Eine junge und eine alte Frau im Freien
Der Östrogenspiegel ist verantwortlich für eine Vielzahl an Körperfunktionen. Die wichtigsten Östrogene sind Östradiol, Östron und Östriol.

Östrogene sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Zusammen mit den Gestagenen bilden sie die Geschlechtshormone und steuern die wichtigsten Funktionen im Zyklus der Frau und bei der Fortpflanzung. Sie gehören zu den Steroidhormonen. Auch Männer produzieren kleine Mengen Östrogen im Hoden.

Die Texte auf dieser Seite werden es ihnen erleichtern, die möglichen Normalwerte zu verstehen, und geben einen Überblick über Erkrankungen bei jungen Frauen und während der Wechseljahre.

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Normalwerte und Erkrankungen

Normalwerte im Zyklus

Am häufigsten klagen Frauen in den Wechseljahren über Östrogenmangel. In dieser Zeit stellt der Körper die Produktion des Hormons fast ein, weil es für die Fortpflanzung nicht mehr benötigt wird. Der Östrogenspiegel lässt sich durch eine Blutprobe bestimmen.

Der Normalwert schwankt bis zu den Wechseljahren innerhalb des monatlichen Zyklus je nach Zyklusphase stark:

Follikelphase (ca. 14 Tage vor der Monatsblutung): 30 bis 200

Ovulationsphase (nach der Monatsblutung): 200 bis 400

Lutealphase (Menstruation): 100 bis 200

Nach den Wechseljahren sinkt der Wert auf unter 20, eine Veränderung die sich bei vielen Frauen bemerkbar macht.

Der hohe Östrogenspiegel bis zu den Wechseljahren beruht darauf, dass Östrogene die Reifung der Eibläschen in den Eierstöcken veranlassen, den Eisprung auslösen und an der Versorgung der Gebärmutterschleimhaut beteiligt sind. Sie bewirken auch die Entwicklung der Geschlechtsorgane in der Pubertät. Ist der Östrogenspiegel aufgrund von Krankheiten zu hoch oder zu niedrig, kann man dies am Blutserum feststellen.

Funktionen

Östrogene werden über das Blut zu bestimmten Rezeptoren befördert, welche die Östrogene binden. Sie gelangen direkt zum Zellkern und beeinflussen die Aktivität der Zellen. Östrogene üben auch eine Wirkung auf den Stoffwechsel aus.

Sie bewirken Wassereinlagerungen im Gewebe, fördern die Eiweißproduktion sowie einen Anstieg der Blutfette (Triglyzeride) und des Cholesterins. Zudem sorgen sie für die Kalziumaufnahme der Knochen und beeinflussen das Immunsystem. Unsere Stimmung wird von Östrogenen beeinflusst, und die Durchblutung gefördert.

Die Wechseljahre

Typisch für die Wechseljahre, etwa ab dem 45. bis 50. Lebensjahr, sind die bekannten Hitzewallungen, Schweißausbrüche, aber auch Schlaflosigkeit, Unruhe und Depression. Viele Frauen klagen über Gewichtszunahme. Der Grund ist, dass Östrogen als Botenstoff im Gehirn auch Einfluss auf Appetit und Energieumsatz nimmt.

Auf lange Sicht kann der Östrogenmangel die bei Frauen häufig auftretende Osteoporose begünstigen, wenn die Knochen nicht mehr ausreichend mit Kalzium versorgt werden. Ursächlich für die Beschwerden ist, dass die Eierstöcke, welche die Hauptfunktion der Östrogenproduktion innehaben, in den Wechseljahren allmählich ihre Funktion einstellen. Auch Scheidenentzündungen können auftreten, weil das mehrschichtige Zellgewebe in der Scheide sich zurückbildet und die Scheide trockener wird.

Am Anfang der Wechseljahre stehen unregelmäßige Blutungen und die typischen Wechseljahresbeschwerden. In der nächsten Phase hört die Monatsblutung ganz auf. Manche Frauen klagen über Monate, manche über mehr als zehn Jahre und manche gar nicht über Symptome der Wechseljahre. Grund für die emotionalen Begleiterscheinungen ist, dass der Hypothalamus im Gehirn an der Steuerung des Hormonhaushalts beteiligt ist.

Störungen des Hormonspiegels bei jungen Frauen

Tritt Östrogenmangel unabhängig von den Wechseljahren auf, kann eine Fehlfunktion der Eierstöcke oder eine durch Krankheit bedingte Einstellung der Funktion der Eierstöcke ursächlich sein. Störungen des Hormonspiegels bei jüngeren Frauen können sich durch Zwischenblutungen, Schmierblutungen, eine Verschiebung des Zyklus oder sogar durch ein Ausbleiben der Monatsblutung zeigen. Oftmals wird zunächst versucht, mit pflanzlichen Mitteln wie Mönchspfeffer oder Traubensilberkerze eine Besserung der Symptome zu erreichen.

Zu solchen Störungen kommt es unter Stress oder bei hoher sportlicher Belastung. Auch Essstörungen führen zu Problemen im Hormonhaushalt. Bei Schwangeren kann es aufgrund bestimmter Umstände in Zusammenhang mit der Schwangerschaft zu besonders niedrigen Östriolwerten kommen.

Gründe für einen erhöhten Wert

Wenn eine Frau an einem Tumor erkrankt ist, der gleichzeitig Östrogen produziert, ist bei ihr ein erhöhter Östrogenspiegel feststellbar. Auch wenn eine künstliche Hormonbehandlung bei Frauen durchgeführt wird, die einen bislang unerfüllten Kinderwunsch begünstigen soll, ist der Östrogenspiegel höher.

Bei sehr übergewichtigen Frauen ist der Östronwert nach den Wechseljahren oft sehr hoch. Bei Mehrlingsschwangerschaften und bei Diabetes mellitus kann der Östriolwert höher als normal sein.

Hormonersatztherapie in den Wechseljahren?

Während man bis vor einiger Zeit Frauen noch ohne Bedenken künstliche Hormone gegen die typischen Beschwerden während und nach den Wechseljahren verschrieben hat, hat hier nun ein Umdenken stattgefunden. Hintergrund ist die mit der Einnahme verbundene Erhöhung des Risikos für bestimmte Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Gebärmutterkrebs, sowie Herzinfarkte.

Da Östrogene die Gebärmutterschleimhaut im Wachstum anregen, kann auch das Wachstum bösartigen Zellgewebes damit gefördert werden. Daher greift man nun auf Kombinationspräparate mit hohem Gestagenanteil zurück, so dass das Risiko für Gebärmutterkrebs gesenkt wird. Die weiteren Risiken für Brustkrebs und Gefäßerkrankungen bleiben allerdings bestehen.

Die Verabreichung künstlicher Hormone – meist eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen – nennt man Hormonersatztherapie. Östrogen-Gestagen-Kombinationen als Hormonersatztherapie basieren auf künstlichen oder natürlichen Geschlechtshormonen. Als Nebenwirkung der künstlichen Hormonpräparate können Erkrankungen des Autoimmunsystems auftreten. Viele Frauen versuchen aufgrund der Nebenwirkungen zunächst, pflanzliche Mittel zur Linderung der Symptome anzuwenden.

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