Eine Frau bespricht die Verhütung mit einer Spirale mit ihrer Ärztin
Eine beliebte und dauerhafte Methode zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften ist die Spirale. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten: die Kupferspirale und die Hormonspirale. Das Grundgerüst ist bei beiden Typen aus Plastik, dieses wird dann aber entweder mit Kupfer oder Hormonen beschichtet.

Beide Arten werden in die Gebärmutter eingesetzt und verhüten effektiv über 99% aller möglichen Schwangerschaften. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass keine Spirale vor sexuell übertragenen Infektionen schützt.

Im folgenden Text erhalten Sie weitere Informationen und Hinweise zu dieser Verhütungsmethode, ihrer Anwendung und möglichen Problemen und Nebenwirkungen.

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Was ist eine Spirale?

Die Kupferspirale

Die Kupferspirale gibt fortlaufend kleine Mengen an Kupfer ab, welches die Beweglichkeit der Samen auf dem Weg in den Eileiter hemmt. Außerdem verändert das Kupfer den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindert damit, dass sich eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter einnisten kann, sollte es dennoch zu einer Befruchtung kommen.

Die Kupferspirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort bis zu 5 Jahre verbleiben. Sie hat an einem Ende Fäden, die in der Scheide enden. Dies erleichtert die Kontrolle, ob die Spirale noch in der richtigen Position ist und sie kann damit später auch leicht wieder entfernt werden.

Die Kupferspirale kann auch zur Notfall-Verhütung eingesetzt werden, in diesem Fall muss sie innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Etwa 3-4 Wochen nach dem Einsetzen sollte eine ärztliche Kontrolle durchgeführt werden um sicherzustellen, dass die Spirale noch korrekt sitzt.

Vorteile

Eine Kupferspirale kann zwischen 5-10 Jahren in der Gebärmutter verbleiben, sodaß in dieser Zeit nicht weiter über Verhütung nachgedacht werden muß. In dieser Zeit müssen nur einige wenige Termine für Check-up-Untersuchungen eingehalten werden, um eine optimale und sichere Funktion zu gewährleisten.

Die Effektivität der Verhütung liegt bei der Spirale bei 98-99% über einem Zeitraum von 5 Jahren. Dieses sehr gute Ergebnis ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es praktisch keine Anwendungsfehler wie z.B. das Vergessen einer Tablette bei der Antibabypille gibt.

Die Kupferspirale greift nicht in den natürlichen Hormonhaushalt ein und ist somit auch besonders für Frauen geeignet, die auf Veränderungen des Östrogenspiegels ganz verzichten wollen.

Nachteile

Die Kupferspirale wird im allgemeinen sehr gut vertragen. Sie ist rezeptpflichtig und muß von einem Arzt eingesetzt werden. Danach sind regelmäßige, ärztliche Kontrolluntersuchungen notwendig, allerdings können die zeitlichen Abstände mit der Zeit immer grösser werden.

Gelegentlich können die monatlichen Periodenblutungen verstärkt, verlängert oder schmerzhafter werden. Zusätzlich können vermehrt Zwischenblutungen, Magenkrämpfe oder Unterleibschmerzen auftreten.

Kurz nach dem Einsetzen (innerhalb der ersten 3 Wochen) können schwerwiegende Unterleibsentzündungen auftreten. In diesem Fall muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Eine weitere Komplikation ist eine ektope Schwangerschaft, hierbei nistet sich ein befruchtetes Ei ausserhalb der Gebärmutter ein. Obwohl das Risiko insgesamt sehr gering ist, sollte jedes Anzeichen hierfür ernst genommen und weiter abgeklärt werden. Insbesondere eine ausbleibende Periode oder neu aufgetretene Unterleibsschmerzen sollten auf keinen Fall ignoriert werden.

In sehr seltenen Fällen kann die Spirale verrutschen oder aus der Gebärmutter herausfallen. Dies passiert meist innerhalb der ersten 3 Monate. In diesem Falle sollten sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Versuchen sie nicht, die Spirale eigenhändig wieder einzusetzen.

Die Hormonspirale

Im Gegensatz zur Kupferspirale ist die Hormonspirale mit Hormonen beschichtet, die ständig in kleinen Mengen in die Gebärmutterhöhle abgegeben werden. Diese führen im Wesentlichen zu einer Verdickung der Gebärmutterkanalschleimhaut und verhindern somit, dass Spermien weiter in die Eileiter wandern können. Außerdem wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt und damit eine Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert.

Die Hormonspirale wird in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort ebenfalls bis zu 5 Jahre verbleiben. Genauso wie bei der Kupferspirale, hat sie an einem Ende Fäden, die in der Scheide enden.

Vorteile

Die kontinuierliche Ausschüttung von Hormonen bietet einen sehr hohen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften. Anwendungsfehler sind, wie bei der Kupferspirale, nahezu ausgeschlossen. Im Gegensatz zur Kupferspirale bemerken die meisten Frauen nach 3-6 Monaten eher leichte und weniger schmerzhafte Perioden.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Hormone nur lokal ausgeschüttet werden. Im Gegensatz zur Pille, bei der die Hormone im ganzen Körper verteilt werden, können deshalb niedrigere Konzentrationen eingesetzt werden. Genauso wie die Kupferspirale ist auch die Hormonspirale leicht wieder zu entfernen.

Sie ist besonders für Frauen geeignet, die unter starken Monatsblutungen oder an Endometriose leiden. Das Risiko auf chronische Unterleibsentzündungen (PID) kann ebenfalls reduziert werden.

Nachteile

Die Hormonspirale ist im allgemeinen gut verträglich, da sie direkt in der Gebärmutter wirkt und somit für die zuverlässige Verhütung nur eine kleine Menge an Hormonen benötigt. Manchmal können dennoch Nebenwirkungen auftreten, die zumeist in den ersten 3-6 Monaten nach dem Einsetzen auftreten.

Diese Begleiterscheinungen sind meist Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen, Brustspannen, Übelkeit, Akne oder Stimmungsschwankungen.

Weitere Komplikationen sind ebenfalls sehr selten. Bei Schmerzen sollte die korrekte Lage der Spirale überprüft werden. Unerwartet starke Menstruationen oder Schmerzen im Bauch können Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft (das Wachstum eines befruchteten Eizelle außerhalb der Gebärmutter) sein und sollten umgehend von einem Arzt untersucht werden.

Eine vorzeitige Entfernung der Spirale ist selten notwendig und wird meist dann vorgenommen, wenn junge Frauen sich entscheiden die Verhütung zu beenden und Kinder zu bekommen.

Nicht für jede Frau ist die Spirale die geeignetste Methode. Wer in der Vergangenheit Brust-, Gebärmutter- , oder Leberkrebs hatte (oder noch hat), dem wird zu anderen Verhütungsmitteln geraten. Auch bei Unterleibsentzündung, einer Entzündung in der Scheide oder einem Fibrom (nicht krebsartiger Tumor in oder außerhalb der Gebärmutter) ist von der Verwendung der Spirale abzusehen.

Einsetzen der Spirale

Das Einsetzen der Spirale geschieht unabhängig vom Typ stets auf die selbe Art und Weise.

Durch eine Untersuchung beim Gynäkologen wird erst einmal die beste Lage für die Platzierung festgestellt. Generell wird die Spirale während der Periode, da dann der Gebärmutterhals geweitet ist, durch den Gebärmuttermund geschoben und in die Gebärmütter eingesetzt.

Es kann, vor allem bei Frauen die noch kein Kind geboren haben, zu unangenehmen Schmerzen kommen, weshalb das Einsetzen der Spirale meist unter lokaler Betäubung stattfindet.

Sogenannte Rückholfäden, die an der Spirale angebracht sind, vereinfachen das Herausnehmen und Austauschen zu einem späteren Zeitpunkt. Sie werden meist vom Arzt gekürzt, so dass sie noch gut zu ertasten sind.

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