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Orgasmus bei einer Frau

Der Orgasmus der Frau ist eins der intensivsten Gefühle, das der Körper im Stande ist, zu generieren. Das Erreichen des Höhepunktes ist ein sehr komplexer Vorgang im weiblichen Körper und benötigt das Zusammenspiel einer Anzahl von Prozessen. Es gibt zahlreiche Hilfsmittel oder Tipps um das sexuelle Erleben effektiv zu steigern und um eine Frau schneller zum Orgasmus kommen zu lassen.

Dennoch zeigen klinische Studien, dass eine signifikante Anzahl von Frauen länger bis zum Höhepunkt brauchen oder ihn gar nicht erreichen. Eine sogenannte Orgasmusstörung kann bei Frauen viele Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Verschiebung des hormonellen Gleichgewichtes aufgrund von oralen Kontrazeptiva.

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Was passiert beim Orgasmus der Frau?

Der Weg der sexuellen Erregung bis zum Orgasmus bei der Frau wurde von den Sexualforschern Masters und Johnson in den 60er Jahren in vier Zonen unterteilt. Sie unterscheiden zwischen der Erregungs- und Plateauphase, Orgasmus und der Rückbildungsphase.

Erregungsphase Plateauphase Orgasmusphase Rückbildungsphase

Feuchtwerden (Lubrikation)

Anschwellen von Klitoris, Schamlippen, Brust und Brustwarzen

Sex Flush

Puls- und Blutdruckanstieg

Puls-, Atemfrequenz- und Blutdruckanstieg

Muskelanspannung

Verengung der Scheide

Erhöhte Empfindlichkeit der Klitoris

Puls-, Atemfrequenz- und Blutdruckanstieg

Rhytmische Kontraktion der Beckenboden- und Vaginalmuskulatur (orgastische Manschette)

Wohlbefinden

Eventuell multipler Orgasmus

Puls-, Atemfrequenz- und Blutdrucksenkung

Rückgang der Erregung

Die Erregungsphase beginnt meist durch Phantasien oder mit dem Berühren der erogenen Zonen. Dies erzeugt eine zunehmende Muskelspannung und Empfindlichkeit am gesamten Körper. Hierbei spannen viele Frauen besonders ihre Beckenbodenmuskulatur an. Ein Vorgang, der das Lustempfinden noch erheblich steigern kann.

Ein deutlicher Hinweis darauf, dass bei der Frau die Erregungsphase eingetreten ist, zeigt das Feuchtwerden der Vagina (Lubrikation). Die Wände der Vagina werden zunehmend stärker durchblutet und es sammelt sich eine klare Flüssigkeit in Scheidengang an (Transsudation), welche zunehmend nach außen fließen kann. Zweck des Vaginalsekretes ist es unter anderem das spätere Eindringen des Penis zu erleichtern. Durch die zunehmende Durchblutung schwellen die Schamlippen an, weiten sich auf und geben die Scheidenöffnung frei, während die Klitoris anschwillt um für eine weitere Stimulation besser zugänglich zu sein.

In der Plateauphase bereitet sich die Vagina auf den Geschlechtsverkehr vor. Während sich die Klitoris zurückzieht und damit nicht mehr direkt stimulierbar ist, schwellen die äußeren Schamlippen an und verengen den Scheideneingang. Es bildet sich die sogenannte „orgastische Manschette“, eine Sammlung von Muskeln im Genitalbereich der Frau. Ein Anspannen dieser Muskulatur führt zu einem erheblichen Lustgewinn für beide Partner.

Wird die sexuelle Stimulation weiterhin ausgeführt, kommt es zum Maximum der körperlichen und nervlichen Anspannung und zum Orgasmus (Orgasmusphase). Hierbei kontrahiert die orgastische Manschette zwischen vier und 15 Mal rhythmisch. Auch in der Gebärmutter und am Schließmuskel des Anus können die Kontraktionen beobachtet werden. 

Direkt nach dem Orgasmus tritt die Rückbildungsphase ein. Die Schamlippen schwellen ab und die Klitoris tritt wieder unter ihrer Vorhaut hervor, damit eine erneute Stimulation wieder möglich ist. Zudem tritt ein intensives Gefühl der Entspannung ein. Frauen können nun, im Gegensatz zu Männern wieder umgehend in die Erregungsphase eintreten.

Gibt es eine Möglichkeit für eine Frau schneller zum Orgasmus zu kommen?

Es gibt eine Anzahl an Vorschlägen, wie eine Frau den Akt für sich lustvoller gestalten kann, um schneller zum Orgasmus zu kommen. Allgemein wird geraten Umweltfaktoren zuerst zu beheben. Sollte die Frau ein Unbehagen verspüren den eigenen Körper nackt zu zeigen, ist eine Dämmung des Lichts förderlich und entspannend. Es sollte zudem auf eine angenehme Wärme im Schlafzimmer geachtet werden, da sonst die Durchblutung des Körpers nicht optimal funktioniert. Des Weiteren gibt es mehrere Maßnahmen, die eine Frau für lustvolleren Sex ergreifen kann.

Durch ein zusätzliches Training der Beckenbodenmuskulatur kann diese so gestärkt werden, dass sie die orgastische Manschette zusätzlich verstärkt. Auch das Zusammenhalten der Beine hat den gleichen Effekt und wird als lustfördernd beschrieben. Das Gleiche gilt für eine leicht gefüllte Blase, welche den Druck auf die Nerven im Genitalbereich und somit deren Empfindlichkeit erhöht.

Es gibt noch keine zuverlässig wirkenden Medikamente, um die Lust der Frau beim Sex zu steigern und ein Erreichen des Orgasmus zu beschleunigen. Die Orgasmus-fördernde Wirkung von Mitteln wie Massagegele oder andere durchblutungsfördernde Produkte, welche auf dem freien Markt erhältlich sind, kann individuell helfen, was aber durch Studien nicht bewiesen werden konnte.

Welche Gründe kann es für einen verzögerten oder ausbleibenden Orgasmus geben?

Eine Orgasmusstörung bei der Frau ist definiert als das Ausbleiben des Orgasmus nach einer ausreichenden Stimulation in der Plateauphase. Wird der Höhepunkt nach einer von Klinikern festgesetzten Zeit nicht oder oft verzögert erreicht, kann eine Orgasmusstörung diagnostiziert werden. Hierbei gilt nicht das Ausbleiben des Höhepunkts bei sexuellen Praktiken in denen die Stimulation der Klitoris ausbleibt. In diesen Situationen ist ein Ausbleiben des Orgasmus bei der Frau nicht ungewöhnlich.

Die Einnahme der Pille als orales Verhütungsmittel kann das sexuelle Erleben und damit die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erreichen, beeinträchtigen. Zunächst wurde bereits in klinischen Studien beschrieben, dass die Pille die Produktion von Vaginalsekret beeinträchtigt und es damit schneller zu Schmerzen oder Reibungsempfingen beim Verkehr kommt. Besonders in den ersten zwölf Zyklen nach einem Neubeginn der Einnahme oder dem Wechsel zu einer neuen Pille, können diese Nebenwirkungen auftreten. Außerdem wurde festgestellt, dass die Schamlippen wesentlich empfindlicher sind, sobald eine Frau mit der Pille verhütet. Die kann ebenso beim Sex zu einem unangenehmen Schmerzempfinden führen.

Weiterhin wurden in Blutproben von Frauen, welche orale Kontrazeptiva einnahmen, reduzierte Mengen von Androgenen festgestellt. Es existiert ein direkter Zusammenhang zwischen der Libido einer Frau und den Mengen an freien Androgenen im Blut. Sobald dem Köper künstliches Östrogen, zum Beispiel durch die Einnahme der Pille, zugeführt wird, kann die Menge von Androgenen im Blut und damit das Verlangen nach Sex sinken

Nicht zuletzt ist die Wirkung von Stress auf das sexuelle Verlangen und damit auch als Ursache von Orgasmusstörungen nicht zu unterschätzen. Neben allgemeinen Problemen im Alltag kann auch die Einnahme von Medikamenten wie Antidepressiva, Antihistaminika und auch die Pille auf die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden wirken. In solchen Fällen wird zunächst zu einem Wechsel zu einem anderen Medikament mit der gleichen Wirkung geraten. Ist das nicht möglich und der Leidensdruck durch die Stimmungsveränderungen zu massiv, sollte in Rücksprache mit dem Arzt nach einer Alternative gesucht werden.

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Quellen:

  • Michie, L., Cameron, S. T., Glasier, A., Larke, N., Muir, A., & Lorimer, A. (2014). Pharmacy-based interventions for initiating effective contraception following the use of emergency contraception: a pilot study. Contraception, 90(4), 447-453. Online: wwwdx.doi.org, Abgerufen: 29.12.15
  • Burrows, L. J., Basha, M., & Goldstein, A. T. (2012). The effects of hormonal contraceptives on female sexuality: a review. [Historical Article Review]. J Sex Med, 9(9), 2213-2223. http://www.jsm.jsexmed.org/article/S1743-6095(15)34100-X/abstract?cc=y=

 

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