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Ein Mann mit niedrigem Blutdruck ist müde und gähnt

Niedriger Blutdruck ist im Vergleich zu dem weit verbreiteten hohen Blutdruck ein eher vernachlässigtes Thema, obwohl die davon Betroffenen - im Gegensatz zu den meisten Bluthochdruckkranken - einen ausgeprägten Leidensdruck haben. Sie fühlen sich schlapp, müde, können nicht lange stehen, ohne sich akut schwach zu fühlen, was bis zur Ohnmacht führen kann. Sie freieren leichter, haben kalte Hände und Füße und haben wenig Energie.

Manche befürchten, an psychisch bedingter Antriebsschwäche oder Depression zu leiden. Dabei liegt eine messbare medizinische Erklärung vor. Trotz dieser oft ausgeprägten Beschwerden, besteht bei "niedrigem Blutdruck" meist kein Krankheitsbild, dass medikamentös behandelt werden sollte.

Auf dieser Seite können sie sich über Ursachen, Symptome und die Behandlung dieses Problems informieren.

Wenn sie jedoch an hohem Blutdruck leiden und ein Folgerezept für Ihre Medikamente benötigen, können Sie direkt zu unserer Sprechstunde zur Behandlung von Bluthochdruck gehen.

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Symptome, Ursachen und Behandlung

Niedrige Werte

Ob man selbst an niedrigem Blutdruck leidet, lässt sich durch eine einfache Blutdruckmessung gut feststellen. Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule angegeben (mmHg). Der systolische Blutdruck ist der obere Wert, der diastolische Blutdruck ist der untere Wert: Liegt der obere Wert unter 100 mmHg (Frauen) bzw. 110 mmHg (Männer), und der untere Wert bei unter 60 mmHg (Frauen) bzw. 70 mmHg (Männer), spricht man von niedrigem Blutdruck.

Über Beschwerden wegen niedrigen Blutdrucks klagen besonders jüngere Personen, schlanke Personen und tendenziell mehr Frauen. Meist liegt eine offenbar angeborene Veranlagung zu Grunde. Bei ausgeprägteren Beschwerden sollte zur Aklärung der Arzt aufgesucht werden, da auch Medikamente oder bestimmte Grunderkrankungen zu niedrigem Blutdruck führen können.

Untersuchung beim Arzt

Zuallererst wird der behandelnde Arzt abklären, ob eine krankhafte Ursache für den niedrigen Blutdruck vorliegt. Nach der Blutdruckmessung erfragt er die Symptome und die sonstigen Krankheiten, sofern sie Ihnen bekannt sind. Auch die Einnahme von Medikamenten muss abgeklärt werden. Niedriger Blutdruck kann ein Hinweis auf ernsthafte Grunderkrankungen seinIn Frage kommen hormonelle Ursachen (Schilddrüse, Nebenniere), Herzerkrankungen oder Blutarmut. Wenn in diesen Bereichen Fehlfunktionen mit der Folge eines zu niedrigen Blutdrucks gefunden werden, nennt man das "Sekundäre Hypotonie". Wenn keine krankhaften Veränderungen der gennannten Körperfunktionen zur Erklärung des niedrigen Blutdrucks gefunden werden, nennt man dies "Primäre Hypotonie". Dabei geht man davon aus, dass eine meist angeborene körperliche Disposition vorliegt, bei der bestimmte Steuerungsmechanismen zu langsam einsetzen. Diese Steuerungsmechanismen sorgen im gesunden Fall dafür, dass, unabhängig von unterschiedlichen Situationen und von der Körperlage, stets ein ausreichender Druck zur Durchblutung des Gehirns aufrecht erhalten bleibt. Viele Menschen mit niedrigem Blutdruck haben keine Beschwerden und bedürfen dementsprechend keiner Behandlung.

Wie entsteht niedriger Blutdruck?

Bei Personen mit niedrigem Blutdruck kann bei längerem Stehen oder in überhitzten Räumen das Blut in den Beinen versacken. Bei Hitze erweitern sich die Blutgefäße und es kommt zusätzlich zu Flüssigkeitsmangel. Akut gilt dies auch für den schnellen Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen. Der Arzt kann den Blutdruck im Liegen und kurz nach dem Aufstehen messen, um festzustellen, ob hier ein Blutdruckabfall eintritt.

Wenn der Blutdruck in den Arterien sinkt, gelangt weniger Blut in das Gehirn, so dass auch weniger Sauerstoff das Gehirn erreicht. Daher kommt es zu dem gefürchteten Schwarzwerden oder Flimmern vor den Augen, Schwindel, Ohrensausen oder sogar Ohnmacht. Menschen mit plötzlichem Blutdruckabfall kollabieren in manchen Fällen sogar. Den Vorgang der Mangeldurchblutung des Gehirns nennt man auch orthostatische Dysregulation.

Wenn es beim niedrigen Blutdruck zur schlechteren Durchblutung kommt, wird das sogenannte sympathische Nervensystem aktiviert. Es leitet eine Gegenreaktion ein, die Herzfrequenz steigt an und der Puls wird beschleunigt. Oft frieren oder schwitzen die Betroffenen. Bei einem akuten Blutdruckabfall sollte man sich hinlegen und die Beine etwa im 45 ° Winkel hochlagern, beispielsweise mit Hilfe eines Kissens. Das Blut fließt dann aus den Beinen zurück und sorgt dafür, dass auch das Gehirn wieder besser durchblutet wird. Die Beschwerden gehen in der Regel schon nach kurzer Zeit zurück.

Welche Symptome sind typisch?

Als typische Symptome für niedrigen Blutdruck gelten das Schwindelgefühl, besonders bei schnellem Aufstehen aus der Ruhelage, und das Augenflimmern bis hin zur Ohnmacht bei längerem Stehen. Auch Kopfschmerzen können dazu gehören. Diese sind eher akute Beschwerden. Ganz grundsätzlich klagen Betroffene aber generell über schnelles und häufiges Frieren, besonders an Händen und Füßen. Sie fühlen sich oft müde und schlapp beziehungsweise in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Auch Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen kann man auf niedrigen Blutdruck zurückführen. Viele Hypotoniker kommen früh nicht so richtig „in die Gänge“ und brauchen einige Zeit, bis sie sich fit fühlen. Es können Erschöpfungszustände eintreten. Wenn keine akuten Symptome auftreten, sondern eher eine Form der langfristigen Antriebsschwäche, wird niedriger Blutdruck oft nicht erkannt. Viele Betroffene glauben, dass mit ihnen psychisch etwas nicht stimmt.

Was hilft?

Beim niedrigen Blutdruck kümmert man sich eher um die Milderung der Beschwerden. Auch wenn viele Empfehlungen sehr einfach klingen, können sie doch eine sehr gute Wirkung zeigen. Wichtig ist, das Herz-Kreislauf-System anzukurbeln. Relativ bekannt ist die Empfehlung, morgens abwechselnd kalt und warm zu duschen (Wechselduschen, am besten kalt am Schluss). Auch bekannt ist die kräftige Hautmassage mit Bürsten, wobei die Zielrichtung immer von außen zum Herzen hin laufen sollte.

Ganz allgemein ist es sehr wichtig, möglichst viel zu trinken, um das Blutvolumen zu vergrößern. Bei Personen mit niedrigem Blutdruck sind durchaus zwei bis zweieinhalb Liter empfehlenswert. Koffeinhaltige Getränke halten nicht lange in der Wirkung vor, können aber in akuten Situationen helfen. Obstsäfte, Früchtetees und Mineralwasser sind in der Regel die bessere Wahl im Alltag.

Im Gegensatz zu Bluthochdruckpatienten dürfen und sollten Niedrigblutdrucker mehr Kochsalz zu sich nehmen. Sie dürfen also ihre Speisen gerne etwas kräftiger salzen.

Sehr wichtig ist regelmäßiger Ausdauersport. Gut geeignete Sportarten sind Schwimmen, Radfahren, Wandern und Gymnastik. Übermüdung und Stress sollten vermieden werden, denn Dauerstress kann den Blutdruck weiter senken.

Wenn die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht besser werden oder unangenehme Vorfälle wie Ohnmacht häufig vorkommen, kann man eine medikamentöse Therapie beginnen. Hier kommen Mineralkortikoide, Ergotaminabkömmlinge oder Sympathomimetika in Frage. Der behandelnde Arzt berät Patienten dazu, welches Medikament in ihrem Fall das beste ist.

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