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Paar wendet natürliche Verhütung an

Verhütung ist ein Thema, das die meisten Menschen ab der Pubertät beschäftigt. Wie verhütet man sicher, ohne dabei Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr zu haben oder zu sehr in den Hormonhaushalt einzugreifen? Jede Frau setzt hierbei andere Schwerpunkte: Die Pille ist zwar das am häufigsten eingesetzte hormonelle Verhütungsmittel, viele Frauen wollen sie jedoch aus verschiedenen Gründen nicht einnehmen. Diesen Frauen stehen Methoden der natürlichen Verhütung offen.

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Welche Arten der natürlichen Verhütung gibt es?

Die natürlichen Verhütungsmethoden basieren alle auf der Zeitwahlmethode, das heißt, sie richten sich nach dem Verlauf des Menstruationszyklus. Das bedeutet aber auch, dass für Frauen, deren Zyklus sehr unregelmäßig ist und großen Schwankungen unterliegt, die meisten Methoden der natürlichen Verhütung zur Vermeidung einer Schwangerschaft ungeeignet sind. Zu den natürlichen Verhütungsmethoden gehören die Kalendermethode, die Billings-Methode, die Basaltemperaturmessung und die kombinierten symptothermalen Methoden. Ein besonderer Fall ist die Stillzeit, die auch als natürliche Verhütungsmethode bezeichnet werden kann. Im weiteren Sinne zu den natürlichen Verhütungsmethoden zählt auch der Coitus interruptus – also die Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs vor dem Samenerguss.

Wie funktionieren die Methoden der natürlichen Verhütung?

Die Basis der natürlichen Verhütungsmethoden ist die genaue Berechnung des Menstruationszyklus. Diese Zeitwahlmethode, die von Ogino und Knaus begründet wurde, legt die fruchtbaren Tage im weiblichen Zyklus fest. Vor der Anwendung solcher natürlicher Methoden sollte der Menstruationszyklus über eine lange Zeit, im Idealfall über zwölf Monate, konstant sein, um eine möglichst hohe Genauigkeit zu gewährleisten. Für alle Methoden kann der Pearl-Index zur Angabe der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft trotz Verhütung angegeben werden. Je höher er ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau trotz der angewandten Methode schwanger wird. 

Was zeichnet die Kalendermethode aus?

Die Kalendermethode ist eine periodische Enthaltsamkeit, das heißt es wird während der fruchtbaren Phase im Zyklus auf Geschlechtsverkehr verzichtet. Diese dauert bei einem 28-tägigen Zyklus beispielsweise vom 9. bis zum 17. Zyklustag. Sie beruht also allein auf der Berechnung der fruchtbaren Tage bei genauer Kenntnis des Zyklus. Die Kalendermethode ist mit einem Pearl-Index von etwa 9 relativ unsicher, da sie durch Zyklusschwankungen, Krankheit und Stress stark beeinflusst wird. Sie ist zur Verhütung also eher ungeeignet und wird meist bei Kinderwunsch angewendet, um den besten Zeitpunkt für die Empfängnis zu bestimmen.

Was ist die Billings-Methode?

Die Billings-Methode ist eine Erweiterung der Kalendermethode: Auch hierbei werden die fruchtbaren Tage im Voraus berechnet. Um jedoch die Zeit von mehr als einer Woche Abstinenz zu verkürzen, wird der Zervikalschleim zur Beurteilung des genauen Zeitpunkts des Eisprungs genutzt. Je mehr Östrogen sich im Laufe des Zyklus im Körper befindet, desto mehr Flüssigkeit befindet sich in der Scheide. Der Schleim im Gebärmutterhals, dem Zervix, wird dadurch flüssiger. Die Schleimkonsistenz wird bei der Methode täglich beurteilt, gemeinsam mit der Gesamtmenge an Schleim, seiner Spinnbarkeit und Farbe. Der Eisprung kündigt sich durch mindestens eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Schleimmenge an direkt aufeinander folgenden Tagen an. Zusätzlich wird er deutlich flüssiger. Die Veränderungen der Spinnbarkeit werden mit zwei Fingern überprüft: Eine kleine Menge Schleim aus dem Scheideneingang wird zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und diese langsam auseinander bewegt. Wenn sich ein mehrere Zentimeter langer, glasig durchsichtiger Faden bildet, so steht der Eisprung kurz bevor. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage muss ab dem Zeitpunkt auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, um nicht schwanger zu werden.

Bei der Billings-Methode beträgt der Pearl-Index etwa 15. Sie kombiniert zwar die Beurteilung des Schleims mit der Zeitwahl. Durch die sehr kurze Abstinenz-Phase wird eine Schwangerschaft dennoch nicht sehr effektiv verhindert. Diese Methode ist deshalb umso sicherer, je weniger Einflussfaktoren eine Rolle spielen – bei vermehrtem Ausfluss, Krankheiten und Medikamenten kann sich der Schleim unabhängig vom Eisprung verändern, was schwierig zu beurteilen ist. Sobald ein solcher Faktor also erschwerend hinzukommt, sollte man auf Nummer sicher gehen und entweder mit zusätzlichen Mitteln wie Kondomen verhüten oder einige Tage länger auf Sex verzichten.

Wie funktioniert die Temperatur-Methode?

Für die Basaltemperaturmessung wird jeden Tag die Körpertemperatur beim Aufwachen, noch vor dem Aufstehen, gemessen und während des Zyklus im Verlauf beobachtet. Um die individuellen Unterschiede im Temperaturverlauf herauszuarbeiten, wird die Basaltemperatur zunächst über einige Monate hinweg dokumentiert. Wichtig ist, dass die Messung immer auf die gleiche Weise erfolgen muss, da schon eine kleine Abweichung der Temperatur das Messergebnis verfälscht. Genaue Messungen sind anal, vaginal oder oral möglich. Die tiefste Temperatur während des Zyklus entspricht dem Zeitpunkt des Eisprungs. Anschließend folgt eine Temperaturerhöhung, die anhält und erst kurz vor der nächsten Blutung abfällt. Ab dem ersten Tag nach dem Eisprung steigt die Temperatur um mindestens 0,2°C an. Nach drei Tagen konstanter Temperaturerhöhung im Vergleich zu den vorherigen sechs Tagen findet bis zur nächsten Menstruationsblutung sicher keine Konzeption mehr statt. Nur während dieser ca. zwölf Tage dauernden Phase bis zur nächsten Periode kann ungeschützter Geschlechtsverkehr erfolgen.

Für die Basaltemperaturmessung beträgt der Pearl-Index 3. Dies gilt aber nur für die konsequente und genaue Messung und bei strenger Abstinenz während der möglichen fruchtbaren Phase. 

Was sind symptothermale Methoden?

Bei den symptothermalen Methoden werden die verschiedenen Methoden kombiniert – es wird beispielsweise die Temperaturmessung zusätzlich zur Beobachtung des Zervikalschleims herangezogen.

Bei den symptothermalen Methoden kann der Pearl-Index bis auf 0,8 sinken. Er variiert dabei allerdings von 0,8 bis 10 – je konsequenter die Abstinenz in den fruchtbaren Tagen und je regelmäßiger der Zyklus, desto sicherer sind solche kombinierten Methoden.

Wie funktioniert natürliche Verhütung während der Stillzeit?

Während der Stillzeit kommt es nur sehr selten zu einem Eisprung, vor allem, wenn der Säugling ausschließlich gestillt wird. Deshalb wird das Stillen oft als natürliche Verhütung empfunden. Die Sicherheit einer Unfruchtbarkeit während der Stillzeit ist jedoch nicht sehr hoch. Es erfolgen zwar zumeist weder Menstruationsblutung noch Eisprung, dennoch kommen immer wieder Schwangerschaften zustande, auch wenn noch ein Säugling gestillt wurde. Bis zu 10 Prozent der Frauen, die nur auf das Stillen als Verhütung vertrauen, werden dennoch schwanger, was einem Pearl-Index von 10 entspricht.

Ist der Coitus interruptus eine sinnvolle Verhütungsmethode?

Eine Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs vor der Ejakulation des Mannes wird als Coitus interruptus bezeichnet. Der Penis darf sich hierbei während der Ejakulation nicht in der Scheide befinden, damit kein Samen in die Gebärmutter gelangt. Der unterbrochene Geschlechtsverkehr ist aber eine sehr unsichere Methode zur Verhütung. Bereits vor der Ejakulation können kleine Mengen Sperma aus dem Penis austreten, weshalb auch schon vor dem eigentlichen Samenerguss eine Befruchtung erfolgen kann. Der Pearl-Index variiert je nach Zeitpunkt des Abbruchs und Zyklustages der Frau von 4 bis 18.

Für wen ist die natürliche Verhütung geeignet?

Die Grundvoraussetzung ist ein regelmäßiger Zyklus sowie die Bereitschaft der Frau, die oftmals mit höherem Aufwand verbundene natürliche Verhütung konsequent anzuwenden. Wichtig ist außerdem, dass keine der natürlichen Verhütungsmethoden Schutz vor Geschlechtskrankheiten gewährleistet. Nur wer also in einer festen Partnerschaft lebt und sich sicher sein kann, dass der Partner gesund ist, sollte überhaupt auf Kondome verzichten.

Ist dies der Fall, kann sich jede Frau mit regelmäßigem Zyklus genau beobachten und natürliche Verhütung anwenden. Wer von sich weiß, dass er beispielsweise das Messen der Temperatur regelmäßig vergessen wird oder es sich nicht zutraut, den Schleim zu überprüfen, sollte von solchen Methoden Abstand nehmen.

Bei genauer Beobachtung und unter Zuhilfenahme einiger Hilfsmittel kann durch natürliche Verhütung jedoch eine Schwangerschaft relativ effizient verhindert werden. Zusätzlich zu den täglichen Beobachtungen kann ein Ovulationstest eingesetzt werden, um eine größtmögliche Sicherheit beim Beurteilen der fruchtbaren Tage zu gewährleisten.

Welche Vorteile haben natürliche Verhütungsmethoden?

Viele Frauen, die sich für die natürliche Verhütung entscheiden, wollen ihren Zyklus nicht hormonell beeinflussen. Durch natürliche Verhütungsmethoden werden eventuelle Nebenwirkungen von Pille, Spirale und anderen hormonellen Mitteln zur Kontrazeption vermieden. Kondome, die oft als störend empfunden werden, können nach Ausschluss von Krankheiten ebenfalls weggelassen werden, was für viele Menschen den Sex besser macht.

Zusätzlich wird die Familienplanung vereinfacht, wenn vorher nur natürlich verhütet wurde: Die Frau kennt ihren Zyklus ganz genau und weiß, wann sie fruchtbar ist. So wird ein Kinderwunsch oft schneller möglich, als wenn der Hormonhaushalt nach dem Absetzen hormoneller Verhütung erst wieder ins Gleichgewicht kommen muss.

Welche Nachteile gibt es?

Insgesamt ist die Sicherheit der natürlichen Verhütungsmethoden deutlich geringer als die Sicherheit anderer Verhütungsmethoden. Frauen, die nicht hormonell verhüten wollen, sind bei der Wahl von Alternativen deutlich eingeschränkt, da hormonelle Methoden die sichersten Verhütungsmethoden darstellen. Bei der natürlichen Verhütung muss die Kontrolle stets sehr genau erfolgen. Im Zweifelsfall ist immer Abstinenz das einzige Mittel, um nicht schwanger zu werden. Solche Zweifelsfälle treten relativ häufig auf und können durch Stress, Schwankungen im Schlaf- oder Essensrhythmus sowie durch viele weitere Einflussfaktoren verursacht werden.

Selbst wenn die Lebensgewohnheiten sehr regelmäßig und ausgeglichen sind, ist bei allen Methoden eine gewisse Abstinenzzeit Voraussetzung für die Empfängnisverhütung. Dies schränkt die sexuelle Spontanität mehr oder weniger stark ein, was manche Beziehungen belasten kann. Der Partner sollte also über diese Art der Verhütung aufgeklärt und ebenfalls einverstanden sein.

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Quellen:

  • Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme Verlag, 3. Auflage 2007, Hrsg.: M. Stauber, T. Weyerstahl: (S. 413ff.)
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