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Mann mit Impotenz durch Bluthochdruck sitzt frustiert auf Bettkante, Frau liegt enttäuscht im Bett

Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Europa und kann eine Reihe an Folgeerkrankungen  verursachen. Auch die Erektionsfähigkeit kann durch zu hohen Blutdruck - auch Hypertonie genannt - beeinträchtigt werden. Um sowohl Impotenz als auch Bluthochdruck adäquat behandeln zu können, ist die Wahl der richtigen Medikamente wichtig.

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Was führt zu Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist eine weit verbreitete und häufig unterschätzte Erkrankung, die durch mehrere Ursachen hervorgerufen werden kann. Neben genetischer Veranlagung sind vor allem mangelnde Bewegung, Übergewicht, chronischer Stress und Depressionen typische Ursachen. Auch eine unausgewogene  Ernährung kann zu Bluthochdruck beitragen. Die Wirkung dieser Risikofaktoren ist individuell unterschiedlich, beispielsweise reagiert ein Teil der Bluthochdruckpatienten sehr stark auf eine gesteigerte Aufnahme von Kochsalz, während viele andere Patienten unempfindlich gegenüber Kochsalz sind. Zudem steigt der Blutdruck mit zunehmendem Lebensalter an, da die Gefäße durch Alterungsprozesse weniger elastisch werden und Blutdruckschwankungen nicht mehr so gut abfangen können.

Neben diesen primären Ursachen können auch andere Auslöser zu erhöhtem Blutdruck führen. Hierzu zählen Schwangerschaft, Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen, Alkoholmissbrauch, Schlafapnoe, Drogenmissbrauch, Fehlbildungen des Herz-Kreislaufsystems oder sogar auch verstärkter Konsum von Lakritze.

Leiden Patienten mit Bluthochdruck häufiger an Impotenz?

Chronisch erhöhter Blutdruck verursacht zwar lange Zeit keine Beschwerden, kann unbehandelt aber bereits in frühen Stadien zu einer Vielzahl an Schäden führen. Insbesondere die Wände der Blutgefäße werden durch den permanent zu hohen Druck immer stärker geschädigt, wodurch das Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte, Netzhautschäden oder chronische Nierenschäden steigt.

Auch die Erektionsfähigkeit hängt in hohem Maße von der Qualität der Blutgefäße ab, die den Penis versorgen. Nur wenn die zuführenden Arterien einen ausreichenden Blutfluss in den Penis zulassen, kann eine genügend harte Erektion entstehen. Daher treten Erektionsstörungen bei Patienten mit Bluthochdruck deutlich häufiger auf als bei Menschen ohne Bluthochdruck.

Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Die Behandlung von Bluthochdruck sollte stets so früh wie möglich erfolgen, um irreversible Folgen für den Körper möglichst vollständig zu vermeiden. Die Therapie des Bluthochdrucks richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung und dem individuellen Gesundheitszustand des Patienten.

Bei leichtem Bluthochdruck kann gegebenenfalls bereits eine Lebensstiländerung mit ausgiebiger Bewegung, geeigneter Ernährung und Gewichtsreduktion die Blutdruckwerte wieder in den Normbereich bringen. Bei stärker erhöhtem Bluthochdruck muss eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Dazu stehen mehrere Medikamentenklassen wie ACE-Hemmer, Betablocker oder Sartane zur Verfügung, die in der Regel ein- bis dreimal täglich eingenommen werden müssen und unterschiedliche Wirkmechanismen sowie Nebenwirkungsspektren aufweisen.

Kann Impotenz durch eine gute Einstellung des Blutdrucks behoben werden?

Die Therapie des Bluthochdrucks verfolgt das Ziel, die Blutdruckwerte dauerhaft auf einem gesunden Niveau zu halten und so weiteren Schäden vorzubeugen. Im Idealfall können sich bereits entstandene Beeinträchtigungen auch teilweise wieder zurückbilden, dies geschieht allerdings nur bei einem relativ geringen Teil der Patienten. Je nach eingesetztem Wirkstoff kann eine medikamentöse Senkung des Blutdrucks Erektionsstörungen entgegenwirken oder aber auch erst entstehen lassen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Internisten und Hausärzte das Thema Erektionsstörungen bei der Behandlung von Bluthochdruck nicht zwingend von selbst aufgreifen. Es ist daher wichtig, Erektionsprobleme dem behandelnden Arzt gegenüber am besten schon vor dem Beginn einer medikamentösen Therapie des Bluthochdrucks anzusprechen. Auch bei Erektionsstörungen, die erst durch die Behandlung des Bluthochdrucks entstanden sind, sollten Patienten sich vertrauensvoll an den Arzt wenden.

Welche Blutdrucksenker sind bei Erektionsstörungen hilfreich?

Die gängigen Klassen an Blutdrucksenkern sind bei Vorliegen von Erektionsstörungen unterschiedlich gut zur Blutdrucksenkung geeignet. Klassische Betablocker erhöhen beispielsweise das Risiko für das Auftreten von Erektionsstörungen und können bestehende Erektionsprobleme verstärken. Sie sollten daher bei sexuell aktiven Männern gegebenenfalls durch andere Wirkstoffe ersetzt werden, wenn Symptome einer erektilen Dysfunktion vorliegen. Auch einige bei Bluthochdruck eingesetzte Diuretika, also Mittel zur Entwässerung, fördern Erektionsstörungen.

Im Gegensatz dazu haben sogenannte Kalziumantagonisten und ACE-Hemmer keinen negativen Effekt auf die Erektionsfähigkeit. Die Gruppe der Sartane wirkt sich nach aktuellem Stand der Forschung bei Männern mit Erektionsstörung sogar positiv auf die  Erektionsfähigkeit aus und zeigt allgemein relativ geringe Nebenwirkungen.

Ist eine Umstellung der Blutdruckmedikamente problemlos möglich?

Im Prinzip kann eine bestehende Blutdruckmedikation einfach auf andere Medikamente umgestellt werden. Allerdings müssen dabei grundlegende Überlegungen beachtet werden. Patienten dürfen natürlich nicht allergisch gegen die neu verabreichten Wirkstoffe sein und keine Vorerkrankungen haben, die einen Einsatz des gewünschten Medikaments verbieten. Des Weiteren ist während der Umstellung der Therapie eine engmaschigere Kontrolle des  Blutdrucks empfehlenswert, um möglichst rasch eine optimale Dosierung zu finden. Daher sollte eine Veränderung der blutdrucksenkenden Medikation nie auf eigene Faust, sondern immer in Absprache und unter Betreuung durch den behandelnden Arzt erfolgen.

Gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten gegen Erektionsstörungen bei Bluthochdruck?

Sofern die Erektionsstörungen auch nach einer optimierten Therapie des Bluthochdrucks bestehen bleiben, kann der Einsatz von Potenzmitteln erwogen werden. Die gängigsten medikamentösen Potenzmittel sind PDE5-Hemmer wie Viagra, Levitra oder Spedra. Diese dürfen bei Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln aber auf keinen Fall ohne vorherige ärztliche Beratung eingenommen werden, da nicht alle Blutdrucksenker mit der Verwendung von PDE5-Hemmern kompatibel sind und es hierbei  im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Wechselwirkungen kommen kann.

Darüber hinaus stehen Therapien namens Muse oder Skat zur Verfügung, die lokal am Penis eingesetzt werden und bei denen deshalb eine geringere Wirkstoffmenge verwendet werden muss. In jedem Fall sollten Potenzprobleme offen bei dem behandelnden Arzt angesprochen werden. Dieser kann anschließend mögliche Therapieoptionen erläutern und gemeinsam mit dem Patienten eine Behandlungsmöglichkeit wählen.

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Quellen:

  • Burchardt, M., Burchardt, T., Baer, L., Kiss, A. J., Pawar, R. V., Shabsigh, A., ... & Shabsigh, R. (2000). Hypertension is associated with severe erectile dysfunction. The Journal of urology, 164(4), 1188-1191.
  • Giuliano, F. A., Leriche, A., Jaudinot, E. O., & de Gendre, A. S. (2004). Prevalence of erectile dysfunction among 7689 patients with diabetes or hypertension, or both. Urology, 64(6), 1196-1201.
  • Schmelz, H. U., Sparwasser, C., & Weidner, W. (2006). Facharztwissen Urologie. Springer Medizin Verlag Heidelberg.
  • Viigimaa, M., Vlachopoulos, C., & Doumas, M. (2015). Erectile dysfunction in hypertension and cardiovascular disease. Springer International Publishing.
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