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Junger Mann leidet unter Pollenallergie

Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis) wird zusammen mit der Hausstauballergie (perenniale allergische Rhinitis) und der berufsbedingten allergischen Rhinitis unter dem Überbegriff der allergischen Rhinitis zusammengefasst. Eine berufsbedingte allergische Rhinitis können beispielsweise Bäcker durch den Mehlstaub auf dem Arbeitsplatz entwickeln. Speziell bei pollenbedingter allergischer Rhinitis, die auch einfach Pollenallergie genannt wird, spricht man von Heuschnupfen oder Pollinose. Im Laufe des Lebens sind über 20 Prozent aller Menschen von der allergischen Rhinitis betroffen. Damit zählt die Pollenallergie zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Die häufigsten Auslöser der Pollenallergie sind Baum-, Gräser- und Kräuterpollen. DrEd liefert die wichtigsten Fakten zu der allergischen Rhinitis.

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Was ist die allergische Rhinitis?

Allergische Rhinitis fasst die Pollenallergie/Heuschnupfen (saisonale pollenbedingte allergische Rhinitis), die Hausstauballergie (ganzjährige allergische Rhinitis) und die berufsbedingte allergische Rhinitis zusammen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt eine neuere Einteilung in intermittierende und bleibende (persistierende) allergische Rhinitis vor. Von einer persistierenden Rhinitis würde man zum Beispiel sprechen, wenn sie mehr als vier Tage pro Woche über mindestens vier Wochen anhält. Die Pollenallergie wird nach ihrem Schweregrad in eine geringe, mäßige und schwere Form eingeteilt.

Was passiert bei Pollenallergie im Körper?

Bei der Pollenallergie kommt es zu einer Reaktion des Immunsystems mit der Bindung von spezifischen IgE Antikörpern an Mastzellen auf einen eigentlich harmlosen Stoff (z.B. Pollen). Das Immunsystem wird gegenüber einem oder mehreren Allergenen wie beispielsweise Pollen sensibilisiert. Bei erneutem Kontakt kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion mit Ausschüttung von Histamin und Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) und der Augen (Konjunktivitis).

Wie häufig kommt die Pollenallergie vor?

In den letzten Jahren wurde ein Anstieg der Häufigkeit der allergischen Rhinokonjunktivitis (allergische Nasen- und Bindehautentzündung) beobachtet. Die allergische Nasen- und Bindehautentzündung zeichnet sich durch eine Reizung der weißen Bindehaut des Auges aus, die sich allergiebedingt rötlich färben kann. Außerdem schwillt die Schleimhaut der Nase an und sondert vermehrt Sekret ab. Der Anstieg der allergischen Rhinokonjunktivitis wird auf zunehmende Hygiene und die Steigerung der Aggressivität von Allergenen durch Schadstoffe (Zunahme der Luftverschmutzung) zurückgeführt. Erste Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der Patienten unter der persistierenden (bleibenden) Form und etwa zwei Drittel unter der mit Unterbrechungen auftauchenden (intermittierenden) Form der allergischen Rhinitis leiden.

Gibt es einen Unterschied in der Häufigkeit von Pollenallergie in West- und Ostdeutschland?

Die Pollenallergie gilt als typisches Phänomen des „westlichen Lebensstils“. So kam die Pollenallergie zum Beispiel direkt nach der Wiedervereinigung in Westdeutschland deutlich häufiger vor als in Ostdeutschland. Mittlerweile hat sich mit der Angleichung der Lebensstile dieser Unterschied weitestgehend aufgehoben.

Welche Symptome werden durch eine Pollenallergie verursacht?

Primäre Symptome sind:

  • Niesen
  • Juckreiz
  • Ausfluss aus der Nase
  • begleitende Bindehautentzündung
  • Verengung (Obstruktion) der Atemwege (häufiger bei allergischen Rhinitis durch Hausstaubmilben)

Sekundäre Symptome (Symptome die sich im Verlauf entwickeln und durch die primären Symptome bedingt sind):

  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Mundgeruch (Halitosis)
  • Schwellung der Augenlider (Lidödeme)
  • Nasale Sprache (Rhinophonia clausa)
  • Mundatmung/Atemnot (Dyspnoe)
  • Schlafstörungen
  • Überempfindlichkeit der Nasenschleimhaut (Nasale Hyperreagibilität)
  • Konzentrationsstörungen

Welche Gefahren bestehen bei einer Pollenallergie?

Es gibt Erkrankungen, die überdurchschnittlich häufig bei Vorliegen einer allergischen Rhinokonjunktivitis auftreten. Aus der allergischen Rhinokonjunktivitis können sich Erkrankungen der kompletten Atemwege und weitere Erkrankungen entwickeln, bzw. gleichzeitig auftreten. Dazu gehören:

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Asthma
  • Neurodermitis (Atopisches Ekzem)
  • Nahrungsmittelallergien
  • Rezidivierende Paukenergüsse im Ohr
  • Entwicklungsstörungen
  • Zahn- und Kieferfehlstellungen

Welche Allergene haben wann Saison?

Die geringste Belastung durch Pollen findet sich im November und Dezember. Über die restlichen Monate verteilt gibt es verschiedene Pflanzen, deren Pollen zu bestimmten Zeiten übermäßig in der Luft vorkommen. Während bestimmte Bäume wie Erle, Hasel, Weide, Birke, Eiche und Flieder im Frühjahr von Februar bis Mai ihre Hauptblütezeit haben, gibt es auch einige Pflanzen wie Löwenzahn, Fichte, Walnuss, Hopfen, Kiefer, Gräser, Weizen und Nessel, die vor allem im Sommer von Mai bis Juli oder August und teilweise sogar bis Oktober ihre Hauptblütezeit haben.

Wie wird die allergische Rhinokonjunktivitis diagnostiziert?

Die Pollenallergie stellt eine häufige Erkrankung in der Bevölkerung dar und führt oft zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität. Die Sicherung der Diagnose mittels eines Hauttests sollte so früh wie möglich erfolgen. 

Zusätzlich ist die Anamnese ein wichtiges Mittel der Diagnosefindung. Besonders wichtig sind der zeitliche Ablauf der Symptome, das Vorkommen von ähnlichen Symptomen bei nahen Familienmitgliedern, die Exposition gegenüber Allergenen und Medikamenten und die Einschränkungen der Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit zur Rechtfertigung weiterer Therapie und Diagnostik. Im weiteren Verlauf werden die äußere und innere Nase (Rhinoskopie), die Augen, sowie die umgebende Haut auf Veränderungen untersucht. Bei der Untersuchung der inneren Nase können eine Schwellung, eine Rötung und sonstige Veränderungen der vorderen Nasenabschnitte gesehen werden. Bei der allergischen Rhinokonjunktivitis findet sich häufig neben der Schwellung eine schleimig-wässrige Sekretion.

Welche Allergietests gibt es?

Der wesentliche diagnostische Test ist der Hauttest. Hauptsächlich wird der Pricktest angewendet. Dabei wird die Haut, entweder am Unterarm oder am Rücken, oberflächlich leicht eingeritzt und es werden Allergenextrakte auf die Wunden aufgebracht. Der Arzt beurteilt ob bei den unterschiedlichen Extrakten eine Hautreaktion auftritt.

Besonders bei fortbestehender Rhinitis kann der Nasale Provokationstest (NPT) hilfreich sein. Hierfür werden Allergene in die Nase eingebracht und es wird beobachtet, ob eine allergische Symptomatik auftritt. Dieser Test eignet sich besser als der Hauttest zur Differenzierung, ob nur eine Sensibilisierung ohne Symptome gegen bestimmte Allergene vorliegt oder ob die natürlich vorkommende Menge von Allergenen in der Luft zu einer Symptomatik führt.

Wie wird die Pollenallergie therapiert?

Die beste Therapie ist eine Vermeidung des auslösenden Allergens. Für Hausstaubmilbenallergiker mit Asthma konnte gezeigt werden, dass Hüllen für Matratze, Kissen und Bettdecke die Allergenbelastung reduzieren und die Symptome mindern können. Medikamentös werden vor allem Antihistaminika (z.B. Cetirizin, Aerius und Telfast und Glukokortikoide (z.B. Nasonex zur lokalen Behandlung der Symptome) eingesetzt. Antihistaminika können sowohl lokal als auch systemisch angewendet werden. Sie vermindern die Ausschüttung von Histamin, welches bei der Ausschüttung von IgE Antikörpern bei der allergischen Reaktion eine zentrale Rolle spielt. Dadurch werden die Symptome der Pollenallergie wirksam gemindert. Es hat sich gezeigt, dass eine dauerhafte Einnahme wirksamer ist, als eine bedarfsgerechte Einnahme beim Auftreten von Symptomen. Glukokortikoide stellen die effektivsten Arzneimittel zur Behandlung der Pollenallergie dar. Bei der lokalen Anwendung bestehen zudem kaum systemische Nebenwirkungen. Der Wirkeintritt ist allerdings verzögert. Erst nach etwa 24 Stunden werden die Symptome durch lokale Glukokortikoide gelindert. Die Wirkung ist besser als bei Antihistaminika. Es stehen außerdem Cromone und Leukotrienrezeptorantagonisten zur Therapie zur Verfügung. Für Cromone (Cromoglicinsäure und Nedocromil) ist eine geringe Wirksamkeit belegt, für Leukotrienrezeptorantagonisten ist die Wirksamkeit nicht eindeutig nachgewiesen, sodass diese Medikamente vor allem in Einzelfällen Anwendung finden.

Eine weitere Therapiemöglichkeit bietet die Hyposensibilisierung (Allergenspezifische Immuntherapie, SIT). Die SIT ist neben dem Vermeiden der Allergene die einzige Therapie, die die Ursache behandelt. Falls spezifische Auslöser der Pollenallergie nachgewiesen werden können, kann das Immunsystem mittels standardisierter Extrakte des Allergens an dieses gewöhnt werden. Dafür wird eine vorher berechnete Menge des Allergenextraktes unter die Haut gespritzt. Die Therapie sollte über mindestens drei Jahre durchgeführt werden.

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Quellen:

  • Bachert, Claus et. al. (2003). Allergische Rhinokonjunktivitis – Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). ). Allergische Rhinokonjunktivitis. Allergo J,12, 182-94. Online:www.dgaki.de, aufgerufen am 19.7.2015.
  • Langen, U., Schmitz, R., & Steppuhn, H. (2013). Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 56(5-6), 698-706. Online: www.edoc.rki.de, aufgerufen am 19.7.2015.
  • Gößwald, A., Lange, M., Kamtsiuris, P., & Kurth, B. M. (2012). DEGS: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 55(6-7), 775-780.
  • Robert Koch-Institut. Faktenblatt zu KiGGS Welle 1: Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Erste Folgebefragung 2009 – 2012. Online: www.rki.de, aufgerufen am 19.7.2015.
  • Schmitz, R., Atzpodien, K., & Schlaud, M. (2012). Prevalence and risk factors of atopic diseases in German children and adolescents. Pediatric Allergy and Immunology, 23(8), 716-723. Online: www.onlinelibrary.wiley.com, aufgerufen am 19.7.2015.
  • Klimek, L., Reichenbach, M., Mewes, T., & Mann, W. (1997). Untersuchungen zur Reproduzierbarkeit und jahreszeitlichen Abhängigkeit von spezifischen intranasalen Provokationstests bei Birkenpollenallergikern. Laryngo-, Rhino-, Otologie, 76(8), 475-479. Online: www.thieme-connect.com, aufgerufen am 19.7.2015.

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