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Frau mit Durchfallbeschwerden vor der Rifaximineinnahme

Das Arzneimittel Rifaximin ist ein Antibiotikum, das unter anderem für die Behandlung bestimmter Darmbeschwerden eingesetzt wird. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit und seines breiten Wirkspektrums kann Rifaximin in vielen Fällen eine Alternative für Patienten darstellen, bei denen die Behandlung mit anderen Antibiotika zu starken Nebenwirkungen führen.

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Was ist Rifaximin?

Rifaximin ist ein sogenanntes Breitbandantibiotikum, also ein Mittel, das gegen ein breites Spektrum an Bakterien wirkt und diese abtötet. Rifaximin ist mit dem natürlichen Antibiotikum Rifamycin verwandt und wird seit 2008 in Deutschland vertrieben. Im Gegensatz zu Rifamycin ist Rifaximin allerdings gegen fast alle Bakterien wirksam die im Menschen Darmbeschwerden hervorrufen können. Damit ist Rifaximin für deutlich mehr Patienten geeignet als Rifamycin oder einige andere, vergleichbar wirksame Antibiotika.

Wie wirkt Rifaximin?

Rifaximin dringt in Bakterienzellen ein und verhindert dort, dass die Bakterien lebenswichtige Proteine herstellen können. Dadurch sterben Bakterien, die mit Rifaximin in Kontakt kommen, schon nach kurzer Zeit ab. Rifaximin wirkt also bakterizid und bekämpft so bakterielle Infektionen schnell und effektiv. Rifaximin wirkt nur in Bakterien und hat auf menschliche Zellen so gut wie keinen Einfluss.

Eine weitere Besonderheit von Rifaximin ist, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Antibiotika so gut wie nicht aus dem Darm in den Körper aufgenommen wird. Dadurch werden zum einen sehr leicht hohe Wirkstoffkonzentrationen im Darm erreicht, was eine hohe Wirksamkeit von Rifaximin sicherstellt. Außerdem kann Rifaximin somit nur verhältnismäßig geringe Nebenwirkungen hervorrufen, da es nur zu einem äußerst geringen Anteil im Körper Reaktionen auslösen kann. Umgekehrt bedeutet das aber natürlich auch, dass Rifaximin ausschließlich bakterielle Infektionen im Magen-Darm-Trakt und nicht an anderen Orten bekämpfen kann.

Wofür wird Rifaximin verwendet?

Rifaximin wird hauptsächlich bei Beschwerden des Verdauungstrakts eingesetzt. Dazu zählen Reisedurchfall (Reisediarrhoe), Fehlbesiedlung des Dünndarms (Bakterielles Überwucherungssyndrom), eine bestimmte Form der Dickdarmentzündung (pseudomembranöse Kolitis) und Ausstülpungen der Darmwand (Divertikelerkrankungen). Außerdem wird Rifaximin zur Darmreinigung vor Operationen und zur Prophylaxe sowie zur Akuttherapie der hepatischen Enzephalopathie, einer potentiell lebensbedrohlichen Komplikation bei Leberfunktionsstörungen, eingesetzt. Daneben gibt es Erkenntnisse, nach denen Rifaximin auch Patienten, die am Reizdarmsyndrom leiden, Linderung verschaffen kann.

In vielen Ländern, wie zum Beispiel Österreich, ist Rifaximin für alle diese Anwendungen zugelassen. In Deutschland beschränkt sich die Zulassung bislang lediglich auf die Therapie der hepatischen Enzephalopathie und der Reisediarrhoe.

Wie lange muss Rifaximin eingenommen werden?

Die empfohlene Einnahmedauer hängt vom behandelten Krankheitsbild ab. Beim typischen Einsatzgebiet der Reisediarrhoe sollte Rifaximin maximal drei Tage lang eingenommen werden. Bei länger andauernden Beschwerden ist ein abermaliger Arztbesuch nötig, da dann möglicherweise eine andere Ursache der Auslöser ist und somit eine abweichende Behandlung erfordert. Auch bei Blut im Stuhl und starken oder kolikartigen Schmerzen sollten Patienten umgehend einen Arzt aufsuchen, da diese Symptome auf Erkrankungen hindeuten, die nicht mit Rifaximin behandelt werden können.

Mit welchen Nebenwirkungen muss man bei der Einnahme von Rifaximin rechnen?

Rifaximin unterscheidet sich durch die geringe Aufnahme in den Körper bei seinem Nebenwirkungsspektrum deutlich von vielen anderen Antibiotika. Dennoch kann auch die Anwendung von Rifaximin-Präparaten Nebenwirkungen hervorrufen. Am häufigsten sind dabei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder Bauchschmerzen. Zudem können Kopfschmerzen, Fieber oder Erschöpfung auftreten. Andere Nebenwirkungen treten deutlich seltener auf und sind ausführlich in der Gebrauchsanweisung beschrieben. Insgesamt gilt Rifaximin aber als ein gut verträgliches Arzneimittel.

Kann man Rifaximin auch während der Schwangerschaft und Stillzeit problemlos einnehmen?

Zur Verwendung von Rifaximin bei Schwangeren und Stillenden liegen bisher noch keine Daten vor. Obwohl die Möglichkeit einer negativen Wirkung auf das ungeborene bzw. gestillte Kind eher als gering angesehen wird, wird die Anwendung von Rifaximin bei Schwangeren und Stillenden generell nicht empfohlen. Lediglich in Einzelfällen kann nach ärztlicher Abwägung von Risiko und Nutzen die Anwendung auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sinnvoll sein.

Beeinträchtigt Rifaximin die Wirkung von Antibabypillen?

Es gibt momentan noch keine abschließende Bewertung zu einer möglichen Beeinflussung der empfängnisverhütenden Wirkung von Antibabypillen durch Rifaximin. Allerdings ist bekannt, dass einige andere Antibiotika die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln negativ beeinflussen können. Darüber hinaus kann eine Veränderung der Darmflora, wie sie durch Rifaximin hervorgerufen wird, die Verstoffwechslung der Wirkstoffe in Antibabypillen verändern. Aus diesen Gründen sollten Frauen, die mit hormonellen Verhütungsmitteln verhüten, während der Anwendung von Rifaximin sowie einige Tage nach der letzten Rifaximin-Einnahme zusätzlich Kondome verwenden.

Besteht bei Rifaximin die Gefahr, dass Bakterien resistent werden?

Normalerweise besteht bei der Anwendung von Antibiotika die Gefahr, dass die zu bekämpfenden Bakterien nach einer gewissen Zeit resistent gegen den eingesetzten Wirkstoff werden. Dies gilt insbesondere, wenn das Antibiotikum zu kurz, in falscher Dosierung, zu lang oder zu häufig verwendet wird. Bei Rifaximin sind solche Resistenzentwicklungen bislang aber im therapeutischen Einsatz nicht aufgetreten. Lediglich unter bestimmten Laborbedingungen konnte eine Resistenzentwicklung zu Testzwecken hervorgerufen werden. Dieser Vorteil gegenüber anderen Antibiotika macht Rifaximin zu einem vielversprechenden Kandidaten für die Behandlung häufig wiederkehrender Magen-Darm-Infektionen.

Ist Rifaximin frei verkäuflich?

Rifaximin wird in Deutschland und der Schweiz unter dem Namen Xifaxan sowie in Österreich unter dem Namen Colidimin vertrieben. Rifaximin-Präparate sind rezeptpflichtig und dürfen somit nicht frei verkauft werden. Damit ein Arzt ein Rezept ausstellen kann, muss zunächst ein Termin für ein Beratungsgespräch vereinbart werden, in dessen Verlauf beispielsweise abgeklärt wird, ob die Einnahme von Rifaximin medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.

Von Händlern, die Rifaximin ohne Rezept anbieten, muss dringend abgeraten werden. Einerseits machen sich Patienten, die solche Angebote kaufen, strafbar. Andererseits gefährden sie damit zusätzlich massiv ihre Gesundheit, da im Gegensatz zu legalen Angeboten nicht garantiert ist, ob in diesen Präparaten tatsächlich Rifaximin oder etwas Anderes enthalten ist.

Welche Alternativen zu Rifaximin gibt es?

Es stehen im Prinzip viele alternative Antibiotika zu Rifaximin zur Verfügung, allerdings hängt die genaue Auswahl einer Alternative von der zu behandelnden Krankheit beziehungsweise dem Erregertyp ab. Zudem sind manche Menschen auf gewisse Antibiotika wie Penicillin allergisch. Eine allgemeine Empfehlung für ein Alternativmedikament kann daher an dieser Stelle nicht gegeben werden. Ihr Hausarzt kann jedoch gemeinsam mit Ihnen in einem Beratungsgespräch mögliche andere Wirkstoffe aufzeigen.

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Quellen:

  • Xifaxan Gebrauchsinformation (2015). Norgine B. V. Amsterdam.
  • Pimentel, M., Park, S., Mirocha, J., Kane, S. V., & Kong, Y. (2006). The effect of a nonabsorbed oral antibiotic (rifaximin) on the symptoms of the irritable bowel syndrome: a randomized trial. Annals of internal medicine, 145(8), 557-563.
  • Descombe, J. J., Dubourg, D., Picard, M., & Palazzini, E. (1993). Pharmacokinetic study of rifaximin after oral administration in healthy volunteers. International journal of clinical pharmacology research, 14(2), 51-56.
  • Bass, N. M., Mullen, K. D., Sanyal, A., Poordad, F., Neff, G., Leevy, C. B., ... & Teperman, L. (2010). Rifaximin treatment in hepatic encephalopathy. New England Journal of Medicine, 362(12), 1071-1081.
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