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Ärztin erklärt Patienz Niereninsuffizienz und Nierenversagen

Funktionsstörungen der Niere können akut oder chronisch sein. Eine akute Funktionsstörung wird als Nierenversagen bezeichnet und tritt sehr rasch auf, sie kann ohne Behandlung schnell lebensbedrohlich sein. Wenn die Nierenfunktion schleichend über Jahre hinweg nachlässt, spricht man von Niereninsuffizienz. Beiden Erkrankungen können zahlreiche unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, weshalb die richtige Diagnose für eine gezielte Behandlung sehr wichtig ist.

DrEd erklärt die Mechanismen, die zu einer Funktionsstörung der Nieren führen können und erläutert die Zusammenhänge zu Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus.

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Was machen die Nieren in unserem Körper und warum ist ein Funktionsverlust so gefährlich?

Die Niere ist ein sehr wichtiges Organ, das Giftstoffe aus dem Blut filtert und mit dem Urin ausscheidet. Dementsprechend müssen die Nieren gut durchblutet sein, um stets ihre Filterfunktion ausreichend ausüben zu können.

Auf der Niere liegt jeweils eine Nebenniere, welche Hormone produziert, die lebenswichtige Funktionen regulieren. Dazu gehören unter anderem das Adrenalin und das Noradrenalin, die den Blutdruck beeinflussen. Außerdem werden Hormone zur Regulation des Salzhaushalts (Aldosteron) gebildet, was ebenfalls den Blutdruck längerfristig einstellt. Auch die Stresshormone (Cortisol) und die Sexualhormone (z.B. Androgene) werden in der Nebenniere produziert.

Aufgrund dieser zahlreichen Aufgaben ist ein Funktionsverlust der Nieren und Nebennieren für den Organismus folgenschwer. Je nach Art der Funktionseinschränkung sind die Folgen akut lebensbedrohlich oder beeinflussen nach und nach die Funktion anderer Organe.

Welche Formen der Nierenfunktionsstörungen gibt es?

Der Begriff „Nierenversagen“ bezeichnet die akute Form der Fehlfunktion einer oder beider Nieren. Das akute Nierenversagen (ANV) wird weiter unterteilt: Es gibt das prärenale, renale und postrenale Nierenversagen. Je nachdem, ob die Ursache für die Funktionsstörung vor (prärenal), innerhalb (renal) oder nach (postrenal) der Niere liegt, ist die Behandlung auch sehr unterschiedlich, weshalb diese Einteilung für den Arzt sehr wichtig ist.
Eine Niereninsuffizienz, also eine chronisch und langsam fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktion, kann ebenfalls in ein akutes Nierenversagen übergehen.

Welche Ursachen kann es für ein akutes Nierenversagen geben?

Beim akuten Nierenversagen werden die Ursachen danach unterschieden, an welcher Stelle sie liegen. Meist ist wenig bis gar keine Urinproduktion vorhanden, es gibt jedoch auch Formen mit normaler Urinproduktion.

  • Prärenal: Diese Ursachen liegen vor der Niere. Das heißt, die Nierenfunktion selbst ist nicht eingeschränkt. Das Organ kann jedoch seine Funktion nicht ausüben, weil der Blutdurchfluss vor der Niere zu gering ist. Dies kann an einem sehr niedrigen Blutdruck durch zum Beispiel zu wenig Trinken an heißen Tagen passieren (Dehydratation). Auch Schockzustände wie unter anderem der septische Schock, die sogenannte Blutvergiftung, können ein prärenales Nierenversagen zur Folge haben.
  • Renal: Dies ist die eigentliche akute Funktionsstörung der Niere, bei der die Niere ihre Filterfunktion wegen einer Zerstörung der Nierenzellen nicht ausüben kann. Solche Schäden an den Zellen können durch Medikamente und Gifte ausgelöst werden. Auch Entzündungen der Niere (Glomerulonephritis) und Erkrankungen, die sich im ganzen Körper zeigen, wie zum Beispiel Autoimmunerkrankungen, können zu einem akuten Nierenversagen führen.
  • Postrenal: Auch hier ist, wie beim prärenalen Nierenversagen, die Filterfunktion an sich nicht eingeschränkt. Dennoch findet keine Entgiftung statt, da der Abfluss des Urins gestört ist. Ursachen hierfür sind häufig Nierensteine und Prostataerkrankungen.

Wie entwickelt sich die chronische Niereninsuffizienz?

Die chronische Niereninsuffizienz ist gekennzeichnet durch eine langsame Abnahme der Nierenfunktion. Dabei verschlechtert sich die Filterfunktion der Nieren nach und nach, was zu einem Anstieg der normalerweise auszuscheidenden Giftstoffe im Körper führt. Solche Giftstoffe sind zum Beispiel Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure. Im Verlauf kommt es zunächst zu einer Vermehrung des Nierengewebes, um die funktionsunfähigen Zellen zu ersetzen und so die Filterfunktion aufrecht zu erhalten. Mit fortschreitender Erkrankung kommt es zu einer Ausscheidung wichtiger Eiweiße (Proteine), die normalerweise durch die speziellen Nierenzellen im Blut verbleiben sollen.

Langfristig entwickelt sich ein Ungleichgewicht im Ionenhaushalt (z.B. Natrium, Calcium), der für alle Körperfunktionen wichtig ist. So kann es zu Übersäuerung (Azidose) des Körpers kommen. Außerdem werden manchmal Symptome eines Bluthochdrucks und Wassereinlagerungen (Ödeme) bemerkt.

Wie hängt ein hoher Blutdruck mit der Niereninsuffizienz zusammen?

Der hohe Blutdruck und die Niereninsuffizienz können gegenseitig der Auslöser für die andere Erkrankung sein und sie auch verschlechtern. So führt eine Niereninsuffizienz unter anderem durch eine Störung des Salz-Wasser-Haushalts zu einem erhöhten Blutvolumen und dadurch einem Bluthochdruck. Umgekehrt können jedoch hohe Blutdruckwerte das Nierengewebe schädigen und so zu einem Fortschreiten der Niereninsuffizienz führen. Deshalb ist eine gute Blutdruckeinstellung besonders wichtig bei Vorhandensein einer Niereninsuffizienz.

Welche weiteren Vorerkrankungen können die Niere schädigen?

Die Hauptursache für eine chronische Niereninsuffizienz ist der Diabetes mellitus. Bei Diabetikern können Schädigungen der Blutgefäße im gesamten Körper auch die Nieren betreffen. Diese sogenannte diabetische Nephropathie ist zunächst noch gut therapierbar und durch einen optimal eingestellten Blutzucker gut aufzuhalten. Dies ist einer der Gründe dafür, warum die rechtzeitige Behandlung eines Diabetes mellitus so wichtig ist. Weitere Erkrankungen, die die Niere schädigen, sind unter anderem die Glomerulonephritis, eine Entzündung der Nieren oder weitere systemische Erkrankungen wie beispielsweise viele Autoimmunerkrankungen.

Wie wird eine Nierenfunktionsstörung beim Arzt diagnostiziert?

Der Arzt erkennt ein Nierenversagen in erster Linie durch Urin- und Blutuntersuchungen. Im Blut sind zum Beispiel das Kreatinin und der Harnstoff erhöht, da die Niere den Körper davon nicht mehr ausreichend entgiften kann. Auch die Störungen des Salz- und des Säurehaushaltes sind im Blutbild auffällig. Im Urin können Eiweiße (Proteine) ansteigen. Auch andere spezielle Parameter werden hier untersucht und so die Ursachen für die Funktionsstörung festgestellt.

Welche Folgen können Nierenfunktionsstörungen haben?

Ein akutes Nierenversagen kann bei zu später Behandlung lebensbedrohliche Folgen haben. Dazu zählen unter anderem Lungenödeme, Herzrhythmusstörungen und sogar Herzstillstand, sowie Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Bei der chronischen Niereninsuffizienz kommt es langfristig zu einer Ansammlung der nicht-ausgeschiedenen Giftstoffe im Blut. Dies wird als Urämie bezeichnet. Die Urämie kann zu Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie Schlaflosigkeit und Persönlichkeitsstörungen führen. Es können auch die Nerven im gesamten Körper betroffen sein, was medizinisch als Polyneuropathie bezeichnet wird und sich durch Missempfindungen beispielsweise in den Fingern bemerkbar macht. Weitere Folgen können Juckreiz, unangenehmer Mundgeruch und Übelkeit sein.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es beim akuten Nierenversagen?

Beim akuten Nierenversagen ist die Therapie sehr unterschiedlich, da auch die Ursachen so zahlreich sind. Ursächlich therapieren kann man nur die postrenale Obstruktionen wie z.B. Nierensteine, die den Harnabfluss verhindern. Diese können entfernt werden, woraufhin sich die Nierenfunktion wieder verbessern kann.

Bei den anderen Formen gibt es keine ursächliche also keine kausale Therapie. Hier wird symptomatisch behandelt. Zeitweise kann eine Dialyse notwendig werden. Zusätzlich können verschiedene Medikamente verabreicht werden, um die Nierendurchblutung zu verbessern.

Wie kann die chronische Niereninsuffizienz aufgehalten werden?

Bei chronischer Niereninsuffizienz gibt es ebenfalls je nach Ursache verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten aufhalten sollen. Die diabetische Nephropathie kann beispielsweise durch eine gute Blutzuckereinstellung meist lange aufgehalten werden. Eine arterielle Hypertonie wird durch Blutdrucksenker behandelt. Dabei gibt es sehr viele verschiedene Arten, die auf jeweils andere Mechanismen im Körper wirken. In erster Linie werden zum Erhalt der Nierenfunktion meist ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten verschrieben. In manchen Fällen können auch Diuretika zur Einstellung des Blutdrucks eingenommen werden, um die Niere zu schützen. Eine neue Behandlungsmethode bei hohem Blutdruck, der medikamentös nicht einstellbar ist, stellt die Nierennervenverödung dar.
Nierenentzündungen oder Autoimmunerkrankungen müssen speziell medikamentös behandelt werden, um eine Verschlechterung der Nierenfunktion zu verhindern.

Wie kann man die Niere ansonsten schützen?

Bei bekannten Nierenschädigungen sollte man Medikamente, die durch die Nieren ausgeschieden werden, vermeiden. Dazu zählt zum Beispiel das Schmerzmittel Paracetamol.

Außerdem kann durch das Ernährungsverhalten die Nierenfunktion entlastet werden: Eine eiweißarme Ernährung schützt die Niere und hilft, die Funktion länger aufrecht zu erhalten. Auch die Trinkmenge sollte genau bestimmt werden, eine Zufuhr von 2,5 bis 3 Liter täglich kann hier optimal sein.

Patienten mit Nierenerkrankungen sollten außerdem ganz auf das Rauchen verzichten. Je nach Grunderkrankung gibt der behandelnde Arzt weitere Anweisungen, die die Nierenfunktion unterstützen können.

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Quellen:

  • Klinische Pathophysiologie, 9. Auflage 2006, Thieme Verlag, Hrsg. W. Siegenthaler und H. E. Blum
  • Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie, Thieme Verlag, 1. Auflage 2011, Autoren: Karl Heinz Graefe, Werner Lutz, Heinz Böhnisch (S. 467 – 477)
  • Innere Medizin, 12. Auflage 2005, Thieme Verlag, Hrsg. H. Greten (S. 274 – 306) 

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