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Der rosa Behälter dient zur Reinigung der Scheide

Scheidenspülungen oder Vaginalduschen werden häufig von Frauen eingesetzt, wenn sie sich besonders sauber im Intimbereich fühlen möchten. In manchen Kulturen gehören Scheidenspülungen auch zur Tradition und werden deshalb regelmäßig verwendet. Mittlerweile konnte jedoch in zahlreichen Studien nachgewiesen werden, dass nach der Verwendung einer Scheidenspülung das Risiko für vaginale Infektionen sogar steigt.

DrEd erklärt, warum Scheidenspülungen nur in Ausnahmefällen benutzt werden sollten und wie die richtige Anwendung erfolgt.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Was ist eine Scheidenspülung?

Eine Scheidenspülung kann unterschiedlich aussehen. Viele kennen sie auch als Vaginaldusche, was beides die Anwendung von Reinigungsprodukten in der Vagina beschreibt. Bei einer Scheidenspülung wird mit Wasser oder häufiger mit Seife der Scheideneingang bis zum Gebärmutterhals ausgewaschen.

Warum werden Scheidenspülungen häufig verwendet?

Scheidenspülungen können Teil von kulturellen Bräuchen sein, beispielsweise werden sie von dunkelhäutigen Frauen in Afrika und Amerika häufig aus traditionellen Gründen angewendet. In weiten Kreisen der europäischen Bevölkerung werden Scheidenspülungen jedoch auch ohne kulturellen Hintergrund durchgeführt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche Frauen möchten sich vor dem Geschlechtsverkehr oder auch im Alltag besonders sauber fühlen. Andere denken, dass die Spülung vor Infektionen und  sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann. Gerade unter Prostituierten und Pornodarstellerinnen ist die regelmäßige Verwendung von Duschen Gang und Gebe. Weit verbreitet war bis vor wenigen Jahren auch der Gedanke, dass die Vaginaldusche zur Verhütung einer Schwangerschaft geeignet sei.

Warum wird das Spülen der Scheide nicht für die tägliche Intimhygiene empfohlen?

Scheidenspülungen stellen keinen Bestandteil der empfohlenen Hygienemaßnahmen im Intimbereich dar. Bei einer Scheidenspülung kann das gesunde, saure Milieu der Vagina aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt. Entgegen dem weit verbreiteten Glauben, dass Scheidenspülungen Infektionen vorbeugen, bringen sie die Vaginalflora durcheinander und können so zahlreichen klinischen Studien zufolge sogar Infektionen begünstigen. Dazu zählen vor allem Pilzinfektionen der Scheide und die bakterielle Vaginose.

Natürlich hängt das Ausmaß der Schädigung vom verwendeten Reinigungsmittel ab. Beim Spülen mit Wasser kann es bereits zu einem Auswaschen der „guten“ Stäbchenbakterien in der Scheide kommen, die für das saure Milieu verantwortlich sind. Weiterhin gibt es Seifen und andere relativ aggressive Mittel, deren pH Wert in der Regel nicht dem vaginalen pH entspricht und so das Milieu besonders stark verändert. Manche medizinisch anerkannte Lösungen, deren pH Wert im sauren Bereich der Vagina liegt sind am ehesten für das Spülen der Scheide geeignet. Sie können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt gegebenenfalls verwendet werden.

Wann kann die Anwendung einer Scheidenspülung sinnvoll sein?

Im Falle einer vaginalen Infektion mit Bakterien wie zum Beispiel Gardnerella vaginalis kann eine Scheidenspülung helfen, die Mehrzahl der Bakterien zu entfernen und so die Heilung zu beschleunigen.

Dabei sollte die Anwendung nur nach einem Gespräch mit dem Arzt erfolgen, da bei bakteriellen Infektionen in der Regel zusätzlich eine antibiotische Therapie durchgeführt werden muss.

Wie erfolgt die Spülung der Scheide richtig?

Für die seltenen Fälle, in denen eine Scheidenspülung zur unterstützenden Behandlung bei Infektionen eingesetzt wird, müssen ein paar Punkte beachtet werden.

Zum einen sollte unbedingt eine geeignete Spüllösung verwendet werden. Spüllösungen können entweder mit speziell dafür hergestellten Brausetabletten selbst zubereitet oder auch fertig gekauft werden. Auf keinen Fall sollte man Essig oder normale Seifen nutzen.

Außerdem muss die Duschvorrichtung selbst so konzipiert sein, dass die Öffnungen die Lösung zur Seite freigeben. Wenn sich die Löcher an der Oberseite befinden oder die Richtung des Strahls nach innen führt, können Bakterien leichter in den Gebärmutterhals und bis in die Gebärmutter gelangen. Mit den seitlichen oder sogar leicht nach unten gerichteten Öffnungen wird sichergestellt, dass die Bakterien in die Richtung des Scheidenausgangs gespült werden.

Nach dem Durchführen der Scheidenspülung sollte gegebenenfalls die antibakterielle Therapie beginnen. Das kann abhängig von der Schwere der Infektion in Form von antibiotischen Zäpfchen oder auch mit Antibiotika in Tablettenform sein. Der Arzt wird hierfür ein Rezept ausstellen.

Nach einer Vaginaldusche und der erfolgreichen Therapie einer Infektion der Scheide muss die gesunde Vaginalflora wiederhergestellt werden. Am besten geeignet sind dafür Milchsäurezäpfchen oder Vaginalgels, die zur Nacht angewendet werden. Sie fördern das Wachstum der für die Immunabwehr wichtigen Bakterien in der Scheide.

Kann eine Scheidenspülung zur Verhütung verwendet werden?

Entgegen der früher weit verbreiteten Meinung, dass Scheidenspülungen nach dem Sex eine geeignete Verhütungsmethode seien, konnte mittlerweile das Gegenteil bewiesen werden. Die Anwendung einer Vaginaldusche nach dem Geschlechtsverkehr ist aus mehreren Gründen nicht sinnvoll.

Erstens spült die Lösung bei richtiger Anwendung zwar möglicherweise Spermien, die sich vor dem Gebärmutterhals befinden, aus der Scheide. Normalerweise wandern die Spermazellen jedoch sehr schnell weiter aufwärts. Aus diesem Grund können nie alle Spermazellen mit der Vaginaldusche entfernt werden und die Verhütungssicherheit ist äußerst gering.

Zweitens ist besonders nach dem Geschlechtsverkehr das saure Milieu im Intimbereich verändert. Dadurch muss das Immunsystem verstärkt arbeiten, um Infektionen zu verhindern. Wird nun die Scheidenflora durch die Spülung zusätzlich irritiert, kann das Risiko für Infektionen sogar erhöhen.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Quellen:

  • Stauber M, Weyerstahl T. Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Stuttgart: Thieme Verlag, 3. Auflage 2007
  • Shaaban OL et al. Vaginal douching by women with vulvovaginitis and relation to reproductive health hazards. BMC Womens Health. 2013 May 14;13:23. doi: 10.1186/1472-6874-13-23.
  • Yanikkerem E, Yasayan A. Vaginal douching practice: Frequency, associated factors and relationship with vulvovaginal symptoms. J Pak Med Assoc. 2016 Apr;66(4):387-92.
  • Branch F et al. Vaginal douching and racial/ethnic disparities in phthalates exposures among reproductive-aged women: National Health and Nutrition Examination Survey 2001-2004. Environ Health. 2015 Jul 15;14:57. doi: 10.1186/s12940-015-0043-6.
  • Brown JM et al. Intravaginal practices and risk of bacterial vaginosis and candidiasis infection among a cohort of women in the United States.Obstet Gynecol. 2013 Apr;121(4):773-80. doi: 10.1097/AOG.0b013e31828786f8.
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