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Frau mit Migräne leidet an Kopfschmerzen unter einer Migräneattacke
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Migräne ist eine sehr verbreitete Form der Kopfschmerzen. Bei einer Migräneattacke kommt es zu stundenlangen, pulsierenden Kopfschmerzen, meist einer Kopfhälfte, die sich unter körperlicher Anstrengung verstärken können. Frauen sind häufiger von Migräne betroffen als Männer und eine familiäre genetische Vorbelastung ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Migräne. Bestimme Auslösefaktoren (Trigger), wie z.B. Stress, Wetter, Entspannung (Ferienmigräne) oder bestimmte Bestandteile in Nahrungsmitteln (z.B. Tyramin), können eine Migräneattacke begünstigen. Wenn verschreibungsfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aspirin nicht mehr helfen, können bei starken Migräneformen verschreibungspflichtige Triptane (z.B. Sumatriptan, Imigran, Maxalt) helfen. In der Migränesprechstunde von DrEd können Sie ein Folgerezept für verschiedene Triptane erhalten.

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Was ist Migräne?

Migräne zählt zu den ideopathischen Kopfschmerzen. Migräne ist also eine Form von Kopfschmerzen, deren Ursachen noch nicht eindeutig erforscht sind. Nach den Spannungskopfschmerzen ist Migräne die zweithäufigste Kopfschmerzform. Frauen sind häufiger von Migräne betroffen. Unter Erwachsenen leiden 25 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer unter Migräne. Bei einer Migräneattacke kommt es zu meist halbseitigen, intensiven Kopfschmerzen, die mehrere Stunden andauern können.

Welche Symptome sind für Migräne typisch?

Migräne zeichnet sich durch einen pochenden, pulsierenden, tiefsitzenden Kopfschmerz aus, der meist mehrere Stunden anhält. Mehr als die Häfte der Betroffenen (65 Prozent) berichtet, dass dieser Kopfschmerz immer wieder auf einer bestimmten Kopfseite auftritt (hemikranieller Kopfschmerz). Der Migräne-Kopfschmerz erreicht nach wenigen Stunden sein Intensitätsmaximum. Typische Symptome einer Migräneattacke sind neben den Kopfschmerzen Übelkeit und Erbrechen sowie Licht-, Lärm- und Berührungsempfindlichkeit. Auch Gerüche werden schlechter ertragen.

Was ist eine Migräne mit Aura?

Bei mehr als jedem dritten Migräne-Patienten treten vor oder während der Migräneattacke weitere Symptome auf. Hierzu gehören

  • Sehstörungen
  • Lähmungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Schwindel
  • Bauchschmerzen

Diese Begleitsymptome können sehr eindrücklich sein und werden in der Kombination mit den Kopfschmerzen als Migräne mit Aura oder komplizierte Migräneform bezeichnet. Zu den komplizierten Migräneformen gehören:

  • Migräne mit visueller (ophthalmischer) Aura: Bei etwa jedem dritten Migräniker treten visuelle Symptome wie Blitze, zackige Figuren und andere Sehstörungen auf. Diese werden auch als Flimmerskotome bezeichnet.
  • Ophthalmoplegische Migräne: Migräne-Kopfschmerzen, die von Augenmuskellähmungen begleitet werden. Die Lähmung des Nervus Okulomotorius, gefolgt von einer Laehmung einiger Augenmuskeln tritt meist auf der gleichen Seite wie der Kopfschmerz auf. Die Rückbildung der Lähmung kann mehrere Monate dauern.
  • Migraine accompagnée: Hier kommt es vor dem Auftreten der Kopfschmerzen erst zu anderen Störungen wie Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen.
  • Migräne vom Basilaristyp: Beim Basilaristyp kommt es meistens zu Kopfschmerzen am Hinterkopf und weiteren Symptomen wie Sehverlust, Schwindel und Tinnitus.
  • Vestibuläre Migräne: Bei der vestibulären Migräne kommt es zu einer Kombination aus Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Migräne-Kopfschmerzen.

Weitere besondere Formen der Migräne sind: die dysphrenische Migräne, zerebelläre Migräne, abdominale Migräne und die familiäre hemiplegische Migräne.

Wann spricht man von chronischer Migräne?

Wenn jemand länger als drei Monate unter Migräneattacken leidet und pro Monat mehr als 15 Tage Migräne hat, spricht man von chronischer Migräne. Falls eine starke Migräneattacke mehr als 72 Stunden anhält, wird das von Medizinern als Status migraenosus bezeichnet.

Wer ist von Migräne betroffen?

Migräniker haben nicht selten schon in der Kindheit unter Kopfschmerzattacken gelitten. Diese Kopfschmerzen werden häufig von Bauchschmerzen und Erbrechen begleitet. Fünf Prozent der Schulkinder leiden unter Migräne. Hierbei sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen. Mit der Pubertät nimmt durch die hormonelle Umstellung die Häufigkeit von Migräne zu. Bei älteren Menschen sinkt die Häufigkeit wieder ab.

Was sind mögliche angeborene Risikofaktoren von Migräne?

Man unterteilt die Migräne-Risikofaktoren in angeborene und erworbene Risikofaktoren. Bei den angeborenen Faktoren ist die genetische Vorbelastung ein wichtiger Faktor. Bei einer Mehrheit der Migräniker besteht eine familiäre Häufung von Kopfschmerz-Erkrankungen. Außerdem haben das Geschlecht, Alter und Begleiterkrankungen einen Einfluss auf Migräne.

Was können äußere Auslöser für Migräneattacken sein?

Äußere Auslöser von Migräneattacken werden als Triggerfaktoren bezeichnet. Diese Trigger sind individuell unterschiedlich. Häufig werden Wetteränderungen, Nahrungsmittel, Schlafprobleme, Stress und Hormonschwankungen von Migräne-Patienten genannt.

Wie sieht eine typische Migräne Behandlung aus?

Bei mittelschwerer Migräne, die weniger als einmal pro Woche auftritt, können einfache verschreibungsfreie Schmerzmittel (Nichtopioid-Analgetika) helfen, die Symptome eines Migräneanfalls zu lindern. Zur Behandlung einer Migräne hat sich hierbei  z.B. 1000 mg Acetylsalicylsäure (ASS), die unter dem Handelsnamen Aspirin bekannt ist. Auch Ibuprofen und Paracetamol werden häufig verwendet. Zur Behandlung der zusätzlich auftretenden Übelkeit können Antiemetika verordnet werden (z.B. 20 mg Metoclopramid oder Domperidon), die als Tablette oder Zäpfchen erhältlich sind.

Häufig versagen verschreibungsfreie Schmerzmittel bei starker Migräne. Dann kommen verschreibungspflichtige Triptane zum Einsatz. Diese werden per Nasenspray, Tablette, Zäpfchen oder subkutan eingenommen. Bekannte Praeparate, die Triptane enthalten sind z.B. Sumatriptan, Imigran und Maxalt. Auch bei den komplizierten Migräneformen mit Aura kommen Triptane zum Einsatz. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass Triptane nicht in der Aura-Phase gegeben werden sollten. Manchen Patienten helfen außerdem Ergotamine, die sogenannten Mutterkorn-Alkaloide, die vor allem vor der Einführung der Triptane 1993 häufiger eingesetzt wurden. Ergotamine haben mehr Nebenwirkungen als Triptane.

Kann man Migräne mit Medikamenten vorbeugen?

Ja, wenn die Migräneanfälle häufiger als einmal pro Woche auftreten oder der Alltag stark durch die Migräne beeinträchtigt wird, kann von Ärzten eine vorbeugende (prophylaktische) Behandlung eingeleitet werden. Diese Behandlung muss über Monate bis Jahre erfolgen. Hierzu eignen sich z.B. Betablocker, trizyklische Antidepressiva, Valproat, Topiramat, Dihydroergotamin oder Flunarizin.

Wie wirken Triptane gegen Migräne?

Man geht davon aus, dass ein Migräneanfall dadurch ausgelöst wird, dass der Botenstoff Serotonin vermehrt ausgeschüttet wird. Serotonin wird vor allem vom Darm, vom Gehirn und von bestimmten Blutbestandteilen ins Blut freigesetzt. Serotonin bewirkt eine anfängliche Verengung der Blutgefäße im Gehirn (Vasokonstriktion), die von einer Weitstellung der Blutgefäße abgelöst wird (Vasodilatation). Diese Weitstellung der Blutgefäße bewirkt eine Entzündungsreaktion, die von Schmerzen begleitet wird. Hinzu kommt, dass die Schmerzschwelle durch bestimmte Stoffe (Neurokinin) herabgesetzt wird, so dass die Schmerzempfindlichkeit steigt. Triptane wirken diesen durch Serotonin ausgelösten Effekten entgegen, in dem sie die Stellen blockieren, an denen das Serotonin seine Wirkung entfaltet (Rezeptoren). Triptane helfen mehr als der Hälfte der Migräne-Patienten und können in Absprache mit einem Arzt auch mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie ASS (z.B. in Aspirin), Diclofenac und Ibuprofen (z.B. in Dolormin Migräne Zäpfchen) oder auch Paracetamol kombiniert werden. 

Was für Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Triptanen auftreten?

Triptane sind im Allgemeinen sehr gut verträglich. In manchen Fällen können jedoch Nebenwirkungen auftreten. Zu den Nebenwirkungen gehören

  • Benommenheit
  • Schwächegefühl
  • Missempfindungen wie Kribbeln, Wärme- oder Kältegefühl
  • leichte Übelkeit

Wenn Triptane Übelkeit auslösen, könnte es helfen, sie als Zäpfchen oder Spritze anzuwenden. Bei allen Triptanen kann es zum Wiederkehrkopfschmerz (Recurrence) kommen. Bei diesem lässt der schmerzlindernde Effekt der Triptane nach und der Kopfschmerz wird wieder stärker, so dass erneut ein Triptan eingenommen werden muss. Die Recurrencerate liegt bei etwa 30 Prozent. Zu beachten ist, dass nie mehr als zwei Triptandosen pro 24 Stunden und nicht mehr als drei Dosen pro Migräneanfall genommen werden dürfen. Außerdem sollten Triptane nicht mehr als 10 Tage pro Monat zum Einsatz kommen. Je häufiger Schmerzmittel und Triptane genommen werden, desto größer ist die Gefahr von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen, bei denen das Schmerzmittel selbst Schmerzen auslöst.

Weitere Informationen zu Wechsel- und Nebenwirkungen finden Sie in den jeweiligen Packungsbeilagen Ihres Medikamentes.

Wann dürfen Triptane nicht eingesetzt werden?

Nicht eingesetzt werden dürfen Triptane in folgenden Fällen

  • wenn keine ausreichende ärztliche Voruntersuchung inklusive Blutdruckmessung vorgenommen wurde
  • medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz besteht
  • Gegenanzeigen bestehen, wie z.B. ein Zustand nach Herzinfarkt oder Schlaganfall oder andere Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Leber- oder Nierenerkrankungen vorliegen (bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sind Triptane nicht geeignet, weil sie in seltenen Fällen die Blutgefäße verengen und so den Blutdruck erhöhen können).
WirkstoffnameRezept-
pflichtig
Wirkge-
schwindigkeit
Almotriptan
(Almogran, Dolortriptan)
nein ++
Naratriptan
(Naramig, ContraMIG, Formigran)
nein +
Eletriptan
(Relpax)
ja +++
Frovatriptan ja +

Rizatriptan
(Maxalt)

Bei DrEd erhältlich.

ja +++

Sumatriptan
(Imigran)

Bei DrEd erhältlich.

ja +++
Zolmitriptan
(AscoTop, Zomig)
ja ++

 

Quellen:

  • Helfand, M., & Peterson, K. (2005). Drug Class Review: Triptans. Update, 4. Online: www.ncbi.nlm.nih.gov
  • Göbel, H. Hartmut (2014) Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe
  • Ferrari, M. D., Goadsby, P. J., Roon, K. I., & Lipton, R. B. (2002). Triptans (serotonin, 5‐HT1B/1D agonists) in migraine: detailed results and methods of a meta‐analysis of 53 trials. Cephalalgia, 22(8), 633-658. Online: cep.sagepub.com.ezp-prod1.hul.harvard.edu

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