesellschaft führt unter den Periodischen Syndromen, die in der Kindheit als Vorläufer einer Migräne auftreten können, neben dem zyklischen Erbrechen und der abdominellen Migräne auch den gutartigen paroxysmalen Schwindel. Dabei treten bei ansonsten völlig gesunden Kindern plötzliche Schwindelattacken auf.

Kann eine Migräneattacke von äußeren Faktoren ausgelöst werden?

Es gibt verschiedene exogene Stimuli, die einen Migräne-Anfall triggern können. Dazu zählen atmosphärische Einflüsse, Lichteffekte, der Konsum von Alkohol, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und vor allem psychische Belastungen. Hormonelle Schwankungen wie sie bei Frauen durch den Menstruationszyklus auftreten, können Migräne-Anfälle begünstigen, insbesondere auch die Einnahme oraler Kontrazeptiva. Außerdem können auch traumatisch ausgelöste Migränen auftreten.

Wer ist von Migräne betroffen?

Der Beginn der Anfälle liegt bei Frauen meist während der Pubertät und bei Männern im jungen Erwachsenenalter. Die Anfallsfrequenz nimmt meist mit zunehmendem Alter ab. Insgesamt sind aber häufiger Frauen betroffen. Eine der berühmtesten Beispiele einer Migränikerin ist Hildegard von Bingen, die als Universalgelehrte galt und gläubige Benediktinerin war. Aus der Beschreibung ihrer Visionen lässt sich ableiten, dass sie diese unter Einfluss von Migräne-Auren hatte. 

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Quellen:

  • Mumenthaler, M., & Mattle, H. (2008). Neurologie. 12., vollständig neu bearbeitete Auflage. S. 687-695
  • Masuhr, K. F., Masuhr, F., & Neumann, M. (2013). Duale Reihe Neurologie. Georg Thieme Verlag. S.418-423
  • Silberstein, S. D. (1995). Migraine Symptoms: Results of a Survey of Self‐Reported Migraineurs. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 35(7), 387-396. Online: onlinelibrary.wiley.com
  • Kelman, L., & Tanis, D. (2006). The relationship between migraine pain and other associated symptoms. Cephalalgia, 26(5), 548-553. Online: cep.sagepub.com

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