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Wie fängt man mit der Pille an?

Die Pille ist in Deutschland das am häufigsten verwendete hormonelle Verhütungsmittel, weshalb viele Frauen bereits früh mit der Pille anfangen. Sie zählt zu den sichersten Verhütungsmitteln und wird in der Regel sehr gut vertragen. Viele Frauen profitieren außerdem von positiven Nebeneffekten der Pille beispielsweise auf das Hautbild. Mit der Pille ist oft eine bessere Kontrolle der Menstruationsblutung und eine Verminderung von Menstruationsbeschwerden möglich.

Vor der ersten Einnahme ist es wichtig, mit einem Gynäkologen über mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu sprechen. Wann und wie mit der Pille begonnen wird, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Auch die Art der Pille und das vorher verwendete Verhütungsmittel beeinflussen den ersten Einnahmezyklus.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Welche Gründe gibt es, mit der Pille anzufangen?

Wenn Frauen mit der Pille anfangen wollen, hat das unterschiedliche Gründe. In erster Linie ist die Pille das beliebteste hormonelle Verhütungsmittel in Deutschland. Sie kann eine Schwangerschaft bei korrekter Einnahme sehr sicher vermeiden. Aufgrund der großen Auswahl an unterschiedlichen Pillen kann für die meisten Frauen eine optimal verträgliche Pille ausgesucht werden. 

Neben der Verhütung kann es weitere Gründe für die Einnahme der Pille geben. Besonders wenn junge Frauen unter Hautproblemen wie einer leichten bis mittelschweren Akne vulgaris leiden, empfehlen Gynäkologen oft die Einnahme der Pille.

Sogenannte anti-androgene Pillen können positive Nebeneffekte auf das Hautbild, aber auch beispielsweise auf Stimmungsschwankungen während des Zyklus haben. Aufgrund des erhöhten Risikos für Thrombosen sollte die Pille aber nicht nur zur Besserung des Hautbildes eingenommen werden.

Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden profitieren in der Regel davon, mit der Pille anzufangen. Viele neuere Pillen führen nämlich zu einer Abschwächung der Regelblutung. Dadurch werden Beschwerden wie Bauchschmerzen verringert. Auch die Gefahr einer Eisenmangelanämie (Blutarmut) wird durch eine kürzer andauernde, weniger starke Regelblutung gesenkt.

Eine weitere Indikation mit der Pilleneinnahme zu beginnen können bestimmte Formen einer Amenorrhö sein, also das Ausbleiben der Regelblutung. Wenn die Periode aufgrund von Untergewicht, Stress oder anderen zugrunde liegenden Erkrankungen ausbleibt, kann das langfristig zu schweren Folgen in der körperlichen Entwicklung zum Beispiel hinsichtlich des Knochenstoffwechsels führen. Abhängig von der Ursache für die Amenorrhö kann die Einnahme der Pille aus medizinischer Sicht für die gesunde körperliche Entwicklung junger Frauen eine therapeutische Option darstellen. Es sollte aber zuerst unbedingt die Ursache der Amenorrhoe festgestellt werden, damit die passende Therapie gefunden werden kann.

Ab welchem Alter kann die Einnahme der Pille begonnen werden?

Die Pille kann jungen Frauen, je nach biologischer und psychischer Reife, in der Regel ab dem 14. Lebensjahr verschrieben werden, wenn bei ihnen die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft besteht. Auch außergewöhnlich starke Menstruationsbeschwerden oder eine behandlungsbedürftige Erkrankung wie die Endometriose können eine Indikation für die Einnahme der Pille bei Teenagern darstellen.

Zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr liegt es im Ermessen des Arztes, ob ein Elternteil der Ausstellung des Rezepts zustimmen muss. Vor dem 14. Lebensjahr wird die Pille äußerst selten verschrieben. Dabei muss in jedem Fall eine Einwilligung eines Elternteils vorliegen.

Warum sollten Frauen unbedingt mit einem Arzt sprechen, bevor sie mit der Pille anfangen?

Bevor mit der Pille angefangen werden kann, muss ein Arzt die wichtigsten Kontraindikationen, also Ausschlusskriterien gegen eine Einnahme der Pille ausschließen. Dazu gehört eine ausführliche Anamnese hinsichtlich möglicher Risiken wie bestehenden Vorerkrankungen, Thromboseereignissen und Krebserkrankungen in der Familiengeschichte. Außerdem erfolgen eine körperliche Untersuchung und eine Blutdruckmessung.

In einigen Fällen ist es auch wichtig, bestimmte Blutwerte zu überprüfen. Wichtig sind vor allem die Blutfettwerte zur Risikoeinschätzung thrombotischer Ereignisse, der Blutzuckerspiegel bei Verdacht auf Diabetes mellitus und gegebenenfalls ein Schwangerschaftstest. So können Komplikationen vor der ersten Einnahme weitestgehend ausgeschlossen werden. Im Verlauf sollte mindestens einmal im Jahr eine ärztliche Untersuchung vor einer erneuten Ausstellung des Rezeptes erfolgen.

Wie beginnt man mit der Einnahme der Pille, wenn vorher nicht hormonell verhütet wurde?

Wenn vorher keine anderen hormonellen Verhütungsmittel wie eine andere Pille, eine Hormonspirale oder ein Verhütungsring angewendet wurde, erfolgt die Einnahme der ersten Pille am ersten Tag der Regelblutung. Das gilt für Kombinations- oder Mikropillen, die ein Östrogen und ein Gestagen enthalten.

Auch Minipillen ohne den Östrogen-Anteil sollten am ersten Tag der Regelblutung eingenommen werden.

Anschließend wird die Mikropille jeden Tag etwa um die gleiche Zeit über 21 Tage eingenommen. Dabei sollte man die Reihenfolge der Pillen eines Blisters beachten, auf dem zu jeder Tablette ein Wochentag steht. So kann sichergestellt werden, dass jeden Tag nur eine Pille genommen wird und nicht etwa eine zu viel oder zu wenig. Nach dem Beenden des Blisters erfolgt eine sieben Tage dauernde Pillenpause, in der es zur Hormonentzugsblutung kommt. Sie kann unter Umständen deutlich abgeschwächt auftreten, was ein gewünschter Nebeneffekt vieler Pillen ist.

Im Gegensatz zur Mikropille erfolgt bei der Minipille keine siebentägige Pause. Der Blister von östrogenfreien Pillen enthält meist 28 Tabletten. Diese werden durchgehend eingenommen. Bei der Einnahme einer Minipille kommt es deshalb nicht zu einer Blutung. Unter Umständen können zu Beginn der Einnahme Schmierblutungen auftreten, die Pille muss dennoch täglich eingenommen werden.

In Ausnahmefällen kann die erste Pille auch während des zweiten bis letzten Tages der Regelblutung eingenommen werden. Das wird jedoch nicht empfohlen, weil die Verhütungssicherheit in diesem Fall vermindert ist.

Was muss vor der Ersteinnahme einer Mikropille beachtet werden, wenn vorher hormonell verhütet wurde?

Wenn vor der Einnahme der Pille ein anderes hormonelles Verhütungsmittel angewendet wurde, sollte mit der Pille am Tag der Entfernung des Vaginalrings, des Pflasters oder der Hormonspirale angefangen werden. Wurde vor dem Anfangen der Pille die Drei-Monats-Spritze zur Verhütung angewendet, sollte die erste Pille am Tag der nächsten fälligen Injektion eingenommen werden.

Anschließend erfolgt bei Mikropillen die übliche Einnahmedauer von 21 Tagen. Minipillen werden unabhängig vom Tag der ersten Einnahme durchgehend ohne Pause eingenommen.

Wann sollte man mit der Pilleneinnahme anfangen, wenn man gar keine Regel hat?

Das Ausbleiben der Periode über mehr als sechs Monate (Amenorrhö) kann einen Grund für die Einnahme der Pille darstellen. Mit der Einnahme einer Mikropille, die ein Östrogen und ein Gestagen enthält, wird dem Körper ein regelmäßiger Zyklus vorgegeben. Bei sehr untergewichtigen Frauen oder in lange andauernden Stresssituationen stellt die Einnahme der Pille oft einen wichtigen Bestandteil der Therapie dar. Allerdings sind zusätzlich auch die Behandlung des Untergewichts beispielsweise bei Anorexie und die psychotherapeutische Begleitung entscheidend.

Wenn Frauen mit Amenorrhö aus medizinischer Sicht die Pille einnehmen sollen, ist der Beginn der Einnahme jederzeit möglich, da die erste Einnahme bei Amenorrhö nicht nach der Regelblutung ausgerichtet werden kann.

Ab wann wirkt die Pille?

Der Wirkungseintritt der Pille hängt vom Zeitpunkt der ersten Einnahme ab. Wird die Pille am ersten Tag der Regelblutung eingenommen, ist die Verhütungssicherheit in der Regel sofort gewährleistet.

Erfolgt die erste Einnahme am zweiten oder einem späteren Tag der Blutung, sollte während der folgenden sieben Tage zusätzlich mit Kondomen verhütet werden.

Wird die erste Pille nach der Anwendung eines anderen hormonellen Verhütungsmittels eingenommen, sollte während der ersten sieben Tage zusätzlich mit Kondomen verhütet werden. Abhängig vom Präparat ist eine zusätzliche Verhütung unter Umständen nicht nötig, wird aber in der Regel empfohlen. Im Zweifelsfall sollte der behandelnde Gynäkologe um Rat gefragt werden.

Gibt es Tipps für eine regelmäßige Einnahme der Pille?

Die regelmäßige Einnahme der Pille stellt für manche Frauen eine Herausforderung dar, vor allem wenn sie erstmals die Pille nimmt und noch nicht an die tägliche Einnahme gewöhnt ist. Besonders bei einem unregelmäßigen Tagesablauf kann es leicht passieren, dass die Einnahme vergessen wird oder sich deutlich herauszögert.

Bei einer Verspätung von mehr als drei (Minipille) oder mehr als zwölf Stunden (Mikropille) ist die Wirkung abhängig von der Art der Pille und dem Zeitpunkt des Zyklus nicht mehr vollständig gewährleistet.

Die korrekte Einnahme zur richtigen Zeit kann von Pillen-Apps unterstützt werden. Sie erinnern an die Einnahme mit einer Erinnerungsfunktion und zeigen an, ob die Pille in letzter Zeit regelmäßig eingenommen wurde. Viele Apps erinnern sogar daran, dass ein neues Rezept fällig ist. Es gibt dabei Einstellungen für Mikropillen, die während der siebentägigen Pause keine Erinnerung haben. Bei der Einnahme einer Minipille muss vorher in den Einstellungen festgelegt werden, dass die Erinnerung täglich ohne Pause erfolgt.

Kann man die Pille bei Nebenwirkungen sofort wieder absetzen?

Die Pille kann leichte und schwerwiegendere Nebenwirkungen verursachen. Auch deshalb ist es sehr wichtig, dass vor der ersten Einnahme die ärztliche Untersuchung erfolgt. So kann der Arzt den Schweregrad der Nebenwirkung nach der Einnahme oft besser beurteilen. Beim Auftreten von Nebenwirkungen sollte die Pille nicht eigenständig abgesetzt werden.

Vielmehr ist es wichtig, beim Auftreten von Nebenwirkungen den behandelnden Arzt aufzusuchen. Er wird das weitere Vorgehen mit der Patientin besprechen. Nebenwirkungen wie Schmierblutungen und Bauchschmerzen können nämlich in vielen Fällen nur in der Anfangsphase der Einnahme auftreten. Nach der Umstellung auf die regelmäßige Einnahme der Pille verschwinden die Nebenwirkungen häufig wieder.

Andere Nebenwirkungen wie eine Östrogen-Unverträglichkeit bei der Einnahme einer Mikropille sind Indikationen für einen Wechsel zur Minipille. In jedem Fall kann der Gynäkologe das weitere Vorgehen beurteilen und wichtige Tipps geben.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Quellen:

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A., & Dormann, A. (2016). Klinikleitfaden Gynäkologie, Geburtshilfe / Herausgeber: Dr. Med. Kay Goerke (Rheine), Dr. Med. Joachim Steller, MBA (Titisee-Neustadt), Dr. Med. Axel Valet (Herborn/Dillenburg); Weitere Autoren: Prof. Dr. Med. Arno J. Dormann, Köln [und Acht Andere].
  • Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme Verlag, 3. Auflage 2007, Hrsg.: M. Stauber, T. Weyerstahl
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