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Frau hat Migräne bei Migränewetter

Migräne ist eine weit verbreitete Erkrankung und immer wieder sagen Migränepatienten, dass sie unter dem Migränewetter leiden. Allein in Deutschland sind insgesamt rund 5,7 Millionen Menschen von Migräne betroffen, am häufigsten treten die Symptome im Alter zwischen 35 und 45 Jahren auf.

Frauen leiden dabei etwa eineinhalb Mal häufiger an Migräneattacken als Männer. Neben dem eigentlichen Schmerz und anderen unangenehmen Migräne-Symptomen leiden viele Migränepatienten zusätzlich psychisch unter ihrer Erkrankung, da sich häufige Migräneattacken auch auf Leistungsfähigkeit und soziale Kontakte auswirken können.

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Was ist Migräne?

Nicht jeder Kopfschmerz wird als Migräne bezeichnet. Man kennt heutzutage über ein Dutzend verschiedene Gruppen von Kopfschmerzen, wobei jede Gruppe nochmals genauer aufgeteilt wird. Die Einteilung von Kopfschmerzen erfolgt heutzutage mit der sogenannten ICHD-3-Richtlinie (ICHD steht für international Classification of Headache Disorders). Als Migräne ohne Aura oder einfach Migräne werden mittelschwere und starke Kopfschmerzen bezeichnet, die eine Dauer zwischen 4 und 72 Stunden haben, normalerweise nur auf einer Kopfseite auftreten und sich pulsierend anfühlen. Außerdem verursachen solche Kopfschmerzen häufig Übelkeit und Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Ein weiteres typisches Symptom besteht in der Einschränkung von körperlicher Aktivität.

Neben der Migräne ohne Aura existiert auch eine Migräne mit Aura. Der Unterschied zur Migräne ohne Aura besteht darin, dass weitere neurologische Symptome vorhanden sind. Dazu zählen am häufigsten Seh-, Sprach-, Bewegungs- oder Empfindungsstörungen. Diese Symptome treten in der Regel vor dem eigentlichen Migräneschmerz über einen Zeitraum von bis zu einer Stunde auf. Danach schließt sich meist mit einer Verzögerung von bis zu 60 Minuten der oben erwähnte Kopfschmerz an. Da die Symptome einer Migräne mit Aura denen einer Minderdurchblutung im Gehirn, eine sogenannte transitorische ischämische Attacke (TIA), sehr ähnlich sein können, sollte zumindest beim erstmaligen Auftreten dieser Anzeichen ein Arztbesuch in Betracht gezogen werden. Dieser kann dann fachkundig entscheiden, ob eine weitere Abklärung der Symptome nötig ist.

Wer ist besonders anfällig für Migräne?

Obwohl man noch nicht vollständig verstanden hat, wie Migräne entsteht, deuten aktuelle Forschungsergebnisse darauf hin, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse zu den Ursachen von Migräne zählen. Dadurch kann Migräne nicht ursächlich geheilt werden. Viele Einflüsse begünstigen das Eintreten von Migräneattacken oder stehen zumindest im Verdacht, Migräne auszulösen (Triggerfaktoren). Vor allem Stress, Schlafentzug und Erschöpfung sind Auslöser von Migränekopfschmerzen. Auch Wetterveränderungen, Alkoholkonsum, Hunger bzw. Fasten, grelles Sonnenlicht oder hormonelle Veränderungen, beispielsweise im Rahmen des weiblichen Monatszyklus, werden in Zusammenhang mit Migräne gebracht.

Gibt es das sogenannte Migränewetter?

Mehrere Studien mit Migränepatienten haben gezeigt, dass auch das Wetter einen Einfluss auf das Auftreten und die Schwere von Migräneattacken haben kann und das Phänomen von Migränewetter nicht frei erfunden ist. Zwar sind nicht alle Migränepatienten anfällig gegenüber Wetterphänomenen. Wenn aber eine solche Anfälligkeit vorliegt, kann sie durchaus schwerwiegend sein. Ein häufiger Migräne-Auslöser ist grelles Sonnenlicht in Verbindung mit hohen Außentemperaturen. Durch diese Kombination werden besonders häufig Migräneattacken mit Aura ausgelöst. Eine große Bandbreite weiterer Faktoren können ebenfalls Migräne mit und ohne Aura auslösen. Besonders zu erwähnen sind sehr warmes oder kaltes Wetter, außergewöhnlich hohe oder niedrige Luftfeuchtigkeit, Regen, geringer Luftdruck und hohe Windgeschwindigkeiten.

Ob auch die bloße Änderung von Wetterlagen Migräne begünstigt, ist noch nicht vollständig gesichert. Jedoch stellt auch Reisen einen Risikofaktor dar, der naturgemäß ebenfalls häufig mit Wetterveränderungen verbunden ist. Zusätzlich können Lärm, Gerüche oder Pollenbelastung Kopfschmerzen auslösen.

Warum führt Migränewetter zu Migräneanfällen?

Die Gründe für das Auftreten von Migräne durch bestimmte Wetterphänomene sind noch nicht abschließend geklärt. Es wird vermutet, dass durch die vom Wetter bedingten Sinnesreize bestimmte Zellen im Gehirn (Mikroglia-Zellen) aktiviert werden. Diese Aktivierung bewirkt letztendlich eine kleine Entzündungsreaktion und die Produktion bestimmter Radikale, sogenannter reaktiver Sauerstoff-Spezies. Dadurch wird das Gehirn gestresst und reagiert mit einem komplexen Prozess, an dessen Ende der Migränekopfschmerz entsteht.

Insgesamt muss betont werden, dass die Anfälligkeit oder Resistenz gegenüber konkreten Wetterlagen sehr individuell ist und sich mit der Zeit auch verändern kann. Daher ist es prinzipiell möglich, dass einige wenige Migränepatienten auch sensibel auf andere Wettereinflüsse reagieren.

Was kann man machen, wenn Migränewetter herrscht?

Migräne kann nicht vollständig geheilt werden. Es ist aber möglich, die Häufigkeit und den Schweregrad von Migräneattacken mit und ohne Aura deutlich zu reduzieren.

Wie die Mehrzahl der Auslöser von Migräneattacken sind auch Wettereinflüsse zu den Stressfaktoren zu zählen. Daher gehört zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen die Reduktion und Vermeidung von Stress, beispielsweise bei der Arbeit oder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Zusätzlich sollten sich Migränepatienten unbedingt an möglichst feste Schlafzeiten sowie eine ausreichend lange Schlafdauer halten. Außerdem kann regelmäßiger Ausdauersport wie Joggen oder Fahrradfahren die Anfälligkeit gegenüber Migränewetter reduzieren.

Neben diesen allgemeinen Verhaltensgrundsätzen hängt die Strategie gegen Migränewetter und Migräneattacken stark von der persönlichen Anfälligkeit ab. So sollten Patienten, bei denen Migräneattacken leicht durch grelles Sonnenlicht ausgelöst werden, an sonnigen Tagen so wenig wie möglich und nur mit Sonnenbrille ins Freie gehen. Eine einfache und effektive Möglichkeit, um die persönlichen Migräne-Auslöser zu identifizieren, ist ein Kopfschmerz-Tagebuch. In solch ein Tagebuch wird der gesamte Tagesablauf dokumentiert sowie das Auftreten von Kopfschmerzen. So lässt sich leicht eine Übersicht erstellen, in der Patienten ablesen können, wodurch ihre Migräne besonders leicht ausgelöst werden kann.

Des Weiteren existieren Hinweise darauf, dass die Einnahme von Antioxidantien wie Gingko oder Mutterkraut Linderung bei Migräne bringen können. Auch die verschreibungspflichtigen Triptane wirken teilweise als Antioxidantien. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, die die Wirksamkeit von Antioxidantien bei Migräne beweisen. Die Einnahme mancher Antioxidantien, beispielsweise Vitamin E (Tocopherol), über längere Zeit oder in höheren Dosen kann sogar gesundheitsschädlich sein und sollte daher erst nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.

Ob auch Akupunktur bei akuten Migränekopfschmerzen bei Migränewetter oder als Prophylaxe helfen kann, ist umstritten. Gesichert ist jedoch, dass ein Großteil der im Volksmund verbreiteten Maßnahmen abgesehen von einem Placeboeffekt keine Wirksamkeit bei Migräne und Wetterfühligkeit hat.

Wie kann man die Migränekopfschmerzen lindern?

Wenn der Migränekopfschmerz bereits eingetreten ist, ist Ruhe in Kombination mit Schmerzmitteln und gegebenenfalls einem Mittel gegen Übelkeit die beste Behandlungsmöglichkeit. Falls möglich, sollte man sich in einen abgedunkelten, lärmfreien Raum begeben und im Idealfall einfach ausruhen oder schlafen. Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte mit einem Arzt abgesprochen werden, da auch gängige rezeptfreie Schmerzmittel für bestimmte Personen nicht geeignet sind.

Neben den genannten Maßnahmen existieren mehrere medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Prophylaxe oder zur Bekämpfung einer akuten Migräneattacke. Darunter fallen neben bekannten Schmerzmitteln wie Aspirin (Acetylsalicylsäure), Ibuprofen oder Paracetamol auch die sogenannten Triptane. Die Therapie mit Schmerzmitteln erweist sich in der Regel als sehr effektiv. Allerdings sollte die Einnahme solcher Mittel im Allgemeinen möglichst selten und erst nach einer ärztlichen Beratung erfolgen.

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Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Kopfschmerz und Migräne. Migräne – Diagnostik und Therapie. Informationen für Patientinnen und Patienten. Online: www.dmkg.de, aufgerufen am 19.05.2016
  • Iliopoulos, P., Damigos, D., Kerezoudi, E., Limpitaki, G., Xifaras, M., Skiada, D. & Skapinakis, P. (2015). Trigger factors in primary headaches subtypes: a cross-sectional study from a tertiary centre in Greece. BMC research notes, 8(1), 393.
  • Okuma, H., Okuma, Y., & Kitagawa, Y. (2015). Examination of fluctuations in atmospheric pressure related to migraine. SpringerPlus, 4(1), 1-4.
  • Borkum, J. M. (2016). Migraine Triggers and Oxidative Stress: A Narrative Review and Synthesis. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 56(1), 12-35.
  • Park, J. W., Chu, M. K., Kim, J. M., Park, S. G., & Cho, S. J. (2016). Analysis of Trigger Factors in Episodic Migraineurs Using a Smartphone Headache Diary Applications. PloS one, 11(2), e0149577.
  • Gryglas, A. (2016). Allergic Rhinitis and Chronic Daily Headaches: Is There a Link?. Current neurology and neuroscience reports, 16(4), 1-8.
  • Yang, A. C., Fuh, J. L., Huang, N. E., Shia, B. C., & Wang, S. J. (2015). Patients with migraine are right about their perception of temperature as a trigger: time series analysis of headache diary data. weather, 15, 18.
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