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Frau nimmt Vareniclin zur Raucherentwöhnung

Mit dem Ziel, das Rauchen aufzugeben, beginnen jedes Jahr viele Raucher mit Entwöhnungsprogrammen. Neben den Verhaltens- und Gesprächstherapien steht auch eine Zahl von Wirkstoffen zur Verfügung, die die Entzugserscheinungen abschwächen und den Ausstieg erleichtern sollen. Ein Wirkstoff, der eigens für diesen Zweck hergestellt wurde, ist Vareniclin. Durch seine spezielle Wirkung auf den maßgeblich an der Nikotinsucht beteiligten Rezeptor, wird Vareniclin als Begleitmedikation in der Raucherentwöhnung eingesetzt. Es mildert nachweislich nicht nur die Symptome des Entzugs, sondern unterstützt auch den Verzicht auf Nikotin. Studien zeigen, dass eine größere Zahl von Patienten, die Vareniclin anwenden, langfristig rauchfrei bleiben.

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Raucherentwöhnung mit medikamentöser Unterstützung?

Der Konsum von Tabak stellt in den Industrieländern noch immer ein Gesundheitsrisiko da. Von allen registrierten Todesfällen in Deutschland können 13 Prozent auf die Folgen des Rauches zurückgeführt werden. Zu den Folgen zählen Herz-Kreislauf Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege - unter anderem COPD - und Krebs. Mit dem Ziel, die Nikotinsucht zu bekämpfen, bedienen sich jedes Jahr viele Raucher der Unterstützung von Büchern oder nehmen an Kursen und Entwöhnungsprogrammen teil. Der Nikotinentzug und die damit verbundenen physischen und psychischen Folgen können belastend und vielfältig sein. Die Rückfallrate in diesen Programmen ist dementsprechend hoch.

Die besten Erfolge in der Raucherentwöhnung werden mit einer Kombination aus Verhalten- und Medikamententherapie erzielt. Hauptsächlich handelt es sich bei den medikamentösen Ansätzen um Nikotinersatzstoffe, um das Antidepressivum Bupropion oder das Naturstoffderivat Vareniclin.

Was ist Vareniclin und was sind dessen Vorzüge?

Vareniclin wurde 2006 speziell für die Raucherentwöhnung entwickelt und ist seit 2007 in Deutschland für diesen Zweck zugelassen. Der Wirkstoff ist unter dem Namen Campix EU-weit verfügbar. In seiner Struktur ist Vareniclin dem Alkaloid des Goldregens, Cytisin, ähnlich. Es wirkt als spezifischer Partialagonist des Nikotin Rezeptor Subtyps α4β2, welcher die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin vermittelt. Die Ausschüttung von Dopamin regt unmittelbar das Belohnungszentrum des Hirns an. Die Aktivierung dieses Nikotinrezeptors wird daher maßgeblich mit der Verstärkung und Erhaltung des Suchtverhaltens eines Rauchers in Verbindung gebracht. Partialagonist bedeutet, dass der Nikotinrezeptor von Vareniclin blockiert, aber nicht vollständig aktiviert wird. Das hat mehrere Vorteile:

  • Die Dopaminausschüttung und damit die Aktivierung des Belohnungssystems werden nicht im vollen Umfang ausgeschaltet. Mit der Bindung von Vareniclin an den Rezeptor wird nur ein wenig Dopamin ausgeschüttet. Das ist gerade ausreichend, um die Entzugserscheinungen und das Verlangen nach Nikotin zu mindern.
  • Beim Konsum einer Zigarette blockiert Vareniclin den Nikotinrezeptor und somit auch seine Wirkung auf das Belohnungssystem. Das Rauchen zeigt nicht den üblichen, vom Konsumenten erwarteten Effekt.

Wie wird Vareniclin eingenommen?

Vareniclin ist als Tablette mit 0,5 und einem Milligramm des Wirkstoffs erhältlich. Bei jedem Patient wird eine sogenannte Titrationsphase durchgeführt, in der die benötigte Menge des Wirkstoffes bestimmt wird. Zunächst wird zu Beginn der Therapie ein Milligramm Vareniclin zwei Mal täglich über den Verlauf von 12 Wochen begleitend zur Entwöhnung eingenommen.

Erst nach drei bis vier Tagen ist die maximale Konzentration des Wirkstoffes im Blutplasma erreicht. Daher wird die Therapie bereits zwei Wochen vor Beginn der Raucherentwöhnung begonnen. Nach erfolgreichem Rauchstopp kann eine weiterführende Einnahme über 12 Monate erfolgen. In dieser Phase der Therapie kann die Plasmakonzentration von Vareniclin mit der Einnahme von einer Tablette alle 12 Stunden aufrechterhalten werden. Treten nicht tolerierbare Nebenwirkungen auf, kann die Dosis auf die Hälfte reduziert werden. Durch das generell hohe Rückfallrisiko bei der Raucherentwöhnung wird empfohlen, die Dosierung zum Therapieende über weitere 12 Wochen auszuschleichen.

Wird diese Vareniclin-Begleittherapie von meiner Krankenkasse gezahlt?

Eine medikamentöse Begleittherapie, wie die mit Vareniclin, wird nicht von den Krankenkassen übernommen. Diese übernehmen in der Regel lediglich die Teilnahmegebühr für Raucherentwöhnungskurse. Für den Zeitraum von 12 Wochen fallen bei einer Vareniclintherapie etwa 320 Euro an. Im Vergleich dazu sind alternative Medikamente wie Nikotinpflaster oder Bupropion preiswerter. Alle Therapieformen zur Entwöhnung sind jedoch günstiger als der Konsum von 20 Zigaretten am Tag über den oben genannten Zeitraum.

Was ist der Vorteil von Vareniclin gegenüber Nikotin oder Bupropion?

In mehreren unabhängigen klinischen Studien wurden zunächst die Wirksamkeit von Vareniclin und Bupropion verglichen. Hierbei wurde nicht nur erhoben, wie viele Probanden nach der Studie dauerhaft rauchfrei blieben, sondern auch, wie lange die jeweiligen Wirkstoffe dafür verabreicht werden mussten. Mit Vareniclin wurden bei allen Checkpunkten der Studien nach 12, 24 und 52 Wochen deutlich mehr Probanden als rauchfrei verzeichnet, als mit Bupropion oder einem Placebo.

Es zeigte sich auch, dass wesentlich mehr Teilnehmer rauchfrei blieben, wenn die Begleitmedikation über den gesamten Zeitraum der Entwöhnung und auch einige Wochen darüber hinaus eingenommen wird. Die Nebenwirkungen in Form von Kopfschmerzen, Schlaf- und gastrointestinale Störungen traten gleich häufig bei der Vareniclin-, Bupropion- oder Placebogruppe auf. Die Probanden, welche Vareniclin erhielten, gaben zudem mildere Entzugserscheinungen und auch weniger häufiges Verlangen nach Tabak an, im Vergleich zu den anderen beiden Versuchsgruppen.

Klinische Studien untersuchten die Wirkung von Nikotin als Begleitmedikation zur Raucherentwöhnung, zum Beispiel in Form von Nikotinpflastern oder –Tabletten. Sie stellten fest, dass im Vergleich zum Placebo nur unwesentlich mehr Probanden durch Nikotinpflaster oder Tabletten rauchfrei blieben. Zudem zeigten sich bei der Entwöhnung mit Nikotinersatzprodukten die gleichen belastenden Nebenwirkungen, wie beim „kalten Entzug“ (Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit).

Welche Nebenwirkungen sind bei Vareniclin zu erwarten?

Patienten, die Vareniclin als Begleitmedikation verwendeten, berichteten über Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und besonders lebhafte Träume. Es ist allerdings nicht klar, welche dieser Symptome dem allgemeinen Nikotinentzug und welche Vareniclin zugeschrieben werden können. In der Regel ist zudem eine leichte Gewichtszunahme zu verzeichnen, die aber auch nicht höher ausfällt, als bei der Einnahme von Nikotintabletten und der Verwendung von Nikotinpflastern oder Bupropion.

Eine weitere Nebenwirkung von Vareniclin ist eine leichte Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Zur Auswirkung der Medikation bei Menschen mit kardiovaskulärer Vorerkrankung gibt es zurzeit nur eine Studie. In dieser wurden keine erhöhten kardiovaskulären Vorfälle, wie Infarkte oder Arrhythmien verzeichnet.

Des Weiteren steht Vareniclin im Verdacht, depressive Episoden und suizidale Gedanken zu verursachen. Diese Nebenwirkung ist jedoch durch die derzeit existierenden Studien nicht ausreichend abgesichert und tritt auch bei Raucherentwöhnung mit Bupropion auf, das als Antidepressivum klassifiziert ist.

Wann ist Vareniclin kontrainduziert?

Vareniclin wird nur zu zehn Prozent metabolisiert und über die Niere ausgeschieden. Es ist bekannt, dass die Gabe zusammen mit Cimetidin, einem H2-Antihistaminikum zur Reduktion der Magensaftproduktion, die Ausscheidung von Vareniclin über die Niere hemmt und somit die Konzentration im Blutplasma ansteigen lässt. Auch Patienten mit Niereninsuffizienz sollten auf die Einnahme von Vareniclin verzichten. Bei der Raucherentwöhnung wird zudem die Aktivität des Enzyms CYP1A2 reduziert, welches Koffein und dem Koffein verwandte Wirkstoffe abbaut.

Daher ist zum Beispiel eine Dosisanpassung von Theophyllin, einem Bronchialasthmamedikament, notwendig. In der Schwangerschaft, in der Stillzeit und bei Jugendlichen unter 18 Jahren ist Vareniclin kontrainduziert, da es noch keine ausreichenden Daten zur Sicherheit der Einnahme gibt, beziehungsweise nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.

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Quellen: 

  • Christalla, P., Dewenter, M., & El-Armouche, A. (2012). Effektivität und Sicherheit von Vareniclin zur Raucherentwöhnung. DMW-Deutsche Medizinische Wochenschrift, 137(18), 940-944. Online: www.ncbi.nlm.nih.gov, aufgerufen am 23.10.2015
  • Crooks PA, Bardo MT, Dwoskin LP. Nicotinic receptor antagonists as treatments for nicotine abuse. Adv Pharmacol. 2014;69:513-51. Online: www.ncbi.nlm.nih.gov, aufgerufen am 23.10.2015
  • Williams JM, Steinberg MB, Steinberg ML, Gandhi KK, Ulpe R, Foulds J. Varenicline for tobacco dependence: panacea or plight? Expert Opin Pharmacother. 2011;12(11):1799-812. Online: www.ncbi.nlm.nih.gov, aufgerufen am 23.10.2015

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