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Mutter mit Herpes und Baby

Eine Herpes-Infektion kann bei Kindern und Erwachsenen ohne Symptome verlaufen oder z.B. die typischen „Herpesbläschen“ an der Lippe oder im Genitalbereich hervorrufen, die viele Herpes-Viren enthalten und daher hochansteckend sind. Für gesunde Kinder und Erwachsene ist eine Herpes-Infektion im Allgemeinen zwar lästig, aber nicht gefährlich. Dagegen können Neugeborene und Säuglinge durchaus lebensbedrohlich an einer Herpes-Infektion erkranken.

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Was ist Herpes?

Die Herpes-Infektion wird durch die Herpes simplex Viren Typ 1 und Typ 2 (HSV-1 und HSV-2) hervorgerufen. Der häufige „Lippenherpes“ wird überwiegend durch HSV-1 verursacht, HSV-2 manifestiert sich häufiger im Genitalbereich. Über 80 Prozent der Bevölkerung sind mit dem Herpes simplex Virus (HSV) infiziert, allerdings zeigt die Infektion nur in ca. 30 Prozent der Fälle Symptome.

10 Prozent der Primärinfektionen werden symptomatisch mit schmerzhaften Bläschen im Mund- und Rachenraum bzw. im Genitalbereich, Lymphknotenschwellungen und eventuell auch Fieber. Das Virus verbleibt nach der Primärinfektion dauerhaft im Körper und überdauert in den Nervenzellganglien, z.B. bei Lippenherpes im Schläfenganglion (Ganglion trigeminale).

Bei einer vorübergehenden Schwächung des Immunsystems der betroffenen Person, z.B. durch Stress, anderweitige Krankheiten oder starke Sonneneinstrahlung, beginnt das Herpes simplex-Virus sich zu vermehren und in die besonders anfälligen Hautregionen (Mund- bzw. Genitalregion) auszuwandern. Im Rahmen der sogenannten endogenen Reaktivierung oder endogenen Re-Infektion bilden sich schmerzhafte Bläschen, die nach einiger Zeit aufplatzen, verkrusten und bei einem unkomplizierten Verlauf nach und nach abheilen. Der Inhalt der Herpesbläschen ist hochinfektiös mit unzähligen Herpes simplex-Viren. Während einer Herpes-Reaktivierung ist der Betroffene durch starke Schmerzen und Krankheitsgefühl beeinträchtigt.

Wie wird Herpes übertragen?

Die Primärinfktion mit HSV-1 geschieht über eine Schmierinfektion, z.B. durch engen Körperkontakt mit einer Person, die an den infektiösen Lippenbläschen leidet. Eine Infektion mit HSV-2 erfolgt ebenfalls durch Schmierinfektion meist durch Kontakt zu infizierten Sexualpartnern oder bereits unter der Geburt, wenn die Mutter an einer aktiven genitalen Herpesinfektion leidet.

Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von HSV ist während einer symptomatischen Primärinfektion am höchsten. HSV kann aber auch während der Reaktivierung der Erkrankung mit den typischen Herpesbläschen übertragen werden. Bei einer latenten Herpes-Infektion, während der der Betroffene keine Symptome der Herpes-Infektion zeigt und insbesondere keine Herpesbläschen in den betroffenen Körperarealen aufweist, ist die Übertragungsrate sehr gering.

Warum ist Herpes für Babys gefährlich?

Die Immunabwehr Neugeborener ist noch nicht so ausgereift wie bei Kindern und Erwachsenen. HSV wird durch das Immunsystem Neugeborener nicht ausreichend bekämpft, die Infektion kann nicht auf ein Organsystem (z.B. die Haut) eingegrenzt werden. Neugeborene haben ein hohes Risiko, dass sich eine HSV-Infektion auf den gesamten Körper ausbreitet und z.B. das Blut, Leber, Lunge oder Gehirn befällt. Eine Herpes-Infektion ist besonders in den ersten sechs Lebenswochen gefährlich für das Neugeborene.

Neugeborene, deren Mütter bereits eine HSV-Infektion haben, bekommen über die Plazenta die mütterlichen HSV-spezifischen Antikörper der Klasse Immunglobulin G (IgG) als sogenannten „Nestschutz“ ab der 34. Schwangerschaftswoche übertragen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Mutter einen Herpes-Ausbruch während der Schwangerschaft hatte oder nicht. Der Nestschutz kann vor einer Herpes-Infektion schützen oder zumindest die Schwere der Erkrankung vermindern. Einen 100-prozentigen Schutz vor einer Herpes-Infektion garantiert der Nestschutz nicht, sodass der Kontakt zu Personen mit einem aktiven HSV gemieden werden sollte.

Ein Neugeborenes bekommt keinen Nestschutz durch die Mutter, wenn die primäre Herpes-Infektion der Mutter in der Spätschwangerschaft oder erst kurz vor der Geburt auftritt, da die Bildung der spezifischen Antikörper der Klasse IgG einige Wochen dauert. Die weniger spezifischen Antikörper der Klasse IgM, die zunächst bei einer Primärinfektion gebildet werden, können die Plazenta nicht passieren und somit dem Baby keinen Schutz geben.

Wie verläuft Herpes bei Babys?

Nach der Infektion kann es etwa eine Woche dauern, bis ein Neugeborenes Krankheitssymptome zeigt. Zunächst sind häufig Trinkschwäche und Lethargie auffällig. Nur etwa 2/3 der HSV-erkrankten Neugeborenen leidet an den charakteristischen Herpesbläschen auf der Haut. Eine schwere HSV-Infektion kann somit auch ohne diese Hauterscheinungen vorliegen.

Je nach Organbefall können drei Krankheitsverläufe unterschieden werden, die etwa gleich häufig vorkommen:

  • Befall der Haut, der Schleimhäute und des Auges: Dieser Krankheitsverlauf ähnelt der typischen HSV-Infektion des Erwachsenen. Es bestehen Herpesbläschen an der Haut und Schleimhaut sowie eine Bindehautentzündung des Auges, die sich weiter auf das Auge ausbreiten kann und das Auge und die Sehfähigkeit dauerhaft schädigen kann. Der schmerzhafte Befall der Mundschleimhaut kann die orale Nahrungszufuhr während der Dauer der Erkrankung fast unmöglich machen.
  • Befall des zentralen Nervensystems (Hirnhautentzündung, Gehirnentzündung): Die Babys fallen durch Trinkschwäche, Lethargie, Krampfanfälle bis hin zum Koma auf. Es drohen dauerhafte neurologische Schäden des kindlichen Gehirns und Entwicklungsstörungen. Unbehandelt ist dieser Infektionsverlauf tödlich.
  • Systemischer Befall (Blutvergiftung, Befall von Leber, Lunge, zentrales Nervensystem): Diese Verlaufsform fällt durch das nach und nach eintretende Multiorganversagen auf. Die Babys können nicht mehr effizient genug atmen, durch Leberversagen werden sie gelb. Krampfanfälle, spitzes Schreien, Lethargie bis hin zum Koma charakterisieren den einhergehenden Gehirnbefall.

Eine HSV-Infektion im Neugeborenenalter ist lebensgefährlich für das Baby. Eine frühzeitige Therapie beeinflusst entscheidend die Prognose des Kindes. Daher muss bereits mit der Verdachtsdiagnose einer HSV-Infektion die Therapie eingeleitet werden.

Wie kann ein Baby vor Herpes geschützt werden?

Neugeborene sollten generell nicht in Kontakt mit HSV-infektiösem Material kommen. Ein aktiver Herpes genitalis der Mutter wird während der Schwangerschaft mit Aciclovir behandelt. Besteht der aktive Herpes genitalis am Geburtstermin des Babys, wird ein Kaiserschnitt erwogen, um das Risiko einer Ansteckung des Kindes so klein wie möglich zu halten.

Nach der Geburt des Kindes sollte dieses keinen Kontakt zu HSV-infektiösem Material haben. Personen mit einem aktiven Lippen- oder Genitalherpes sollten zur größtmöglichen Sicherheit keinen Kontakt mit dem Neugeborenen haben. Lässt sich ein Kontakt mit dem Neugeborenen nicht vermeiden (z.B. weil die Mutter nach der Geburt des Kindes einen Lippenherpes entwickelt hat), so sollten Maßnahmen ergriffen werden, um das Ansteckungsrisiko für das Baby gering zu halten:

  • Bei Lippenherpes: Tragen eines Mundschutzes
  • Stillen ist möglich, wenn die Brust keine Herpesbläschen zeigt
  • Die Herpesbläschen nicht mit den Händen berühren
  • Händedesinfektion vor Kontakt mit dem Kind
  • Das Neugeborenen nicht küssen
  • Keinen Körperkontakt zwischen den erkrankten Körperstellen und dem Neugeborenen herstellen

Werden diese Regeln eingehalten, so ist der Umgang mit dem Neugeborenen möglich. Nach Abheilung der Herpesbläschen können die betroffenen Personen wieder normal in Kontakt zum Neugeborenen treten.

Welche Maßnahmen kann man ergreifen, wenn eine Kontaktperson des Babys immer wieder unter Herpes leidet?

HSV wird über Kontakt zum infektiösen Inhalt der Herpesbläschen übertragen. Personen, die immer wieder an Herpes-Reinfektionen leiden, müssen bereits auf die ersten Anzeichen der Infektion achten und frühzeitig eine wirksame Therapie beginnen, z.B. mit einer Lippenherpes-Creme, um den Ausbruch so gering wie möglich zu halten (und damit auch das Ansteckungsrisiko). Hygieneregeln wie das Tragen eines Mundschutzes, häufiges Händewaschen, das Neugeborene nicht küssen sowie die Herpesbläschen nicht mit den Händen zu berühren, müssen bei einer Herpes-Reinfektion eingehalten werden, sofern der Kontakt zum Neugeborenen nicht vermieden werden kann. Eine prophylaktische Therapie mit Aciclovir wird nicht durchgeführt, da die Ansteckung über den Kontakt zum Bläscheninhalt erfolgt.

Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn ein Baby Kontakt zu Herpes hatte?

Ein Baby, das unter der Geburt im Geburtskanal oder anschließend auf der Wöchnerinnenstation mit HSV in Kontakt kommt, wird nach der Geburt noch eine Zeit lang im Krankenhaus überwacht und je nach Übertragungsrisiko wird es eine antivirale Therapie gegen HSV erhalten.

Kommt das Neugeborene in den ersten Lebenswochen in direkten Kontakt mit Personen, die an einer aktiven (Re-)Infektion mit HSV leiden, so sollte das Neugeborene in der folgenden Zeit (normal 2 bis 3 Wochen) aufmerksam beobachtet werden. Zeigt das Neugeborene Auffälligkeiten, wie z.B. Trinkschwäche oder Lethargie, sollte ein Arzt aufgesucht werden und die mögliche Exposition zu HSV mitgeteilt werden.

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Quellen:

  • James, S. H., & Kimberlin, D. W. (2015). Neonatal Herpes Simplex Virus Infection: Epidemiology and Treatment. Clinics in perinatology, 42(1), 47-59.
  • Kirschbaum, M., & Münstedt, K. (2005). Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag.
  • Sitzmann, F. C. (2007). Duale Reihe Pädiatrie.
  • Speer, C. P., & Gahr, M. (2009). Pädiatrie. Springer-Verlag.
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