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Arzt berät Patientin über Reizblase

Die Reizblase ist ein Krankheitsbild mit einer Häufigkeit von etwa 17 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Die Anzahl der Betroffenen nimmt im Alter deutlich zu. Besonders Frauen leiden häufiger unter einer Reizblase. Ca. 40 Prozent der Frauen über 65 Jahre sind in Deutschland von den Beschwerden der Reizblase betroffen. Symptome können häufiges sowie nächtliches Wasserlassen und unkontrollierbarer Harndrang sein. Oft werden die Symptome auf das „Älterwerden“ geschoben und es erfolgt keine genaue Abklärung der Beschwerden. Eine genaue Abklärung ist aber entscheidend um schwerwiegende Störungen oder Entzündungen auszuschließen.

DrEd gibt einen Überblick über das Krankheitsbild der Reizblase und Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen. Patienten mit dem Verdacht auf eine Reizblase sollten einen Facharzt für Urologie aufsuchen.

Sollte der Verdacht einer Blasenentzündung bestehen, können sich Patienten an die Ärzte von DrEd wenden und sich Medikamente zur Behandlung verschreiben lassen.

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Was ist eine Reizblase?

In der Medizin gibt es viele Bezeichnungen für die Reizblase. Häufig verwendete Bezeichnungen sind auch Blasenschwäche oder überaktive Blase. Die Funktion der Harnblase als Speicher für den Urin ist dabei gestört und es kann zu den dafür typischen Beschwerden kommen. Wichtig ist, dass eine Reizblase erst diagnostiziert werden kann, wenn alle organischen Ursachen ausgeschlossen wurden.

Was sind typische Symptome einer Reizblase?

Die Symptome einer Reizblase können sehr unterschiedlich sein, daher ist eine sichere Diagnose nicht immer einfach. Entscheidend ist den Verlauf und die weiteren Untersuchungen in ihrer Gesamtheit zu betrachten, um die Erkrankung zu erkennen.

Zu den Symptomen einer Reizblase gehören häufiges Wasserlassen (ab 8 Mal pro Tag), unkontrollierbarer Harndrang sowie den Drang nachts auf die Toilette zu müssen. Beim unkontrollierten Harndrang besteht die Möglichkeit, dass es zu einer Harninkontinenz kommt (Dranginkontinenz). Dabei kommt es zu ungewolltem Abgang von Urin. Auch körperliche Anstrengungen wie Treppensteigen, Lachen oder Niesen können zu einer Inkontinenz führen.

Weitere Beschwerden einer Reizblase können Schmerzen im Unterbauch oder beim Geschlechtsverkehr oder Zyklusstörungen sein.

Was sind die Ursachen einer Reizblase?

Die genauen Ursachen für eine Reizblase sind noch nicht abschließend geklärt. Man geht davon aus, dass bei der Erkrankung eine Störung der Speicherfunktion der Harnblase vorliegt. Die natürliche Funktion des Wasserlassens ist reguliert, indem Dehnungsrezeptoren in der Harnblasenwand wahrnehmen, wie stark die Blase gefüllt ist. Ab einem bestimmtem Schwellenwert wird dieser Impuls an das zentrale Nervensystem geleitet und bewirkt eine bewusste Wahrnehmung von Harndrang.

Bei der Reizblase liegt eine Fehlfunktion in dieser Steuerung vor. Der Impuls für den Harndrang wird bereits frühzeitig bei geringer Füllung ausgelöst. Dies kann beispielsweise bei einer Vergrößerung der Harnblasenwand vorliegen, wie sie bei einer Prostatavergrößerung vorkommt. Auch psychische Faktoren wie Stress und sexuelle Traumata scheinen einen Einfluss auf diese Regulation zu haben.

Wie kann die Reizblase diagnostiziert werden?

Eine Reizblase kann erst diagnostiziert werden, wenn keine krankhaften Veränderungen der Harnblase gefunden werden kann. Dazu zählen Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder Störungen des Nervensystems im Bereich der Harnblase.

Entscheidend sind dabei die Angaben des Patienten zu den Beschwerden. Oft kann auch das Führen eines „Miktionstagebuchs“ sinnvoll sein. Dieses Tagebuch soll der Patient führen und genau dokumentieren, zu welchen Zeiten er Wasser gelassen hat und ob weitere Symptome aufgetreten sind. Das kann dabei helfen die Beschwerden besser einzuordnen und auch bestimmten Situationen zuzuordnen.

Auch sollte nach Voroperationen, neurologischen Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme gefragt werden, um mögliche Ursache der Beschwerden abzuklären. Auch bildgebende Verfahren wie der Ultraschall von Nieren und Harnblase können helfen, die Harnblasenwand hinsichtlich ihrer Dicke und Funktionstüchtigkeit zu beurteilen.

Welche Erkrankung kann ähnliche Symptome verursachen?

Eine Blasenentzündung kann ähnliche Symptome wie eine Reizblase verursachen. Häufige Beschwerden einer Blasenentzündung sind ein Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang. Oft beklagen die Patienten auch Schmerzen im Unterbauch. Die Ursache von einer Blasenentzündung sind Bakterien, die über die Harnwege in die Blase einwandern und sich dort vermehren.

Die Behandlung ist mit einfachen Hausmitteln durchführbar. Erst bei wiederholtem Auftreten oder Begleiterkrankungen wie der Zuckerkrankheit wird eine medikamentöse Therapie mit einem Antibiotikum empfohlen. Die Unterscheidung kann nur mithilfe einer Urinuntersuchung beim Arzt erfolgen. Ein Urinschnelltest kann bereits nach einigen Sekunden herausfinden, ob sich Bakterien, Entzündungszellen oder sogar Blut im Urin befindet. Frauen während ihrer Regelblutung sollten dies ihrem Arzt mitteilen, da es zu verfälschten Ergebnissen kommen kann.

Alternativ kann auch durch eine Urinkultur im Labor untersucht werden, ob und welche Bakterienart sich im Urin befinden. Dann kann eine gezielte medikamentöse Therapie gegen die Bakterien erfolgen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten der Reizblase gibt es?

Ein allgemeingültiges Therapieschema für die Behandlung der Reizblase gibt es nicht. Die Behandlung sollte individuell auf die Beschwerden des Patienten abgestimmt sein. Es gibt eine Reihe von Therapieansätzen:

Verhaltenstherapie:

Durch das Führen eines Miktionstagebuchs kann durch Regulierung der Trinkmenge die Häufigkeit des Wasserlassens angepasst werden. Auch kann aktiv trainiert werden einen gewissen Harndrang auszuhalten. Die Füllmenge der Harnblase bei der ein Harndrang verspürt wird, kann sich dadurch erhöhen.

Beckenbodentraining

Beckenbodengymnastik stärkt den Schließmuskel der Harnröhre. Die Stärkung bewirkt, dass es weniger zu ungewolltem Abgang von Urin (Harninkontinenz) kommt. Auch kann zusätzlich durch einen Arzt vaginal oder anal eine Elektrostimulation mit elektrischem Strom erfolgen. Dieser elektrische Strom wirkt auf die Nerven, die die Muskulatur von Harnblase und auch den Schließmuskel versorgen. Die Drangsymptome werden gemildert und es kommt weniger zu Harninkontinenz.

Medikamentöse Therapie

Frauen in den Wechseljahren oder nach der Menopause neigen aufgrund des erniedrigten Östrogenspiegel im Blut zu einer Rückbildung der Vaginalschleimhaut. Dies kann ebenfalls die Beschwerden einer Reizblase mit auslösen oder verstärken. Die vaginale Gabe von Östrogenpräparaten in Form von Tabletten, Zäpfchen oder Cremes wird in den Wechseljahren empfohlen, um die vaginale Schleimhaut wiederaufzubauen. Studie haben gezeigt, dass sich durch die vaginale Gabe von Östrogen die Beschwerden hinsichtlich der Dranginkontinenz verbessert haben.

Zur Behandlung der Reizblase ist die Einnahme von Medikamenten der Stoffgruppe der Anticholinergika möglich. Das autonome Nervensystem besteht beim Menschen aus Sympathikus und Parasympathikus. Der Sympathikus ist der sogenannte Leistungsnerv. Wird er aktiviert, vermittelt er über seine Botenstoffe wie Adrenalin eine vermehrte Leistungsfähigkeit durch Erhöhung der Herzfrequenz, Erweiterung der Bronchien und Hemmung von Verdauung und Blasentätigkeit. Der Gegenspieler ist der Parasympathikus, der eher für die Regeneration und den Aufbau von Reserven zuständig ist. Bei seiner Aktivierung kommt es dazu, dass besonders die Organe der Verdauung wie Magen und Darm sowie auch die Harnblase aktiviert werden.

Die Anticholinergika wirken auf die Rezeptoren des Botenstoffs Acetylcholin und hemmen seine Wirkung. Auf die Harnblase bewirkt dies eine Entspannung der Muskulatur der Harnblasenwand. Die Blase hat damit eine erhöhte Füllungsmenge. Jedoch haben Anticholinergika häufig viele unerwünschte Nebenwirkungen wie trockenen Mund, Verstopfungen und Sehstörungen, welche dazu führen, dass die Medikamente abgesetzt werden müssen.

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Quellen: 

  • Rolf Eichenbauer, Kapitel 9 - Blase, In Klinikleitfaden Urologie (Third Edition), edited by Herausgeber:, R. Eichenauer, J. Sandmann, H. Vanherpe, Unter Mitarbeit von:, H. Becker, J. Braun, C. Doehn, M. Fisch, M. Heitz, T. Janik, M. Lindig, R. Osieka, B. Perras, B. Tiemer, A. Valet, C. Wantzen, Begründer der Reihe:, A. Schäffler and U. Renz, Urban & Fischer, Munich, 2003, Pages 295-358, ISBN 9783437227905, http://dx.doi.org/10.1016/B978-343722790-5.50015-4. 
  • Urologie mit 138 Tabellen ; [mit Fallquiz] / Richard Hautmann (Hrsg.). Jürgen E. Gschwend. Beteiligte:Richard Hautmann [Hrsg.]; Jürgen Gschwend, Springer-Lehrbuch, Auflage:5., aktualisierte Aufl., Berlin u.a. : Springer, 2014

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