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Akne inversa liegt in tieferen Hautschichten als Akne vulgaris

Die Akne inversa hat in der Bevölkerung eine Prävalenz von 0,4 bis 4 Prozent und tritt in der Regel erstmalig vor dem 30. Lebensjahr auf. Sie ist damit zwar nicht so häufig wie die Akne vulgaris - von der fast jeder Mensch zumindest einmal im Leben betroffen ist - jedoch kann Akne inversa mit einem weitaus größerem psycho-sozialem Leiden der Betroffenen verbunden sein.

DrEd informiert über die Entstehung der Akne inversa, deren möglichen Ursachen sowie Risikofaktoren und erprobte Therapieansätze. 

Das obige Bild zeigt ein Fall der deutlich verbreiteteren Akne vulgaris. Bilder zu Akne inversa, die starke Ekelempfindungen auslösen können, finden Sie hier.

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Was ist Akne inversa?

Die Akne inversa ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Haut, die ihren Ursprung an den Terminalfollikeln des Haares an Hautumschlagfalten nimmt und aufgrund einer Verhornungsstörung zu Stande kommt. Sie äußert sich besonders in der Achselhöhle sowie in der Leistengegend und Genitalregion, da hier gehäuft apokrine Schweißdrüsen vorkommen. Das besondere an ihnen sind die Pheromone, die sie zusätzlich zum Schweiß absondern, weshalb sie auch als Duftdrüsen bezeichnet werden.

Wie entsteht Akne inversa?

Grundlage der Entwicklung der Akne inversa ist eine übermäßig starke Verhornung der Haut, die man als Hyperkeratose bezeichnet. Die Hornzellen verschließen den oberen Anteil des Haarfollikels und die apokrinen Schweißdrüsen, weshalb ein erhöhter mechanischer Druck auf das Gewebe ausgeübt wird. Dadurch bilden sich tiefsitzende, schmerzhafte Knoten innerhalb der Hautschichten, wodurch das Bindegewebe aufgelockert wird bis die Haarfollikel letztendlich reißen und es zu einer eitrig-verschmelzenden Entzündungsreaktion mit anschließender Narbenbildung kommt. Im Stadium I finden sich nur einzelne Abszesse, die im Stadium II in ihrer Anzahl zunehmen und von Fistelgängen sowie Vernarbungen gefolgt werden, bis sie sich letztendlich im Stadium III flächenhaft ausgebreitet haben.

Wie unterscheidet sich die Akne inversa von der Akne vulgaris?

Im Vergleich zur häufiger in der Bevölkerung vorkommenden Akne vulgaris sind bei der Akne inversa die tiefen Bereiche der Haarfollikel und nicht die Talgdrüsen betroffen. Das äußerliche Hautmerkmal sind zudem Papeln und Pusteln und nicht etwa verschlossene Mitesser (Komedonen) wie bei der Akne vulgaris. Außerdem manifestiert sich die Akne vulgaris am häufigsten bereits in der Pubertät, wohingegen die Akne inversa in der Regel erst danach auftritt.

Welche körperlichen Konsequenzen entstehen durch die Akne inversa?

Die Hautläsionen verursachen bei den Betroffenen verschiedene physische Probleme. Die starken Schmerzen und Narbenkontrakturen führen häufig zu einer körperlichen Bewegungseinschränkung im Alltag, gefolgt von möglichen Schlafstörungen in der Nacht. Auf längere Zeit können folgende gesundheitliche Risiken entstehen:

  • Lymphödeme
  • Anogenitale Tumore
  • Infektionen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Aufgrund der wiederkehrenden Entzündung ist das Lymphdrainagesystem negativ beeinflusst, weshalb vermehrt Wasser im Gewebe verbleit. Solche Lymphödeme treten überwiegend in der Genitalregion auf. Des Weiteren ist in seltenen Fällen durch den chronischen Entzündungsreiz auf das Gewebe das Risiko für Plattenepithelkarzinome in der Anogenitalregion erhöht. Falls die offenen Wunden verunreinigt werden, können sich Krankheitserreger innerhalb der Hautläsionen vermehren und Haut- und Weichteilinfektionen verursachen. Im schlimmsten Fall treten die Erreger in die Blutbahn über und führen zu einer lebensbedrohlichen Sepsis. Außerdem konnte festgestellt werden, dass Akne inversa gehäuft mit rheumatischen Erkrankungen wie Spondylarthropathien einhergeht. Eine weitere Komorbidität stellen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa dar. 

Welche psychischen Folgen birgt Akne inversa?

Die vernarbten Hautareale lösen bei den Betroffenen oft ein Schamgefühl aufgrund der Entstellung aus. Durch den unangenehmen Geruch der eitrigen Wunden und der dadurch verursachten durchnässten Kleidung entsteht zudem das Gefühl von Ekel, was die Lebensqualität mindert. Die Folge kann der soziale Rückzug sein, der mit diversen Angststörungen, dem Verlust von Leistungsfähigkeit sowie einem erhöhten Leidensdruck einhergeht.

Welche Risikofaktoren begünstigen Akne inversa?

Es konnte wissenschaftlichen belegt werden, dass das Rauchen die Entstehung von Akne inversa fördert. Dabei spielt das Nikotin eine entscheidende Rolle, denn es blockiert sogenannte nikotinerge Acetylcholin-Rezeptoren, wodurch die Sekretion von exokrinen Drüsen wie den Schweißdrüsen unterdrückt wird. Außerdem begünstigt Nikotin die Zunahme epidermaler Zellen und somit die Entwicklung der Akne inversa. Zudem führt die bakterielle Besiedlung der Haut mit Staphylokokkus aureus häufiger zu Akne inversa, da Staphylokokken Haut- und Weichteilinfektionen verursachen.

Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, eine mechanische Irritation der Haut durch enge Kleidung, die Nassrasur und eine übermäßige Schweißproduktion sowie eine genetische Veranlagung. Vermutet wird eine Störung des Enzyms Gamma-Secretase, das auf Chromosom 19p13 liegt, jedoch spielen auch weitere genetische Faktoren eine Rolle, die noch nicht näher erforscht sind. Somit ist die Akne inversa eine polygenetische, multifaktorielle Erkrankung.

Was hilft gegen Akne inversa?

Mittlerweile gibt es mehrere Behandlungsoptionen der Akne inversa, die sich in ihrer Effektivität unterscheiden:

  • Diät
  • Lokale Desinfektion
  • Operative Entfernung
  • Laser-Behandlung
  • Medikamente

Diät gegen Akne inversa

Als nicht-invasive, nicht-medikamentöse Maßnahme gilt eine spezielle Diät, die zwar positiv auf den weiteren Krankheitsverlauf wirken kann, als alleinige Methode aber nicht ausreichend ist.

Lokale Desinfektion gegen Akne inversa

Eine Desinfektion der von Akne inversa betroffenen Hautareale mit hautverträglichen Desinfektionsmitteln bessert ebenfalls die Symptome, indem schädliche Bakterien zumindest äußerlich abgetötet werden.

Operationen gegen Akne inversa

Ein optisch besseres Ergebnis erzielen nicht-medikamentöse, invasive Methoden wie die vollständische chirurgische Entfernung der betroffenen Hautpartien mit anschließenden wundheilenden Maßnahmen. Wie jeder körperliche Eingriff birgt auch dieser das Risiko einer Infektion oder seltener, schwerer Komplikationen wie größerer Blutverluste, die einen Kreislaufschock zur Folge haben können.

Laser-Behandlung gegen Akne inversa

Ähnlich ist es mit der Laser-Behandlung, die optisch ein vergleichbares Ergebnis erzielt, aber neue Hautläsionen wie Verbrennungen hervorrufen kann. Außerdem werden mehrere Anwendungen benötigt, weshalb die Laser-Therapie insgesamt kostspielig ist.

Medikamente gegen Akne inversa

Eine günstigere und nicht-invasive Alternative bietet die medikamentöse Akne-inversa-Therapie. Es existiert bislang zwar noch kein Medikament, welches nur die Zulassung zur Behandlung der Akne inversa besitzt, jedoch werden manche Antibiotika zur Infektabwehr sowie Arzneimittel zur Behandlung des Haarausfalls wie Finasterid zusätzlich zur Behandlung der Akne inversa verwendet (Off-Label-Use). Antibiotika werden meist als Tablette eingenommen und behandelt die Akne von innen, indem die Proteinsynthese von Bakterien gehemmt wird, die sich bevorzugt in den Hautläsionen finden.

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Quellen:

  • Plewig G, Steger M., Acne inversa (alias acne triad, acne tetrad or hidradenitis suppurativa), in Marks R, Plewig G, eds. Acne and related disorders, London, 1989. Online: www.awmf.org, aufgerufen am 1.11.2015
  • Jemec GB,  Clinical practice, Hidradenitis suppurativa, New English Journal of Medicine , 2012. Online: www.nejm.org/
  • Meixner D, Schneider S, Krause M, Sterry W,  Acne inversa, Deutsche Dermatologische Gesellschaft, 2008. Online: www.ncbi.nlm.nih.gov
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